Meinungen http://fukushima.physikblog.eu/categories/meinungen/feed.rss Tue, 23 Oct 18 04:20:07 -0400 Meinungen de-DE Der GAU, die Medien und das Internet http://fukushima.physikblog.eu/discussion/32/der-gau-die-medien-und-das-internet Tue, 19 Apr 2011 10:14:45 -0400 Silene 32@/discussions Makiko SEGAWA beschreibt die Situation und findet deutliche Worte: Die japanischen Medien sind bestechlich. Internet-Provider, Telekommunikationsfirmen und Kabelsender seien bereits zur Zensur aufgefordert worden, um die "Verbreitung verantwortungsloser Gerüchte" einzudämmen.

The government charges that the damage caused by earthquakes and by the nuclear accident are being magnified by irresponsible rumors, and the government must take action for the sake of the public good. The project team has begun to send “letters of request” to such organizations as telephone companies, internet providers, cable television stations, and others, demanding that they “take adequate measures based on the guidelines in response to illegal information. ”The measures include erasing any information from internet sites that the authorities deem harmful to public order and morality.

Der gesamte Artikel findet sich hier:
Fukushima Residents Seek Answers Amid Mixed Signals From Media, TEPCO and Government. Report from the Radiation Exclusion Zone

Meine Meinung: Irgendwie erinnert das doch alles sehr an 1986.]]>
Schlussforgerungen aus Fukushima http://fukushima.physikblog.eu/discussion/62/schlussforgerungen-aus-fukushima Thu, 19 May 2011 04:36:09 -0400 ungeBILDed 62@/discussions http://www.hse.gov.uk/nuclear/fukushima/interim-report.htm

(BTW:ich habe den Link gefunden bei http://en.wikipedia.org/wiki/Talk:Fukushima_I_nuclear_accidents#New_report_from_TEPCO)]]>
Kernkraftwerke abschalten? Wie geht es dann weiter? http://fukushima.physikblog.eu/discussion/40/kernkraftwerke-abschaltens-wie-geht-es-dann-weiters Fri, 22 Apr 2011 15:30:16 -0400 eng 40@/discussions Wenn ja, wann?
Welche Rahmenbedingungen sind erforderlich?
Wie lange brauchen wir noch Kohlekraftwerke?
Wie können wir Energie speichern?
Wie wird sich der Strompreis entwickeln?
Sind Solarzellen und Windräder ohne Subventionen für den Privathaushalt finanzierbar?

Eine Auswahl der Themen für diese Diskussionsrunde. ]]>
Warum sollen die KKW abgeschaltet werden ? http://fukushima.physikblog.eu/discussion/46/warum-sollen-die-kkw-abgeschaltet-werden-s Mon, 25 Apr 2011 12:22:38 -0400 thowabu 46@/discussions
Ich fange mal an :

- Wiki liefert mir einen sehr ausführlichen Grund :
http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Unf%C3%A4llen_in_kerntechnischen_Anlagen
Es gab seit der ersten durch Menschenhand erzeugten Kritikalität Unfälle in KTA und Austritt von Strahlung.

- Die Abfallproblematik.
]]>
Endlagerung von radioaktiven Stoffen http://fukushima.physikblog.eu/discussion/38/endlagerung-von-radioaktiven-stoffen Fri, 22 Apr 2011 14:47:45 -0400 eng 38@/discussions
Allerdings lagern fast überall die Brennstäbe länger als unbedingt nötig in Abklingbecken, weil es an einer erforderlichen Endlagerung fehlt. Hier kann man wirklich nur ALLE Beteiligten aufrufen: setzt Euch endlich an einen Tisch und findet eine abschließende Lösung für die Endlagerung.
Die vorhanden Brennstäbe lassen sich nicht mehr vermeiden - die sind da und müssen irgendwo hin. Blockadehaltungen sind hier völlig fehl am Platz. Und auch taktische Maßnahmen von einigen Atomkraftgegnern wie: "Kein Endlager, denn wenn alle Zwischenlager voll sind müssen die Atomkraftwerke abeschaltet werden" sind völliger Blödsinn und führen nur zu immer mehr Zwischenlager und damit Gefährdungspotential.]]>
The Sad Story about Aoi and Yui, the Girls from Fukushima http://fukushima.physikblog.eu/discussion/23/the-sad-story-about-aoi-and-yui-the-girls-from-fukushima Sat, 16 Apr 2011 16:57:09 -0400 Mechthild 23@/discussions Gedankenexperiment about two 7-years old girls, who are identical twins living in Fukushima City under exactly equal conditions. In this story, it is assumed that both girls Aoi and Yui represent strong identical lab conditions, in fact the only difference between them is their name - until evening March 14th 2011. The next day, a single cloud containing Iodine-131 reached Fukushima City and changed the life of the twins; in fact this incident caused Aoi to die ten years later by thyroid cancer, while her sister Yui survived.
It is the story about mSv/h values read from measurement and mSv/h calculations around dosimetry-derived danger quantifications for the human body, especially for the thyroid gland.
What did happen on March 15th in Fukushima? Whatever it was. after it happened, we again assume strong identical lab conditions until the dead to Aoi to offload the analysis from any other difference between the twins. Unlike any real situation for human beings in Japan those days, the ideal Twins from Fukushima will show us the limited ability of mSv/h inner dose calculations for determing the risk for the individuum.]]>
Brennelemente Jülich - Transport Pro und Kontra http://fukushima.physikblog.eu/discussion/93/brennelemente-juelich-transport-pro-und-kontra Tue, 27 Dec 2011 14:07:36 -0500 eng 93@/discussions Hier kann darüber diskutiert werden. Als Grundlage vielleicht folgendes:

- Sollen Brennelemente zukünftig generell dort gelagert werden wo sie zum Einsatz kamen? Oder sollen Brennelemente besser an zentralen Orten gelagert werden?

- Jülich ist nicht für eine längere Lagerung von Brennelementen ausgelegt, Ahaus hat dagegen noch genügend Kapazitäten. Wäre also eine Umlagerung deshalb sinnvoll?

- Sollen die Kosten eine Rolle spielen? Der Transport kostet Geld, aber der Ausbau des Lagers in Jülich kostet auch Geld, wahrscheinlich sogar mehr.

- Der Transport der Brennelemte ist eigentlich kein Sicherheitsproblem. Die Transportbehälter sind so stabil das sie durch einen normalen Unfall nicht beschädigt werden können (Panzerbeschuss lassen wir jetzt mal aussen vor).
Man muss es ganz klar sagen: der Transport wird durch mögliche (berechtigte oder unberechtigte) Demonstrationen zu einem Sicherheitsproblem. Wie sollte man darauf reagieren? Den Transport absagen, auch wenn er sinnvoll wäre? ]]>
Fukushima: Wird wirklich alles getan was technisch möglich ist, um der Sache Herr zu werden? http://fukushima.physikblog.eu/discussion/51/fukushima-wird-wirklich-alles-getan-was-technisch-moeglich-ist-um-der-sache-herr-zu-werdens Sat, 07 May 2011 07:01:05 -0400 vostei 51@/discussions
Tepco steht vor einem Haufen Schrott, den es zu verwalten gilt, noch dazu einer Art Schrott, der wirtschaftlich nicht mehr verwertbar ist - im Gegenteil - er kostet und wird noch lange Kosten verursachen. Die wirtschaftlichen Folgen für die Klitsche sind also, gelinde gesagt, immens. Das gleiche gilt für das ganze Land und seine geschundenen Bürger.

Die Robotik, Anlagenbau zur Wasseraufbereitung, Großgeneratoren usw - was bislang aus dem Ausland kam und kommt beinhaltet auch immer einen gewissen Werbeeffekt nach außen und nach innen ist es auch damit verbunden, dass andere Firmen einen Fuß in die Türe bekommen und somit für ihre Zukunft sorgen, diese Form des Altruismus ist ja ganz OK und aus Tepcos Warte sicherlich günstig.

Meine These aber: Davon abgesehen, dass TEPCO einiges hätte früher unternehmen sollen, steht man exakt JETZT an dem Punkt, wo Alternativen extrem teuer wären. So teuer, dass sie wahrscheinlich nicht mal angedacht werden, zumal dabei Auslandshilfe notwendig wäre. ]]>
ND - oder die Kunst der Nichtmessung http://fukushima.physikblog.eu/discussion/79/nd-oder-die-kunst-der-nichtmessung Sat, 30 Jul 2011 14:58:14 -0400 Silene 79@/discussions Final results of the nuclide analysis at Fukushima Daiichi Nuclear Power Station (for samples taken from July 2 to July 15) fällt es einem auf: aus sinnvollen Datensätzen sind inzwischen reine Datenwüsten geworden. Der Sand in diesen Wüsten ist das "ND".

Je nach Kontext kann "ND" für "no data" (keine Daten), "not detected" (nicht messbar) oder "not determined" (nicht ermittelt) stehen. In Datentabellen findet man diesen Eintrag normalerweise, wenn eine Messung unmöglich war oder eine Messgröße zu klein ist, um sie zu bestimmen.

Zeigt uns das "ND" in diesen Tabellen also an, dass die Radioaktivitätswerte verschwindend klein geworden sind? Nein, nicht unbedingt. Im technisch/wissenschaftlichen Bereich bedeutet "ND" eigentlich nur, dass man methodisch nicht in der Lage war, eine Messung durchzuführen.

Welche Gründe könnte es dafür geben? Die meisten von TEPCO veröffentlichten Radioaktivitätswerte werden mit Hilfe von Gammaspektroskopie gewonnen. Bei dieser Methode werden Gammaquanten (energiereiche, kurzwellige Photonen, also Lichtteilchen), die von einer Probe abgestrahlt werden, mit Hilfe eines gekühlten Detektors eingefangen, gezählt und ihre Energie bestimmt. Trägt man in einem Diagramm die Anzahl der registrierten Quanten über der ermittelten Quantenenergie auf, erhält man eine Spektralkurve. Caesium-134, Caesium-137 und Iod-131 erzeugen unterschiedliche Spektralkurven. Deshalb kann man diese Isotope (und noch viele andere, die bei ihrem Zerfall Gammastrahlung hervorrufen) gammaspektroskopisch unterscheiden und zugleich ihre jeweiligen Aktivitäten ermitteln.

Um präzise Werte zu ermitteln, lassen sich diese Messinstrumente mit Hilfe von Messstandards kalibrieren. TEPCOs Gammaspektrometer sind offensichtlich so eingestellt, dass man mit ihnen Aktivitäten ab etwa 10 Bq/l (Wasserproben) bzw. 1 Bq/m³ (Luftfilter) ermitteln kann. Dieser Messbereich wird aber mittlerweile in den meisten Proben unterschritten, obwohl die Aktivitäten von Radiocaesium und Iod-131 noch nicht sehr weit unter die zulässigen Grenzwerte (40-90 Bq/l, je nach Isotop) abgesunken sind. Diese Situation ist ziemlich unbefriedigend.

Könnte TEPCO die Messempfindlichkeit nicht einfach erhöhen? Aber sicher könnten sie das. Sogar ohne großen Aufwand. Das kann einfach geschehen, indem man die Dauer der Messung oder das Volumen der Proben (resp. das filtrierte Volumen bei Luftmessung) erhöht.

In der IAEA-Veröffentlichung MEASUREMENT OF RADIONUCLIDES IN FOOD AND THE ENVIRONMENT findet man zur Genauigkeit gammaspektroskopischer Messungen folgende Aussage:
[...] the factors that tend to influence the detection limits are the counting efficiency, the quantity of sample (mass or volume), the counting time associated with Sb, and the background. To obtain low detection limits the efficiency should be high, the sample should be as large as practicable, the counting time should be as long as practicable, and the background should be as low as attainable. The efficiency is strongly influenced by the sample geometry and tends to decrease as the sample height (distance away from the detector) increases. Therefore, an optimum sample size and geometry may be used to obtain low detection limits. Doubling the counting time improves the detection limits by only a factor of V2, so, in order to lower the detection limits by a factor of two, the counting time would need to be four times as long.

Im März konnte man aus TEPCOs Messprotokollen noch ziemlich genau ablesen, wie gemessen wurde: mit Hilfe von Germaniumdetektoren, Probenvolumen 500ml, das Zeitintegral lag bei 1000 Sekunden.
Erzielbare Messgenauigkeit für Cs-137: etwa 9 Bq/l

Falls man in TEPCOs Labors aus Gründen des Durchsatzes nicht in der Lage ist, die Messdauer zu erhöhen, sollte man zumindest das Probenvolumen vergrößern. 1000 ml sind Standard, größere Volumina stellen kein Problem dar. Man muss eigentlich nur geeignete PE-Flaschen kaufen und ein paar Stunden Zeit opfern, um das Gerät neu zu kalibrieren. Ist das zuviel verlangt?

Inzwischen beschleicht mich aber immer häufiger der Verdacht, dass TEPCO und der NISA die vielen NDs in den Tabellen eigentlich ganz gelegen kommen. Denn für den Laien sieht es jetzt so aus, als wäre die Radioaktivität plötzlich verschwunden. Bei den Luftmessungen, wo "ND" ja eigentlich kein Thema sein dürfte, weil man die filtrierten Volumina prinzipiell beliebig erhöhen kann, wurde das langsame Einschleichen der Nichtinformation in die Präsentation der Daten schon fast zu einer Kunstform entwickelt.

Hintergrundinfo: Es gibt mehrere Messpunkte, an denen die partikulär gebundenen Radioaktivität in der Luft über dem Werksgelände ermittelt wird:

image

In den letzten drei Monaten hat man fast ausschließlich am "West Gate" (unterhalb von MP-5) gemessen.
Seit Anfang Juli wurde dort bei Messungen aber immer häufiger "ND" ermittelt. Praktisch zeitgleich wurden 14 neue Messstationen auf dem Gelände etabliert.
In den täglich erscheinenden Press-Releases mit dem Titel "Nuclide Analysis Results of Radioactive Materials in the Air" wurden alle diese Messungen zunächst gleichwertig veröffentlicht und grafisch in einem gemeinsamen Diagramm zusammengefasst:

image
Man kann dadurch leicht erkennen, dass die NDs am Messpunkt "Westgate" sicher nicht auf einen Mangel an Radioaktivität zurückzuführen sind, sondern schlicht auf technische Probleme bei der Messung.

Ab dem 19. Juli ging man dann plötzlich dazu über, alle Messpunkte der neuen Stationen wieder aus der Grafik zu entfernen und in einem separaten Diagramm unterzubringen.

imageWenig später verzichte man darauf, die Daten der Messpunkte 1-14 tabellarisch aufzuführen. Seit heute ist in den Press-Releases zur Radioaktivität in der Luft nur noch eine einzige Grafik zu finden, alle störenden Informationen wurden wieder entfernt:

image
Sieht doch gleich viel netter aus, nicht wahr?]]>
Radioaktivität im Grundwasser - noch so ein Thema http://fukushima.physikblog.eu/discussion/33/radioaktivitaet-im-grundwasser-noch-so-ein-thema Thu, 21 Apr 2011 04:48:14 -0400 Silene 33@/discussions "Groundwater at nuclear plant 'highly' radiation-contaminated" titelte Kyodo News.

Dennoch wird das Grundwasser von den Medien derzeit eher als "Nebenschauplatz" betrachtet. Es sieht schließlich so aus, als ob der Austritt kontaminierten Kühlwassers aus den Reaktoren eingedämmt wäre. Man denke nur an die medienwirksame Inszenierung der Abdichtungsarbeiten an dem ominösen Graben vor Block 2.
Am 6. April wurde stolz verkündet "Das Leck ist dicht!". Seitdem geht die Radioaktivität im Meer vor dem Kraftwerk ständig zurück. Ist jetzt also alles in Butter, "mission accomplished"?

Ich bezweifle das ganz stark. Dass ein mittelgroßes Leck, aus dem maximal 7 Kubikmeter Wasser pro Stunde herausflossen, allein für die großflächige Kontamination des Meeres vor Fukushima verantwortlich sein könnte, wird ja wohl niemand ernsthaft glauben. Aber sprechen denn die Radioaktivitätswerte im Meer nicht für diese These? Warum sonst sollten die abgesunken sein?

Nun ja, es wurde Ende März noch eine viel bedeutendere Maßnahme am Kraftwerk durchgeführt als nur die Abdichtung eines Betonrisses. Man hat nämlich auch die Reaktorkühlung von Meerwasser auf Süßwasser umgestellt. Welche Konsequenzen hatte dieser Schritt?

Betrachten wir mal die hydro-geologischen Verhältnisse an einer Meeresküste, wo Süßwasser aus dem Landesinneren mit Meerwasser zusammenstößt:

image

Das marine Salzwasser schiebt sich hier keilförmig unter den Grundwasserkörper und hebt diesen dadurch an. Das hat damit zu tun, dass Salzwasser dichter als Süßwasser ist und das "leichte" Süßwasser quasi auf dem Salzwasser "schwimmt".

Aber ich wollte ja über die Konsequenzen für die Kühlwasserverluste reden. Solange stark salzhaltiges Kühlwasser aus den Fundamenten des Kraftwerks herauslief, konnte es sich kaum mit dem Grundwasser mischen. Aufgrund seiner Dichte ist es vermutlich durch die Grundwasserschicht hindurchgesackt und so in das darunter liegende Salzwasser gelangt. Dadurch wanderte die Radioaktivität ins Meer.
Seit etwa drei Wochen ist das Kühlwasser aber nicht mehr salzig, da man die Reaktoren nun mit Süßwasser spült. Freigesetztes Süßwasser wird nun natürlich einen anderen Weg einschlagen als das Salzwasser zuvor. Es wandert wahrscheinlich direkt in den Grundwasserkörper, weil seine Dichte der des Grundwassers entspricht. Bei fast 500 Kubikmetern Kühlwasser täglich bleibt so etwas natürlich nicht ohne Folgen. Wie sonst ist wohl der Einbruch "radioaktiven Grundwassers" in das Turbinengebäude der Blöcke 5 und 6 zu erklären?]]>
Uran - ein Thema, über das man (noch) nicht spricht http://fukushima.physikblog.eu/discussion/26/uran-ein-thema-ueber-das-man-noch-nicht-spricht Sun, 17 Apr 2011 20:17:04 -0400 Silene 26@/discussions
Allerdings wird der Großteil der radioaktiven Stoffe in Fukushima derzeit nicht atmosphärisch freigesetzt, sondern vom Kühlwasser aus dem Reaktorkern herausgespült. Könnte auf diese Weise auch Uran freigesetzt werden?

Nun, eigentlich ist Urandioxid in Wasser nicht löslich. Das klingt beruhigend. Aber leider ist Urandioxid nicht die einzige Form, in der Uran im Kern des Reaktors vorliegen kann. Es gibt da beispielsweise noch das sogenannte Urantrioxid, ein Stoff der entsteht, wenn Urandioxid bei hohen Temperaturen eine zusätzliche Bindung mit Sauerstoff eingeht. Urantrioxid ist ein Feststoff wie Urandioxid, aber im Gegensatz zu diesem sehr gut wasserlöslich!

Man darf wohl davon ausgehen, dass sich Urantrioxid (oder andere komplex gebundene Formen hexavalenten Urans) im Kühlwasser des Reaktors gelöst haben und auf diese Weise aus dem Containment herausgelangt sind. Wie groß die entwichenen Mengen sind, hängt stark von den Rahmenparametern (z.B. Sauerstoff im Reaktorkern, pH-Wert des Wassers, Interaktion mit gelösten Salzen) ab.
Ich bin mir sicher, dass TEPCO den Urangehalt des kontaminierten Kühlwassers bestimmt hat. Es wäre fahrlässig, wenn sie das unterlassen hätten. Mich beunruhigt aber, dass die Ergebnisse bisher nicht veröffentlicht wurden. (Spekulation: Vielleicht ist die Stickstoffeinleitung in die Reaktoren ja nicht nur als Präventivmaßnahme gegen mögliche Wasserstoffexplosionen gedacht?)

Ich muss noch kurz erwähnen, warum Uran im Wasser eigentlich so gefährlich ist. Das hat nicht nur mit der Radioaktivität (Alphastrahler!) zu tun. Uran ist nämlich auch noch extrem giftig.
Aus radiologischer Sicht liegt der zulässige Grenzwert für Uran im Trinkwasser bei 300 µg/l (das entspricht etwa einer Aktivität von 7 Bq/l). Wenn man aber die Giftwirkung dieses Schwermetalls betrachtet, wären höchstens 2-15 µg pro Liter Trinkwasser zulässig.
Im Meer und in Süßgewässern werden gelöste Uransalze von Algen aufgenommen und dabei etwa auf das 100000fache konzentriert. Auf diese Weise kann Uran in die Nahrungskette gelangen und schließlich auch auf unserem Teller landen.

Ein hervorragender und fachlich anspruchsvoller Text über Uran im Trinkwasser findet sich hier:
http://www.cut-os.de/downloads/Vortrag_Merkel_internet.pdf]]>
Die psychologischen Auswirkungen auf die Menschen http://fukushima.physikblog.eu/discussion/37/die-psychologischen-auswirkungen-auf-die-menschen Fri, 22 Apr 2011 06:34:55 -0400 Andre 37@/discussions Radioaktivität in der Nahrung« extrahiert, da sie dort fehl am Platze waren.

@chefin schrieb:
Ihr seht das alle so als wäre die ganze Menschheit ungefähr auf eurem Bildungsniveau und absolut gebildet und tolerant.

Wir haben aber 99% Menschen die schon Angst haben das E10 ihre Motoren zerstört beim Auto (was E5 natürlich nichtmal ansatzweise schafft). Und der verbrauch eines Fahrzeugs das statt Benzin Alkohol verbrennt erhöht sich natürlich gleich mal um 20% wenn ich 5% mehr Aklkohol tanke (selbst wenn statt Alkohol Wasser im Sprit wäre würde nur 5% Mehrverbrauch möglich sein).

Und du meinst das keine Panik ausbricht, wenn man ihnen sagt was diese Strahlung momentan bewirkt. Und es auch nicht zu Hamsterkäufen und Bereicherungsaktion dadurch kommt?

Bei aller Liebe, ich verstehe das du Aufklärung willst. Aber versuch das nicht der Menscheit nahe zu bringen, oder sei bereit die Verantwortung für die dann folgende Panik auf dich zu nehmen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Schluchseewerk

Diese Firma ist Betreiber von 5 Pumpspeicherkraftwerken im Schwarzwald. Wenn wir Atomkraft abschalten wollen müssen wir jedes Fleckchen nutzen für Pumpspeicherkraftwerke. Diese Technik ist ausgereift, hoher Wirkungsgrad, praktisch keine Kontamination der Umwelt (ich glaube das einige Tonnen Schmieröl jährlich im Wasser landen)

Warum ich das erwähne?

http://www.badische-zeitung.de/schluchsee/naturschuetzer-schielen-zum-ahaberg--32260910.html

Die Grünen sind momentan im Stadtrat nicht in der Opposition und wollen kein weiteres Pumpspeicherwerk.

http://www.hornbergbecken-2.de/

Lese dir mal seine Argumentation durch
http://www.hornbergbecken-2.de/page1.php

Und das sind sicherlich noch die eher gebildeten Menschen in Deutschland. Halte solche Menschen nicht für Aussenseiter, das ganze Gebiet steht nahezu geschlossen hinter den Gegnern der Pumpspeicherkraftwerke. Dann sind da eine Menge Aussenseiter die man berücksichtigen müsste. Meiner Meinung nach sind Menschen wie du die Aussenseiter, die Minderheit die gegen den Strom schwimmt. Forderungen am Limit des Erträglichen aufzustellen wird man belächeln und nicht erst nehmen, damit ist nichts gewonnen. Forderungen müssen verständlich sein und machbar, sie dürfen auch nicht einseitig sein...was deine sind...sondern ebenso den legitimen Anspruch nach Gewinn abdecken. Gewinn ist Geld was nach Abzug der Kosten übrig bleibt. Genau den selben Anspruch hat aber eigentlich jeder Mensch: er will das am Ende des Monats nachdem alle Rechnungen bezahlt sind auch noch Geld übrig haben. Wir sind also genauso Kapitalisten wie die AKW-Betreiber. Und ich wage mal zu behaupten, das jeder der ein Auto hat spätestens nach 1 Jahr mindestens einmal falsch geparkt hat. Obwohl mir da einige sagen, das sie das NIE gemacht haben. Spätestens wenn sie ihre Kinder schnell aus dem Kindergarten geholt haben (mir genau so erzählt) weis ich das sie gelogen haben. Dort gibts nur Absolutes Halteverbot, die nächsten Parkplätze sind ca 3 Minuten zu Fuss (5 Minuten mit Kind) entfernt. Das Halteverbot vor dem Kindergarten ist zugegebenermassen Abzocke...aber existent.

Tja...und schon sind alle Ehrlichkeiten über Bord geworfen und der Bequemlichkeit geopfert. Das sind alles ganz normale Menschen von Nebenan...Menschen denen du alle diese Messwerte um die Ohren werfen willst und erwartest das sie begreifen, was die Werte bedeuten und eine Risikoabwägung bewerkstelligen können.

Vieleicht erinnerst du dich an die Bemerkungen von Dirk im Blog. Der meinte das ich sehr ausschweifend und lang schreibe. Es war ihm zuviel zu lesen. Aber manche Infos kann man nicht kurz schreiben, es führt dazu das erstmal hinterfragt wird, dann meine Gegenargumente kommen, dann seine Gegenargumente und plötzlich der Zusammenhang verloren ist. Wenn ich dann meine Erwiderungen auf mein erstes Posting beziehe, werden sie nicht mehr angenommen....da ich sie wenn sie stimmen würden ja wohl sofort gebracht hätte.....ein blödes Dilemma.

Sei wie es sei, ich schreibe halt etwas ausführlicher. Und ich bin im laufe der Jahre Realist geworden, zwar immer noch optimistisch, aber nicht mehr so idealisiert wie vor 30 Jahren.



@eng schrieb:
hmm, jetzt wird es philosophisch. Fragen die ich mir auch schon lange Stelle: Gibt es einen Unterschied zwischen einem realistischen Optimist und einem optimistischen Realist? Und ist ein realistischer Optimist nicht automatisch ein Pessimist?
(Hier im Forum dürfen aus gegebenen Anlass ausnahmsweise mal diese Fragen gestellt werden).
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