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Zu einer kleinen Einführung, hier entlang.

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Es sei erwähnt, dass wir bei der Moderation der Kommentare hier weniger streng sind, als im Blog. Ihr seid freier in eurer Themenwahl.

Viel Spaß, André & Andi vom physikBlog.

Reaktoren 1-3: Neuigkeiten zum Status der Druckbehälter
  • SileneSilene April 2011
    Kyodo News berichtet, dass die Atomic Energy Society of Japan aufgrund einer Analyse der Daten davon ausgeht, dass sich das geschmolzene Material aus den Brennstäben derzeit als Granulat am Boden der Druckbehälter ansammelt:
    http://english.kyodonews.jp/news/2011/04/85646.html
    Die Korngröße dürfte zwischen wenigen Millimetern und einem Zentimeter liegen. Vergrößert sich die Menge des Materials am Boden, dann könnte es sich aufgrund der freigesetzten Energie wieder in eine Schmelze verwandeln.

    Laut IAEA werden jetzt stündlich 6 Kubikmeter Wasser in den RDB von Block 1 geleitet, Block 2 und 3 erhalten 7 m3/h.
    Diese Angaben passen nicht ganz zu den Daten, die von Jorge Stolfi zusammengetragen werden:
    http://www.ic.unicamp.br/~stolfi/EXPORT/projects/fukushima/plots/cur/Main.html
    Demnach wurde die Wasserinjektion der Reaktoren 1-3 am 13.04. von 100 l/min auf 700 l/min gesteigert. Das entspricht 42 m3/h.

    Es wird weiterhin Stickstoff in den Druckbehälter #1 geleitet, der Druck in seinem Inneren hat sich inzwischen auf etwa 1100 kPa erhöht. Laut Kyodo News plant man auch bei den Blöcken 2-3 eine Stickstoffeinleitung.
  • AndiHAndiH April 2011
    Danke für's Update!
  • hharnischhharnisch April 2011
    Auszug aus http://www.tepco.co.jp/en/press/corp-com/release/11041503-e.html

    *On April 12th, in order to confirm the status of the inside of the spent
    fuel pool, we collected approximately 200ml of water from the pool using
    the concrete pumping vehicle. On April 13th, we conducted nuclide
    analysis on them and detected Cesium-134, Cesium-137, and Iodine-131.We
    are planning to conduct more detailed analysis hereafter.

    Das bezieht sich auf Unit 3. Dann warten wir mal auf die Erbebnisse.
  • henfrihenfri April 2011
    Hallo,

    wenn von einer Einspeisung von X m³ die Rede ist, frage ich mich, warum der RDB nicht irgendwann voll ist.
    Klar, das Wasser muss irgenwo hin. Ist denn eine Bilanzierung bekannt?
    Wie viel des Wassers wird kontrolliert auch wieder entnommen und welcher Anteil geht unkontrolliert verloren?

    Gruß,
    Hendrik
  • engeng April 2011
    @henfri: Der normale Wasserkreislauf ist noch nicht wieder hergestellt. Die Wassereinspeisung erfolgt zwar mittlerweile über eine stationäre Pumpe, aber welche Rohrleitungen für einen eventuellen Ablauf verwendet werden ist nicht bekannt.
  • SileneSilene April 2011
    Wie viel des Wassers wird kontrolliert auch wieder entnommen und welcher Anteil geht unkontrolliert verloren?


    Es wird - soweit ich das verstehe - kein Wasser aus dem RDB kontrolliert abgeleitet. Das zugeführte Wasser wird nach offizieller Lesart im Reaktorkern verdampft und findet dann "irgendwie" seinen Weg aus den geschlossenen Druckbehältern heraus. Beim Sicherheitsbehälter von Block 2 werden "Schäden und Leckage vermutet" (GRS). Hier kann man wohl davon ausgehen, dass das Kühlmittel den Reaktor in flüssiger Form verlässt, also direkt das Grundwasser kontaminiert oder sich im Turbinengebäude sammelt.

    Ich kann mir noch immer nicht vorstellen, dass ein kompetenter Ingenieur einfach Wasser in einen überhitzten Kessel schickt, ohne zu wissen, wo es später wieder herauskommt. Noch dazu Meerwasser mit 35 kg/m³ Salzgehalt! So etwas würde man nach meinem Dafürhalten nur machen, wenn ein direkten Ablauf (in einen Auffangbehälter oder direkt ins Meer) existiert. Auf den Plänen des Kraftwerks gibt es weder das eine noch das andere.
  • dirkdirk April 2011
    Silene, im Normalfall hast du Recht das keiner kontaminiertes Wasser unkontrolliert abfliessen lässt. Nur welche Alternative gibt es?
    Entweder man schickt Wasser über noch funktionierende Rohrleitungen (Feuerlöschleitungen) in die Reaktoren und nimmt in Kauf das es zum Teil(welcher auch immer) irgendwo hin fliesst. Oder man überlässt den ungekühlten Brennstäben ihrem Schiksal.
    Das Problem ist, um die Leitungen zu reparieren müssen die Leute in die Bereiche wo jetzt das Wasser sich ansammelt.
    Ein Teufelskreis.
  • SileneSilene April 2011
    Du hast Recht, Dirk. Es gibt keine Alternative.
    Wenn TEPCO und die IAEA aber so tun, als wäre die "provisorische Kühlung" etwas ganz anderes als ein Reaktorleck, macht mich das wütend. Das einzig Positive an der derzeitigen Situation ist, dass die Radioaktivität kaum noch an die Atmosphäre freigesetzt wird. Dafür geht das Zeug jetzt eben ins Grundwasser und in die See.
  • dirkdirk April 2011
    Wieviel letztendlich ins Grundwasser geht.. ich hoffe das so nah am Meer die Menge sehr klein sein wird bzw es in Betonbecken bleibt.
    Wenn Tepco und IAEA alles veröffentlicht würden was sie wissen... ich denke wir würden alle laut schreien, nur .. es ändert an der aktuellen Situation nichts. Man kommt nicht an die Rohrleitungen, Elektrik, Reaktorgebäude etc. ran um den Kühlkreislauf so zu reparieren das es ein Kreislauf ist und nicht ein Durchfluss.
    Wenn man in anderen Foren liest über was da alles spekuliert wird, Brennstäbe liegen auf der Straße, Abdeckplatten vom Reaktor sind durch die Gegend geflogen und sogar Ufo´s fliegen über das Gelände, ist schon irre was sich da zusammen gesponnen wird.
  • SileneSilene April 2011
    Bei Kyodo News findet sich folgendes:

    Meanwhile, the utility is considering installing circulating water cooling systems for reactors and spent fuel storage pools outside the reactor buildings at the plant in a bid to bring it under control, sources familiar with the matter said.

    The new systems would cool nuclear fuel inside the reactors and spent fuel pools in a stable manner. They would involve heat exchangers and circulation pumps to drain reactor coolant water from the containment buildings, cooling it with seawater and then sending it back to the reactors, the sources said.

    http://english.kyodonews.jp/news/2011/04/85935.html

    Hat jemand eine Vorstellung, wo das Kühlwasser an den Druckbehältern "abgezapft" werden soll?
  • dirkdirk April 2011
    Also geht man davon aus das man in nächster Zeit an die vorhandenen, beschädigten Leitungen nicht rankommt. Es sind auch Dieselgeneratoren an höher gelegende Standtorte gebracht worden.
    Auf deine Frage zu antworten: das wüßte ich auch gern
  • engeng April 2011
    Wasserkreisläufe gibt es reichlich am Reaktor, und zwar in unterschiedlichen Höhen. Also hat man einige Möglichkeiten um Wasser in den Reaktor zu pumpen und auch um es wieder abzulassen - kontrolliert oder unkontrolliert.
  • SileneSilene April 2011
    So, jetzt hat TEPCO die Pläne vorgestellt, wie man bis zum Sommer einen besseren Kühlkreislauf aufbauen möchte:
    http://www3.nhk.or.jp/daily/english/17_06.html

    Das Wasser soll aus dem Turbinengebäude durch große Filter- und Entsalzungsmodule gepumpt werden, in einem großen Konvektionskühler abgekühlt werden und danach wieder zurück in den RDB fließen. Der offene Kühlkreislauf wird also verkürzt, nicht geschlossen. Immerhin ein Anfang.
  • dirkdirk April 2011
    Man hat ein paar Sensoren wieder hergestellt
    http://www.meti.go.jp/press/2011/04/20110417002/20110417002-2.pdf
  • Im TV sah man grade Videos einer Drohne vom Reaktorkessel (gelber senkrechter Behälter, Seitenansicht, weiß nicht welcher) im zerstörten Gebäude.

    Es sah aus, als wenn der Deckel einst von einer Reihe Dehnschrauben gehalten wurde, von denen nun ca. 70% abgerissen sind und oben raus hängen. IMO hat offenbar der Dampfdruck den Deckel abgehoben, sodass er nur noch recht lose auf dem Pott sitzt. Kann es sein dass deshalb kaum noch Druck aufgebaut wird?
  • dirkdirk April 2011
    Nein, der wurde ganz normal abgeschraubt. Es handelt sich dabei um Block4 der im Service war.
  • dirkdirk April 2011
    Bei den heutigen Thermobildern sieht man bei B4 nicht nur über den Ab eine Wärmequelle, sondern auch in dem Bereich wo sich der Reaktor befindet.
    Das der gesamte Bereich geflutet war ist ja nicht bekannt, aber wahrscheinlich. Nur wie kommt in dem Bereich so eine Wärmequelle zustande? Restwärmeim Reaktor? Oder sind da doch noch BS enthalten?
    http://www.mod.go.jp/j/approach/defense/saigai/tohokuoki/kanren/230418.pdf

  • dirkdirk April 2011
    Aha.. demnach haben die Roboter den RDB geöffnet und reingesehen...
  • OlorinOlorin April 2011
    EDITH:

    @dirk 22:44 --- Haha, der war Klasse! Ein Spruch, wie er das Krude an der Meldung nicht besser hätte aufzeigen können. Allererste Sahne, Danke!


    @Dirk 21:37 ----

    Wenn ich die Bilder und nebenstehenden Tabellen richtig interpretiere, zeigen diese:

    Reaktor 1:

    - täglich schwankende Temperaturen um 20-30° über dem Containementdeckel
    - von 15-20° schwankende Temperaturen über dem SFP

    Reaktor 2:

    - Temperatur schwankend zwischen 20-35°, konstant über dem gesamten Gebäude

    Reaktor 3:

    - Temperaturen schwankend zwischen 20-70° über dem Containementdeckel. Heute nur 30° und damit wesentlich kühler als der danebenliegende SFP.
    - Temperatur nur wenig schwankend zwischen 50-60° über dem SFP

    Reaktor 4:

    - Temperaturen schwankend zwischen 20-65° über dem SFP
    - Temperatur über dem offenen Containement und offenen RPV heute ~25°

    Nur: Worauf genau schauen wir denn? Und wann?

    Wie andere Quellen verzählen, ist das Wasser im SFP Reaktor 4 die letzten Tage 84-90° warm gewesen, nicht 63°, nicht 47° und schon gar nicht 20°.

    Ebenso wäre es äußerst waghalsig, von einem Reaktorgebäude 2, welches überall 20° warm ist, darauf zu schließen, daß es über dem SFP und dem Containement von Reaktor 2 20° warm ist. Wir gucken immerhin auf die Decke des Gebäudes!

    (nein, ich will dich nicht für blöde hinstellen, ich denke nur laut)

    Entsinnen wir uns, daß von RPV und SFP von Reaktor 3 ständig Dampfschwaden aufsteigen. Während das RPV recht offen daliegt, ist der SFP in Reaktor 3, wenn ich das richtig sehe, nahezu von einer einzelnen, großen Platte bedeckt und abgeschloßen. Auf diese blicken wir.
    Warum ist die dann so heiß?
    Kondensationswärme? Das ist mir eher rätselhaft.
    Oder blicken wir doch in eine Dampfschwade?

    Daher denke ich jetzt mal laut und stelle die kühne These auf:

    der "Hotspot" in R4 - so richtig 'Hot' ist er ja nicht - kommt daher, daß ich mit einer Thermokamera von oben auf die Dachträger blicke und darunter liegt eine Wasseroberfläche - zur Entnahme des Kernes wird ja RPV und Containement geflutet und die Brennelemente durch den Kanal da in das SFP überführt.

    Der vermeintlich kühlere Teile von nur 20° an Stelle des SFP in R4 kommt daher, daß wir gar nicht auf die Wasseroberfläche des SFP blicken, sondern auf den Beladekran, der, wie wir auf dem Video von der Wasserentnahme sahen, ziemlich genau über dem SFP 4 steht. Nur ein kleiner Teil der Wasseroberfläche "schaut" die Thermocam an.

    Dazu sollte man im Auge behalten, daß eine gewöhnliche Thermocam nur 320 x 240 Pixel auflöst, nur wenige, neue, hochwertige Kameras lösen 640 x 480 auf. Große laterale Auflösung ist das nicht...

    Wo liegt der Fehler in meiner Spekulation?
  • engeng April 2011
    Die offizielle Mitteilung von Tepco in Bezug auf die Proben durch die Roboter:
    "From 11:30am to 2:00pm, we opened and closed the double doors and
    conducted surveys of the situation of the inside of the nuclear reactor
    building of Unit 3 and measured a dose of radiation, etc. by a remote
    control robot. Also, from 4:00pm to 5:30pm, we did the same kind of work
    on Unit 1. From 1:42pm to 2:33pm on April 18th, we opened and closed the
    double doors, measured a dose of radiation and so on, and conducted
    surveys of the situation of the inside of the nuclear reactor building of
    Unit 2, by a remote control robot."
    Mehr liegt an offiziellen Meldungen von Tepco, JAIF, NISA usw. zur Zeit nicht vor, also keine Angaben zu den 3% Brennstäben.

  • engeng April 2011
    @Olorin: hört sich erst mal schlüssig an.
  • clancy688clancy688 April 2011
    3% können doch hinten und vorne nicht hinhauen... ich hab vor einigen Tagen aus Spaß mit den Cäsium-Werten der INES-7-Pressemeldung rumgerechnet und kam auf 3-4 Kilogramm C-137, die über die Luft freigesetzt worden sind. Dazu noch der Kram, der im Pazifik rumschwimmt oder die Reaktorgebäude in Kellerschwimmbäder verwandelt.

    Die Brennelemente dürften imho so um die 4% mit spaltbaren Uran angereichert sein, und ganze 6% der Spaltprodukte werden zu C-137. Wie will man da bitteschön auf mehrere Kilogramm freigesetztes Cäsium kommen, wenn gerade mal 3% der BEs im Arsch sein sollen?
  • dirkdirk April 2011
    Die Temperaturangaben sind mit Vorsicht zu geniessen. Laut Wetterbericht ist es in Japan z.Zt unter 10 Grad. Ich meine irgendwo auf dem PDF 5Grad gelesen zu haben. Wenn dann Gebäudeteile auf mehreren 100m Entfernung bis zu 25Grad anzeigen.. sind die schon recht warm. Allerdings haben die Turbinengebäude unterschiedliche Farben bzw Temperaturen. Auch die Umgebung bei B1+2 sind grün (~12Grad) bei B3-4 sind es ~5Grad (blau).
    Was speziell B4 betrifft hast du Recht. Das AB wird abgeschirmt durch Lademaschine was beim Reaktor nicht der Fall ist.
    Da stellt sich mir eine Frage. Die Tage hatten wir über 195t Wasser (durch die Betonpumpe in das Ab gepumpt) diskutiert. Letztendlich heißt das das nicht nur das Ab sondern auch der gesamte Bereich vom AB und Reaktor befüllt wurde. Das sind dann ein paar mehr m³ Wasser als nur das AB ansich. Dann passt die ganze Rechnung nicht mehr (Wasserstand um 1m gestiegen)

    Was die 3% betrifft. Das hat ein Reporter irgendwo was aufgeschnappt und meint das schreiben zu müssen. Das xx% defekt ist wird ja nicht mehr bestritten.
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  • MatthiasMatthias April 2011
    "Mehr als 3%" ist ja nun auch weniger als 100% präzise.
  • OlorinOlorin April 2011
    EDITH: demnächt weniger OT, versprochen ;-)

    Da machst du einen guten Punkt, Dirk.

    Ich habe ja schon gestern erwähnt, daß ich nicht verstehe, wie der SFP in R4 erst hat binnen etwas mehr als Eineinhalb Tagen hat trocken fallen sollen, um dann durch Zusprühen in unregelmäßgen Abständen von immer mal 50-150 Tonnen Wasser (bei gleichzeitiger Verdunstung von mehreren Tonnen pro Tag) mittlerweile wieder soviel Wasser zu enthalten, daß der Pegel > 1 m oberhalb der Brennstabspitzen liegt.

    Die Milchmädchenrechnung geht hinten und vorne nicht auf. Also nochmal langsam, ich denke wieder laut, führe Selbstgespräche.

    Laut Wikipedia (ja, wir hatten hier schonmal genaue Angaben) hat der SFP von R4 eine Größe von 1.420 m³. Die konkrete Größe (HxBxL) der SFPs fehlt mir grade - finde sie nicht in Forum, Blog, Google - und auch, wieviel Platz im SFP durch die Brennelementkassetten und die 1300 Brennelemente verbraucht wird.

    Ich hatte grade mal überschlagen und würde meinen, 1300 Brennelemente und 1800 Kassetten nehmen geschätzt 600 m³ ein - bleiben ca. 850 m³ Wasser über.
    Davon ein großer Teil oberhalb der Strukturen und nur relativ wenig im unteren Bereich.

    Dieser hat ja eine gewisse Raumfüllung - demzufolge machen 195 Tonnen Wasser einiges mehr an Höhe aus als bei einem komplett leeren Becken, ohne Strukturen darin.

    Hmmm. Nein, die Betrachtung bringt nicht weiter.

    Entweder das Becken ist niemals trockengefallen, dann erklärt das, warum heuer so hoher Wasserstand ist - aber dann bleibt ein wenig rätselhaft, warum es das nicht hätte tun sollen bei soviel heißen Brennstäben darin.
    Möglicherweise aufgrund der erhöhten Wassermenge dank geflutetem Containement?

    Oder das Becken IST trockengefallen, dann kann nur zum Zeitpunkt des Trockenfalles die Verbindung zwischen Containement R4 und SFP R4 geschlossen gewesen sein und später geöffnet worden, so daß Wasser hat rüberfließen können - dazu hätte irgendein armer Hund da hingehen müssen und manuell das Schott zwischen den Bereichen öffnen. Warum nur bezweifle ich das?

    Aber: auf den Videos sieht man recht eindeutig Wasser im SFP, oberhalb der Brennelemente samt Halterungskasketten. Man sieht ja keine.
    Vielleicht gar bis zu einem Meter oberhalb der Brennelemente. Fraglich dann, ob ein Meter oberhalb der Nominalhöhe oder ein Meter oberhalb der aktuellen Höhe der BE und der Strukturen - die nun wesentlich tiefer liegen.

    Weiters passt das nicht zum eigentlichen Thema dieser Diskussion:

    In die vergleichsweise kleineren RDB/RPVs wird imho so mit 7-10 m³/h Wasser eingespeist. Also bis zu 240 m³ pro Tag. Und dennoch steigt der Wasserpegel nicht.

    Das wesentlich größere SFP wird mit 50-150 Tonnen Wasser über drei Stunden versorgt und dann zwei Tage stehen gelassen - und hier ist plötzlich jede Menge Wasser drin?


    Sorry. Ich habe versucht, mir im Rahmen dieses Beitrags einen Reim drauf zu machen.
    Es will mir nicht gelingen, passt hinten und vorne nicht, nach wie vor...

    Wieder die Frage: wo ist der entscheidende Denkfehler?
  • engeng April 2011
    @Olorin: Die Brennstäbe im SFP sind nicht mehr so warm bzw. heiß wie die Brennstäbe im RDB, deshalb ein unterschiedlicher Kühlungsbedarf.

    Das es irgendwo in den Reaktorgebäuden kontrollierte oder unkontrollierte Wasseraustritte geben muß ist eigentlich sicher, weil es das Problem mit dem kontaminiertem Wasser "im Keller" gibt. Deshalb ist eine Wasserbilanzrechnung sehr schwierig.
  • SileneSilene April 2011
    Arnie Gundersen analyzes new pressure and temperature data from the Fukushima reactors and containments:




  • BernhardBernhard April 2011
    Die Folgerung von Arnie bezüglich des Drucks und der Temperatur im Reaktor 2 setzen natürlich voraus, daß die Meßwerte stimmen. In einem englischsprachigen Forum wurde spekuliert, daß die Temperaturmeßwerte u.U. falsch sind, weil die Meßfühler zeitweise überhitzt waren (warum???) und daher dekalibriert seien. Vorallem die Werte von Reaktor 1 werden stark bezweifelt. Seltsam ist nur, daß Tepco keine Verlautbarung in diese Richtung gemacht hat, sondern die Meßwerte kommentarlos veröffentlicht. Mir erscheint die Lage nach wie vor sehr undurchsichtig.

    Die Diskussion der Herkunft I-131 im SPF4 finde ich sehr interessant. Hier scheinen mir die Argumente von Arnie sehr logisch - mit Eintrag aus der Luft, wie von Tepco behauptet, lassen sich die Meßwerte nur schwer nachvollziehen. Kann jemand eine andere Erklärung als Arnie (Kettenreaktion im Abklingbecken) geben?
  • hamham April 2011
    @Bernhard: Zitat GSR: "Block 4
    Nach einer Abschätzung der GRS auf der Grundlage der von TEPCO veröffentlichten Werte (Nuklidanalyse für die Probe vom 12.04.2011) zu den gemessenen Aktivitätskonzentrationen im BE-Lagerbecken von Block 4 kommt die GRS zu dem Ergebnis, dass ca. 20 Brennelemente mit deutlichen Hüllrohrdefekten zu der von TEPCO gemessenen Jod-Konzentration führen können. Dabei ist nicht berücksichtigt, dass durch die Deposition luftgetragener Freisetzungen oder die Nutzung bereits kontaminierten Wassers zur Kühlung ebenfalls Radionuklide in das Wasser des BE-Lagerbeckens eingetragen werden können."
    http://fukushima.grs.de/informationen-zur-lage-den-japanischen-kernkraftwerken-fukushima-onagawa-und-tokai
    Hat mal jemand Lust da eine Berechnung für die nötigen Massen zu machen?
  • hamham April 2011
    @Bernhard: Zitat GSR: "Block 4
    Nach einer Abschätzung der GRS auf der Grundlage der von TEPCO veröffentlichten Werte (Nuklidanalyse für die Probe vom 12.04.2011) zu den gemessenen Aktivitätskonzentrationen im BE-Lagerbecken von Block 4 kommt die GRS zu dem Ergebnis, dass ca. 20 Brennelemente mit deutlichen Hüllrohrdefekten zu der von TEPCO gemessenen Jod-Konzentration führen können. Dabei ist nicht berücksichtigt, dass durch die Deposition luftgetragener Freisetzungen oder die Nutzung bereits kontaminierten Wassers zur Kühlung ebenfalls Radionuklide in das Wasser des BE-Lagerbeckens eingetragen werden können."
    http://fukushima.grs.de/informationen-zur-lage-den-japanischen-kernkraftwerken-fukushima-onagawa-und-tokai
  • clancy688clancy688 April 2011
    ham said:


    Hat mal jemand Lust da eine Berechnung für die nötigen Massen zu machen?



    Masse hätte ich nicht zu bieten, aber in einem Amiforum hat jemand das ganze für die Aktivität gemacht und kam so ziemlich auf dasselbe Ergebnis.
    "Die Hälfte von einer großen Zahl ist immer noch eine große Zahl", und da hat er recht. Ich hab's selber mal schnell durchgespielt, selbst wenn die Dinger schon seit sechs Monaten außer Betrieb waren, ist da immer noch bei wenigen BE-Defekten genügend Jod drin, um für diese 220 Bq/cm³ verantwortlich zu sein.

    http://www.physicsforums.com/showpost.php?p=3254871&postcount=4200
  • SileneSilene April 2011
    [NHK] Reactor 1 water level concerns

    Japans Regierung ist besorgt, dass die strukturelle Integrität im Falle eines Bebens nicht mehr gewährleistet ist. Im Gegensatz zur NISA sagt TEPCO jedoch, dass vom steigenden Wasserpegel im Containment keine Gefahr ausgeht.
  • engeng April 2011
    @Silene: Da bin ich mit Tepco allerdings mal einer Meinung.
    Der Reaktor ist statisch für eine komplette Wasserfüllung ausgelegt, ebenso die Verlagerung. Das Containment um den Reaktor ist im Wesentlichen eine Kugelform (also die Idealform für eine statische und dynamische Belastung) mit ca. 17 Meter Durchmesser und einem Zylinder drauf mit ca. 13 Meter Höhe und 10 Meter Durchmesser. Abzüglich Reaktor ein Gesamtinhalt von ca. 3000 m³. Die Stahlbetonwände der Kugel sind laut Zeichnung für Reaktorgebäude Eins ca. 2 Meter stark, der Boden sogar 7 (sieben) Meter. 3000 Tonnen Wasser dürften für so einen Betonklotz statisch kein Problem sein. Zum Vergleich: nur das Betonfundament des Gebäudes unterhalb des Reaktors wiegt schon ca. 10.000 Tonnen.
  • SileneSilene April 2011
    [NHK] TEPCO prepares to fill No.1 reactor with water
    Tokyo Electric Power Company is planning to fill the No.1 reactor and then its container with water by mid July, to submerge the fuel rods and cool them down stably.

    To prepare for the operation, TEPCO sent robots inside the reactor building on Tuesday morning to check for leakage and other damage.

    If no problems are found, the utility plans to increase the amount of water being fed into the reactor on Wednesday, on an experimental basis.

    The water feed is due to be increased from the current 6 tons per hour to a maximum of 14 tons.
  • SileneSilene April 2011
    [NHK] Radioactive water level unchanged at No.2 reactor
    Tokyo Electric Power Company, or TEPCO, has prioritized the operation to transport water from the No.2 reactor. The level of radiation there is especially high and the contaminated water is hampering other work to bring the crisis under control.

    TEPCO says the water was 89 centimeters below the top of the tunnel at 7 AM on Tuesday. The level has been about the same for the past few days.

    TEPCO also says the contaminated water levels are rising in the tunnels at the No.3 and No.4 reactors.

    It says water was 98 centimeters below the top of the tunnel at the No.3 reactor, a rise of 3 centimeters in 24 hours. TEPCO has set one meter as the standard level at which it should begin removing the contaminated water.

    At reactor No.4, the water was 115 centimeters from the top of the tunnel, a rise of 5 centimeters in 24 hours.

    But TEPCO has not found a location to store contaminated water from these 2 reactors. It will continue to carefully monitor the situation.


    [NHK] Radioactive water in No.3 and 4 reactors rises
    The utility company says the water level in the tunnel of the No. 3 reactor rose to 99 centimeters below the surface as of 6 PM on Monday. That passes the level at which TEPCO plans to remove the water, but it has yet to secure storage space.

    The water level in the basement of the No.3 reactor's turbine building also rose by 10 centimeters over 3 days.

    TEPCO says a survey last Thursday found an increase in the density of radioactive substances in the water in the basement of the No. 4 reactor's turbine building.

    The company says the levels of cesium-134 and 137 increased about 250-fold and iodine-131 increased about 12 times compared with one month ago.
    TEPCO says contamination of this level requires them to prioritize the transfer or disposal of the water.
  • engeng April 2011
    @Silene: Wie hier im Forum bereits vermutet wurde müssen die 4 Blöcke über diese Tunnel unterirdisch miteinander verbunden sein. Wahrscheinlich sogar alle 6 Blöcke.
  • SileneSilene April 2011
    @eng aus dem letztgenannten NHK-Artikel
    TEPCO says water used to cool the No. 3 reactor could be leaking into No. 4 as their turbine buildings are connected.
  • engeng April 2011
    Also das mit dem Wasser hat Tepco scheinbar falsch eingeschätzt. Die Tunnel provisorisch voneinader abzusperren ist nicht wirklich ein Problem.
    Was wir hier an Informationen haben sieht es so aus als wenn Tepco sowohl von der Wassermenge als auch von den Orten wo es überall aufgetaucht ist völlig überrascht wurde. Mögliche Folgerung: es ist irgendwo rausgekommen wo Tepco nicht mit gerechnet hat?
  • SileneSilene April 2011
    [Kyodo News] NISA vermutet, dass der RDB von Block 1 undicht ist
    The government's nuclear agency said Tuesday that water may be leaking from the No. 1 reactor container of the crisis-hit Fukushima Daiichi nuclear power plant, and that remote-controlled robots are expected to check the situation inside the reactor building.
    [...[
    ''We are currently examining data, but we think that there is water leakage to some extent,'' Hidehiko Nishiyama, spokesman for the Nuclear and Industrial Safety Agency, told a press conference in the morning.
  • SileneSilene April 2011
    [NHK] TEPCO revises nuclear fuel damage ratios
    Aufgrund inkorrekter Strahlungsmessungen wurde der Schaden am Reaktorbrennstoff von Block 1 angeblich zu hoch geschätzt. Statt 70% defekter Brennstäbe vermutet TEPCO jetzt nur noch 55%.
    In Block 2 und 3 wird erhöht sich der geschätzte Schaden dagegen von 30 auf 35%.
  • SileneSilene April 2011
    [Kyodo News] Increased water injection into No. 1 reactor yields positive signs
    The injection of increased amounts of coolant water into the damaged No. 1 reactor core at the crisis-hit Fukushima Daiichi nuclear plant has yielded positive signs, with both the temperature and pressure inside the reactor vessel falling as expected, the government's nuclear agency said Thursday.
    [...] TEPCO initially planned to increase the amount of water to 14 tons per hour, but decided to keep pouring 10 tons per hour so as not to cause abnormalities.
  • dirkdirk April 2011
    Ähhh.. der Druck fällt???
  • TimTim April 2011
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  • TimTim April 2011
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  • dirkdirk April 2011
    Der Druck ist erst ein wenig gefallen aber auch minimal gestiegen.
    Der Wasserstand ist allerdings gleich geblieben
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  • dirkdirk April 2011
    The water in the basement of the No. 4 reactor building at the Fukushima Daiichi nuclear power plant is now five meters deep following frequent water-spraying with outside equipment to cool its spent fuel pool, the Japan Nuclear and Industrial Agency said Monday.

    The No. 4 reactor was not operating at the time of the March 11 earthquake and tsunami and there were no fuel rods in use, therefore there is no risk of overheating, unlike units Nos. 1-3.

    "Removing water from the No. 4 reactor building is not high on our priority list," said Hidehiko Nishiyama, spokesman and deputy director general of the agency.

    However the spent fuel rods being held in a pool near the top of the unit has been an ongoing concern, prompting officials to pour water through the damaged roof into the pool in order to avoid overheating. The roof was damaged by a hydrogen explosion.

    It was the first time that the agency released the extent of flooding in any of the reactor buildings. The flooding situation in the Nos. 1-3 reactor buildings is not known, Nishiyama said.

    The agency previously disclosed that there is about a meter of water in the basements of reactor Nos. 1-3's turbine buildings.

    Nishiyama also said the basement of the turbine building of the No. 4 reactor also has about a meter of water.

    Copyright © 2011 Dow Jones Newswires
    http://www.foxbusiness.com/industries/2011/04/18/japan-nuclear-agency-reactor-building-4s-basement-filled-meters-water/
  • dirkdirk April 2011
    Laut den Messwerten (30.03.5.Uhr)steigt der Druck(1.205) und Temperatur (131 und 101) im Block 1 wieder.
    Der Wasserstand bleibt aber gleich bzw etwas gesunken , wobei selbst Tepco die Wasserstandsanzeige anzweifelt.
    https://spreadsheets0.google.com/ccc?authkey=CP6ewJkO&hl=ja&key=t5VrTdLDZDbX39YK-iFb0Iw&hl=ja&authkey=CP6ewJkO#gid=0
  • dirkdirk April 2011
    After the pressure inside the Containment Vessel of the Reactor 1 dropped down very, very close to the atmospheric pressure, TEPCO decided to stop the experiment of pumping extra water into the Pressure Vessel of the Reactor 1.
    The idea was to pump extra water into the Pressure Vessel, which then would leak extra water into the Containment Vessel, which then would be filled with water to the level that's high enough to cool the fuels inside the Pressure Vessel.
    For now, the idea of turning the "unintended" water entombment into the "intended" is out.
    Snippets from Asahi Shinbun (9:58PM JST 4/29/2011):
    On April 29 TEPCO reduced the amount of water being injected to the Reactor 1 [Pressure Vessel] from 10 tonnes/hr back to 6 tonnes/hr for the "water entombment" experiment to fill the Containment Vessel with water, because the temperature and the pressure dropped [more than expected]. TEPCO will continue to observe the changes.
    The plan, initially, was to increase the amount of water to 14 tonnes/hr. However, the temperature and the pressure [of the Containment Vessel] dropped more than expected. The temperature of 132 degrees Celsius and the pressure of 1.5 atmospheric pressure before the experiment dropped to 113 degrees Celsius and 1.1 atmospheric pressure at 5:00AM on April 29. The steam inside the Containment Vessel is thought to have turned into water with the injection of cold water, lowering the pressure
    If the pressure drops below 1 atmospheric pressure, the outside air that contains oxygen may get sucked inside the Containment Vessel, and cause a hydrogen explosion. As nitrogen gas is being injected, TEPCO thinks "the concentration of hydrogen is less than 1%, and the risk of explosion is not that high." Still, TEPCO decided to reduce the amount of water back to 6 tonnes/hr at 10:00AM on April 29, 48 hours after the start of the experiment.

    It was good that the temperature dropped, but the pressure drop was the Murphy..

    Here are the precise numbers for the Containment Vessel dry well pressure (from the Plant Parameter sheets from NISA, the latest is linked). It did come awfully close to the atmospheric pressure:

    1 atmospheric pressure = 0.1013 MPa

    April 29 11:00AM: 0.105 MPa
    April 28 5:00AM: 0.125 MPa
    April 27 5:00AM: 0.155 MPa (when the experiment started)

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