Willkommen zum Fukushima-Info- und -Diskussions-Forum des physikBlogs.

Die Zahl der Kommentare auf unsere Fukushima-Beiträge ist jenseits der 1000er Marke. Es wird zu unübersichtlich!
Daher gibt's dieses Forum, bei dem ihr über den Unfall von Fukushima kommentieren könnt, was das Zeug hält!

Zu einer kleinen Einführung, hier entlang.

Ihr seid neu hier? Das physikBlog hat in vier Artikeln den Unfall von Fukushima begleitet. Eine Lektüre, zumindest des Aktuellsten, empfiehlt sich vor dem Mitdiskutieren!

Es sei erwähnt, dass wir bei der Moderation der Kommentare hier weniger streng sind, als im Blog. Ihr seid freier in eurer Themenwahl.

Viel Spaß, André & Andi vom physikBlog.

Beherrschung schwerer Unfälle - Empfehlung vs. Wirklichkeit
  • ungeBILDedungeBILDed April 2011
    aus: http://www.ensi.ch/fileadmin/deutsch/files/FLA-Bericht_Maerz03.pdf
    ====================================================
    "Ebene 4: Beherrschung schwerer Unfälle
    Mit dem oben beschriebenen Sicherheitskonzept der Ebenen 1 bis 3 ist eine weitreichende und
    umfassende Vorsorge gegen das Eintreten von Störfällen, deren anlageninternen Konsequenzen
    und die dadurch verursachte Freisetzung radioaktiver Stoffe getroffen worden. Im Rahmen dieses
    Auslegungskonzepts werden Störfälle durch die Sicherheitssysteme auslegungsgemäss beherrscht,
    und es treten somit keine oder zumindest keine schwerwiegenden Auswirkungen in der Umgebung
    auf.
    Aufgrund von Studien und Betriebserfahrungen ist bekannt, dass auch das Eintreten von Mehrfachfehlern
    in Sicherheitssystemen oder das Versagen mehrerer Rückhaltebarrieren für radioaktive
    Stoffe nicht gezwungenermassen zu einem Unfall mit massiver Freisetzung radioaktiver Stoffe in
    die Umgebung führen muss, da Kernkraftwerke über Sicherheitsreserven verfügen, die das Spektrum
    der beherrschbaren Störfälle über die eigentliche Auslegungsbasis hinaus erstreckt. Es ist das
    Ziel und die Aufgabe einer probabilistischen Sicherheitsanalyse, diese Sicherheitsreserven zu beurteilen
    und diejenigen Grenzen der Anlage aufzuzeigen, bei deren Überschreiten mit schweren Unfällen
    zu rechnen ist. Sie können Schwachstellen in der sicherheitstechnischen Auslegung identifizieren
    und Massnahmen zur Störfallbeherrschung resp. -linderung aufzeigen.
    Bei auslegungsüberschreitenden Unfällen ist es das Ziel, die bereits oben erwähnten wichtigen
    Schutzziele
    - Einschluss der radioaktiven Stoffe
    - Begrenzung der Strahlenexposition
    sicherzustellen.
    Nachfolgend werden einige typische Massnahmen und Mittel aufgezählt, die aufgrund von probabilistischen
    Sicherheitsanalysen sich als sinnvoll für die Beherrschung schwerer Unfälle und zur Linderung
    derer Konsequenzen gezeigt haben.
    - Eine umfassende Anlageninstrumentierung, verknüpft mit einem Datenerfassungs- und Datenauswertungssystem.
    Damit soll sichergestellt werden, dass man jederzeit über den Anlagenzustand
    ausreichend informiert ist.
    - Umfassende Störfall- und Notfallvorschriften, ergänzt durch sogenannte Entscheidungshilfen für
    Accident Management Guidance (SAMG).
    - Vorbereitete technische Massnahmen, wie z.B:
    • Druckentlastung des Reaktordruckbehälters via spezieller Ventile
    • Kernnotkühlung mittels mobiler Pumpen
    • Bespeisung der Dampferzeuger mittels Brunnenwasser, Trink- und Löschwasser (bei Druckwasserreaktoren)
    • Containment-Kühlsysteme zur Dampfkondensierung und zum Druckabbau im Containment
    • Möglichkeit zum Fluten eines geschmolzenen Kerns im Containment
    Überprüfung der Schutzkonzepte der schweizerischen Kernkraftwerke gegen einen vorsätzlichen Flugzeugabsturz 41
    • Gefilterte Druckentlastung des Primärcontainments
    • Wasserstoffbeherrschung im Containment mittels Inertierung, Zünder, passiver Rekombinatoren
    usw.
    Es sei noch darauf hingewiesen, dass dem Betreiber resp. der Betriebsmannschaft einer Kernanlage
    bei der Beherrschung eines schweren Unfalls eine wichtige Rolle zukommt. Es wird deshalb
    heute grosses Gewicht auf eine umfassende Ausbildung auch für die Beherrschung hypothetischer
    Unfälle gelegt und Unfallszenarien werden regelmässig in Übungen durchgespielt. Damit soll nebst
    der Technik auch die Notfallorganisation und das menschliche Verhalten unter aussergewöhnlichen
    Stresssituationen gezielt geübt werden."
    ================================================

    Was davon hat man in Fukushima Daiichi gemacht und was nicht?
    =====================================

    P.S. den Link auf obiges Werk habe ich vom vermutlichen Atom-Jünger auf
    http://oekoreligion.npage.de/get_file.php?id=16625487&vnr=920381




  • dirkdirk April 2011
    Folgendes habe ich in einem anderem Forum gefunden. Man diskutiert dortüber die Explusionen. Man glaubt nicht das es Wasserstoff war. Es ist zwar ein wenig Off Topic, aber ich finde es passt zur Überschrift...:

    "Good question... now add an earthquake that might knock a flat sheet of material into the pool, on top of the cooling racks. That might cut down on convection quite a lot.

    Suppose a single 1x2 m sheet of material, keeping the water stagnant in about 4 vertical meters of pool, near the bottom. That's 8 m^3 of water at about 22 C over boiling. That's about 700 MJ or about 0.17 ton of TNT.

    If you want to try this at home, get a small drinking glass. Put in a few cm of water and a few cm of cooking oil. heat it in the microwave. Nothing happens until BURP and you're cleaning oil off the roof of the microwave and there's not much liquid left in the glass. (Warning - this might blow the door open, scald you, and/or damage the microwave.)

    The energy stored scales as the 4th power of the dimension. A few cm vs. a few meters implies a million times the energy of the microwave demonstration.
  • ReihnoldReihnold April 2011
    Den Eintrag habe ich auch gelesen. Wer sich mal durch >3000 Posts über die Katastrophe kämpfen will, kann das hier tun: http://www.physicsforums.com/showthread.php?t=480200
    Insbesondere wird dort auch versucht zu rekonstruieren, was da genau explodiert ist - die Theorie einer reinen Wasserstoffexplosion bei Block 3 wird z.B. von einigen der dort vertretenen Teilnehmern angezweifelt.
  • engeng April 2011
    Nun ja, wir spekulieren hier alle schon in vielen Bereichen die Ganze Zeit munter drauflos, weil einfach Details fehlen. Für eine genaue Ursachenforschung müsste man vor Ort sein - aber da kann zumindest ich gut drauf verzichten. Da einige Bereiche der Gebäude gar nicht mehr oder nur unter Lebensgefahr zu betreten sind, kann man sogar davon ausgehen das selbst Tepco nicht in allen Einzelheiten die Schadensursachen und den Schadensumfang kennt. Deshalb sind die meisten Analysen von außerhalb nicht mehr als ein Blick in die Glaskugel.
  • TimTim Mai 2011
    > Nuclear plant cooling system manually shut down
    http://www3.nhk.or.jp/daily/english/17_22.html

    The operator of the Fukushima Daiichi nuclear power plant says workers may have manually shut down the No.1 reactor's emergency cooling system in order to prevent damage to the reactor. It says pressure inside the reactor had dropped sharply after the earthquake struck the plant on March 11th.

    Tokyo Electric Power Company on Monday disclosed records of its operations at the plant.

    They show that the reactor automatically halted operations after the earthquake.

    The emergency cooling system was automatically activated but stopped about 10 minutes later and remained off for about 3 hours until after the tsunami arrived.

    TEPCO says plant workers may have manually shut down the cooling system because pressure inside the reactor had dropped sharply from 70 to 45 atmospheres.

    The system is designed to cool the reactor even if all external sources of power are lost, but the move to shut it down temporarily means that it did not fully function.

    TEPCO says the decision may have been made based on a manual to prevent damage to the reactor.

    It says if the system had worked, it may have had more time until the meltdown, so it will investigate developments leading up to the decision to turn it off and whether the move was correct.


  • TimTim Mai 2011
    > Generator trucks proved useless at Fukushima plant
    http://www3.nhk.or.jp/daily/english/17_11.html

    The operator of the stricken Fukushima Daiichi nuclear plant says dozens of power-generating trucks brought to the plant just after the March 11th disaster mostly proved to be useless.

    About 70 generator trucks from the Self-Defense Forces and other entities headed to the plant after the quake knocked out external power and the tsunami disabled the facility's backup generators.

    But plant operator TEPCO says debris strewn across the compound and flooded switchboards hampered the trucks' set up.

    The utility says a switchboard for the No.2 reactor was finally wired to one of the generator trucks about 24 hours after the disaster.
    But moments later, a hydrogen explosion at the neighboring No.1 reactor fried the wiring and cut off the power supply from the truck.

    Another hydrogen explosion 2 days later at the No.3 reactor damaged generator vehicles with chunks of flying concrete.

    Electricity was finally restored to the plant through the regular power grid on March 21st --- 10 days after the quake and tsunami.


    Ma schauen ob es bei diesen Versionen bleibt oder was sich später herausstellen wird.
  • engeng Mai 2011
    Wie bereits ganz am Anfang gesagt: durch den Tsunami sind Stromverteilung und Schaltschränke zerstört worden. Dadurch gab es keine einfache und schnelle Möglichkeit die Stromkabel der Notstromaggregate anzuschließen. Man kann nicht einfach von einem Generator einen Kabel zu einer Pumpe verlegen und dann läuft das Ding. Da ist noch einiges mehr erforderlich.
  • TimTim Mai 2011
    @eng

    But plant operator TEPCO says debris strewn across the compound and flooded switchboards hampered the trucks' set up.

    But moments later, a hydrogen explosion at the neighboring No.1 reactor fried the wiring and cut off the power supply from the truck.

    Another hydrogen explosion 2 days later at the No.3 reactor damaged generator vehicles with chunks of flying concrete.
  • engeng Mai 2011
    Ja, wie gesagt, der provisorische Strom-Anschluss hat durch die Umstände vor Ort leider etwas zu lange gedauert ...
  • clancy688clancy688 Mai 2011
    eng said:

    Ja, wie gesagt, der provisorische Strom-Anschluss hat durch die Umstände vor Ort leider etwas zu lange gedauert ...



    Egal wie schnell der Stromanschluss wieder hergestellt wurde - die Kernschmelze in Einheit 1 wäre wohl nicht zu verhindern gewesen. Es sei denn, man hätte die Trucks auf das Gelände gebeamt.
    Und dann ist es letztendlich auch egal, wie schnell man Einheit 2 oder 3 anschließt - weil die Explosion von Einheit 1 ohnehin alles "gegrillt" hätte, wie es so schön in diesem englischen Artikel beschrieben wurde.
  • TimTim Mai 2011
    Meanwhile, it is becoming increasingly clear that the Japanese government has been privately concerned that tsunamis posed strong threats to nuclear plants, while outwardly suggesting that the Fukushima magnitude-9.0 quake and 15-metre tsunami was "beyond expectations". The Mainichi Times unearthed a December 2010 report from the Japan Nuclear Energy Safety Organisation - a government body - that said:

    >> "Our analysis shows that a tsunami of a certain height - some 7 metres in the absence of a sea wall and some 15 metres if one were present - or higher would have almost a 100 per cent chance of damaging the reactor core."


    The lack of action on such warnings is fuelling the growing notion in Japan that its nuclear power firms and the thicket of regulatory bodies (that often employ the former's retired staff, in a process called amakudari) have too many vested interests to regulate a safety-critical industry effectively. But similar worries are being expressed about the toothless nuclear regulatory situation elsewhere, such as the US.


    http://www.newscientist.com/blogs/shortsharpscience/2011/05/megaquake-took-out-fukushimas.html (mit mehr Links)
  • TimTim Mai 2011
    @eng

    Die NRC berücksichtigt nicht nur die unmittelbaren Schadensmöglichkeiten, sondern auch was im Verlauf schief gehen kann.
    Insofern sind diese Vorkommnisse für sich schon sehr wichtig und werden Konsequenzen nach sich ziehen.

    In Deutschland und Japan wird die Aufsicht das kaum viel anders handhaben.
  • engeng Mai 2011
    @Tim: Hmm, nun ja, was in dem Artikel steht, ist so nicht ganz richtig. Auch wenn wirklich durch das Erdbeben das sogenannte 'primary emergency backup cooling system' (es gibt für dieses System hier im Forum eine eigene Diskussionsrunde) ausgefallen ist, wären normalerweise noch mehr als genügend weitere Kühl- und Notkühlkreisläufe für den Reaktor vorhanden - aber die brauchen eben Strom.
    Man kann natürlich grundsätzlich sagen das Erdbeben ist Schuld an dem Problem, weil durch das Erdbeben auch der Tsunami ausgelöst wurde, aber das trifft nicht den Kern.
  • TimTim Mai 2011
    @eng

    Auf was genau beziehst du dich bitte? Kann dir leider nicht folgen.

    In meiner Hervorhebung geht es um die Schwierigkeiten die "power-generation trucks" im Notfall an das Kraftwerk rechtzeitig ran zu schaffen, sowie um die direkten Auswirkungen der Wasserstoffexplosionen auf diese.
  • engeng Mai 2011
    @Tim: wahrscheinlich meine wir beide das gleiche. Ich bin völlig Deiner Meinung: erst einmal war es schwierig die LKW mit den Generatoren heranzuschaffen. Und noch schwieriger war es die Kabel dann irgendwo anzuschließen, weil die Schaltanlagen teilweise durch den Tsunami zerstört waren. Die Wasserstoffexplosionen kamen natürlich noch erschwerend hinzu.

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