Willkommen zum Fukushima-Info- und -Diskussions-Forum des physikBlogs.

Die Zahl der Kommentare auf unsere Fukushima-Beiträge ist jenseits der 1000er Marke. Es wird zu unübersichtlich!
Daher gibt's dieses Forum, bei dem ihr über den Unfall von Fukushima kommentieren könnt, was das Zeug hält!

Zu einer kleinen Einführung, hier entlang.

Ihr seid neu hier? Das physikBlog hat in vier Artikeln den Unfall von Fukushima begleitet. Eine Lektüre, zumindest des Aktuellsten, empfiehlt sich vor dem Mitdiskutieren!

Es sei erwähnt, dass wir bei der Moderation der Kommentare hier weniger streng sind, als im Blog. Ihr seid freier in eurer Themenwahl.

Viel Spaß, André & Andi vom physikBlog.

Radioaktivität in der Nahrung - Gefährliche Verharmlosung eines ernsten Problems
  • SileneSilene April 2011
    TEPCO dismissed the view that its latest release of contaminated water could pose an immediate risk to health, saying the level of radiation a person would be exposed to by eating seafood caught in nearby waters every day for a year would amount to 0.6 millisievert, which is still lower than the annual exposure limit of 1 millisievert for ordinary people.

    http://english.kyodonews.jp/news/2011/04/85822.html

    Die Fakten: Entlang der Küste von Fukushima und noch 15km weit hinaus aufs Meer misst man derzeit über 3000 Bq/l (Summe I131 + Cs134 + Cs137). In Fischen (Sandaal) hat das MEXT 12500 Bq/kg Caesium festgestellt.

    Auch wenn sich die Radioaktivität noch nicht in allen Meereslebewesen angereichert hat, sollte man auf den Verzehr unbedingt verzichten. Die Äußerungen von TEPCO sind verantwortungslos und nicht zu entschuldigen. Die Firma kennt die Messwerte besser als jeder andere.

    Achtung, jetzt wird es etwas emotional:
    Ich fordere die TEPCO-Vorstandsmitglieder hiermit dazu auf, täglich bis zum Ende der Krise eine große Portion Meeresfrüchte aus unmittelbarer Nähe des Kraftwerks zu genießen. Öffentlich und am besten unter notarieller Aufsicht. Meinetwegen könnten sie das Verfahren auch beschleunigen, indem sie sich einfach 50 kBq Isotopengemisch (natürlich in physiologischer Kochsalzlösung) intravenös injizieren lassen.

    Eine bessere Lösung für alle Beteiligten wäre es allerdings, wenn TEPCO endlich aufhören würde, die Gefahren von Radioaktivität in Nahrungsmitteln zu banalisieren. Äußerungen wie die oben zitierte erfüllen IMHO schon den Tatbestand der vorsätzlichen Körperverletzung.
  • SileneSilene April 2011
    The first catches of fish in nearly 2 weeks off Ibaraki Prefecture have been shipped to Tokyo's Tsukiji market. Fishing in the area had been suspended due to the detection of a radioactive substance exceeding the legal limit.

    Four kinds of fish were shipped to the market on Saturday morning in 40 boxes that had a note attached attesting that they do not contain radioactive substances exceeding the limit.

    http://www3.nhk.or.jp/daily/english/16_10.html

    Analytical results for 76 of the samples of various vegetables, pork, seafood and unprocessed raw milk in nine prefectures (Chiba, Fukushima, Gunma, Ibaraki, Kanagawa, Miyagi, Niigata, Saitama and Yamagata) indicated that I-131, Cs-134 and/or Cs-137 were either not detected or were below the regulation values set by the Japanese authorities. In Fukushima prefecture on 11 April, twenty samples of various vegetables were above the regulation values set by the Japanese authorities for Cs-134/Cs-137, and one sample of seafood (sand lance) and one sample of spinach were above the regulation values set by the Japanese authorities for both I-131 and Cs-134/Cs-137.

    http://www.iaea.org/newscenter/news/2011/fukushima140411.html

    Da nimmt man also 100 Proben von Lebensmitteln aus den Regionen Kantō und Tōhoku (einem Gebiet, dass flächenmäßig einem Drittel Deutschlands entspricht). Darunter auch einige Meeresorganismen (Fische, Muscheln?, Seetang?, Krebse?). Eine minimale Stichprobe. Man misst nur Iod und Caesium. Das sind sicher die bedeutendsten Isotope. Aber was ist mit Schwermetallen? Das Wasser, das durch den Reaktorkern geleitet wird, ist sauerstoffreich und kann beispielsweise Uran gut lösen. Die Brennstäbe sind durch Salzeinwirkung stark korrodiert. Mit hoher Wahrscheinlichkeit sind auch Stoffe ins Wasser gelangt, die unter anderen Umständen nur schwer flüchtig sind.

    Gelöste und feinpartikuläre radioaktive Substanzen können unter Umständen sehr schnell von Mikroorganismen und vom Plankton in die Biomasse eingelagert werden und gelangen so in das marine Nahrungsnetz. Wieviel dieser Substanzen im Lauf der Zeit z.B. in Fischen landet, hängt stark von der Lebensweise (Nahrungsspektrum) der jeweiligen Art ab, vom Alter der Tiere und natürlich auch von der Dauer der Exposition. Man kann nicht einfach 20 Fische testen und dann erklären, dass alle Fänge unbedenklich wären. Das ist einfach unverantwortlich!
  • SamSam April 2011
    Mal abgesehen von den wirtschaftlichen Folgen dieser Katastrophe,
    ist das Thema der Bioakkumulation für uns hier in Europa imho von zentralster Bedeutung.

    Vielen Dank @Silene für Deine Erläuterungen hierzu im Blog (s. # 821 und # 835 in http://www.physikblog.eu/2011/03/21/eine-zusammenfassung-der-probleme-bei-fukushima-i/#comment-19518 ).

    Selsbst wenn man also ganz bewußt auf den Verzehr von Fischen und Meeresfrüchten aus Japan oder gar aus dem Pazifikraum verzichtet, landet am Ende das ganze Gift als Tierfutter in Form von FISCHMEHL in der Nutztierhaltung. Und somit schließlich als Tiererzeugnisse (Wurst, Steaks, Milch, Joghurt, Frühstücksei, Nudeln usw.) auf unseren Tellern.

    Es sei dazugesagt,
    auch in den von der EU zertifizierten und mit dem EU-Biosiegel ausgezeichneten Bio-Betrieben
    ( http://ec.europa.eu/agriculture/organic/files/eu-policy/logo/new_logo_organic_farming_en.jpg
    http://www.bio-siegel.de/fileadmin/corporate/templates/img/wappen.gif )
    darf Fischmehl als Futterzusatz verwendet werden.
    (s. http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96kologische_Landwirtschaft )
  • engeng April 2011
    Bio ist also auch nur Augenwischerei ...

    Und zum Thema Verharmlosung. Ich als dummer Techniker habe aus den ganzen Diskussionen hier und im Blog mitgenommen das es sich bei der radioaktiven Verstrahlung um ein außerordendlich komplexes Thema handelt. Es kann zumindest zum jetztigen Zeitpunkt gar keine verbindliche Aussagen über die Folgen geben.

    Tepco müsste deshalb eigentlich sagen: 'Ihr werdet alle Sterben, die einen früher, die anderen später. Wie viele jeweils davon an den Folgen von Fukushima wissen wir allerdings nicht genau'.
    Wäre das ehrlich genug? Würde uns das jetzt weiterhelfen?
  • SileneSilene April 2011
    TEPCOs Strategie besteht noch immer in Nebelwerferei. Als könnte man einen Schaden abwenden, indem man einfach nicht hinsieht.

    Natürlich wird das Grundproblem (die Freisetzung radioaktiver Isotope in die Umwelt) nicht dadurch gelöst, dass man alle Daten offengelegt und diskutiert. Eine sachliche Auseinandersetzung könnte aber zu einer realistischeren Risikoabschätzung führen. Letztendlich kann man dadurch die Bevölkerung besser schützen und darum geht es doch, oder?

    Hier noch ein schöner englischer Text zum Thema:
    http://e360.yale.edu/feature/radioactivity_in_the_ocean_diluted_but_far_from_harmless/2391/
  • SamSam April 2011
    eng said:



    Bio ist also auch nur Augenwischerei ...



    @eng

    Ich hätte schreiben sollen "....und LEDIGLICH mit dem EU-Biosiegel ausgezeichneten Bio-Betrieben..."

    Es gibt natürlich auch eine ganze Reihe von Zertifizierungsstellen, deren Mindestanfordrungen wesentlich strenger ausgelegt sind und die Bauern daher auf den Einsatz von Fischmehl verzichten müssen (z.B. Bioland, Demeter, Naturland etc.)
    Selbst bei konventionell erzeugten Lebensmitteln gibt es einige, die sich das als Vorgabe
    festlegen, wie z.B. "Landliebe" (zumindest nach eingenen Angaben).

  • TimTim April 2011
    Mein Tschernobyl - Vom Versuch, die Wahrheit über den größten anzunehmenden Unfall herauszufinden - 16.04.2011

    Am 26. April 2011 jährt sich zum 25. Mal die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl. Etwa 400.000 Menschen mussten danach ihre Heimat verlassen. An die 800.000 Liquidatoren wurden eingesetzt, um den Brand zu stoppen, den Sarkophag zu bauen, die Evakuierung durchzuführen, die Kontamination zu bekämpfen. Die meisten von ihnen sind heute schwer krank - genauso wie viele der Evakuierten und der Menschen, die heute noch auf verstrahltem Gebiet leben. Helga Montag war dreimal in den betroffenen Regionen und in der Sperrzone. Eine ganz persönliche Langzeitbeobachtung.

    http://cdn-storage.br.de/mir-live/bw1XsLzS/bLQH/bLOliLioMXZhiKT1/uLoXb69zbX06/MUJIuUOVBwQIb71S/iw11MXTPbXPS/_2rc_K1S/_-9S/_-rc_yvP/110416_1305_radioFeature_Mein-Tschernobyl---Vom-Versuch-die-Wahrheit.mp3
  • TimTim April 2011
    Strahlende Landschaften - Russische Atompolitik 25 Jahre nach Tschernobyl | Weltzeit | Deutschlandradio Kultur (20 Minuten lang)
    http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/weltzeit/1439345/

    Guter Einblick wie die russische Regierung damit umgeht..
  • SileneSilene April 2011
    Verkaufsverbot für kontaminierte Meeresfische (Sandaale)

    The instruction follows a health ministry report that the fish called sand lance caught on Monday near Iwaki city, south of the plant, was found to contain 14,400 becquerels per kilogram of radioactive cesium. That's 29 times the safe limit.
    Ministry testing also found 3,900 becquerels, or twice the limit, of radioactive iodine in the fish.

    http://www3.nhk.or.jp/daily/english/20_18.html
  • SileneSilene April 2011
    Edano: breast milk to be checked for radiation
    Edano told reporters that although radioactive substances were reportedly detected in some samples, the levels were far below safety limits.

    He said there is no need for excessive worry, and that the government instructed the health ministry to carry out the checks to alleviate concerns among breastfeeding mothers.

    Die Weitergabe radioaktiver Substanzen über die Muttermilch ist ein wichtiges Thema. Stillende Mütter sollten deshalb besonders auf ihre Ernährung achten.
  • Welche Werte wurden den da genau gemessen, weil Far below safety limits ist so undefiniert. Gibts da genaue Werte, sonst sieht das ganze eher aus wie ne Quotenmeldung. Vor unserem Kindergarten ist kein Speedlimit aber 50 is far above safety limits, obwohl es erlaubte Speed ist. Zumindest um12 Uhr sollte man deutlich langsamer fahren. Solche Aussagen sind immer so subjektiv und nutzlos.
  • SileneSilene April 2011
    Welche Werte wurden den da genau gemessen, weil Far below safety limits ist so undefiniert. Gibts da genaue Werte, sonst sieht das ganze eher aus wie ne Quotenmeldung.

    @chefin
    Forderst du da etwa transparente Daten? Gut, das unterstütze ich.
  • AndreAndre April 2011
    Kurzer Kommentar am Rande: ich habe ein paar Beiträge in »Die psychologischen Auswirkungen auf die Menschen« ausgelagert.
  • SileneSilene April 2011
    [NHK] Japan's farm officials visit Ukraine

    Eine Kommission der Japanischen Landwirtschaftsbehörde hat die Stadt Narodici in der nördlichen Ukraine besucht, um zu erfahren, wie man radioaktiv belastete Böden weiter landwirtschaftlich nutzen kann.
  • SileneSilene April 2011
    [NHK] Cattle in the restricted zone

    Es herrscht Unklarheit darüber, was mit den Nutztieren im Sperrgebiet geschehen soll. 60% der Milchkühe in den Ställen und 600000 Hühner sind bereits gestorben. Von den 30000 Schweinen in der betroffenen Region haben nur die überlebt, die von Futterautomaten versorgt werden. Den freigelassenen oder auf der Weide stehenden Rindern geht es noch verhältnismäßig gut.
  • SileneSilene April 2011
    [Kyodo News] Gov't to restrict growing rice near crippled nuke plan in Fukushima

    Der Reisanbau soll in der Nachbarschaft des havarierten Kraftwerks eingeschränkt werden.
  • TimTim April 2011
    Was zu bedenken ist, dass die meisten Grenzwerte auf das Jahr hoch gerechnet sind.
    Sprich der Grenzwert bedeutet meist nicht, dass man es darüber nicht mehr aufnehmen darf.
    Sondern wenn man über ein ganzes Jahr hinweg z.B. Wasser in normalen und gleichmäßigen Umfang zu sich nimmt, soll der Grenzwert-(schnitt) nicht überschritten werden.

    Die Grenzwerte gelten anderseits für Erwachsene. Für Kinder und Mütter sieht es wahrscheinlich deutlich anders aus.

    Damit lässt sich auch nachvollziehen, dass im Katastrophenfall diese Grenzwerte hoch gesetzt werden können (mit der Annahme, dass Menschen nur kurzzeitig verstrahlte Nahrungsmittel zu sich nehmen (müssen)).


    Soweit habe ich das zumindest von mehreren Wissenschaftlern jetzt gehört - keine Gewähr auf vollständige Korrektheit für meine Zusammenfassung.
  • AnonymousAnonymous April 2011
    wenn sich jeder Pazifikanrainerstaat das Recht herausnehmen würde, einmalig so ein AKW mit mehreren Reaktoren im Meer zu versenken? Ein beunruhigender Gedanke.
    Soviel zum Handel mit Verschmutzungsrechen
  • SileneSilene April 2011
    [NHK] Radiation detected in Fukushima fish, vegetable
    On Tuesday, 2,600 to 3,200 becquerels per kilogram of radioactive cesium was detected in 2 samples of a fish species called the sand lance caught off Iwaki City. That's 5 to 6 times higher than the permissible level.

    Spinach harvested in Otama Village on Sunday was also found to contain 960 becquerels of cesium.

    510 becquerels of cesium was detected in spinach from Tamura City on Monday.

    Die Städte Otama und Tamura liegen südlich von Fukushima City. Sie befinden sich innerhalb der 30km-Zone, haben aber vergleichsweise wenig Fallout abbekommen. Wie zu erwarten, reichern sich auch hier radioaktive Isotope im Gemüse an.
    Die Caesiumwerte beim Sandaal sind zurückgegangen, das ist schon mal erfreulich. Dass man 15km südlich des Kraftwerks immer noch Fischfang betreibt, finde ich allerdings beunruhigend. Übrigens hat das japanische Gesundheitsministerium zwischen dem 24. und 26. April laut IAEA gerade einmal 39 Nahrungsmittelproben aus acht verschiedenen Präfekturen auf Radioaktivität untersucht. Das ist eine völlig unzureichende Stichprobe. Wenn man das Monitoring nicht deutlich verbessert, darf man Nahrungsmittel aus der Region eigentlich nicht zum Verkauf freigeben. Aber hier wiegen wirtschaftliche Argumente offensichtlich schwerer als die Gesundheit der Bevölkerung.
  • SileneSilene April 2011
    [Kyodo News] Matsumoto, Clinton agree to combat rumors over Japan farm produce
    Japanese Foreign Minister Takeaki Matsumoto and U.S. Secretary of State Hillary Clinton agreed Friday to cooperate to prevent harmful rumors from spreading about Japan's farm produce due to the ongoing nuclear crisis in the country.

    Seriöser wäre es, die Kontamination japanischer Nahrungsmittel erstmal umfassend zu untersuchen, bevor man die "schädlichen Gerüchte" bekämpft.
  • SileneSilene April 2011
    [Kyodo News] Minute amount of radioactive substances found in breast milk of 7
    A minute amount of radioactive substances have been found in breast milk of seven women in a survey covering 23 women in Tokyo and four other prefectures, including Fukushima and its neighboring Ibaraki, the health ministry said Saturday.
    Hm, "winzige Mengen" also, keine sehr konkrete Aussage. Man beachte auch die beeindruckende Stichprobengröße. Ganze 23 Proben, in jeder dritten davon waren Radioisotope nachweisbar.
  • vosteivostei Mai 2011

    Jo, in der Muttermilch, - die Frauen selber waren alle mit 2,2 bis 8 Bq/kg belastet - und 23 sind tatsächlich rekordverdächtig, man hängst sich da richtig rein. :/
    16 stammen aus Tokio, eine aus der 30 km Zone um das Kraftwerk (bis zum 14.3.11) und 6 aus Ibaraki und Chiba.
    http://mdn.mainichi.jp/mdnnews/news/20110501p2g00m0dm011000c.html

  • vosteivostei Mai 2011
    Haltstop! Bis zum 30. März 2011 wurden insgesamt 110.340 Menschen auf radioaktive Kontamination getestet. Am 20. April wurde in der Muttermilch einer Frau in Kashiwa in der Präfektur Chiba eine Iod-131-Konzentration von 36 Bq/kg gemessen. Und jetzt halt das Ergebnis von 23 belasteten Frauen - ich denke mal, dass die Untersuchungen alle vom Ministerium gemacht werden und beide Quellen nur die positv gemessenen erwähnen.
  • SileneSilene Mai 2011
    @vostei
    Danke für den Link! Wo stammt eigentlich die Angabe "Bis zum 30. März 2011 wurden insgesamt 110.340 Menschen auf radioaktive Kontamination getestet" her? Welche Art von Test ist damit gemeint?

    Edit: Ich hab's gefunden.
    In Fukushima Prefecture, up until March 30th, the screening was done to 110,340 people. Among them, 102 people were at the level above the 100,000cpm, but when measured these people again without clothes, etc., the counts decreased to 100,000cpm or below, and there was no case which affects health.
    Das bezieht sich wohl auf die oberflächlichen Scans mit Handgeräten. 100,000 cpm (counts per minute) entsprechen übrigens 1667 Becquerel.
  • SileneSilene Mai 2011
    [NHK] Cesium found in sludge
    Ein Musterbeispiel für die Bioakkumulation radioaktiver Isotope: In Koriyama (ca. 35 km südlich von Fukushima City) ist es in einer Kläranlage zu einer heftigen Anreicherung von radioaktivem Caesium gekommen. Die Werte im Klärschlamm liegen bei 334000 Bq/kg Trockenmasse!

    Vermutlich haben Mikroorganismen in der biologischen Klärstufe der Anlage das Caesium aufgenommen, ganz ähnlich wie ich das auch in natürlichen Lebensräumen (Meeresplankton!) erwarten würde.
    Klärschlamm wird als Brennstoff verwendet, z.B. in Zementwerken, manchmal auch als Dünger. Man versucht noch herauszufinden, wo genau das radioaktiv belastete Material gelandet ist.
  • TimTim Mai 2011
    Mehr Details dazu hier (siehe auch einige gute Comments darunter):
    http://ex-skf.blogspot.com/2011/05/highly-radioactive-sewage-sludge-in.html
  • WalterWalter Mai 2011
    Genauso funktioniert derzeit die Endlagerung:
    "The Solution of Pollution is Dilution"....
    Erstmal abwarten, dann kucken was übrigbleibt und dann ab in die Erde.
    Nach 20-30 Jahren wieder ausgraben, weil es doch nicht so gut war.
    So ein Pech aber auch.
  • SileneSilene Mai 2011
    Aufgrund hoher Radioaktivität wurde gerade die Ausfuhr von Bambussprossen und Kogomi (Farnsprossen) aus Teilen der Präfektur Fukushima gestoppt (Quelle). In den untersuchten Proben, die aus 30-50km Entfernung vom Kraftwerk stammen, wurden 650-770 Bq/kg Caesium nachgewiesen.

    Laut japanischem Gesundheitsministerium wurden zwischen dem 19. März und 3. Mai insgesamt 2461 Lebensmittelproben (aus 18 verschiedenen Präfekturen) untersucht. In 9% der getesteten Proben wurde Radioaktivität nachgewiesen, die über den Grenzwerten lag. Für die Präfektur Fukushima lag die Nachweisquote sogar bei 16%.

    Trotz der begrenzten Stichprobenzahl (wöchentlich nicht einmal 500 Proben) und der erschreckend hohen Zahl von Grenzwertüberschreitungen werden weiterhin Lebensmittel aus Fukushima und den angrenzenden Regionen in Umlauf gebracht. Die kurzzeitig eingeschränkte Vermarktung von Spinat, Kohl und anderen Gemüsesorten wurde 2 Wochen nach dem Erlass wieder aufgenommen.
    (Quellen: IAEA, MHLW)
  • SileneSilene Mai 2011
    Eine Ergänzung zu meinem Posting vom 1. Mai, 23:46:
    Man hat weitere Kläranlagen untersucht und dabei auch an anderen Standorten in der Präfektur Fukushima z.T. heftige Radioaktivität im Klärschlamm festgestellt. Die höchsten Werte für Radiocaesium wurden im Horikawa-machi final treatment center in Fukushima City gemessen: 446000 Bq/kg Trockenmasse!
  • SileneSilene Mai 2011
    [NHK] Radioactive element detected in grass, vegetables
    Weidegrass in Nikko City (Tochigi Prefecture) -> 3480 Bq/kg Radiocaesium
    Weidegrass in Nasushiobara City -> 860-3600 Bq/kg Radiocaesium
    Petersilie aus Ibaraki -> 1110 Bq/kg Radiocaesium

    Außerdem wurden in Teeblättern, die in Kanagawa westlich von Tokyo geerntet wurden, 1120 Bq/kg Radiocaesium festgestellt. (Quelle: MHLW)
  • WalterWalter Mai 2011
    Hast leider Recht, Silene. Wir werden uns aber noch auf höhere Werte einstellen müssen.
    Dauert halt noch 4-6 Wochen.
  • vosteivostei Mai 2011
    Was mir immer noch nicht ganz klar ist, ists, wie das mit der Verkettung in der Nachrungskette genau funzt.
    Es gibt Isotope, die werden verstoffwechselt. Es gibt welche, die werden angereichert, und das Gleiche gilt für Feststoffe. Was davon lässt sich zum Bleistift schlicht abwaschen und vor allem wie lang während der "Produktion" des Nahrungsmittels, was davon hinterher, quasi vom Verbraucher?
    Was vor Ort schnell zum Verbraucher kommt ist klar - ok. (Natürlich nicht Ok)

    Ich komme ja aus der Messhanselfraktion - unterscheide also Messen und analysieren. Ich weiß, dass manche Analysen Zeit brauchen, durchaus nicht unkomplex sind und Geld kosten. Wie muss man sich also diese EU-Vorschriften bei Frischware vorstellen, die man nicht tagelang ins Sperrlager tun kann?
  • SileneSilene Mai 2011
    @vostei
    Was davon lässt sich zum Bleistift schlicht abwaschen und vor allem wie lang während der "Produktion" des Nahrungsmittels, was davon hinterher, quasi vom Verbraucher?
    Wenn sich radioaktive Partikel aus der Luft auf z.B. Gemüse abgesetzt haben, kann man die Kontamination später mehr oder weniger gut durch Abwaschen verringern, ähnlich wie bei Pestizidrückständen.

    Inzwischen dürfte die äußerliche Kontamination der Lebensmittel in Japan nur noch selten das Problem sein. Die Waren, die derzeit und vermutlich auch in Zukunft Probleme machen, haben die radioaktiven Isotope aufgenommen. Das gilt sowohl für Blattgemüse und Bambussprossen, bei denen die Pflanzen das Caesium mit ihren Wurzeln aus dem Boden aufgenommen haben. Aber auch für Fische, die die strahlenden Substanzen bereits aus der Nahrungskette (Algen, Kleinstlebewesen) übernehmen. Das Tückische bei der Untersuchung derartiger Lebensmittel ist übrigens, dass die Proben nicht homogen sind. Die einzelnen Salatköpfe auf einem Feld und erst recht die einzelnen Fische eines Fanges können sich individuell stark in ihren Werten unterscheiden.

    Der Verbraucher kann letztendlich nur wenig tun. Wenn genügend Informationen vorliegen, kann er kontaminierte Lebensmittel meiden. In betroffenen Gebieten Weißrusslands behilft man sich zwar auch damit, z.B. Waldpilze durch langes Kochen und mehrfaches Abgießen des Wassers nachträglich etwas zu "dekontaminieren". Aber ob das wirklich eine Lösung ist? Eine sehr beliebte Form des Selbstbetrugs besteht darin, stark belastete Waren mit wenig belasteten zu verschneiden, um so unter den "Grenzwert" zu kommen. Das ist so, als würde man jedes Glas Schnaps, das man in froher Runde trinkt, mit etwas Wasser verdünnen, damit man nicht so schnell betrunken wird...
  • SileneSilene Mai 2011
    [NHK] Oyster farming resumes in disaster-hit Oh-funato

    Das könnte interessant werden. Zwar liegt Oh-Funato rund 200 km nördlich von Fukushima Daiichi, aber Muscheln sind als filtrierende Organismen recht gute Bioakkumulatoren. Anfang April, als die Caesiumwerte im Meerwasser am höchsten waren, lagen die Messwerte in Muscheln aus Ibaraki bei einem Zehntel des zulässigen "Grenzwertes". Seitdem sind sie weiter gesunken. Trotzdem sind Überraschungen nicht ausgeschlossen. In den nächsten Monaten wird eine neue Generation von Muscheln heranwachsen, die ihr ganzes Leben lang radioaktive Isotope aufnehmen konnte. Spätestens im Herbst dürften auch wieder größere Stofffrachten aus dem Sediment mobilisiert werden. Vielleicht werden dann auch mal die Austern untersucht.

    29.03. Venusmuschel (Meretrix lamarckii) aus Kashima, Chiba:
    I-131 -> 29 Bq/kg
    Cs-134+137 -> 0 Bq/kg

    31.03 Herzmuschel (Venerupis philippinarum) aus Kaneda, Chiba:
    I-131 -> 69-103 Bq/kg
    Cs-134+137 -> 4,1-8,1 Bq/kg

    02.04. Venusmuschel (Meretrix lamarckii) aus Kashima, Ibaraki:
    I-131 -> 30 Bq/kg
    Cs-134+137 -> 19 Bq/kg

    05.04. Körbchenmuschel (Corbicula japonica) aus Hinuma, Ibaraki
    I-131 -> 96 Bq/kg
    Cs-134+137 -> 68 Bq/kg

    18.04 Herzmuschel (Venerupis philippinarum) aus Yokohama, Kanagawa
    (mehr als 300 km von Fukushima Daiichi entfernt):
    I-131 -> 44 Bq/kg
    Cs-134+137 -> 0 Bq/kg

    26.04. Venusmuschel (Meretrix lamarckii) aus Kashima, Ibaraki
    I-131 -> 4 Bq/kg
    Cs-134+137 -> 9 Bq/kg

    26.04. Herzmuschel (Pseudocardium sachalinense) vor Kashima, Ibaraki
    I-131 -> 7 Bq/kg
    Cs-134+137 -> 8 Bq/kg

    27.04. Herzmuschel (Pseudocardium sachalinense) vor Oarai, Ibaraki
    I-131 -> 8 Bq/kg
    Cs-134+137 -> 11 Bq/kg

    28.04. Herzmuschel (Venerupis philippinarum) aus Kaneda, Chiba
    I-131 -> 7,2 Bq/kg
    Cs-134+137 -> 10 Bq/kg

    Die Messwerte stammen übrigens von der japanischen Fischereibehörde (Link).
  • @^Silene
    Wenn man sich auf die leichtwasserlöslichen Isotope Cs und Iod beschränkt, dann hat man nur einen kleinen Ausschnitt der möglichen Kontamination. Wie sieht das mit Sr2+ aus, es hat Ähnlichkeit mit Ca2+ wird entsprechend verstoffwechselt und landet über die Nahrung in den Knochen...

    Mich würde einmal die Fachmeinung interessieren, wie sich die derzeitige Kontamination von Pu im Meer auf den beschränkten Lebensraum in Japan auswirken wird. Das meiste wird al PuO2 anfallen, das nichtwasserlöslich ist und eine hohe Dichte aufweist. Damit wird es nicht weg von der Küste getragen werden.....
  • AnonymousAnonymous Mai 2011
    Die japanischen Behörden publizieren eh nur die Werte die ihnen genehm sind.

    Ein Nahrungsmittelproduzent fand in einem Reisfeld welches 50 km von Fukushima entfernt ist Plutonium in höherer konzentration als ihnen lieb ist.

    Plutonium detected in rice paddy by a food manufacturer more than 50 kms away from Fukushima power plant:

    http://jbpress.ismedia.jp/articles/-/7890?page=2

    また、ある食品メーカーが独自に調査した結果では、福島第一原発から50キロ以上離れた水田の土から、政府 が発表している数値よりケタ違いに高い放射線が検出されたという。

    Additionally, a certain food manufacturing company conducted a survey by themselves. In a rice field is more than 50kms away from the Fukushima power plant, it was found that there was very high radiation that is very different to what the government released.

    (heading)
    原発から50キロ以上離れた田んぼの土から高濃度のプルトニウム

    High density plutonium is in the rice field that was mentioned previously.

    この食品メーカーによると、現時点でその結果を公表するのは影響が大きすぎるため発表は控えているとのこと だが、その田んぼの土からは高い濃度のプルトニウムも検出されたそうだ。

    According to this food manufacturing company, they currently don't announce these results due to the large influence* that this rice field has high concentration of plutonium.

    * Note: It is not mentioned what the influence is but it implies they do not currently release the information as it may have an impact on the media/public.

  • Well, nicht nur Japan sieht das so....

    Auch die WHO will wohl keine Wellen generieren, aber wer zahlt solche Organisationen und für wen arbeiten diese, nach solchen Äusserungen.

    Zitat und Quelle:

    WHO hält jedoch Fukushima-Meßergebnisse unter Verschluss

    Die "Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik" (ZAMG) in Wien, die ebenfalls Zugriff auf die Meßergebnisse der CTBT0 hat, stellte bereits Ende März einen deutlich höheren Austritt von Radioaktivität aus Fukushima fest, als die japanischen Behörden – und gestützt auf deren Angaben die WHO und die IAEA – öffentlich bekannt gaben. Chan erklärte, die WHO würde die CTBTO-Meßdaten "nur veröffentlichen, wenn sie gefährliche Werte anzeigen". Ob das der Fall sei, entscheide sie "allein".

    http://www.taz.de/1/zukunft/umwelt/artikel/1/radioaktive-strahlung-immer-gefaehrlich/
  • http://www3.nhk.or.jp/daily/english/16_03.html

    Nicht ganz so kritisch, da "nur" Seewasser eingedrungen ist und der Umkehrschluss, dass da etwas ausläuft .....

    Der Redakteur kann entscheiden, ob eventuell ein neues Kapitel zu eröffnen ist...
  • vosteivostei Mai 2011
    Da ist ein Wärmetauscher / Kondensator beschädigt. 400t Seewasser im Reaktorkühlkreislauf? Das hieße, dass 400t reguläres Kühlwasser wohin verschwunden sind? Ins Meer, oder?
  • Ich kenne den Bautyp dieses Reaktors nicht, aber wenn es der gleiche ist wie in Fukushima bedeutet das, es gibt eine direkte Verbindung zwischen Reaktor und Meer, was da in welche Richtung geflossen ist, könnten Wasserproben zeigen....
  • vosteivostei Mai 2011
    Der oder die betroffenenen Reaktoren sind jedenfalls dann hinüber, was ihre/dessen evtl. Weiternutzung betrifft.
  • 400t Meerwasser sind so ca. 14 t Salz...

    Nach Wikipedia sind es Siedewasserreaktoren, damit stimmt das mit der direkten Verbindung. Ob wirklich etwas rausgelaufen ist, hängt von den Druckverhältnissen ab.

    Mal sehen, was die Menschen vor Ort entscheiden, und es ist wieder eine Entscheidung zu treffen...... so wie in Tschernobyl und Fukushima. Auf jeden Fall kann man nicht zur Tagesordnung übergehen, das wäre keine gute Idee...
  • SileneSilene Mai 2011
    @hobbyphysiker @vostei
    Hamaoka könnte ein größeres Thema werden. Vielleicht sollten wir diese Diskussion der Übersichtlichkeit halber in einen eigenen Thread auslagern?
  • vosteivostei Mai 2011
    Wäre gut. ^^ Ein Hallo an den Admin?

    (Anmerkung von eng: mitbekommen, eine Auslagerung ist aber leider nicht so ohne weiteres möglich. Jedenfalls für einen Mod nicht.)
  • Where is all that Fukushima radiation going, and why does it matter?

    Es gibt ein Interview mit Marco Kaltofen auf dieser page.

    http://www.fairewinds.com/

    Die Teilchen fliegen aufgrund ihrer Grösse teilweise rund um die Erde und nach seinen Aussagen gibt es einige Isotope, die bereits in USA gemessen werden, und auf Fukushima zurückgehen. Pu spart auch er aus, aber schwere Kerne wie, U und Bi kommen vor. Auch er bemängelt indirekt, daß keine Daten publiziert werden, denn Gefahrensabschätzungen können nicht getätigt werden und das wäre mehr als angebracht. Auch gibt er gegen Ende des Interviews sinnvolle einfache Verhaltensmassregeln mit.
  • AnonymousAnonymous Mai 2011
    Eines oder sogar mehrere dieser Teilchen müssen wohl auch ihren Kopf getroffen haben, werter "Hobbyphsysiker"
  • SileneSilene Mai 2011
    Ist schon wieder Troll-Saison?
  • engeng Mai 2011
    Herr Professor Doktor Otto von und zu Klappsmüller: keine Pauschalaussagen, sondern etwas konkreter bitte, damit hier jeder weiß worum es eigentlich geht.
  • Der gute Marco Kaltofen berichtet über nanoskaläre Partikel mit grosser Reichweite und deren Gefährlichkeit bei Inkorporation.

    Nun das ist nur eine Facette und jeder ist gerne eingeladen diese Arbeit zu lesen, sie berichtet auch über das komplexe Verhalten von Plutoinum in der Umwelt auch in aquatischen Systemen, wobei Wasser das primäre Transportvehikel darstellt.

    Hot Particles haben danach eher eine kleine Reichweite, wobei Corium nach einiger Zeit in erstarrter Form in Staub zerfällt und erosionsartig abgetragen werden kann, das weiss man von Tschernobyl und schon ist man wieder bei Kaltofens Aussagen....

    http://www.zsr.uni-hannover.de/arbeiten/drbising.pdf

    Viel Spaß beim Lesen, eine gute Arbeit nebenbei bemerkt.

    PS:
    @ eng danke, aber man muss nicht jede Bemerkung kommentieren, manche ergeben bereits für sich gesehen eine Aussage...

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