Willkommen zum Fukushima-Info- und -Diskussions-Forum des physikBlogs.

Die Zahl der Kommentare auf unsere Fukushima-Beiträge ist jenseits der 1000er Marke. Es wird zu unübersichtlich!
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Zu einer kleinen Einführung, hier entlang.

Ihr seid neu hier? Das physikBlog hat in vier Artikeln den Unfall von Fukushima begleitet. Eine Lektüre, zumindest des Aktuellsten, empfiehlt sich vor dem Mitdiskutieren!

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Viel Spaß, André & Andi vom physikBlog.

Radioaktivität in der Nahrung - Gefährliche Verharmlosung eines ernsten Problems
  • TimTim Mai 2011
    > Fracas over school lunches / Ibaraki city bans prefecture's food; farmers decry 'unnecessary' move
    http://www.yomiuri.co.jp/dy/national/T110529002455.htm
  • SileneSilene Mai 2011
    Weitere Meldungen über radioaktiv belastete Nahrungsmittel:

    Immer mehr belasteter Tee: Teeblätter aus der Präfektur Ibaraki enthielten am 26.Mai bis zu 810 Bq/kg Radiocaesium, in Blättern aus Shizuoka (südlich von Tokyo) wurden bereits am 9. Mai bis zu 379 Bq/kg gefunden.

    Japanische Pflaumen aus Fukushima (26. Mai) -> Radiocaesium 580 Bq/kg

    Schwarznesseln (Perilla) aus Minamisoma, Fukushima (25. Mai) -> 190 Bq/kg Iod-131 (!)

    Bambussprossen aus Minamisoma, Fukushima (26. Mai) -> 2700 Bq/kg Radiocaesium
    Shiitake-Pilze aus Souma, Fukushima (26. Mai) -> 2700 Bq/kg Radiocaesium

    Quelle: Japanisches Gesundheitsministerium
  • TimTim Mai 2011
    > Fukushima pref. gov't to conduct health checks on all residents
    http://mdn.mainichi.jp/mdnnews/national/archive/news/2011/05/28/20110528p2g00m0dm006000c.html

    FUKUSHIMA (Kyodo) -- The Fukushima prefectural government will launch long-term health checks on its 2 million residents in the wake of the ongoing crisis at the Fukushima Daiichi nuclear power plant, prefectural government officials said.

    The program will cover those who have evacuated outside of Fukushima Prefecture, the officials said.

    ...

    The local government will send questionnaires to residents by mail to ask about their health condition but has yet to set the terms of the health check, the officials said.

    ...

    Separate from the long-term program, the Fukushima prefectural government will conduct detailed health checks, such as blood and urine tests, by the end of June on residents of areas with relatively high-level radiation.

    ...


    Auch einige weitere interessante Details im Artikel.

  • TimTim Mai 2011
    > Authorities struggle to slaughter livestock in exclusion zone around crippled nuke plant
    http://mdn.mainichi.jp/mdnnews/national/archive/news/2011/05/27/20110527p2a00m0na009000c.html

    Etwas bizarrer Artikel (Inhalt).
  • SileneSilene Mai 2011
    Ombudsman slams secrecy over Fukushima contamination
    Following complaints from citizens, the European Ombudsman has opened an investigation into the EU's permitted levels of food contamination following the Fukushima nuclear accident in Japan and their communication to the wider public. Similar complaints are also being heard in France.


    Auszug aus Regulation (EU) No 297/2011 imposing special conditions governing the import of feed and food originating in or consigned from Japan following the accident at the Fukushima nuclear power station:

    "The authorities from Japan also informed the Commission that products that are not allowed to be placed on the Japanese market, are also not allowed to be exported. It becomes now evident that these action levels will be applied in Japan for a longer term. It is therefore appropriate in order to provide consistency between the pre-export controls performed by the Japanese authorities and the controls on the level of radionuclides performed on feed and food originating in or consigned from Japan at the entry into the EU, to apply on a provisional basis the same maximum levels in the EU for radionuclides in feed and food from Japan as the action levels applicable in Japan as long as these are lower than the EU values. [...]

    This Regulation applies for isotopes of strontium the values established in Regulation (Euratom) No 3954/87, since there are no such values laid down in Japan.

    Given that for the time being, there is evidence that feed and food from certain regions from Japan is contaminated by the radionuclides iodine-131, caesium- 134 and caesium 137 and that there is no indication that feed and food originating in or consigned from Japan is contaminated with other radionuclides, it is appropriate to restrict the obligatory controls to iodine-131, caesium- 134 and caesium-137."
  • Wie will man in der EU kontrollieren welche Mengen an Kinder gehen und welche Mengen an Erwachsene?

    Daher die strengeren Werte für die Kids aus der Verordnung in Bq/kg:

    Sr90: max 75
    Summe aller Iod-Isotope: max 100
    Sume aller alpha - Strahler: max 1
    Summe aller Isotope mit HWZ>10 days: max 200
    Von der Regelung ausgenommen sind C14 und Tritium!

    Nun kann man in den Berichten nachsehen, welche Konsequenzen das auf einen potentiellen Export in die EU hätte, auch ohne Sr und alpha-Strahler!
  • SileneSilene Juni 2011
    Nachdem am 26. Mai die ersten radioaktiv belasteten Pflaumen (Ume) in der Präfektur Fukushima entdeckt wurden, hat man am 1. Juni fünfzehn weitere Proben aus Fukushima-City, Date und anderen Städten untersucht. Das Ergebnis: in allen Früchten wurden mindestens 170 Bq/kg Radiocaesium gemessen.
    Drei der Proben lagen deutlich über dem festgelegten "Grenzwert" von 600 Bq/kg, deshalb müssten die Früchte jetzt eigentlich vom Markt genommen werden.
    Quelle: Japanisches Gesundheitsministerium
  • @ Silene

    Wenn ich das richtig verstehe, dann sollten die Cs-Werte mit den normalen Kaliumwerten gehen.

    Spinat hat aber rund fünfmal soviel Kalium wie die Pflaume.

    Wann hat der Spinat seine Wachstumsphase und wie sieht das mit den Pflaumen aus?
  • SileneSilene Juni 2011
    Tja, ganz so einfach scheint das alles nicht zu sein. Bei Steinobst wird vermutlich nur das weiche Fruchtfleisch gemessen, bei Spinat dagegen die kompletten Blätter. Je nach Gewebe kann da unterschiedlich viel K bzw. Cs drin stecken.

    Hier übrigens eine Quelle zur Belastung von Obst in D nach Tschernobyl:
    http://www.gesundheitsamt.de/alle/umwelt/physik/strahl/ion/ra/tsch/12.htm

    Auch interessant: Blütenhonig scheint ein recht sensibler Anzeiger für Cs-137 zu sein!
  • MatthiasMatthias Juni 2011
    @Silene
    Sehr interessant, die Messungen in D., vielen Dank.
    Aber woher kommen nur die max. 679 Bq/kg beim Wildschwein 2005?
  • Nun ja,

    die Kaliumgehalte von:

    Spinat, Avocados, Banane, Honigmelone, Johannisbeeren, Tomate, Aprikosen, Pflaumen sind nicht zu unterschätzen. Honigtauhonig passt da auch gut dazu mit ca. 45mg/100g.

    @ Matthias
    Das Wildschwein ernährt sich halt entsprechend und Pilze sind nachwievor belastet, mal in Bayern nachsehen!
  • vosteivostei Juni 2011
    Die Schweinchen in den Tiefen des bajuwarischen wilden Osten?
    Sie wühlen. Sie fressen alles. Auch Pilze. Die Böden und Myzele der Pilze sind nach wie vor belastet. Halbwert 30 Jahre, wird also noch ne Weile so sein. Hirsch und Co hat es besser, die fressen überirdisch... so ungefähr halt.
  • TimTim Juni 2011
    > #Radiation in Japan: 2 Drugs to Help Expel Plutonium from Body to Be Approved in July
    http://ex-skf.blogspot.com/2011/06/radiation-in-japan-2-drugs-to-help.html

    + Comments and links.
  • TimTim Juni 2011
    Gibt auch wieder aufschlussreiche Kommentare von Robbie001 zu:

    > #Radioactive Strontium from Soil Within 10 Kilometers of #Fukushima I Nuke Plant
    http://ex-skf.blogspot.com/2011/05/radioactive-strontium-from-soil-within.html
  • SileneSilene Juni 2011
    @ Matthias
    Bei Wildschweinen geistern noch ganz andere Werte durch die Presse, für die es auch amtliche Belege gibt:
    "Noch immer ist die Kontamination von Wildfleisch mit Rückständen von Radionukliden deutlich messbar. In Baden-Württemberg reicht die Belastung mit Radiocäsium von nicht belastet (<0.2 Bq/kg) bis über 5000 Bq/kg bei Wildschweinefleisch. Die CVUA Stuttgart vermeldete 2008 gar Werte bis 8400 Bq/kg (Wildschwein aus dem Kreis Biberach / Jahresbericht 2008 CVUA Stuttgart, s. 109-110, Jahresbericht 2005 CVUA Freiburg s. 118)."
    Wie hobbyphysiker und vostei schon sagten, befindet sich Cs-137 noch immer in den oberen Bodenschichten und wird dort von Pflanzenwurzeln und Pilzmycelen gut aufgenommen bzw. gespeichert. Wildschweine nehmen das Isotop deshalb in besonders hohen Konzentrationen mit der Nahrung auf.
  • SileneSilene Juni 2011
    Die radioaktive Belastung der Lebewesen in den Flüssen und vor der Küste von Fukushima steigt weiter an.
    In einem Fluss bei Minamisoma (ca. 20km nördlich von Daiichi) wurde am 26. Mai in Fischen (Ayu) ein Radiocaesiumwert von 2900 Bq/kg gemessen. Im Meer vor Iwaki (30km südlich des Kraftwerks) sind die Radiocaesium-Aktivitäten von Muscheln und Seeigeln am 28. Mai auf Werte um 1000 Bq/kg geklettert.
    Quelle: Japanisches Gesundheitsministerium
  • @ Silene

    http://www.mhlw.go.jp/english/topics/2011eq/dl/02June2011.pdf

    Warum gibt man manchmal nur das 134Cs Isotop an? Das 137Cs liegt aber immer in der gleichen Grössenordnung wie das 134 Cs?
  • SileneSilene Juni 2011
    @ hobbyphysiker
    Die Tabellenformatierung ist etwas missverständlich. Wenn Cs-134 und Cs-137 nicht separat aufgeführt werden, ist der Summenwert der beiden Isotope gemeint. In diesem Fall sind die entsprechenden Tabellenspalten miteinander vereinigt.
  • @ Silene
    Danke, okay macht Sinn.
  • TimTim Juni 2011
    Vielleicht was für dich Silene:

    > EPA Radiogenic Cancer Risk Models and Projections for the U.S. Population
    > April 2011
    > U.S. Environmental Protection Agency (EPA)
    http://is.gd/zcK7Zh

    174 Seiten PDF
  • TimTim Juni 2011
    > Govt to test vegetable radioactivity / Data on cesium absorption from soil aimed to help Fukushima farmers
    http://www.yomiuri.co.jp/dy/national/T110607005323.htm
  • AnonymousAnonymous Juni 2011
    Wäre mal interessant, welche Werte unbedenklich sind für Kraftfutter/Tiermehl/Fischmehl, die dann ja auch erxportiert werden oder in Aqua-Farmen eingesetzt
    werden dürfen...
  • SileneSilene Juni 2011
    [NHK] Cesium detected in Shizuoka tea
    Radioactive cesium exceeding the legal limit was detected in tea made in a factory in Shizuoka City, more than 300 kilometers away from the Fukushima Daiichi nuclear power plant. Shizuoka Prefecture is one of the most famous tea producing areas in Japan.
  • SileneSilene Juni 2011
    [Kyodo News] Retailer told to stay mum about radiation level in tea
    A prefectural official told [Tokyo-based mail order retailer] Radishbo-ya Co., after the retailer made a query to the local government Monday, not to disclose the finding for a while on fears that the message could cause unwarranted harm to Shizuoka tea growers, adding that the prefecture would confirm it on its own, the firm said.
  • TimTim Juni 2011
    Eine Karte mit den Aktivitätsfunden bei Tee wäre interessant um die geographische Ausbreitung besser zu verstehen.
  • SileneSilene Juni 2011
    Die einzelnen Funde sind unter "Levels of radioactive contaminants in foods tested in respective prefectures" beim MHLW zu verzeichnet, allerdings muss man sich die Daten aus mehreren Tabellen zusammensuchen. Das betroffene Gebiet reicht von der Region Kantō bis nach Tōkai (Yamanashi, Shizuoka).

    image

    Hinweis für Teetrinker: Wie sicher ist japanischer Grüntee jetzt?
  • TimTim Juni 2011
    Danke Silene!
  • @ Silene

    Danke auch von meiner Seite, damit ist grüner Tee endgültig von meiner Liste gestrichen.
  • TimTim Juni 2011
    Wieso das hobbyphysiker? Beim Teepapst gibt es doch genaue Informationen über die Herkunft (Link von Silene).
  • AnonymousAnonymous Juni 2011
    Silene schreibt:

    Das Ergebnis: in allen Früchten wurden mindestens 170 Bq/kg Radiocaesium gemessen.


    Lebensmittel-Grenzwerte für Cäsium-134 und Cäsium-137 in der EU: 600 Becquerel/Kilogramm

    Anzahl der Lebensmittelproben in der zitierten japanischen Stichprobe: 76
    Grenzwertüberschreitungen in dieser Stichprobe laut EU-Normen: 3 mal (sehr geringfügig) d.h. keine Werte in 73 Lebensmitteln gefunden. (ND = not detected)


    ...Muscheln und Seeigeln aus Flüssen bei Minamisoma am 28. Mai auf Werte um 1000 Bq/kg geklettert.


    Bekanntlich ernährt sich Japan nahezu ausschliesslich aus Muscheln und Seeigeln aus Flüssen bei Minamisoma. Aber es wird noch schlimmer: dies entspricht dem zulässigen Grenzwert für deutsche Lebensmittel. Diese Nacht werde ich wohl nicht überleben. Aber wahrscheinlich bin ich sowieso schon tot und habe es bisher noch nicht realisiert.


    Date city official Government data of the three hot spots showed an estimated radiation level between 20.1 to 20.8 millisieverts per year.


    Gemäss der LNT-Theorie (linear-non-treshold theory) würden bei 20 milliSievert/a in einem Zeitraum von 20 bis 50 Jahren (wg. der jahrzehntelangen Inkubationszeiten von Krebserkrankungen) eine von 1000 Personen zusätzlich an Krebs erkranken. Von diesen 1000 Personen werden laut Statistik allerdings 200 bis 250 Personen unabhängig davon sowieso an Krebs erkranken. Und 100 Personen werden daran sterben.

    Das ganze allerdings nur unter der Annahme, dass sich die Bewohner ständig an diesem Ort aufhielten und sich 8760 Stunden im Jahr ungeschützt im Freien aufhielten. So ist das halt mit Statistiken. Und gemäss der Hormesis-Theorie wäre aufgrund der eintretenden Stimulation des Immunsystems ein solche Menge Radioaktivität der reinste Jungbrunnen für die menschliche Gesundheit. Und wer das nicht glaubt kann ja mal versuchen den entsprechenden Kurorten die Werbung für Radon-Kuren zu verbieten.
  • AnonymousAnonymous Juni 2011
    Korrektur
    > d.h. keine Überschreitungen der EU-Werte in 73 Lebensmitteln gefunden. (ND = not detected)
  • AnonymousAnonymous Juni 2011
    Der Punkt ist erreicht ob Meinungen befürwortet oder Entscheidungen getroffen werden sollten.
  • SileneSilene Juni 2011
    @ Cendrillon
    Den Grenzwert von 600 Bq/kg für die Caesium-Gesamtbelastung von Lebensmitteln gibt es erst seit 1986. Damals wurden die Grenzwerte "vorübergehend" erhöht, um den wirtschaftlichen Schaden aus der Tschernobyl-Katastrophe zu mindern.

    Zuvor galt die ziemlich vernünftige Strahlenschutzverordnung von 1976:
    Nahrung für Erwachsene sollte mit höchstens 30 bis 50 Bq/kg und für Kinder, stillende und schwangere Frauen mit höchstens 10 bis 20 Bq/kg belastet sein.
    Dabei wurde von 1 % Strontium-90 bezogen auf den Aktivitätsgehalt an Cäsium-137 in Nahrungsmitteln ausgegangen. Wegen Unsicherheiten bei den Bewertungsgrundlagen wird für Kindernahrung jedoch meist nur ein Höchstwert von 5 Bq/kg Cäsium-Gesamtaktivität empfohlen.
    Quelle: Umweltinstitut München e.V.

  • SileneSilene Juni 2011
    [NHK] Contaminated tea found at 5 more plants
    Radioactive cesium exceeding Japan's legal limit has again been detected in processed tea from Shizuoka City, more than 300 kilometers from the Fukushima Daiichi nuclear power plant.

    Shizuoka Prefecture said on Tuesday that it detected about 580 to 650 becquerels of radioactive cesium per kilogram in the processed tea from 5 out of 20 factories in Shizuoka City. The legal limit is 500 becquerels.

    Prefectural officials have asked the 5 plants to refrain from shipping their products and to conduct voluntary recalls. Shizuoka Prefecture is one of Japan's leading tea-producing areas.
  • AnonymousAnonymous Juni 2011
    Mal in eine ganz andere Richtung gedacht... :

    So wie es aussieht akkumulieren z.B. Muscheln die Radioaktivität aus dem Meer.
    Warum denkt keiner in die Richtung, z.B. Muscheln oder anderes Meeresgetier zur Reinigung des Meeres zu benutzen? Sprich: Anzüchtung einer Species die schnelle Generationswechsel mit vielen Nachkommen hat, "Filterung" des Meeres durch diese Tiere und dann "Entsorgung" auf einem Altersruhesitz in einem See o.ä. in dem eh schon verstrahlten Gebiet um Fukushima,in dem sie weiterleben können?

    Ich weiß, das klingt nicht besonders tierfreundlich, aber ich mag Tiere ;)
  • SileneSilene Juni 2011
    Um auch nur ein Terabecquerel Radioaktivität aus dem Meer zu entfernen, müsste man weit über eine Million Tonnen Muscheln (oder was auch immer) heranzüchten, ernten und entsorgen.
    Zum Vergleich: In Europa werden jährlich etwa 150.000 Tonnen Austern und 500.000 Tonnen Miesmuscheln geerntet.
  • AnonymousAnonymous Juni 2011
    Hast du eine Zeitangabe in welchem Zeitraum das passiert? Wie lange würde man dann mit deiner Menge für ein Terabecquerel brauchen? Akkumulieren Algen mehr oder weniger als Muscheln?
  • SileneSilene Juni 2011
    @ Kürsche: Das hängt alles sehr von den Rahmenbedingungen ab. Lebewesen saugen radioaktive Isotope ja nicht auf wie ein Schwamm. Sie nehmen sie zusammen mit anderen Substanzen auf, verstoffwechseln sie und scheiden sie auch wieder aus (je nach Isotop mehr oder weniger stark).

    Gehen wir mal von einem filtrierenden Lebewesen aus, das in einem Lebensraum vorkommt, wo Caesium und Strontium in höherer Konzentration vorkommt, also z.B. nahe am Meeresboden. Je nach Größe und Stoffwechselaktivität wird es innerhalb von Wochen, Monaten oder sogar Jahren eine maximale Anreicherung der Isotope im Gewebe erfahren. Handelt es sich um eine Muschel, wird sie das Strontium vielleicht auch dauerhaft in ihrer Schale einbauen.

    Meine Pi-Daumen-Rechnung von oben bezieht sich auf die Werte, die ich bei der japanischen Fischereibehörde gefunden habe. Demnach findet man vor der Küste Fukushimas (Iwaki) in Muscheln, Seeigeln, Whitebait (=Anchovis) und sogar bei einigen Tiefseefischen Radiocaesiumaktivitäten um tausend Becquerel pro Kilogramm. Die Aktivitäten im Wasser liegen dort nach Angaben von TEPCO und dem MEXT bereits unter der Nachweisgrenze. Im Grunde genommen müsste man den Fischern dort also nur die Fänge abkaufen. Da würde man auch der regionalen Wirtschaft was gutes tun. Ganz ähnlich wie in Bayern, wo der Freistaat den Jägern die caesiumbelasteten Wildschweine abkauft. Aber was dann? Wohin mit der ganzen Biomasse?
  • AnonymousAnonymous Juni 2011
    Naja, ganz pragmatisch betrachtet wurde ja irgendwo schon mal darüber nachgedacht, aus der Gegend um Fukushima ein Endlager zu machen.

    Das brachte mich ja auf die Idee mit dem "tierfreundlich" bezeichneten "Altersruhesitz" in einem See in Fukushima. Zugegebenermaßen bei den Mengen, die gebraucht würden, nicht realisierbar.

    Bei Algen hätte man entsorgungstechnisch ja ein ähnliches Problem.
    Aber dass hier so oder so eine riesige Menge radioaktiven Mülls entsteht, der entsorgt werden muss, steht ja so oder so im Raum.

    Das wäre ein super Forschungsauftrag für die Biologen. Effiziente Filterung von Radioaktivität z.B. aus dem Meer auf ökologischem Wege...aber ich schweife ab.
  • SileneSilene Juni 2011
    Abgesehen von den Kosten, der geringen Effizienz und dem Problem der Endlagerung hat die Sache noch einen weiteren Haken: Der Pazifik ist ein offenes System.

    Im Gegensatz zur biologischen Entgiftung eines Industriegeländes oder Ackers wird man hier kaum nachweisbare lokale Effekte erzielen können. Die Isotope werden ja in gelöster Form von den Meeresströmungen hin und her transportiert und wandern auch innerhalb der Nahrungskette herum. Ich vermute, dass jeder Sturm und jede Planktonblüte die Werte stärker beeinflusst, als das durch das Abernten von Muscheln oder Seetang möglich wäre.
  • SileneSilene Juni 2011
    Es ist verblüffend, wie weit das radioaktive Caesium gekommen ist. Sogar in Shinshiro (Präfektur Aichi), mehr als 400 km vom Kraftwerk entfernt, wurde jetzt bedenklich belastete Teeblätter (360 Bq/kg) gefunden.
    Quelle: MHLW
  • @ Silene

    Auch wenn alle Meldungen zusammen gesehen nicht gut sind und auch nachhaltig schädigend wirken, so ist das wesentliche Potential noch vor Ort und schlimm wird es, wenn es ausläuft......

    Mich würde ganz ehrlich viel mehr interessieren, wieviel Sr mittlerweile über die Nahrungskette zurückkommt, das ist deutlich heftiger einzustufen!
  • SileneSilene Juni 2011
    Über Strontium im Meeressediment und in Fischen wurde bisher nicht viel gesagt. Was Strontium in Landpflanzen und im Boden außerhalb 20km-Zone angeht, kann ich mich jetzt auch nur an ein einziges Dokument des MEXT erinnern. In diesem Datensatz liegt Strontium gut drei Größenordnungen unter Caesium, was halbwegs beruhigend ist.
  • MechthildMechthild Juni 2011
    Haken: Der Pazifik ist ein offenes System...Die Isotope werden ja in gelöster Form von den Meeresströmungen hin und her transportiert und wandern auch innerhalb der Nahrungskette herum.
    Völlig losgelöst mit der Japan-Island Connection Da wünscht man sich, auch die leichteren Nuklide mögen ins Sediment absacken statt in schwimmende Transportvehikel einzusteigen.
  • SileneSilene Juni 2011
    [Kyodo News] Cesium found in green tea from Shizuoka at French airport
    The French government has decided to dispose of green tea shipped from Japan's Shizuoka Prefecture after detecting radioactive cesium above the European Union's limit at Charles de Gaulle airport, its official said Friday.
    It is the first item to have surpassed the EU limit of 500 becquerels per kilogram in food imported from Japan since the nuclear crisis erupted March 11 at the Fukushima Daiichi power plant, with 1,038 becquerels per kg measured in the 162 kg green tea, they said.
  • @ Silene

    Das ist genau das Problem, man hat das einfach nicht unter Kontrolle in Japan und es wird auch nicht gehen. Ob die Grenzen überall so dicht sind wie in Paris CDG ist noch eine ganz andere Frage........

    Deswegen habe ich grünen Tee von meiner Liste gestrichen!
  • stephan_kstephan_k Juni 2011
    @Mechthild

    Da scheint ja die Strömung ziemlich ungünstig zu sein- von Japan bis Grönland als warmer Oberflächenstrom, immer in der Nähe der Landmassen. Ich schätze mal, dieses Thema wird die Medien in den nächsten Monaten ausgiebig beschäftigen.
  • @ stephan @ mechthild

    Die meisten Isotope werden sedimentieren und sich nur langsam im Meer verdünnen. Damit wird sich viel in der lokalen Nahrungskette wiederfinden.

    Wenn Japan seine Exporte unter Kontrolle halten kann, dann wird nicht sehr viel in der Presse erscheinen vermute ich einmal..........

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