Willkommen zum Fukushima-Info- und -Diskussions-Forum des physikBlogs.

Die Zahl der Kommentare auf unsere Fukushima-Beiträge ist jenseits der 1000er Marke. Es wird zu unübersichtlich!
Daher gibt's dieses Forum, bei dem ihr über den Unfall von Fukushima kommentieren könnt, was das Zeug hält!

Zu einer kleinen Einführung, hier entlang.

Ihr seid neu hier? Das physikBlog hat in vier Artikeln den Unfall von Fukushima begleitet. Eine Lektüre, zumindest des Aktuellsten, empfiehlt sich vor dem Mitdiskutieren!

Es sei erwähnt, dass wir bei der Moderation der Kommentare hier weniger streng sind, als im Blog. Ihr seid freier in eurer Themenwahl.

Viel Spaß, André & Andi vom physikBlog.

Radioaktivität in der Nahrung - Gefährliche Verharmlosung eines ernsten Problems
  • SileneSilene Juni 2011
    [NHK] Rice planted for radiation testing in Iitate
    A government-affiliated research center on Monday planted rice in Iitate Village, where all agricultural products are under restricted cultivation. The village is located about 40 kilometers northwest of the plant.

    An average of 2,600 becquerels of radioactive cesium per kilogram of soil was detected in the rice paddy at 15 centimeters depth. The level is below the government's upper limit of 5,000 for rice paddies. Before contaminated surface soil was removed, the cesium level was four times higher.

    The government will harvest rice from the paddy in October and then conduct tests for radioactive contamination.

    All residents in Iitate have been asked to evacuate.

    Removing radioactive substances from rice paddies and vegetable fields is an urgent task needed to reconstruct the village.
  • SileneSilene Juni 2011
    [Asahi Shimbun] Abnormal patterns on clam shells a sign of stress from tsunami
    Abnormal shell patterns have been found on clams off the coast of Fukushima Prefecture since the tsunami radically changed their habitat, according to research team led by Kenji Okoshi, a professor of environmental dynamic analysis at Toho University.

    Okoshi's team studied the density of clams in their habitats and other changes in May at Matsukawaura bay and inlets in Soma, Fukushima Prefecture. These areas are noted for their clam cultivation. [...]

    Okoshi added, "This phenomenon itself won't necessarily affect the taste and quality of the clams."
    Keine gute Idee, Muscheln zu essen, die vor der Küste von Fukushima gesammelt wurden. Ganz egal wie gut sie schmecken.
  • AnonymousAnonymous Juni 2011
    Eine Frage, die mich schon lange beschäftigt:

    Wir (Deutschland) importieren nur wenige Lebensmittel aus Japan. Das ist bekannt. Zu Beginn der Krise wurden die Belastungs-Grenzwerte für Lebensmittel von der Regierung auf mehr als Japan-Grenzen erhöht, dann aufgrund des "Gegenwindes" zumindest auf die Limits von Japan wieder heruntergesetzt.

    Als die ersten Schiffe aus Japan ankamen, wurde gesagt, dass die (angeblich geringe) Anzahl von Schiffen aus Japan nur STICHPROBENARTIG überprüft wird. Dann wurden folgende Aussagen öffentlich: In anderen Häfen würden ja auch Kontrollen gemacht, und die eventuelle Radioaktivität würde ja auf dem Weg hierher verdünnt usw.

    Ich frage mich jetzt immer mehr, wieviele Schiffe mit mehr oder weniger radioaktiver Ware wohl mittlerweile "durchgerutscht" sind. Ich vermisse die Bemühungen der Regierung, die eigene Bevölkerung tatsächlich vor den Folgen des Reaktorunglücks zu bewahren. Das klingt für mich alles sehr halbherzig.


    Wenn eh schon wenige Schiffe kommen, warum werden die dann nicht ALLE kontrolliert? Angeblich werden sie schon in Japan von den Japanern kontrolliert, aber hat Japan nicht das Interesse seine Waren loszuwerden, um zumindest Teile der Wirtschaft noch aufrecht zu erhalten?

    Warum ist eine Belastung von 499 Bq/kg vertretbar, 501 Bq/kg aber nicht? Mal abgesehen davon, dass Grenzwerte immer einen Schwellenwert darstellen, erscheint mir das in diesem Fall ebenso halbherzig. Belastung ist Belastung und wir würden nicht verhungern, wenn wir ALLE auch nur geringfügig belasteten LM aus Japan verweigern würden. So schleppt man sich doch die Spätfolgen des Reaktorunfalls auch noch freiwillig ein. Mal davon abgesehen, dass man unter Umständen in der nächsten Zeit auch an Nicht-Lebensmitteln (Autos, Elektronik) ebenfalls unnormale Radioaktivität messen kann.

    Was meint ihr?
  • MitleserMitleser Juni 2011
    Die Vermeidung von japanischen Lebesmitteln ist für uns sicher eine einfache Übung. Ich glaube nicht, dass ich überhaupt je japanische Lebensmittel verzehrt habe. Von Grüntee mal abgesehen, den ich gern trinke und über einen spezialisierten Importeur in Deutschland beziehe. Das würde ich gern auch zukünftig tun, schon aus Solidarität mit den Landwirten, die von der Krise arg gebeutelt werden. Da die Japaner aber nicht systematisch untersuchen, stattdessen vertuschen, die Mischung von Charge zulassen etc., werde ich das zukünftig unterlassen.

    Zum Thema Grenzwert: Irgendwo muss man einen amtlichen Grenzwert halt ziehen, es wird immer Werte geben, die knapp drüber oder drunter liegen.
  • AnonymousAnonymous Juni 2011
    Vielleicht habe ich das etwas schwammig ausgedrückt.

    Wie gesagt, dass Grenzwerte Schwellenwerte sind ist mir klar,
    aber warum überhaupt Lebensmittel MIT UNNORMALER Belastung aus Japan zulassen?

    Wir sind hier nicht in Japan, BEIDES (499 oder 501 Bq/kg) ist unnötig hoch. Traurig, dass wir das unserem Körper zumuten sollen, obwohl wir glücklicherweise dieses Mal im Gegensatz zu Tschernobyl ja nicht so direkt betroffen sind (bisher). Die alten Grenzwerte hätten auch ausgereicht, oder nicht? Warum ist jetzt auf einmal eine höhere Belastung genau so "gesund" wie die niedrigeren Werte vor Fukushima?


    Und wenn ich mich mal im Freundes- und Verwandtschaftskreis umhöre, dann wissen die meisten nicht mal, auf welches Fanggebiet sie in der nächsten Zeit bei Fisch verzichten sollten... Im Grunde gehts uns hier doch nicht viel anders als den Japanern, nur dass wir den Kram nicht direkt vor der Tür haben und damit die Gefahr nicht so hoch ist.
    Aber veräppelt werden wir doch irgendwie alle...
  • SileneSilene Juni 2011
    Tja, wenn man (wieder) vernünftige Grenzwerte einführen würde, könnten die Verbraucher vielleicht darauf aufmerksam werden, dass Sellafield, Tschernobyl und La Hague auch bei europäischen Nahrungsmitteln bleibende Spuren hinterlassen haben. Damit meine ich nicht nur Caesium in Pilzen und Wildschweinen.

    Wer hat beispielsweise davon gehört, dass irische und norwegische Hummer ein Technetium-99-Problem haben? Sowas kann einem doch die ganze Konsumfreude verderben...

    Quellen:
    Differences in technetium-99 accumulation and distribution between organs in male and female lobsters collected from Norwegian coastal waters
    National Food Residue Database (Ireland)

    (Technetium-99 ist ein Betastrahler mit einer Halbwertszeit von 211000 Jahren!)
  • engeng Juni 2011
    @Silene
    Ist mir völlig egal, ich esse keinen Hummer - Thunfisch, ja, das wäre ein Problem ...
    Spaß beiseite.
    Was sind vernünftige Grenzwerte? Nach welchen Kriterien könnten diese festgelegt werden? Mir fehlt da der Ansatzpunkt.
  • SileneSilene Juni 2011
    Die Problematik ist ganz ähnlich gelagert wie bei der Beurteilung der gesundheitlichen Wirkung von chemischen Zusätzen in Lebensmitteln. Das ist nichts, was Politiker am grünen Tisch entscheiden sollten.
  • AnonymousAnonymous Juni 2011
    Genau... was sind vernünftige Grenzwerte... eine berechtigte Frage!
    Sehr wahrscheinlich geht das gegen 0 Bc/kg ;)

    Im Ernst:
    Vielleicht hätten wir da in der Tat ein Problem mit unserer Versorgung, wenn die Grenzwerte tatsächlich vernünftig wären. Aber Grenzwerte je nach Ausgangslage zu verschieben und damit die Grenze "Gesundheitsschädlich" den Erfordernissen anzupassen ist doch lachhaft. Wer kann sowas noch ernst nehmen? Also ich nicht!

    Dass wir ohnehin noch einiges an Belastung in der Nahrung haben kann man sich ja denken, wenn man sich alleine schon mal die normale Ortsdosisleistung anschaut, der wir in Deutschland in unterschiedlichem Maße ausgesetzt sind. Da muss man doch nicht noch einen draufsetzen durch Erhöhung der Grenzwerte. Aber es ist ja so einfach, wenn sich nur noch wenige Leute für dieses Thema interessieren.

    Mich würde mal interessieren, wie hoch unsere Milch aktuell belastet ist. Dass das Ergenbis bei 0 liegt ist kaum vorstellbar, oder? Es gibt viele krebskranke Kinder, die diese Milch trinken und brauchen, das ist nicht gerade förderlich für die Genesung (sorry, bei dem Thema werde ich echt emotional)

    @Silene:
    Danke für den Link, damit erklärt sich für mich auch, warum die Norweger und die Finnen ihre Radioaktivitätsbestimmungen für so viele Isotope durchführen (siehe meine Posts in der Linksammlung)

  • AnonymousAnonymous Juni 2011
    Sorry... Bq/kg natürlich
  • dschroedschroe Juni 2011
    Auch auf die Gefahr hin, mich hier unbeliebt zu machen:

    Eine Diskussion über Grenzwerte der Strahlenbelastung bei Lebensmitteln in Westeuropa aus Anlass der Lage in Japan halte ich für abwegig.
    Idealtypischerweise leben wir ja in einer demokratischen, offenen Gesellschaft. Die Institutionen, die sich z.B. mit den Grenzwerten für chemische und radioaktive Belastung von Lebensmitteln befassen, aber auch zuständig sind für Immissionsschutz, Bewertung von Arzneimitteln usw., legitimieren sich ja über den demokratischen Prozess ihrer Schaffung und Kontrolle.
    Auf der anderen Seite steht (auch idealerweise) ein gesellschaftlicher Diskurs, der sich mit der Inkaufnahme von Risiken der oben beschriebenen Bereiche befassen sollte.
    Diese Inkaufnahme ist den unterschiedlichsten Anforderungen geschuldet, die unsere Gesellschaft, aber auch jeder einzelne, an die Verfügbarkeit materieller Dinge, Preise, Bequemlichkeit usw. stellt.
    Damit das funktionieren kann, ist ein grundlegendes Vertrauen in die staatlichen Institutionen, die sich mit diesen Dingen beschäftigen (Grenzwerte, Kontrollen, Sanktionen) nötig. Sonst würde jeder Einkauf auf dem Wochenmarkt unmöglich, denn jedesmal das gesamte Equipment für die Kontrolle der Ware auf Rückstände diverser "-zide", radioaktive Belastung, Keimbelastung usw. mit zu schleppen, ist sehr umständlich.
    Wie sich eine Gesellschaft entwickelt, der auf einem wichtigen Gebiet dieses Vertrauen abhanden kommt, lässt sich vielleicht in Zukunft in Japan beobachten.
  • SileneSilene Juni 2011
    Obwohl die Caesium-Radioaktivität vor der japanischen Ostküste fast überall deutlich unter 10 Bq/l gesunken ist, scheinen die Werte bei Fischen kaum zu sinken. Bei Plattfischen ist der Radiocaesiumgehalt weiter gestiegen, was mit ihrer Lebensweise am Meeresboden zu tun hat.

    Beispiele:
    Slime flounder Microstomus achne (Iwaki City, 13.06.) -> 360 Bq/kg Radiocaesium
    Stone flounder Kareius bicoloratus (Iwaki City, 13.06.) -> 680 Bq/kg Radiocaesium
    Gepunkteter Heilbutt Verasper variegatus (Iwaki City, 13.06.) -> 340 Bq/kg Radiocaesium

    Beim Grünling Hexagrammos otakii, einem räuberischen Grundfisch, wurden (ebenfalls am 13. Juni) 1780 Bq/kg Radiocaesium ermittelt, bei Tiefsee-Dorschen (Physiculus maximowiczi) immerhin 890 Bq/kg.

    Auch Süßwasserfische in Flüssen der Präfektur Fukushima zeigen unvermindert sehr hohe Radiocaesiumwerte:
    Biwa-Lachs Oncorhynchus masou, Mano-Fluss (10.06) -> 2100 Bq/kg Radiocaesium
    Tribolodon hakonensis, Mano-Fluss (10.06) -> 2500 Bq/kg Radiocaesium
    Ayu (Plecoglossus altivelis), Abukuma-Fluss (7.-12.06.) -> 620-1310 Bq/kg Radiocaesium

    Fänge, die den "Grenzwert" von 600 Bq/kg Radiocaesium überschreiten, wurden auf der folgenden Karte als schwarze Punkte eingetragen:

    image

    Messwerte von Strontium-90 in Fischen wurden bisher noch nicht veröffentlicht.

    Übrigens wird seit Anfang Juni auch in großen Hochseefischen (Bonitos und anderen Tunfischen), die 880 km vor der Küste gefangen wurden, Radiocaesium nachgewiesen. Die Aktivitäten sind aber noch sehr gering (um 5 Bq/kg).

    Quelle: Japanische Fischereibehörde
    Attachments
    FukuFish.png 21K
  • engeng Juni 2011
    @Kürsche: Ganz so einfach ist das nicht. 0 Radiaktivität kann es gar nicht geben weil es eine natürliche Radioaktivität gibt die wir gar nicht verhindern können. Dazu kommt Radioaktivität aus medizinischen Gründen. Abgesehen von den diversen Untersuchungsmethoden auch die Bestrahlung für Krebskranke. Bei vielen technischen Geräten und Meßeinrichtungen kann man Radioaktivität auch nicht vermeiden usw. usw.

    @dschroe: Hier macht sich niemand durch seine Meinung unbeliebt und hier sollten auf keinen Fall Institutionen in Frage gestellt werden. Hier sollten eigentlich nur einmal die Grenzwerte angesprochen werden, damit deren Entstehung und Sinnhaftigkeit allgemein verständlich werden. Oder einfach gefragt: sind die Grenzwerte mehr oder weniger willkürlich zustande gekommen, oder hat man sich etwas dabei gedacht, bzw. gibt es wissenschaftlich Grundlagen?

    Mein fehlender Ansatz: sind z.B. 500 Bq/kg schon bedenklich, oder sind sogar 1000 Bq/kg nicht wirklich ein Problem. (Ich weiß schon, das wird wieder ein sehr komplexes Thema. Abhängig von Art, Menge, Dosis usw. usw). Aber wichtig wäre schon wenn die Leser hier ein Gefühl dafür bekommen würden ob wir mit den Grenzwerten auf einem schmalen Grat wandeln oder noch reichlich Luft ist.
  • hamham Juni 2011
    Genau dein letzter Satz ist nicht wirklich bestimmbar. Da radioaktive Strahlung das stochastische Element beinhaltet, wo trifft Sie wann, was bei wem! Deshalb gibt es in DE im Strahlenschutz das Minimierungsgebot! Deshalb sind alle Grenzwerte im Strahlenschutz in DE sehr konservativ (tief) angesetzt und Minimierungsgebot fordert, wenn irgendmöglich deutlich darunter zu bleiben. Nach meinem Wissen war die Änderung der Grenzwerte für Lebensmittel EU-weit schon vor Fukushima-Problem in der EU verabschiedet worden.
  • TimTim Juni 2011
    @eng
    Sind wir uns einig, dass ein deutlicher Unterschied zwischen (Gamma) Strahlung von außen auf den Körper und Aufnahme in den Körper besteht?
    Sowie kurzzeitiger Exposition vs Permanente, hohe vs niedrige Dosis?
  • engeng Juni 2011
    @Tim: da sind wir uns einig, macht aber die Sache nicht einfacher.
  • TimTim Juni 2011
    Ok danke eng.
  • SileneSilene Juni 2011
    [Kyodo News] Shizuoka gov. urges revision to radiation limit for tea leaves
    Shizuoka Gov. Heita Kawakatsu said the maximum level was unreasonable and a recent test showed tea leaves and processed tea in the area as being safe during a meeting with health minister Ritsuo Hosokawa, who promised to make public the results and check the limit's validity.

    The survey was conducted under an instruction from the ministry of health, labor and welfare.

    "The government applied the limit set for foods to tea, 95 percent of which is used for drinking. That was the cause of the confusion," Kawakatsu said. "Confusion and anger are swirling in the tea industry in our prefecture."

    The health minister said the ministry will announce the safety of Shizuoka tea, which was once found unsafe under the provisional radiation limit, on the ministry's website. Hosokawa also said that the Food Safety Commission is checking the maximum limit's validity.

    Agriculture, Forestry and Fisheries Minister Michihiko Kano met with Kawakatsu later in the day, and Kawakatsu told him, "The more we examine, the more clearly the limit appears groundless."

    Was für ein Argument: Die Grenzwerte für Nahrungsmittel gelten nicht, weil man Tee ja trinkt. Als ob radioaktive Nahrung harmloser würde, wenn man sie in flüssiger und nicht in fester Form zu sich nimmt.
    Wenn man seriös argumentieren und die Radioaktivität im Aufguss messen würde, dann könnte ich es ja noch verstehen. Aber so... Hauptsache, man hat einen dummen Vorwand gefunden, um einen ohnehin schon sehr hohen Grenzwert auszuhebeln.
  • AnonymousAnonymous Juni 2011
    erstmal vielen Dank fuer diesen Blog!

    soweit ich verstanden habe ist der Caesium-Grenzwert fuer Tee in Japan 500 Bq/kg, in den USA 1200 Bq/kg, in der EU war er bis 27.3.2011 600 Bq/kg, danach per Eilverodnung 1250 Bq/kg, das galt aber nur bis zum 12.4.2011, an dem dann eine neue Verordnung die Grenzwerte den japanischen anglich, d.h. 500 Bq/kg.

    den kontaminierten Tee (1038 Bq/Kg) koennte man theoretisch von Paris CDG weiterleiten nach USA?
    in Japan standen die zwischenzeitliche EU-Wert auch spaeter noch in der Zeitung. In der Ausgabe vom 6.6.2011 des Asahi Shimbun Weekly AERA stand dann fuer Caesium JP:500, US:1200, EU: 1250

    So sieht es ja fuer den japanischen Leser so aus, dass er sich keine Sorgen zu machen braucht denn die japan. Werte sind ja anscheinend uebertrieben vorsichtig.

    Bei den Grenzwerten scheint es sehr unterschiedliche Auffassungen zu geben. Fuer Spinat steht hier z.b. fuer Jod131: JP:2000, US: 170, EU: 2000 (Quelle: 6.6.2011 Asahi Shimbun Weekly AERA)

    Kann jemand das erklaeren, warum es da so grosse Unterschiede gibt?

  • SileneSilene Juni 2011
    [NHK] High level of radiation exposure estimated
    A group of doctors has found that the estimated level of accumulated internal radiation exposure for people living in Fukushima Prefecture has exceeded 3 millisieverts.

    The researchers, including doctors who have provided medical care to A-bomb survivors, conducted analysis on the food and urine of 15 residents in Iitate Village and Kawamata Town in Fukushima Prefecture. These areas are about 40 kilometers from the Fukushima Daiichi nuclear power plant.

    They estimate that residents have been internally exposed to up to 3.2 millisieverts for about 2 months, measuring from the date of the accident in March until early May.

    Three millisieverts is 3 times higher than the long-term annual limit for ordinary people recommended by the International Commission on Radiological Protection.

    One of the researchers, Nanao Kamada, says people should refrain from eating vegetables grown in the area where high levels of radiation have been detected.
  • TimTim Juni 2011
    Kann man mit der Methode die Elemente bestimmen? Oder misst man "nur" Iodine, Cesium (und andere Elemente die den Körper mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder verlassen)?
  • SileneSilene Juni 2011
    @ Tim: Grundsätzlich kann man alle möglichen Radionuklide im Körper über die Ausscheidung nachweisen. Bei Isotopen, die aufgrund ihrer hohen biologischen Halbwertszeit nur geringe Konzentrationen im Urin oder Stuhl haben (wie z.B. Strontium-90) ist der analytische Aufwand natürlich entsprechend hoch. Ein paar Hintergrundinfos zur Inkorporationsmessung findest Du z.B. hier.
  • TimTim Juni 2011
    Danke :)
  • SileneSilene Juni 2011
    [AAP] Sunflowers to clean Japan radioactive soil
    Volunteers are being asked to grow the flowers then send the seeds to the stricken area, where they will be planted next year to help get rid of radioactive contaminants in the plant's fallout zone. [...]

    Almost 10,000 packets of sunflower seeds at $5.70 each have so far been sold to 30,000 people, including to the city of Yokohama, which is growing sunflowers in 200 parks, Handa said.

    Handa, from Hiroshima, said the sunflower project was a way for people across Japan to support the disaster region.

    "This is different from donations because people will grow the flowers, and a mother can tell her children that it is like an act of prayer for the reconstruction of the northeast," Handa said.

    "I also hope the project will give momentum to attract tourists back to Fukushima with sunflower seeds in their hands. I would like to make a maze using sunflowers so that children can play in it."

    Also, ich will ja nur ungern der Spielverderber sein. Aber einen Hinweis hätte ich: falls es tatsächlich gelingt, dem Boden mit Hilfe der Sonnenblumen das Radiocaesium entziehen, wird das Problem dadurch nicht gelöst, sondern nur verlagert.

    Dann stellt sich nämlich die Frage, was mit den Pflanzen geschehen soll. Werden die etwa alle geerntet? Und was dann: verbrannt, kompostiert oder auf der Deponie entsorgt?

    Wenn man keinen Plan hat, wie man die caesiumbelastete Biomasse loswerden kann, ohne die Isotope wieder in Zirkulation zu bringen, kann man sich den ganzen Aktionismus nämlich auch sparen...
  • hamham Juni 2011
    @Silene: Ganz klar, Verbrennung zur Kompaktierung, dann die Reste eingießen und, wie den normalen strahlenden Müll, ins Zwischenlager ;-(
  • SileneSilene Juni 2011
    @ ham: Aber bitte ein hochwertiges Rauchgasfilter verwenden. ;-)
  • SileneSilene Juni 2011
    Neue Rekordwerte bei Fischen und Krebsen aus Flüssen in Fukushima:

    Ayu ((Plecoglossus altivelis) aus dem Fluss Mano, 18. Juni-> 3300 Bq/kg Radiocaesium
    Ayu ((Plecoglossus altivelis) aus dem Fluss Abukuma, 18. Juni-> 1260 Bq/kg Radiocaesium
    Japanische Wollhandkrabbe (Eriocheir japonicus aus dem Fluss Mano, 19. Juni -> 1930 Bq/kg Radiocaesium
    Ayu ((Plecoglossus altivelis) aus dem Fluss Niida, 20. Juni-> 4400 Bq/kg Radiocaesium
    Quelle: MHLW

    Bei Teeblättern gibt es noch immer Grenzwertüberschreitungen, allerdings scheinen nur die jungen Blätter (first flush) betroffen zu sein, beim second flush liegen die Caesiumaktivitäten meist deutlich unter 100 Bq/kg.
    Stark belasteterTee wurde an folgenden Orten entdeckt:

    Matsuda-machi, Kanagawa (20.06.) -> 1140 Bq/kg Radiocaesium
    Sagamihara‐shi, Kanagawa (20.06.) -> 1290 Bq/kg Radiocaesium
    Yamakita‐machi, Kanagawa (20.06.) -> 1250 Bq/kg Radiocaesium
    Nakai, Kanagawa (21.06.) -> 1330 Bq/kg Radiocaesium
    Shizuoka, Shizuoka (21.06.) -> 981 Bq/kg Radiocaesium
    Quelle: MHLW
  • @ Silene

    Bin mal gespannt wie sich die ca. 180 Bq/kg an Sr Isotopen vom Meeresboden in der Nahrung wiederfinden? Gibt es dazu schon Analysen in den Fischen?

    http://www.tepco.co.jp/en/press/corp-com/release/betu11_e/images/110625e14.pdf
  • TimTim Juni 2011
    > Fukushima gives radiation meters to pregnant women and children
    http://ajw.asahi.com/article/0311disaster/fukushima/AJ201106251993

    About 300,000 children and pregnant women in Fukushima Prefecture will get dosimeters to monitor their exposure to radiation spewed from the hobbled Fukushima No. 1 nuclear power plant.


  • SileneSilene Juni 2011

    Bin mal gespannt wie sich die ca. 180 Bq/kg an Sr Isotopen vom Meeresboden in der Nahrung wiederfinden? Gibt es dazu schon Analysen in den Fischen?

    Über Strontium in Meeresfischen vor der Küste Fukushimas habe ich bisher noch nichts gelesen, derzeit würde ich aber auch noch keine spektakulären Werte erwarten. Ich möchte kurz erklären warum:

    Strontium ist zwar im Meerwasser ziemlich mobil, aber soweit man weiss wird es von Fischen nicht annähernd so stark akkumuliert wie Caesium. Die Literatur besagt, dass der organspezifische Konzentrationsfaktor bei Fischmuskeln gerade mal bei 4 liegt (für Caesium liegt er bei 100). Deutlich höher liegt der Konzentrationsfaktor bei Kleinkrebsen und Garnelen (15 im Muskelgewebe, 25 im Panzer). Wenn man die hohe biologische Halbwertszeit von Sr berücksichtigt, würde ich eine Anreicherung von Strontiumisotopen vor allem bei Fischen erwarten, die sich haptsächlich von Shrimps ernähren und mehrere Jahre alt werden. Es würde mich nicht wundern, wenn wir so einen Effekt in ein paar Monaten bei Plattfischen beobachten können.

    Echte Überraschungen könnten wir auch bei Isotopen erleben, die derzeit noch völlig "unter dem Radar durchrutschen".

    Americium und Plutonium werden vom Phytoplankton mehr als hunderttausendfach, von Mollusken und Zooplanktonorganismen bis zehntausendfach und von Fischen noch rund hundertfach konzentriert. Bei Planktonfressern wie Anchovis könnte es daher trotz geringster Konzentrationen im Meer zu einer messbaren Anreicherung kommen.

    Technetium wird von Braun- und Rotalgen etwa hunderttausendfach und im Muskelgewebe großer Krebse (Hummer, Langusten) bis 5000fach angereichert. Deshalb haben Hummer in der Irischen See und vor Norwegen ein echtes Tc-99-Problem, obwohl dieses Isotop im freien Wasser kaum nachweisbar ist.

    Auch auf Blei und Polonium sollte man achten, da diese Elemente von Krebsen, Weichtieren und Planktonorganismen bis hunderttausendfach, im Muskelfleisch von Fischen immerhin noch 100-1000fach aufkonzentriert werden. Da kann aus einem "not detected" ganz schnell ein ernsthaftes Problem werden.

    Quelle: Friedlander BR, Gochfeld M, Burger J, Powers CW (2005) - Radionuclides in the Marine Environment
  • SileneSilene Juni 2011
    [Japan Times] Experts urge great caution over radiation risks
    In order to address public concerns over post 3/11 food safety, the government should be more forthcoming in the monitoring and disclosure of data regarding radiation contamination of soil, Akira Sugenoya, mayor of Matsumoto City, Nagano Prefecture, told this reporter recently.

    Sugenoya, a medical doctor, speaks from experience, having spent 5½ years from 1996 in the Republic of Belarus treating children with thyroid cancer. He was there because the incidence of that disease in children surged after the Chernobyl disaster in neighboring Ukraine in 1986. [...]

    Commenting on [emergency radiation limits for domestic food] to the JT, Sugenoya said it is his understanding that the current limits set by the commission (see table) are "relatively stringent" by international standards.

    However, he added that infants, children up to the age of 14 and pregnant and breastfeeding women should avoid eating food contaminated with even the small doses of radiation. In fact he said that adults should leave safer food for these more at-risk segments of the population even if it means they will eat contaminated food themselves.
    Sugenoya also pointed out that what is fueling people's concerns in particular is the slow disclosure of soil contamination data, despite the fact that it is only through such data that it becomes clear where, and even whether, safe vegetables can be grown. Instead, he said, the government has been occupied only with monitoring radiation levels in the air.

    Adding to such concerns are the views of Richard Broinowski, a former Australian diplomat who is now adjunct professor at the University of Sydney. [...]
    Specifically, he said, "What I am anxious to know is: Are qualified Japanese epidemiologists and public health experts (that is, those not in the pay of the nuclear industry) undertaking objective and impartial research into how deeply and to what intensity, radiation dispersal of cesium-137, strontium-90, iodine-131, noble gases and plutonium-239 ... has spread, and how much the general population of the Tohoku region and other regions of Japan have been exposed?"

    He added: "I also suspect that full disclosure of such data is not in the interests of the Japanese nuclear industry."
  • @ Silene
    Danke, das sind interessante Details!
  • SileneSilene Juni 2011
    [Japan Times] Residents' urine now radioactive Fukushima
    More than 3 millisieverts of radiation has been measured in the urine of 15 Fukushima residents of the village of Iitate and the town of Kawamata, confirming internal radiation exposure, it was learned Sunday.

    Both are about 30 to 40 km from the Fukushima No. 1 power plant, which has been releasing radioactive material into the environment since the week of March 11, when the quake and tsunami caused core meltdowns.

    "This won't be a problem if they don't eat vegetables or other products that are contaminated," said Nanao Kamada, professor emeritus of radiation biology at Hiroshima University. "But it will be difficult for people to continue living in these areas."

    Kamada teamed up with doctors including Osamu Saito of Watari Hospital in the city of Fukushima to conduct two rounds of tests on each resident in early and late May, taking urine samples from 15 people between 4 and 77.

    Radioactive cesium was found both times in each resident.

    Radioactive iodine was logged as high as 3.2 millisieverts in six people in the first survey, but none was found in the second survey.

    The data indicate accumulated external exposure was between 4.9 and 13.5 millisieverts, putting the grand total between 4.9 to 14.2 millisieverts over about two months, they said.

    "The figures did not exceed the maximum of 20 millisieverts a year, but we want residents to use these results to make decisions (to move)," said Kamada.
  • SileneSilene Juni 2011
    Vor einiger Zeit wurde hier die Frage gestellt, wie Plutonium im Körper wirkt. Deshalb möchte ich auf einen interessanten Artikel hinweisen:

    [Scientific American] Fukushima Absorbed: How Plutonium Poisons the Body
    Inhaled plutonium can land in the lungs, where it can lead to cancer, but it—and any that is ingested—can also find its way into the blood stream where it is slowly absorbed into the body.

    New details about this toxic process are now emerging. "Plutonium is a toxic synthetic element with no natural biological functions," Mark Jensen, of the Argonne National Laboratory, and his colleagues wrote in a new paper, published online June 26 in Nature Chemical Biology (Scientific American is part of Nature Publishing Group). Not only is it useless to the body, "it is strongly retained by humans when ingested," primarily lodging in bone and liver cells, where it can release harmful alpha radiation.

    But just how the body absorbed this toxic element remained a matter of speculation.

    Scientists had noticed that the most prevalent plutonium ion (Pu 4+) had some similarities to more common metal ions, including iron (Fe 3+), which has a slightly smaller atomic radius but a similar ratio of radius to charge. [...]

    Given that the cellular pathways are already partly discriminating between plutonium and iron—and partially preferring the latter—the findings could help "enable new treatments for Pu poisoning," the researchers noted.

    Current plutonium-exposure therapies address circulating plutonium but cannot disarm the ions that have already been taken up by the body's cells and tissues. But future treatments could make use of the preference for iron—and the partial resistance to plutonium uptake—to develop targeted drugs for humans in case of future nuclear accidents or attacks.
  • SileneSilene Juni 2011
    [EX-SKF] Radiation in Japan: Government Wants to Offer Japan's Seafood to Developing Nations
    As part of the ODA (Official Development Assistance) under the Ministry of Foreign Affairs, a host of aid programs for developing nations around the world, the Japanese national government is going to buy up processed seafood [canned fish, for example?] from the earthquake-affected areas and offered them to developing nations.

    Erinnert sich noch jemand daran, was mit deutschem Milchpulver nach Tchernobyl geschah?
  • SileneSilene Juni 2011
    [Kyodo News] Gov't urges 3 more prefectures to examine radiation levels in food
    A government task force on the nuclear emergency said Monday it has decided to call on three more prefectures to examine radioactive materials in food, while adding tea, wheat and fishery products as individual items to be monitored.
    A rule on radiation in food the panel set in early April has so far targeted four prefectures including Fukushima, where the government has banned shipments of farm products after the accident at the Fukushima Daiichi nuclear power plant, and the surrounding seven prefectures.

    In addition to the prefectures, the revised rule will urge Kanagawa, Yamanashi and Shizuoka prefectures to check radiation levels in food as the crisis at the power station crippled by the devastating March 11 earthquake and ensuing tsunami is prolonged, the panel said.

    The Nuclear Safety Commission of Japan has advised the panel to establish a new rule to ensure food safety against radioactive contamination instead of interim limits set under the food sanitation law as soon as possible, it said.
  • SileneSilene Juni 2011

    Bin mal gespannt wie sich die ca. 180 Bq/kg an Sr Isotopen vom Meeresboden in der Nahrung wiederfinden? Gibt es dazu schon Analysen in den Fischen?


    Offenbar hat das Fischereiministerium schon nach Strontium in Fischen gesucht:

    [NHK] Radioactive strontium detected in seabed
    Up to 44 becquerels per kilogram of strontium-90 were detected, which has a half-life of 29 years. [...]

    A member of the government's Nuclear Safety Commission, Shigeharu Kato, says more examination should be carried out to find out if or how the substances can accumulate in marine life.

    The fishery ministry conducted separate surveys. It did not find radioactive strontium in fish and seafood samples taken off the coast of Ibaraki and Chiba prefectures. Both are located south of the Fukushima plant.
  • AnonymousAnonymous Juli 2011
    Nur eine kleine zusätzliche Information:
    Das Ministry of Agriculture, Forestry and Fisheries http://www.maff.go.jp/e/index.html
    hat neue Papiere veröffentlicht:
    Topics
    About agencies inspecting radioactive substances on export food(As of June 27)
    Lifting of import controls in response to the accident at the Nuclear Power Station of Tokyo Electric Power Company in Canada(June 13)
    Revised FAQ on vegetables, shiitake mushroom, rice, milk, dairy products, meat and eggs (as of June 3)
    Revised FAQ on Waste Disposal of Vegetables and Raw Milk of which Radioactive Substances were Detected (as of May 30)
  • SileneSilene Juli 2011
    Außerdem zeigen die letzten Reports, dass die Radiocaesium-Belastung von Getreide in den Präfekturen südlich von Fukushima nicht unerheblich ist. Es wurden bis zu 160 Bq/kg in Roggen aus Chiba und bis zu 250 Bq/kg in Gerste aus Ibaraki festgestellt.

    Da die Werte unter 600 Bq/kg liegen, kommt die Ware auf den Markt.
  • AnonymousAnonymous Juli 2011
    Entschuldigung, aber sind die Erkenntnisse der
    THE LOW LEVEL RADIATION CAMPAIGN http://www.llrc.org/index.html sowie des
    European Committee on Radiation Risk http://www.euradcom.org/
    schon als links gepostet worden?
    als anonym kann ich das Forum nicht durchsuchen...
  • SileneSilene Juli 2011
    Die Links sind noch nicht gepostet worden, vielen Dank!

    Übrigens kann man das Forum auch mit Google durchsuchen. ;-)
  • AnonymousAnonymous Juli 2011
    Gerne geschehen - und vielen Dank für Ihren unermüdlichen Einsatz und den google-tip!
    Ich versuche mich gerade an: The Health Effects of Exposure to Low
    Doses of Ionizing Radiation
    http://www.euradcom.org/2011/ecrr2010.pdf
  • SileneSilene Juli 2011
    [Mainichi News] Radioactive cesium detected in tea leaves grown in Tokyo
    The Itabashi Ward Office announced on June 30 that 2,700 becquerels of radioactive cesium -- in excess of the government's provisional limit -- was detected in processed tea that used leaves picked at a plantation in the ward by some 300 students of local elementary schools.
  • engeng Juli 2011
    @anonym2: Oder einfach mal im Forum anmelden? Tut nicht weh und kostet auch nichts. ;)
  • ProsperoProspero Juli 2011
    War nur die Scheu eines Laien :)
  • SileneSilene Juli 2011
    Keine Überraschung:

    [NHK] Radioactive cesium detected from Tochigi tea
    Radioactive cesium exceeding the government limit was detected in processed tea made in Tochigi City, about 160 kilometers from the troubled Fukushima Daiichi nuclear plant.

    The Tochigi Prefectural Government says 1,810 becquerels per kilogram of radioactive cesium was detected in tea processed from leaves harvested in the city in early July.

    The level is more than 3 times the provisional government limit.


    On Thursday, the prefecture requested that tea farmers in the city voluntarily stop shipments of their products.

    Radioactive cesium has also been detected in other areas in the prefecture.

    After the accident at the Fukushima nuclear power plant, tea leaves and processed teas contaminated by radioactive substances have been found over wide areas near Tokyo. These include the prefectures of Chiba, Kanagawa and the country's largest tea production center, Shizuoka.
  • SileneSilene Juli 2011
    [NHK] Radiation detected in beef from Fukushima
    Beef from Fukushima Prefecture has been found to contain levels of radiation that exceed Japan's safety standards.

    The Tokyo Metropolitan Government announced on Friday that it had detected 2,300 becquerels per kilogram of radioactive cesium in beef from a cow raised in a Minami Souma. The national limit is 500 becquerels per kilogram.

    The Tokyo Government says the beef was not made available to consumers.

    Japan's Health Ministry says this is the first time that beef has been found with such high levels of radioactivity following the accident at the Fukushima Daiichi nuclear power plant. The ministry has requested 6 prefectures near Fukushima to step up checks on beef.
  • SileneSilene Juli 2011
    [EX-SKF] Update: 3200 Becquerels/Kg Cesiuim Detected from Beef from Minami-Soma City in Fukushima
    According to Asahi Shinbun (link below), the Tokyo Metropolitan government tested the remaining 10 meat cows from Minami-Soma City that were processed on July 8. The highest number was 3200 becquerels/kg of cesium, and even the lowest number was 1530 becquerels/kg, more than 3 times the government's provisional safety limit for cesium in foods. [...]

    Asahi Shinbun (7/9/2011) also says:

    Following the instruction from the Ministry of Agriculture, Forestry and Fisheries, the Metropolitan Shibaura Slaughterhouse doesn't conduct radiation testing at all, whether the cattle come from the 20-30 kilometer radius from Fukushima I Nuke Plant or from other areas. However, there have been 5 instances where the Ministry of Health, Labor and Welfare instructed them to test for radiation, and in those instances the radioactive materials detected were less than the provisional limit.

    Yomiuri Shinbun (7/9/2011) says something more disturbing:

    According to the investigation by Fukushima Prefecture, 2924 meat cows have been shipped from the same area since the end of April.

    At the end of April, the Ministry of Agriculture, Forestry and Fisheries issued its guidance that would allow the shipment of meat cows from this area as long as Fukushima Prefecture conducted the radiation testing on the body surface of the cows and took other measures [i.e. questionnaires]. Accordingly, the shipment resumed which had been halted after the Fukushima I Nuke Plant accident.
  • AnonymousAnonymous Juli 2011
    80000 Becquerel Cäsium durch Nahrung aufgenommen = 1 zusätzliches milliSievert pro Jahr.

    Durchschn. Fleischverbrauch BRD/2009: 60,5 kg


    The highest number was 3200 becquerels/kg of cesium, and even the lowest number was 1530 becquerels/kg


    Durchschnittswert des "Fukushima-Steaks": 2365 Becquerel/kg

    60kg multipliziert mit 2365 Becquerel: 141900 Becquel also weniger als 2 milliSievert.

    Allerdings nur wenn man sich ausschliesslich mit "Fukushima-Steaks" ernähren würde.

    Das ganze ist fast so lustig wie das gerade gefunden Walfleisch mit unglaublichen 34 Becquerel Cäsium-Belastung.


    Beim Grünling Hexagrammos otakii, einem räuberischen Grundfisch, wurden (ebenfalls am 13. Juni) 1780 Bq/kg Radiocaesium ermittelt, bei Tiefsee-Dorschen (Physiculus maximowiczi) immerhin 890 Bq/kg.


    Und die EU-Grenzwerte liegen 1250 Becquel pro kg Nahrung.
    Schöne Panikmache hier im "Physikblog". Die AngstrompeterInnen sind am Werk.
  • SileneSilene Juli 2011
    Hallo Cendrillon,

    hat denn irgendjemand behauptet, dass man von einem Steak tot umfällt?
    Es geht nur darum, die interne Strahlendosis möglichst klein zu halten. Insbesondere bei Kindern, die empfindlicher auf Strahlung reagieren (u.a. weil mehr Zellteilungen in ihren Geweben ablaufen) und die noch viele Jahrzehnte vor sich haben, in denen sie keinen Krebs oder chronische Krankheiten entwickeln sollen.

    Wer sonst keine belastete Nahrung zu sich nimmt, muss sich vor einem Fukushima-Beefsteak nicht fürchten. Falls sich Radiocaesium oder Strontium allerdings auch in anderen Grundnahrungsmitteln (Getreide, Fisch) anreichern, besteht durchaus ein Grund zur Sorge. Denn in der Summe kann bei jahrelangem Konsum belasteter Nahrung eine Dosis zusammenkommen, bei der man Gesundheitsschäden befürchten muss.

    Hier wurden wurde mal ausgerechnet, welche Strahlendosis man aufnehmen kann, wenn man sich gemäß der europäischen Grenzwerte ernährt:
    Langfristig von besonderem Interesse sind zudem die längerlebigen Radionuklide wie Cäsium-134 mit 2,06 Jahren Halbwertzeit, Cäsium-137 mit 30,2 Jahren Halbwertzeit, Strontium-90 mit 28,9 Jahren Halbwertzeit und Plutonium-239 mit 24.400 Jahren Halbwertzeit. Bisher veröffentlichten Messergebnissen von Nahrungsmitteln aus Japan zufolge sind Cäsium-137 und Cäsium-134 jetzt in ungefähr gleichen Anteilen enthalten. Davon ausgehend und mit den genannten Grenzwerten sowie mit den mittleren Verzehrsraten gemäß Anlage VII Tabelle 1 der deutschen Strahlenschutzverordnung von 2001 ergeben sich folgende effektive Jahresdosen:

    für einen Säugling (bis 1 Jahr) 63 Millisievert Effektivdosis pro Jahr
    für ein Kleinkind von 1 bis 2 Jahren 83 Millisievert Effektivdosis pro Jahr
    für ein Kind von 2 bis 7 Jahren 78 Millisievert Effektivdosis pro Jahr
    für ein Kind von 7 bis 12 Jahren 60 Millisievert Effektivdosis pro Jahr
    für einen Jugendlichen von 12 bis 17 Jahren 58 Millisievert Effektivdosis pro Jahr
    für einen Erwachsenen (älter als 17 Jahre) 33 Millisievert Effektivdosis pro Jahr

    (Quelle: Gesellschaft für Strahlenschutz e.V.)

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