Willkommen zum Fukushima-Info- und -Diskussions-Forum des physikBlogs.

Die Zahl der Kommentare auf unsere Fukushima-Beiträge ist jenseits der 1000er Marke. Es wird zu unübersichtlich!
Daher gibt's dieses Forum, bei dem ihr über den Unfall von Fukushima kommentieren könnt, was das Zeug hält!

Zu einer kleinen Einführung, hier entlang.

Ihr seid neu hier? Das physikBlog hat in vier Artikeln den Unfall von Fukushima begleitet. Eine Lektüre, zumindest des Aktuellsten, empfiehlt sich vor dem Mitdiskutieren!

Es sei erwähnt, dass wir bei der Moderation der Kommentare hier weniger streng sind, als im Blog. Ihr seid freier in eurer Themenwahl.

Viel Spaß, André & Andi vom physikBlog.

Unterwasserbarrieren
  • AndiHAndiH April 2011
    Walter schrieb im Blog:
    Tepco hat vor mehreren Tagen gemeldet, dass Unterwasserbarrieren aus Stahl installiert werden, um die Kontamination im Meer zurück zu halten.
    Was haltet Ihr davon?
  • SileneSilene April 2011
    Kyodo News meldet, dass sich die Radioaktivität innerhalb des “containment fence” (damit dürften wohl die Stahlbarrieren gemeint sein) über Nacht auf das 6fache erhöht hat.
    http://english.kyodonews.jp/news/2011/04/85935.html
    Das zeigt, dass da die Kontamination tatsächlich zurückgehalten wird. Wie lange das gut geht, werden wir sehen.
  • MatthiasMatthias April 2011
    Gibt es eurerseits Erfahrungen/Einschätzungen zu Zeolith?
  • SileneSilene April 2011
    Was die "Unterwasserbarrieren" angeht, schreibt die IAEA folgendes:

    To minimize the movement of contaminated water to the open sea, temporary boards to stop water (3 steel plates in total) were installed on 13 April on the ocean-side of the Inlet Bar Screen of Unit 2.

    Silt fences have also been installed in the inlet canal and in front of the Inlet Bar Screens of Units 1, 2, 3 and 4. On 11 April, a silt screen was installed at the southern end of the inlet canal. The installation in front of the Inlet Bar Screen of Units 3 and 4 was completed on 13 April and for Units 1 and 2 on 14 April.


    Wenn ich das richtig verstehe, wurde das Gitter am Kühlwassereinlauf von Block 2 mit Stahlplatten verschlossen. Dahinter, im Kanal, hat man improvisierte Barrieren (silt fences) aufgebaut, um den Schlick zurückzuhalten. Außerdem wurden Sandfangnetze (silt screens) eingesetzt.
    http://en.wikipedia.org/wiki/Silt_fence
    http://images.google.de/images?hl=de&source=hp&q=silt-screen

    Das sieht für mich ganz so aus, als würde man sich nun darauf konzentrieren, das partikuläre radioaktive Material zurückzuhalten. Wann veröffentlicht TEPCO endlich mal, was man über die Freisetzung von Uran und Plutonium ins Meerwasser weiss?
  • SileneSilene April 2011
    Matthias schrieb:
    Gibt es eurerseits Erfahrungen/Einschätzungen zu Zeolith?


    Ich kenne Zeolithe nur aus dem Labor, wo man sie als Molekularsiebe nutzt, um Wasser aus Lösungsmitteln zu entfernen oder bestimmte Substanzen festzuhalten (Adsorption).
    Am besten funktioniert das, wenn das poröse, körnige Material langsam durchströmt wird, z.B. in einer Säule.

    Bei der Trinkwasseraufbereitung kann Zeolith eingesetzt werden, um Uran zu binden. Ob das auch bei Meerwasser funktioniert, kann ich nicht sagen. Das Adsorptionsvermögen ist jedenfalls begrenzt. Irgendwann ist das Material gesättigt, dann werden die adsorbierten Stoffe unter Umständen auch wieder freigesetzt.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Zeolithe_(Stoffgruppe)#Verwendung
    http://www.arnold-chemie.de/zeolith.html
  • @Silene
    Sie werden nichts veröffentlichen, was man später dazu verwenden kann um ihnen Schadensersatzansprüche über das sowieso erkennbare Mass hinaus nachzuweisen. Es ist traurig, aber es ist heute so....inzwischen regieren die Rechtverwurschtler über die Katastrophe. Ein bischen liegt das natürlich auch an unserem Anspruchsdenken, für alles unerwartet erstmal einen Schuldigen zu suchen: Das Schlagloch auf der Autobahn, was mir am Auto 1000 Euro schaden verursacht ist natürlich Schuld der Autobahnmeisterei, die nicht richtig kontrolliert hat und nicht meine Schuld, weil ich bei 130 es übersehen habe und durchgefahren bin (diverse Urteile ..Google suchen). Genauso ist die Stadtverwarltung schuld wenn das Kopfsteinpflaster 2 cm rausschaut und Madam mit Stöckelschuhe drüber stolper (Google suchen). Zum Glück wurde inzwischen das Urteil wieder gekippt, nachdem ein Ausrutschen auf Eis immer dem Grundbesitzer anzulasten ist und das Schuhwerk keine Rolle spielt (ebenfalls Stöckelschuhe am Berg im Winter...).

    Solange wir solche Urteile haben...solange Menschen solches Anspruchdenken haben, solange werden wir keine Informationen bekommen. Ich habe dieses Wochenende Saisoneröffnung meines Hobbys gehabt: Mittelaltermärkte in mittelalterlicher Gewandung besuchen...und muss bei 4 Euro Eintritt Menschen zuhören, die mit einem X5 ankommen, Geld genug haben um sich modernste Klamotten zu kaufen aber dann ihren Bekannten sagen: wir schauen erstmal ob wir hintenrum reinkommen und den Eintritt sparen können....das ist Betrug....und es wird offen und ohne Scheu ausgesprochen.

    Und du meinst wirklich....irgendwer auf dieser Welt ist noch ehrlich und steht zu seiner Verantwortung ohne das er gezwungen wird?.....

    .....hoffnungsloser Idealist.
  • engeng April 2011
    @chefin: Du kannst hier nicht einfach von Dir auf andere schließen.
    Natürlich kenne ich auch solche "Vollpfosten" wie Du sie beschrieben hast, und die bekommen von mir auch "Langholz" wenn ich sie erwische. Aber ich kenne viel mehr Leute die nichts das Finanzamt hintergehen, keine Schwarzarbeit machen, keine Fahrerflucht begehen, kein Öl ins Grundwasser ablassen, keine Bestechungsgelder annehmen, keine Versicherung betrügen und vor allem keine Ellenbogenmentalität haben.
  • AnonymousAnonymous April 2011
    Die japanische Regierung sollte endlich mal das Heft in die Hand nehmen und Tepco in die Schranken verweisen. Die Salami-Taktik von Tepco zielt nur auf das eigene Überleben als Aktiengesellschaft ab. Wer den Bock zum Gärtner macht, braucht sich hinterher nicht zu wundern, daß der Garten hinterher kahlgefressen ist.

    Bezahlen wird letztendlich sowieso der Steuerzahler.

    Der Grenzbereich zur Beherrschung dieser Katastrophe ist längst überschritten.
    Die mittlerweile 60.000 Tonnen verseuchten Abwassers müssen weg, oder zumindest zwischengelagert werden. Und täglich kommt neues Abwasser dazu.

    Warum also nicht einen 200.000 Tonnen Super-Tanker requirieren als Zwischenlager?
    Damit gewinnt man wertvolle Zeit.
  • engeng April 2011
    @Walter: So blöd sich das jetzt auch anhört: außer Tepco ist niemand in der Lage das Problem in den Griff zu bekommen. Oder soll ein Regierungsbeamter den Technikern vor Ort sagen was sie machen sollen? Ich glaube auch nicht an eine Salami-Taktik von Tepco, dann das würde nur noch mehr Geld kosten. Die sind schon daran interessiert das Problem so schnell wie möglich in den Griff zu bekommen. Aber die erforderlichen Maßnahmen sind sehr komplex und man kann sich außerdem nicht so frei bewegen wie es eigentlich nötig wäre (Gebäudeschäden, kontaminiertes Wasser, Strahlung).

    Beim Vorschlag mit dem Tanker gibt es auch ein Problem: Wie entsorge ich ein riesiges, kontaminiertes Schiff wenn das Wasser wieder zurückgepumpt wurde? Es sind aber mittlerweile schon verschiedene Maßnahmen zur Wasserentsorgung eingeleitet worden. (siehe hier im Forum unter: Wie geht es weiter).
  • SileneSilene April 2011
    Es sind aber mittlerweile schon verschiedene Maßnahmen zur Wasserentsorgung eingeleitet worden. (siehe hier im Forum unter: Wie geht es weiter).

    Stimmt, aber es wird vermutlich noch Monate dauern, bis man die Pläne umsetzen kann. Mit dem Tanker erkauft man sich Zeit und Ellenbogenfreiheit. Solange die Brühe im Keller steht, kann man ja keine richtigen Reparaturen durchführen.
    Der Tanker ist außerdem verhältnismäßig leicht zu dekontaminieren (im Vergleich zu einem verseuchten Küstenabschnitt oder mehreren tausend Kubikmetern kontaminierten Grundwassers).
  • AnonymousAnonymous April 2011
    @eng:
    Dein Einwand ist berechtigt. Ein Regierungsbeamter kennt die Situation vor Ort nicht. Er muss sich auf die übermittelten Daten verlassen. Nur wer kennt die originären Daten?
    Nur Tepco. Und sie entscheiden, wer wann welche Informationen bekommt.

    Der Tanker kostet mal so 150 - 200 Mrd Dollar. Ist aber immer noch billiger als die Entseuchung von 60.000 Tonnen Abwasser und 10.000 Kubikmeter Schlick an der Ostküste der Hauptinsel Kyosho, die man unter Wasser eh nicht entseuchen kann.
  • eng said:

    @chefin: Du kannst hier nicht einfach von Dir auf andere schließen.
    Natürlich kenne ich auch solche "Vollpfosten" wie Du sie beschrieben hast, und die bekommen von mir auch "Langholz" wenn ich sie erwische. Aber ich kenne viel mehr Leute die nichts das Finanzamt hintergehen, keine Schwarzarbeit machen, keine Fahrerflucht begehen, kein Öl ins Grundwasser ablassen, keine Bestechungsgelder annehmen, keine Versicherung betrügen und vor allem keine Ellenbogenmentalität haben.




    ....und aufgrund oben beschriebener Ehrlichkeit auf dieser Welt erhoben Kopfes leben ohne Einfluss auf irgendwas zu haben...ich kenne diese Menschen auch, einige davon sind meine Freunde.
  • AnonymousAnonymous April 2011
    An die Entseuchung des Bodens im Umkreis von 30 km um Fukushima mit 10 cm mittels Abgraben mag ich gar nicht denken. Das sind mal 40-45 *10 E 6 Kubikmeter.
    Ein verdammt grosses Loch, um das alles einzubuddeln.
  • @Walter: ein Supertanker kostet sicher keine 150 Milliarden...eher so 150 Millionen. Ok, fahren wir das Ding mal dort hin...ups, der Kapitän dieses Schiffes weigert sich aber auch nur in die Nähe zu kommen. Tokio...und schluss ist. Wie wäre es, könntest du es mal eben bis Fukushima fahren?....hm...ok, du auch nicht. Kennst du jemanden der solche Kolosse fahren kann und bereit ist sich einem Strahlungsrisiko auszusetzen?

    usw..usw...usw...meinst du das so ein Schiff einfach mal eben so betankt werden kann und man das in 2 std auf einem Crashkurs am Beamer mit einem Video lernt? Sicherlich nicht. Den du kannst das Teil auch mal eben umkippen beim beladen, wenn du es falsche machst. Oder es kommt etwas Sturm auf, dann muss manövriert werden. Versuch nur mal ein Schiff in einem Simulator zu manövrieren, dann weist du wie Hecklenkung funktioniert. Und dann stellt dir einen Stapler vor ohne Bremse aber 200.000 Tonnen Ladung.

    Ne...die Idee ist gut, aber finde mal die 20 Dummen die es umsetzen. Sobald Menschen nötig sind mit spezieller Ausbildung wird es eng diese zu motivieren dort etwas zu tun.

    Ich frage dich jetzt mal ganz konkret: Würdest du dort hingehen und helfen, weil dein Chef es dir sagt? Würde genug Geld deine Motivation erhöhen? Bist du dann sowas wie ein "kriegsgewinnler" der am Unglück anderer sich eine goldene Nase verdienen will (naja...ich denke mal das andere es so sehen würden, wenn du für genug Geld dort hingehst und das Risiko auf dich nimmst).

    Ihr seht alle nur die Technik, keiner denkt auch nur eine Sekunde über den Menschen hinter der Technik nach, die ohne den Menschen nicht funktioniert. Diese wollen gefragt werden und entscheiden dürfen und auch die Freiheit haben Nein zu sagen. Und gerade bei Supertankern ... da gibts nicht all zu viel Auswahl und einen Ausfall kann man nicht mal eben ersetzen. Da hängen Unmengen an wirtschaftlichen belangen dran, die Japan ersetzen müsste. Oder würdest du auf 50% deines Lohns verzichten, weil deine Firma aufgrund der Beschlagnahmung eines Supertankers nun in Lieferschwierigkeiten kommt und Ausfälle hat? Ich glaube keiner der hier liest würde bereit sein zu verzichten, weil es zufällig ihn trifft. Wir wären nur zu kollektivem Verzicht bereit (jeder Deutsche 2Euro sind ja auch 160Millionen, das reicht für einen neuen Supertanker).

    Also überlegt erstmal wer da hin gehen will und dann denkt nach, was die bewirken können.
  • engeng April 2011
    @chefin: sorry chefin, ich bin nicht intelligent genug Deine Aussagen zu verstehen. Also erst sagst Du das es keinen ehrlichen Menschen auf der Welt gibt. Dann sagst Du das es zwar ehrliche Menschen gibt - aber die haben auf nichts Einfluss, und das sind Deine Freunde. Ah, ja.
  • MechthildMechthild April 2011
    Permissions:
    Administrator:Andre, AndiH
    Moderator: Troyaner, Eng
    @all:keep cool
  • Eng...du wirst gerade ziemlich unfair, ich denke nicht das ich auf dieser Basis weiter diskuttieren will. Ich habe eine Meinung von Menschen, mag sein sie ist durch verschiedene Erfahrungen abweichend von deiner. Aber ich stehe nicht ganz alleine auf dieser Welt mit dieser Meinung.
  • engeng April 2011
    chefin... ich habe nur versucht Dich zu verstehen, weil Deine Aussagen widersprüchlich sind. Dafür sind eigentlich Diskussion da - aber wenn Du meinst ich wäre dabei unfair dann bitte ich das zu entschuldigen.
  • AnonymousAnonymous April 2011

    @Mechthild

    Yep, die 150 Mrd für den Tanker waren falsch. 150 Mio kommen hin. Als Kriegsgewinnler würde ich momentan Puts auf den Nikkei 225 kaufen. Gibt sicher genug
    Rendite, um hinterher den Japanern Kredite für den Wiederaufbau verkaufen zu können.
    So funktioniert die Wirtschaft.
  • Genau das meinte ich Walter

    So funktioniert die Wirtschaft.

    Und du wirst sicher nicht hingehen und helfen wenn dein Chef sagt, das du eben derjenige bist der zufällig das richtige KnowHow hat und zufällig frei warst. Irgendwie hast du dir die Antwort auf diese direkte Frage gespart...weil sie wohl offensichtlich ist.

    Und so muss man jede Möglichkeit zum einen unter dem Gesichtspunkt der Wirtschaftlichkeit aber auch unter dem Gesichtspunkt der Menschen die dann davon betroffen sind sehen.

    @Eng: vieleicht haben wir heute beide auf dem falschen Fuss gestanden...wollte dich nicht angreifen...sorry.

    Denke wir sollten unseren kleinen Disput oben abschliessen, wenn du magst, lass und per PM weiter drüber diskuttieren, glaube öffentlich sind wir momentan beide zu angespannt gegeneinander.
  • AnonymousAnonymous April 2011
    Ach mist.

    letzter Kommentar war eigentlich @chefin.
    Sorry Mechthild.

    Chefin, als arrogantes Arschloch und Kapitalist würde ich folgendes tun:
    Den Supertanker volladen mit 200.000 Tonnen radioaktivem Abwasser.
    Runtershippern zum Marianengraben, warten auf ein kleines Unwetter.
    Die Besatzung bekommt 1.000.000 Millionen je Mitglied versprochen.

    Und dann den ganzen Pott versenken.
    Ich zahle eine Million an jeden Überlebenden und der Rest ist leider Schicksal...
  • engeng April 2011
    @chefin: habe dich bereits angeschrieben. ;)
  • SileneSilene April 2011
    Ota said his experiments proved the powder can remove almost 100 percent of cesium when 1.5 grams of the powder are mingled with 100 milliliters of water in which cesium has been dissolved at a density of 1-10 parts per million. The tests also confirmed that the powder can remove iodine and strontium.

    Ausgehend vom Text in der Japan Times mal ein paar Überschlagsrechnungen:

    1-10 ppm Caesium entspricht 1-10 mg/l
    15 g Zeolith kann diese Menge Caesium aus einem Liter Wasser heraus holen
    1 mg Cs-137 entspricht 32 MBq

    Das Meerwasser strahlt derzeit aber nur mit 1000 Bq/l, da stellt sich natürlich die Frage, ob die Zeolithe auch noch so gut absorbieren, wenn Caesium in einer Konzentration vorliegt, die 32000fach unter den Testbedingungen liegt (in Begleitung aller möglichen anderen Ionen).

    Beim strahlenden Wasser aus dem Gebäude mag das natürlich funktionieren, da liegen die Werte ja in einer vergleichbaren Größenordnung. Für die täglich anfallenden 500 Kubikmeter Kühlwasser bräuchte man dann etwa 7,5 Tonnen Zeolith. Täglich.

    Und wieviel Tonnen Wasser haben sich bereits in den Gebäuden angesammelt? Etwa 15000? Dafür benötigen wir dann weiter 225 Tonnen Zeolith.
    Edit: Laut Spiegel stehen im Gebäude etwa 70 kT Wasser, also wird auch 5mal soviel "Pulver" benötigt
    -> etwa eine Kilotonne Zeolith!
  • MatthiasMatthias April 2011
    Ui. Und das Zeolith müsste hinterher ja sicher auch «entsorgt« werden.
  • SileneSilene April 2011
    Radioactive level up at reactor water intake

    The Tokyo Electric Power Company says it detected 160 becquerels of radioactive iodine-131 per cubic centimeter in samples of sea water collected near the water intake for the Number 2 reactor on Wednesday morning. The figure is 4,000 times the national limit and higher than the level detected on Tuesday. [...]

    TEPCO says it also detected radioactive cesium-134 at 2,300 times the limit and cesium-137 at 1,600 times the limit on Wednesday morning. These levels are also higher than those detected on Tuesday.

    The Nuclear Safe and Industry Agency explains that sea water containing highly dense radioactive material is piling up due to a special fence set up in the area to keep the leakage of the contaminated water from the Number 2 reactor water intake. It says it sees no new leakage of highly radioactive water.

    Wie kann sich Radioaktivität an einer Barriere "anstauen"? Eigentlich geht das nur, wenn es sich nicht um gelöste Stoffe, sondern um Partikel handelt. Da würde ich gern genaueres erfahren.
  • AnonymousAnonymous April 2011
    Ja Silene, darüber rätsele ich auch schon eine ganze Weile. Wie genau sehen diese Trenches aus und welches Fassungsvolumen haben die eigentlich? Sind das 5 oder 6 einzelne Kanäle je Block, sind die miteinander verbunden? Und was haben die eigentlich mit dem Zulauf an Meerwasser zu tun?
  • SileneSilene April 2011
    Und was haben die eigentlich mit dem Zulauf an Meerwasser zu tun?

    Ich habe das so verstanden, dass es sich dabei um die Kanäle handelt, durch die das Kühlwasser normalerweise angesaugt wird. Ein Kanal pro Turbine. Das reime ich mir aber nur zusammen, ist kein Faktenwissen.
  • thowabuthowabu April 2011
    Hat das vielleicht etwas mit den Wellenbrecher strukturen im Meer zu tun ?

    Wenn man sich das Luftbild unter der Annahme betrachtet das dass kontaminierte Wasser auch wieder in den abgegrenzten Bereich reinläuft,
    könnte der erhöhte Wert doch Sinn machen.

    Vielleicht reicht nur eine "kleine turbulente" Strömung in den Bereich hinnein die kontaminiertes Material rausträgt.
  • MatthiasMatthias April 2011
    @Silene 21. April, 13:46
    Laut FAZ wurde in Harrisburg auch schon Xeolith eingesetzt. 8400 Kubikmeter kontaminiertes Wasser seien demineralisiert und anschließend (was zweieinhalb Jahre dauerte) verdampft worden.
    http://www.faz.net/s/Rub163D8A6908014952B0FB3DB178F372D4/Doc~E8AFB1EBEED9A4F7BADADB60B3FF0F604~ATpl~Epalmversion~Scontent~Aadtype~Eavantgo.html
    Das nur zur Vervollständigung – ich habe mit diesem Zeug sonst nix am Hut, ist mir nur zufällig begegnet.
  • vosteivostei April 2011
    Ich habe in einem anderen Thread gerade eine geologische Karte hochgeladen - kleine Zusatzinfo zwecks Stichwort Tanker usw:
    Das Gelände dort fällt seeseitig sehr flach ab - keine große Wassertiefe, weshalb man bislang mit Pontons, Barken usw arbeitet und Schleppern.
    Was sich anbieten würde, wären Arbeitsplatformen, Schwimmpontons mit stellbaren Säulen seeseitig, flach über Wasser geliftet, ließen sich diese im Fall von Beben absenken, in Schwimmposition bringen, tsunamifest wäre das allerdings nur bedingt.
  • SileneSilene Mai 2011
    Zwei Grafiken von TEPCO, die die räumlichen Verhältnisse etwas klarer machen (Quelle):

    image
    image
  • SileneSilene Mai 2011
    [NHK] Seawater purifiers to be set at Fukushima plant
    image

    Tokyo Electric Power Company says it will start work on Tuesday to install seawater purifiers, which use the mineral zeolite to absorb radioactive cesium.

    The utility previously built undersea silt barriers around the water intakes for the No.2 and 3 reactors after highly contaminated water was found to be leaking into the sea. [...]

    It is planning to draw and treat a maximum of 30 tons of water per hour from inside the silt fences, where radiation levels are higher, aiming to reduce contamination in the water outside the fences.

    The company says the equipment will be installed around the intakes of the No.2 and 3 reactors, and it will begin preliminary operations as early as Thursday.
  • SileneSilene Juni 2011
    Und so sieht das "Circulating Seawater Purification Equipment" aus:

    image
  • @ Silene

    Hochinteressant, das sieht nach wenigen m^3 Inhalt aus, und das soll 30m^3/h dekontaminieren? Vor allem würde mich brennend interessieren, wieviel Calcium aus dem Meer gefangen wird im Vergleich zu Cs auch der Koeffizient für Iod wäre mal interessant, der sollte eigentlich gegen null laufen!
  • AnonymousAnonymous Juni 2011
    Ja, schade, dass kein Auto als annähernder Größenvergleich daneben steht. Aber schaut Euch mal das Baugerüst rechts an, über das die drei roten Rohre in das obere Viertel an den Container mittels Schraubflanschen angeschlossen sind.
    Man sieht sehr schön den Durchmesser des oberen Querrohres am Gerüst.
    Und dann seht euch den Absperrhebel an der Frontseite an. Wie lange ist der wohl?
    Ich schätze mal maximal 60 cm.

    Das dingens fasst keine 20 Kubikmeter
  • AnonymousAnonymous Juni 2011
    Natürlich kann ich da sogar 2.000 Kubikmeter in 24 Stunden durchjagen. Aber entseuchen?
  • AnonymousAnonymous Juni 2011
    Das ist m.E. lediglich ein Salzabscheider.
  • SileneSilene Juni 2011
    Hat TEPCO überhaupt mal einen der im Meer versenkten Säcke wieder herausgeholt und gemessen, wieviel Radioaktivität durch die Zeolithfüllung gebunden wurde?
  • SileneSilene Juni 2011
    @ Walter
    Die Tanks sind sogar noch kleiner als vermutet:
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    Quelle: TEPCO
    Attachments
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  • vosteivostei Juni 2011
    Hmm - Seewasser, als Aquarianer frage ich mich, wie die verhindern, dass ihnen das Ganze nicht irgendwann das Leben anfängt und laut schreiend davonrennt... - Ok, die Strahlemänners töten ja schon recht grob ab, aber irgendwie... ;)

    Aber ich denke mal, dass sie seewassertechnisch und den Erfahrungen daraus durchaus KnowHow haben mit Chemie usw - und da würden mich ja mal genaue chemische Analysen der sedimente vor solchen KKW-Anlagen in Japan interessieren, also von denen mit einem Kreislauf und Seewasserradiatoren...
  • Gibt es Hinweise welcher Zeolithtyp hier zum Einsatz kommt? Vom Volumen her hat man es mit ca. 8m^3 zu tun. Calcium sollte ein höheres Bindungsverhalten zeigen als Cs und wird dieses in kinetisch kontrollierten Prozessen verdrängen.

    Warum hat man vor Wochen keine Standardanlagen (Anion -Kation/Ionentausch oder Umkehrosmose) zur Entsalzung von Wasser gekauft??? Auf die 1-2 Mio€ wäre es ja wohl auch nicht mehr angekommen und diese Konzentrate dann gelagert oder auch nach Absorption zur sicheren Lagerung gebracht?
  • vosteivostei Juni 2011
    Das kommt noch, wohl auch unter Toshiba - von Areva, Veolia Water und weiteren Firmen. Steht in der ToDo für Juli.
    Geld dürfte da weniger eine Rolle spielen - für die Servicedienstleister ist es Werbung und Tepco kann sichs quasi aussuchen - außerdem denke ich, dass Tepco schon längst in Richtung "aus der Not heraus geborenes Endlager" plant, das ließe sich dann auch kommerzialisieren.
  • SileneSilene Juni 2011
    [NHK] TEPCO tests filters to decontaminate water
    Tokyo Electric Power Company began testing water filtering devices at the Fukushima Daiichi nuclear plant to decontaminate highly radioactive wastewater on Thursday. [...]

    After a test-run, Tokyo Electric plans to filter a maximum 30 tons of contaminated water per hour from inside the fence and to discharge the decontaminated water into the sea.

    Dann wollen wir mal hoffen, dass dieser schlichte Filter mehr kann, als nur den Caesiumgehalt unter die Messgrenze (15Bq/l bei Cs-134, 16Bq/l bei Cs-137) zu drücken. Ich vermute, TEPCO geht es ohnehin nur darum, ein "ND" in die Tabelle einzutragen.

    Warum fordert eigentlich niemand eine sinnvolle Messgenauigkeit ein? Kaum liegen die Aktivitäten bei 25% der erlaubten Maximalwerte, darf TEPCO schon so tun, als hätten sich die Schadstoffe in Luft aufgelöst. Das ist doch ein Witz!
  • JorindeJorinde Juni 2011
    @Silene:
    Ich wundere mich eh, dass anscheinend alle Pazifikanrainer hoffen, es werde sich schon alles weit genug verdünnen. Habe auch noch keinen Ozeanologen gehört, der was von Meeresströmungen und Verschleppung radioaktiver Substanzen erzählt hätte.
    Ist das wirklich alles so unerheblich??!
  • JorindeJorinde Juni 2011
    Danke vielmals!
    Link 2 kannte ich schon; aber die können ja durchaus auch mit sehr kleinen Mengen ihre Forschung betreiben.
    Der erste Link klingt vielversprechend - zwar keine "Projektgröße" genannt, aber zumindest interessiert sich mal jemand dafür...
  • SileneSilene Juni 2011
    [NHK] TEPCO begins operating seawater treatment system
    The company began full-fledged operation of 2 filtering devices on Monday after a series of test-runs.

    The devices are installed near the water intakes of the Number 2 and Number 3 reactors, where high radiation levels have been detected.

    The devices are designed to first pump up seawater and then absorb radioactive cesium using the mineral zeolite. The water is returned to the sea as the final step.

    TEPCO says each device is capable of treating up to 30 tons of seawater per hour. Tests showed the machines reduced cesium levels by 20 to 30 percent. The company says it will find ways to increase filtering capability.


    Wenn NHK das korrekt wiedergibt, filtert TEPCO also gerade einmal 20-30% des Caesiums aus dem Wasser heraus, bevor es ins Meer gepumpt wird. Bis zu 720 Tonnen täglich. Mitsamt aller Isotope, die der Zeolithfilter durchgelassenen hat. Dazu dürfte auf jeden Fall Iod-131 gehören (noch immer bis zu 1900fach über dem Grenzwert!). Möglicherweise auch ein großer Teil des Strontiums, denn wie gut das von TEPCO eingesetzte Zeolith Strontium-89 (26-80fach über dem Grenzwert) und Strontium-90 (53-240fach über dem Grenzwert) binden kann, bleibt offen.
  • SileneSilene Juni 2011
    Ich habe es mal kurz überschlagen, um die Werte in Relation zu setzen:

    Wenn ich mich nicht verrechnet habe, wird wird TEPCO auf diesem Weg pro Tag etwa 25-100 Gigabecquerel Radioaktivität ins Meer entlassen. Das entspricht in etwa 25-100 Litern unfiltriertem Kellerwasser.
  • SileneSilene Juni 2011
    [Wall Street Journal] High Level of Toxins in Water at Japan Plant Raises Risks
    Tepco said a separate device, set up near the coastline, started operating Monday to remove radioactive materials from seawater. Water is being pumped through the zeolite-filled device to collect cesium and other radioactive materials. But Tepco said it was not clear if it would remove strontium as well.
  • Das sind ja Versuche....
    Man pumpt etwas durch und jagt es ohne Analyse ins Meer.......

    Zeolith wird mehr Sr aus dem Wasser binden als Cs, wieviel das ist bleibt fraglich.
    Insgesamt muss man auch das Ca des Wassers mitberücksichtigen, das dürfte die grösste Affinität aufweisen und auch am meisten enthalten sein. Daher wären Messdaten vorher/nachher zwingend notwendig - aber vielleicht reicht die Zeit dazu nicht mehr.

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