Willkommen zum Fukushima-Info- und -Diskussions-Forum des physikBlogs.

Die Zahl der Kommentare auf unsere Fukushima-Beiträge ist jenseits der 1000er Marke. Es wird zu unübersichtlich!
Daher gibt's dieses Forum, bei dem ihr über den Unfall von Fukushima kommentieren könnt, was das Zeug hält!

Zu einer kleinen Einführung, hier entlang.

Ihr seid neu hier? Das physikBlog hat in vier Artikeln den Unfall von Fukushima begleitet. Eine Lektüre, zumindest des Aktuellsten, empfiehlt sich vor dem Mitdiskutieren!

Es sei erwähnt, dass wir bei der Moderation der Kommentare hier weniger streng sind, als im Blog. Ihr seid freier in eurer Themenwahl.

Viel Spaß, André & Andi vom physikBlog.

Arbeitsbedingungen
  • TimTim April 2011
    > Arzt bemängelt prekäre Arbeitsbedingungen in Fukushima
    http://bazonline.ch/ausland/die-tsunami-katastrophe/Arzt-bemaengelt-prekaere-Arbeitsbedingungen-in-Fukushima/story/17656360?dossier_id=885

    Ganz abgesehen, was die Leute dort persönlich durchmachen, erhöhen die schlechten Umstände das Risiko für Fehler durch die Arbeiter.

    Gab schon mehrere Artikel dazu - es ist schwer nachzuvollziehen und erschreckend, wie es scheinbar nicht möglich ist für die Arbeiter ordentliche oder zumindest bessere Bedingungen zu schaffen.
  • Das ist Definitionssache

    Geh mal einen Tag auf eine Hausbaustelle Rohbau oder Keller ausheben. Da leben die Arbeiter in Fukushima wie die Made im Speck dagegen.

    Was genau ist es was den Menschen fehlt? Warmes Essen, Gemütliches Fernsehzimmer...ein Zuhause. Das wird sich aber auch nicht so schnell machen lassen. Wen willst du den da hin schicken? Pizzadienst? Die fahren ganz sicher nicht durch verseuchtes Gebiet um da Pizza abzuliefern. Andere Catering-Unternehmen stehen da vor dem selben Problem. Man kann nur Tiefkühlkost hinbringen und aufwärmen. Und die Techniker dort vor Ort sind keine Spitzenköche sondern AKW-Techniker eben.

    Ja, es ist ein Problem aber die einzige Lösung heist: weitere Menschen hinschicken und der Verseuchung aussetzen. Da steht man vor dem Kobayashi-Maru-Test, du must entscheiden ob jemand Leben darf oder sterben muss.

    zitat:Ich hab viele gefragt, ob sie aufhören wollen, aber sie haben geantwortet: 'Wer würde die Arbeit denn sonst machen, wenn nicht wir?'.»

    Du kannst die Mitarbeiter auch nicht ausauschen, die wollen das garnicht. Wir entscheiden aus einer moralischen und gesellschaftlichen Sicht heraus, die diesen Menschen fremd ist. Sie denken da ganz anders. Sie empfinden das anders. Man kann dieses Problem nicht lösen, da jeder Arbeiter den man hinschickt in die Gefahr kommt, eine enorme Strahlendosis abzubekommen, die sein leben mehr als nur statistisch verkürzt. Also...wer soll entscheiden wer leben darf und wer sterben muss?

    Und das nur deswegen, weil die Arbeiter dort wegen Schnarchproblemen schlechter schlafen können. Ich denke mal, das momentan Schlafcontainer hintransportiert werden. Sowas ist aber nicht in 1-2 Tagen zu bewerkstelligen. Es gibt Großbaustellen wo solche Containerstädte gebaut werden für 100-200 Menschen. Da wird vorher 2 Wochen vorbereitet damit Strom, Wasser, Abwasser funktioniert. Oder willst du irgendwo im freien Schlafen ohne Klo und Waschbecken, musst dann 500m zum nächsten Gebäude laufen. Keine Lösung die jemand annehmen wird. Also wird jetzt wohl erstmal geschaut wohin mit der "Scheisse", Abwasser dürfte das am schwersten zu lösende Problem sein. Aber auch Wärme wird viel Energie kosten, da diese Container normal elektrisch geheizt werden. Aber leider 230V, nicht 110KV, wie es im Kraftwerk vorherscht. Also muss da auch erstmal eine Logistik geschafft werden. Aber die Arbeiter kommen ja jetzt schon nicht hinterher und sind überlastet. Noch mehr Arbeit aufhalsen? Andere Arbeit liegen lassen? Weitere Menschen hinschicken (siehe oben). Ich denke man wird 2 Arbeiter abziehen können damit die sich darum kümmern. Oder es finden sich einige freiwillige, die der japanischen Mentalität entsprechend sich dort einfinden und das Risiko auf sich nehmen. Aber Zwang...befehlen...ganz sicher nicht.

    Ich weis jedenfalls keine schnelle Lösung ohne dabei weitere Menschenleben zu gefährden. Vieleicht weis jemand anders eine Lösung, die Autark arbeiten kann und ohne Menschen für den Aufbau auskommt.
  • SileneSilene April 2011
    Geh mal einen Tag auf eine Hausbaustelle Rohbau oder Keller ausheben. Da leben die Arbeiter in Fukushima wie die Made im Speck dagegen.

    Es sind mehr als fünf Wochen seit dem Tsunami vergangen. Aber die Arbeiter vor Ort, die eine ungeheuer wichtige Aufgabe zu erledigen haben und dabei Ihre Gesundheit riskieren, werden noch nicht mal ordentlich mit Essen versorgt. Das ist kein Luxusproblem, liebe chefin.

    Außerdem handelt es sich bei denen um (größtenteils schlecht bezahlte) Leiharbeiter und zivile Firmenangestellte. Das sind weder Katastrophenspezialisten noch gedrillte militärische Spezialkräfte. Vermutlich sind sie nicht mal ausreichend versichert, falls es zu gesundheitlichen Spätfolgen kommt. Da von "Maden im Speck" zu reden ist wirklich unterste Schublade. Ich hoffe, das ist dir nur so 'rausgerutscht.
  • TimTim April 2011
    Sorry chefin das ist billige Polemik und hat nichts mit den konkreten Umständen dort in Fukushima zu tun:

    TEPCO workers not warned of radiation risk
    http://www.yomiuri.co.jp/dy/national/T110326003217.htm

    Workers face incredible risk with little food
    http://www.yomiuri.co.jp/dy/national/T110329004944.htm

    N-crisis a battle for workers' wives
    http://www.yomiuri.co.jp/dy/national/T110410003111.htm

    N-workers to receive long-term health checks
    http://www.yomiuri.co.jp/dy/national/T110416002868.htm

    Heat stroke adds to TEPCO workers' woes
    http://www.yomiuri.co.jp/dy/national/T110418004905.htm


    Aus dem Artikel im ersten Post:

    > Den Grund für die gesundheitlichen Probleme der Arbeiter sieht Tanigawa vor allem in den schlechten Arbeitsbedingungen. Die Arbeiter hätten wenig Zeit auszuruhen, keine Bäder oder frische Nahrungsmittel und liefen ständig Gefahr, der Strahlung ausgesetzt zu werden. Während ihrer Pausen im Kraftwerk Fukushima-Daini schliefen die Arbeiter auf dem Boden einer Sporthalle, nur eingehüllt in Decken, ohne Privatsphäre«, berichtete Tanigawa.

    Und selbst der Zustand ist noch milde zu dem was vorher war.
    So wollen die 6-9 Monate mit den Leuten weitermachen?
    Oder werden einfache Neue herangeschafft?! Sind ja nur "Maden im Speck".

    Da kann man nur den Kopf schütteln.
  • Schon mal auf einer solchen Baustelle gewesen wie ich beschrieben habe?

    Ich habe über 10 Jahre Europaweit Baustellen betreut und Anlagen dort aufgebaut und in Betrieb genommen. Ich hatte keinen 4 Schicht-Betrieb, ich habe selbst 12-14Std ohne Ablösung gearbeitet. Ich denke das ich mir die Kompetenz zu diesem Thema sauer erworben habe.

    Ja...die Arbeitsbedingungen am Kraftwerk sind schlecht. Das bestreite ich ja auch nicht, wobei schlecht sich dann wohl auf das bezieht, was dieser Arzt als gut ansieht. Und gut...ich habe 4-5 mal im Jahr Schulungen, das sind gute Arbeitsverhältnisse. Bedienung für jeden Tisch, Einzelzimmer im Schulungsgebäude (Hotel), Poolanlage, Bar, Fitness.

    Das sind gute Arbeitsbedingungen. So gesehen ist Fukushima schlecht. Nehmen wir die durchschnittliche Hochbaustelle in Deutschland, dann sind die Bedingungen in Fukushima gut. Und in Deutschland ist das keine Katastrophe sondern lediglich Geiz ist Geil Mentalität. Nur das billigste wird genommen. Sorry, wenn ich den Aussagen des Arztes wenig Gewicht schenke da sie extrem subjektiv sind und weit von jeglicher Realität entfernt. Geh einfach mal in ein Kraftwerk an einem Tag der offenen Türe und schau dir an, welche Arbeitsbedingungen dort regulär anzutrefen sind.

    Kantine mit mehreren Köchen die täglich frisch kochen. Sportanlagen mit Duschen für die Bereitschaftsmitarbeiter. Ebenso Schlafstellen. Aber natürlich keine Schlafstellen für 500 Menschen, sondern für 10 oder 20 Bereitschaftsmitarbeiter. Und auch die Duschanlage ist nicht für diese Menge ausgelegt. 500 Menschen erzeugen täglich durch Reinigung und Toilette ca 100-200Liter Abwasser pro Person, das sind 100.000 Liter oder 100 Tonnen. Das sind 4 LKW täglich an Abwasser. Die Abwasserleitungen aus dem Kraftwerk raus dürften abgesperrt sein. Oder willst du, das kontaminiertes Abwasser aus den Kühlversuchen abfliest über normale Kläranlagen. Also erklär mir nur mal wie man 100 Tonnen Abwasser beseitigt täglich ohne Menschenleben zu gefährden in einem Bereich der extrem verstrahlt ist und im Umkreis von 20km darf kein Mensch mehr sich aufhalten? Normale LKWs sind nicht luftdicht, es dürfte auch auf die schnelle nicht möglich sein, diese abzudichten und mit Sauerstoffversorgung auszurüsten. Es gibt einige Militärfahrzeuge für ABC-Einsatz. Aber die können nichts transportieren, jedenfalls nicht diese Menge.

    Idealerweise haben wir natürlich alle ressourcen der Welt zur Verfügung. Realerweise kosten die Geld, setzt voraus das Menschen sich freiwillig melden um das Risiko auf sich zu nehmen.

    Dann frage ich doch mal euch beide: silene und tim...wenn morgen jemand kommt und euch sagt: ihr müsst nach Japan und dort eine bestimmte Arbeit machen, Flug und alle Unkosten werden bezahlt, euren normalen Lohn gibt es natürlich auch noch, zusätzlich 25% Risikozuschlag....wer von euch zweien würde dem Befehl nachkommen?

    Und antwortet jetzt mal bitte nich mit: solche Befehle kann mir keiner geben.....es ist doch genau das was ihr in euren Posting fordert. Nämlich das es gemacht wird und das impliziert solchen Zwang.

    Ehrliche Antwort bitte....ansonsten werde ich mich aus der Diskussion mit euch ausklinken, da ihr sonst auch nur Sesseltheoretiker seit und ansonsten keine Ahnung habt (wenn ich meiner Frage ausweicht).
  • SileneSilene April 2011
    Du kannst einen nationalen Notstand nicht mit einer deiner Baustellen vergleichen. Das ist nicht einfach nur TEPCOs Angelegenheit. Wenn das z.B. Militär vor Ort wäre, müsste sich auch niemand Gedanken über die Ernährung oder die Hygiene machen. Da würde das Material im Handumdrehen vor Ort bereit stehen. Das ist nur eine Frage der Prioritäten und der Entschlossenheit.

    Dann frage ich doch mal euch beide: silene und tim...wenn morgen jemand kommt und euch sagt: ihr müsst nach Japan und dort eine bestimmte Arbeit machen, Flug und alle Unkosten werden bezahlt, euren normalen Lohn gibt es natürlich auch noch, zusätzlich 25% Risikozuschlag....wer von euch zweien würde dem Befehl nachkommen?

    Diese Frage kannst du doch unmöglich ernst meinen?
  • dirkdirk April 2011
    chefin said:


    Ehrliche Antwort bitte....ansonsten werde ich mich aus der Diskussion mit euch ausklinken, da ihr sonst auch nur Sesseltheoretiker seit und ansonsten keine Ahnung habt (wenn ich meiner Frage ausweicht).


    Sollen wir das jetzt als Drohung oder als ein Versprechen verstehen?

  • engeng April 2011
    Hallo chefin ...
    gaaaaaanz ruhig bleiben, durchatmen und etwas weniger Polemik. Danke.
  • engeng April 2011
    Ich werfe jetzt mal meine über 30 Jahre als Projektleiter im Anlagenbau hier rein und sage:
    - Die "Baustelle" Fukushima ist mit nichts zu vergleichen, allein schon wegen der Strahlung.
    - Die "Umstände" in Fukushima sind mit nichts zu vergleichen, weil es einen Tsunami gegeben hat der komplette Infrastrukturen zerstört hat. Es sind nicht nur ein paar hundert Arbeiter in Fukushima, sondern zigtausende Japaner die noch lange unter provisorischen Bedingungen leben müssen.
    - Wir haben hier überhaupt keine ausreichenden Kenntnisse der Situation vor Ort und im Umfeld, um darüber entscheiden zu können ob es Versäumnisse gibt oder Situationsbedingt überhaupt keine anderen Möglichkeiten.
    - Wir kennen die japanische Arbeitsmentalität, die Strukturen und die Hirachien nicht gut genug um uns als Europäer da einzumischen.

    BTW: Wenn man als Monteur vor Ort ist und nicht wegkommt (das ist auf den meisten Großbaustellen der Fall) dann arbeiten übrigens die Monteure am liebsten in 2 x 12 Stunden Schichten (Die Zeit geht schneller rum und man verdient mehr Geld), und das manchmal über viele Monate.
  • TimTim April 2011
    Am Ende zwei Bilder zur Turnhalle wo die Arbeiter schlafen müssen:
    http://cryptome.org/eyeball/daiichi-npp11/daiichi-photos11.htm
  • SileneSilene April 2011
    [Kyodo News] Female worker at nuke plant suffers radiation dose exceeding limit
    Tokyo Electric Power Co. said Wednesday that one of its female employees was exposed to radiation doses far above the legal limit at the crisis-hit Fukushima Daiichi nuclear power plant -- the latest revelation of lax radiation management by the plant operator since the crisis erupted last month.


    [NHK] TEPCO worker may have inhaled radioactive material
    The woman, in her 50s, was in charge of material management at the plant.

    She was found to have been exposed to 17.55 millisieverts of radiation. This is more than triple the 3-month limit for a female worker, which is set at 5 millisieverts.

    Closer examination has revealed that the woman suffered 13.6 millisieverts of internal radiation exposure.

    The woman was in a building which was contaminated by high-level radioactive substances following a hydrogen explosion on March 12th. She may have inhaled some of the airborne radioactive material as she wasn't wearing a protective mask.

    TEPCO has apologized for its lack of precautions against internal radiation exposure. Two more female workers who were in the same building may have also exceeded their exposure limit.
  • TimTim April 2011
    > Dying for TEPCO? Fukushima’s Nuclear Contract Workers
    http://japanfocus.org/-Japan-Focus/3523
  • engeng April 2011
    Also wir sollten realistisch bleiben: es kann doch hier nicht wirklich noch jemanden überraschen das die Mitarbeiter vor Ort einer Gesundheitsgefährung ausgesetzt sind ...
  • SileneSilene April 2011
    @eng
    Nein, aber hast Du den von Tim verlinkten Artikel gelesen? Wenn auch nur die Hälfte von dem zutrifft, was man TEPCO dort vorwirft, dann stinkt das wirklich zum Himmel.
  • engeng April 2011
    Um das Problem vor Ort in den Griff zu bekommen müssen die eigenen Mitarbeiter und Subunternehmer zwangsläufig einer Gesundheitsgefahr ausgesetzt werden. Aber natürlich sollten dabei alle Möglichkeiten genutzt werden um die Mitarbeiter so gut wie möglich zu schützen.
  • SileneSilene April 2011
    Ja, und dazu braucht es nicht nur Dosimeter und Schutzanzüge (inklusive passender Stiefel), sondern auch eine angemessene Schulung. Wenn die (Hilfs-)Arbeiter vor Ort nicht mal erfahren, dass ihnen Gefahr durch Inhalation von und Hautkontakt mit radioaktiven Stoffen droht, lässt man sie ins offene Messer laufen.
  • SileneSilene April 2011
    [Kyodo News] Radiation exposure level nears limit for 1 worker at Fukushima plant
    TEPCO [...] said it found that the amount of internal and external radiation exposures of one of its employees [...] had reached 240.8 millisieverts in total, while another received 226.6 millisieverts.
  • SileneSilene Mai 2011
    Gehen TEPCO bald die Arbeiter aus?

    [NHK] More workers to be sent to Fukushima
    The operator of the crippled Fukushima Daiichi nuclear power plant is studying the possibility of sending more employees and former employees to the plant.

    People who have previously worked at the plant and who have been trained in nuclear-related matters, such as radiation monitoring, are the potential candidates. About 3,000 people are believed to qualify.

    About 1,000 workers of Tokyo Electric Power Company and its contract companies are currently working at the power plant to bring it under control. [...]

    On Saturday, 2 workers were found to have been exposed to more than 200 millisieverts of radiation.

    Another 30 workers or so were exposed to radiation in excess of 100 millisieverts.
  • vosteivostei Mai 2011
    Die zwei Arbeiter mussten vorsichtshalber ins Krankenhaus eingeliefert werden, da sie mit 240.8 mSv und 226.6 mSv nahezu der jap. maximalen Dosisleistung von 250 mSv für Reaktorpersonal im Notfall ausgesetzt waren. (Der Eingreifrichtwert für beruflich strahlenexponierte Personen in Notfallsituationen war zuvor am 15. März 2011 im Zuge der Reaktorunfälle von 100 auf 250 mSV erhöht worden.)http://mdn.mainichi.jp/mdnnews/news/20110501p2g00m0dm011000c.html| Radiation exposure levels near limit for 2 Fukushima nuke workers, The Mainichi Daily News,2011-05-01
  • vosteivostei Mai 2011
    http://www.yomiuri.co.jp/dy/national/T110502002997.htm
    Eine der Putzmeister-Betonpumpen ist bei Toshiba/Hitachi und wird dort automatisiert, bzw so umgebaut, dass sie fernsteuerbar ist, Team Nippon schickt einen abgeschirmten bemannten Laster ins Rennen um die Suche nach radioaktiven Trümmern und das Chiba Institute of Technology schickt seinen kleinen Quince-Robo ins Rennen der Such- und Bergegeräte. ABC-geschützte Spürpanzer, wie der Fuchs ausgereift und fertig scheint unbekannt zu sein. http://de.wikipedia.org/wiki/Fuchs_(Panzer)#TPz_1A3.2FA6_.28ABC_Sp.C3.BCrpanzer.29
  • OlorinOlorin Mai 2011
    vostei said:

    ABC-geschützte Spürpanzer, wie der Fuchs ausgereift und fertig scheint unbekannt zu sein.



    ...an sich alles Andere als ein dummer Punkt. Jedoch:

    Frage 1: wie "ABC-Sicher" sind Fuchs und Co. wirklich?

    iA ist die ABC-Ausrüstung aus den Kaltkriegszeiten darauf ausgelegt, den Soldat noch eine Stunde fit zu halten, damit er die Russen abknallen kann, welche vom Himmel fallen.
    Ob das beim Fuchs auch zutrifft? kA.

    Frage 2: wie verhält sich die Verfügbarkeit der Mengen an Diesels`?

    Wenn beide Fragen zu hinreichender Zufriedenheit beantwortet sind, verstehe ich auch nicht, warum man nicht drei Bergepanzer das Gelände rauf und runter fahren läßt und alles fein zur Seite schiebt.

    Hinterher die Panzer aus der Zone raus, unter die Dusche fahren, dekontaminiert, fertig.

    Aber das ist ein anderes Thema, denke ich.
  • engeng Mai 2011
    @Olorin: Den radiaktiven Schrott einfach zur Seite schieben hilft nicht weiter. Es sind doch bereits seit vielen Tagen ferngesteuerte Bagger und Ketten-Transportfahrzeuge in Fukushima im Einsatz. Dutzende von speziellen Transportbehältern wurden mit radioaktivem Schrott beladen und abtransportiert. Bilder davon gibt es hier im Forum.
  • vosteivostei Mai 2011
    Außerdem ist der Fuchs zum "spüren" gedacht, nicht zum Räumen, abgeschirmt ist er, die Besatzung muss aber Vollschutz tragen. 2,5 Mio. Stückpreis, davon allein 500.000 fürs Spektro. Das Ding ist ein Verkaufsschlager und wird derzeit neuentwickelt, aber Japan hat keinen.
    Btw, vorletzte Woche gabs ne Meldung, dass man auch Trümmer einfach in den Boden gedrückt und abgedeckt hat.
  • SileneSilene Mai 2011
    [Kyodo News] 800 workers at Fukushima nuke plant get belated health checkups
    Some 800 workers have spent more than a month dealing with the nuclear crisis at the Fukushima Daiichi power plant but they have only recently started to receive medical checkups, officials of the plant operator Tokyo Electric Power Co. said Saturday.
  • TimTim Mai 2011
    dradio drückt das so aus:

    Weitere Pannen im Fukushima-Krisenmanagement

    Knapp zwei Monate nach Beginn der Atomkatastrophe im japanischen Fukushima sind neue Pannen im Krisenmanagement bekanntgeworden.

    So sei beispielsweise erst kürzlich damit begonnen worden, die etwa 800 in dem beschädigten Komplex eingesetzten Arbeiter regelmäßig medizinisch zu untersuchen, berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo.
    Sie beruft sich auf den Betreiberkonzern Tepco.

    Als Grund wurde eine Anordnung des Gesundheitsministeriums in Tokio genannt, in der Tests zunächst erst nach Ende der Krise verlangt wurden - offensichtlich in der Erwartung, dass diese nicht so lange dauere.


  • SileneSilene Mai 2011
    [Kyodo News] Fukushima's No. 1 reactor building radiation up to 700 millisieverts
    The radiation level, which was around 10 millisieverts per hour at its lowest, was measured as Tokyo Electric Power Co. workers and agency officials entered into the No. 1 reactor building early Monday as part of preparations to start full-scale work to create a system to stably cool the damaged nuclear fuel inside.

    ''An area with a double-digit millisievert level, let alone three-digit figures, is quite tough as a working environment. So we have to do the work by using some shielding,'' Hidehiko Nishiyama, a spokesman for the Nuclear and Industrial Safety Agency, told a press conference.
  • SileneSilene Mai 2011
    [NHK] High radiation may slow down TEPCO's repairs
    The company is concerned that the reactor's pipes are leaking radioactive water, contaminating the area.

    The tests yielded a maximum of 700 millisieverts per hour, thus workers can only stay in the vicinity for around 20 minutes.

    However, employees spent half an hour doing the tests and were exposed to as much as 10.56 millisieverts of radiation.

    TEPCO says the figures are higher than acceptable for worker safety.

    On Tuesday the firm will attempt measures to reduce radiation levels, including laying down sheets containing lead to insulate the radioactive substances.
  • vosteivostei Mai 2011
    Concerned!
    Eins muss man den Tepcos lassen - das Medienspiel beherrschen die perfekt.
  • engeng Mai 2011
    Was soll Tepco sonst sagen? Ich hoffe nur die meinen concerned im Sinne von betroffen und nicht im Sinne von beunruhigt. Dann wäre ich auch concerned. Abgesehen davon können alle noch mit der einen oder anderen unangenehmen Überraschung rechen. Denn nach wie vor kennt Tepco nicht das genaue Schadensbild innerhalb der vier Reaktorgebäude.
  • AnonymousAnonymous Mai 2011
    Mit Schäden an den Rohren hat man schon im Vorfeld der Arbeiten an Reaktor 1 gerechnet: http://www.jaif.or.jp/english/news_images/pdf/ENGNEWS01_1304588121P.pdf (News vom Donnerstag).
    Anscheinend ist die Strahlenbelastung im Arbeitsbereich gering genug, um die geplanten Arbeiten in vollem Umfang durchzuführen: http://www.yomiuri.co.jp/dy/national/T110509004352.htm .
    Natürlich müssen die Arbeiter dennoch wachsam sein, insbesondere beim Austausch von stark radioaktiv belasteten Rohren, und stundenlange Aufenthalte im Gebäude sind auch nicht möglich. Aber dass in einem havarierten AKW keine normalen Arbeitsbedingungen herrschen, sollte Jedem klar sein. Der Unfall dauert schon viel zu lange an, man sollte die Lage endlich mal stabilisieren. Mit jedem Tag, den man ohne Wiederherstellungsmaßnahmen verstreichen lässt, erhöht das Risiko von weiteren Freisetzungen durch Ausfälle von provisorischen Pumpen oder durch erneute Erdbeeben und Tsunamis.
  • vosteivostei Mai 2011
    20 Minuten am Stück. Btw. wenn man die Filtergeräte, Schläuche usw sieht, - respektable Leistung für 8 Mann.
  • SileneSilene Mai 2011
    Die Bleimatten haben nicht viel gebracht:

    The firm installed radiation-proof mats containing lead at the site after a survey on Monday detected radiation levels of 7 to 12 millisieverts per hour nearby.

    But the firm says the mats have reduced radiation by only about 10 percent, and that it must work out how to protect workers from exposure.
    Quelle: NHK
  • TimTim Mai 2011
    Man made to work at Fukushima plant for 2 weeks without prior knowledge
    http://mdn.mainichi.jp/mdnnews/news/20110509p2g00m0dm005000c.html

    An Osaka man was made to work at the crippled nuclear power plant in Fukushima Prefecture for about two weeks, when he had been expecting to work in neighboring Miyagi Prefecture, said a job placement center in Osaka on Monday.


  • TimTim Mai 2011
    > #Fukushima I Nuke Plant: One Worker Died, Cause Unknown
    http://ex-skf.blogspot.com/2011/05/fukushima-i-nuke-plant-one-worker-died.html

    Den Artikel lesen um keinen falschen Eindruck zu bekommen.
  • SileneSilene Mai 2011
    [NHK] Fukushima Daiichi plant worker dies
    The worker in his 60s complained of ill health while working at a waste processing facility. He worked for a subcontracting firm of Tokyo Electric Power Company.

    The man was taken to a medical office in the plant, where he was found to have lost consciousness. He was then taken by ambulance to a hospital in Iwaki City and confirmed dead shortly after 9:30 AM. The cause of his death is unknown.

    Tokyo Electric says the worker had been transporting equipment since Friday. He was scheduled to work for 3 hours from 6:00 AM on Saturday.

    The company says the worker had put on a full protective suit and was not exposed to radioactive substances.

    Ein über 60 Jahre alter (Leih-)Arbeiter eines Subunternehmens also, der in voller Montur Material durch die Gegend schleppen musste und kollabierte.
  • vosteivostei Mai 2011
    Öhm - er war um die 60 Jahre alt?
    Unter Vollschutz zu arbeiten ist eine Belastung. Bei uns hier werden die Loits gesundheitlich gecheckt, jährlich. Wie das in Japan ist, weiß ich nicht, aber die müssten doch genug jüngere...
    Soifz - langsam wirds unappetitlich und diese Tepcoklitsche is imho mehr 'ne Verbrecherorga, als ein ordnungsgemäß arbeitender Energiedienstleister.
  • SileneSilene Mai 2011
    Aus TEPCOs Pressemeldung:
    At about 6:50 AM on May14th, 2011, a worker of a sub-contractor became a bad health during a carrying work for drainage treatment system in the Centralized Environment Facility* of Fukushima Daiichi Nuclear Power Station. He was carried to a doctor's room of the power station at 7:03 AM and had medical treatment. Since he had lost his consciousness and stopped self breathing, at 7:35 AM he was carried to a doctor in the J Village and the doctor examined his condition. After that, at 8:35 AM, he was carried to Sogo Iwaki Kyoritsu Hospital.

    For reference, it was found that radioactive substances were not attached to the worker.
  • AnonymousAnonymous Mai 2011
    Wie siehts eigentlich bei einer Plutoniumvergiftung aus? Da genügen ja schon geringe Spuren, das würde heißen wenig Radioaktivität wäre nachweisbar... Oder mache ich da nen Denkfehler?
  • SileneSilene Mai 2011
    @Kürsche
    Wenn ich Deine Frage richtig verstehe, willst Du wissen, ob der der Arbeiter möglicherweise an einer Plutoniumvergiftung gestorben Ist? Das halte ich aus folgenden Gründen für extrem unwahrscheinlich:
    1. Der Mann war erst seit Freitag auf dem Gelände und hatte einen Schutzanzug an.
    2. Bisher wurden nur winzige Spuren von Plutonium in Bodenproben nachgewiesen.
    3. Selbst wenn der Mann mit Plutonium in Kontakt gekommen wäre und es irgendwie inkorporiert hätte, würde er nicht so schnell daran sterben.
  • vosteivostei Mai 2011
    Genau. Plutonium ist zwar giftig und strahlt ein bißchen, aber die Folgen sind eher längerfristig gelagert, das ist ja das gemeine dran. Das Gemeinste an Pu sind schlicht diese Minimengen die langfristig ziemlich sicher zum Tod führen. Extrembefürworter kommen dann mit dem Argu, dass man ja eh früher oder später stirbt.... ^^

    Ich denke, der Ärmste ist schlicht einer Herzkreislaufattacke erlegen, unter erschwerten Arbeitsbedingungen im Vollschutz. Es geht ja keine Klima und dort ist es, wie bei uns tagsüber warm. Btw. - selbst Hochleistungssportler erwischt es ab und an mal, - u.a. durch eine nicht bemerkte Erkältung in Kombi mit Belastung.
  • TimTim Mai 2011
    Plutonium ist ja recht schwer. Das sollte alles auf dem Boden herumliegen und auch nicht so leicht aufzuwirbeln sein?
    Dazu sprüht TEPCO um das Aufwirbeln von Partikeln zu verhindern andauernd so n Zeug (Sprayed resin) auf dem Gelände:
    http://sky.geocities.jp/writingslate/sequence.html
  • AnonymousAnonymous Mai 2011
    Laut Wikipedia liegt die tödliche Dosis im zweistelligen Milligrammbereich, das ist nicht viel. Wenn ich es richtig mitbekommen habe hat er mit dem hochverstrahlten Wasser zu tun gehabt.
    Ehrlich gesagt stehe ich den veröffentlichten Werten der Plutoniumfunde sehr kritisch gegenüber.

    Man findet auch aus nachvollziehbaren Gründen nirgendwo Angaben über die Symptome einer PlutoniumVERGIFTUNG, eben nur über die Folgen der Strahlungswirkung bezüglich Krebs. Und dass das seine Zeit braucht ist klar. Nur: Vergiftungen können bekanntermaßen ziemlich schnell zum Tode führen.
  • AnonymousAnonymous Mai 2011
    Im ersten Moment dachte ich auch: die Ursache liegt sicher im Herz-/Kreislaufbereich. Wegen des Alters und der Anforderungen... Aber dann kam doch mein fehlendes Vertrauen zu TEPCO ins Spiel.
    Vielleicht habe ich auch nur zu viele politische Thriller gelesen ;)
  • SileneSilene Mai 2011
    Die meisten Erkenntnisse zur Toxizität von Plutonium beruhen auf Menschenversuchen, die in den 40er Jahren in den USA durchgeführt wurden -> The Human Plutonium Injection Experiments
  • vosteivostei Mai 2011
    Öhm - genau. Und btw. - obwohl industriell mit Pu und Plutoniumdioxyd umgegangen wird, R+S Sätze gibt es keine dafür, weil eben keiner was rechtes weiß, außer?

    Tataaaaaa - Amerikanskies, Russkies, Chinesen und sicherlich auch alle anderen, die Lametta an Uniformen haben und sich mit Kernwaffen befassen.
  • vosteivostei Mai 2011
    Achso. Nochwas. Denkt auch an die Meerwasserkühlung. Und auch daran, das das Gelände geflutet war durch die Tsunami. Ich möchte nicht wissen, was da alles mit geschwappt kam und via Meerwasser die Tage dannach in die Reaktoren eingespült wurde.
  • engeng Mai 2011
    Ähm..., einige Leute scheinen hier sehr weit weg zu sein vom wirklichen Arbeitsleben.
    1. Es gibt in Deutschland zwar sehr viele Vorruheständler, Altersteilzeitler usw., aber es gibt auch bei vielen bekannten Firmen noch Leute die bis 65 und länger arbeiten (viele auf eigenen Wunsch). Und zwar auch auf Montage, wo in bestimmten Situation Stahlträger und Rohrleitungen auf den Schultern hochgeschleppt werden müssen. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, das die "Älteren" auf den Baustellen immer mit zu den qualifiziertesten, zuverlässigsten und belastbarsten Monteuren gehörten die im Einsatz waren.
    2. Thema Subunternehmer. Die meisten Firmen haben Personal für die üblichen Aufträge. Wenn es Großaufträge gibt ist es in der Industrie, vor allem in Anlagenbau, üblich, vorübergehend mit Personal von Subunternehmern bzw. Zeitarbeiter aufzustocken. Anders ist es gar nicht möglich, und das ist auch nichts Negatives, zumal auch die Qualifikation dieser Leute nicht schlechter ist als vom Stammpersonal. (Ja klar, es gibt auch negative Beispiele, aber das ist nicht die Regel).
  • vosteivostei Mai 2011
    Also -> arbeitend <- im Vollschutz Ü-60 hab ich hier in D, besser gesagt, Bavaria noch keinen gesehen.<br />Und sowohl Tepco als auch dieses jap. Arbeitsdingens haben sich bislang in punkto Menschenfreundlichkeit nicht gerade überschlagen. Die uva. 700 Dosimeter, die hier aus Erlangen nach Fuk geschickt wurden waren nicht einfach nur Dreingabe - die waren nötig, richtig nötig.
    Und nicht GANZ Japan war von der Naturkatastrophe betroffen.
  • SileneSilene Mai 2011
    [ARD] Senioren wollen nach Super-GAU aufräumen - Wer, wenn nicht wir Rentner?
    Wie soll es im Atomkraftwerk Fukushima weitergehen? Kaum ein Japaner ist mehr bereit, Rettungsarbeiten in der verstrahlten Umgebung zu übernehmen. Nun hat eine Senioren-Initiative unerwartet Hilfe angeboten: "Warum nicht wir, die wir kein langes Leben mehr vor uns haben?"
  • TimTim Mai 2011
    @eng:

    zu 2) Etwas naiv, meinst du nicht?
    Die Wirtschaftsstrukturen sich ändern sich derzeit rasant. Auch und gerade in der Atomindustrie:

    > Alles im Griff? - Arbeiten im Atomkraftwerk (60 Minuten Arte Doku)


    Es wird ausgelagert uns Subunternehmen, besser gesagt Leiharbeitsfirmen, was nur irgendwie geht.
    Mit entsprechenden Konsequenzen!
  • TimTim Mai 2011
    > #Fukushima I Nuke Plant Didn't Have Doctor on Site When the Worker Collapsed
    http://ex-skf.blogspot.com/2011/05/fukushima-i-nuke-plant-didnt-have.html

    In the meantime, TEPCO disclosed in the press conference on May 14 that there was no doctor on site when the man fell ill and collapsed at about 6:50AM. TEPCO's Matsumoto said "Since we are entering the warm season, we will do our best to ensure the health of the workers."

    According to TEPCO, 1 doctor is stationed at Fukushima II, and 4 at "J-Village" (staging area for Fukushima I Nuke Plant operation) on 24/7 basis. However, at Fukushima I Nuke Plant, 1 doctor is present only for 6 hours from 10:00AM to 4:00PM for fear of radiation exposure. The hospital to which the worker was taken is 40 kilometers from the plant.


    > More on the Worker's Death: It Took 2 Hours to Get to the Hospital
    http://ex-skf.blogspot.com/2011/05/more-on-workers-death-it-took-2-hours.html

Hey Fremder!

Sieht so aus als wenn du neu hier bist. Wenn du mitmachen willst, registriere dich mit einem der folgenden Buttons oder schreibe anonym! Bereits registriert? Anmelden!

Anmelden mit OpenID Anmelden mit Google

Anmelden Registrieren

getagt

Der Start ins Forum im »Getting Started«.
Erlaubte HTML-Tags:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong> <img src="">
(Siehe auch hier.)