Willkommen zum Fukushima-Info- und -Diskussions-Forum des physikBlogs.

Die Zahl der Kommentare auf unsere Fukushima-Beiträge ist jenseits der 1000er Marke. Es wird zu unübersichtlich!
Daher gibt's dieses Forum, bei dem ihr über den Unfall von Fukushima kommentieren könnt, was das Zeug hält!

Zu einer kleinen Einführung, hier entlang.

Ihr seid neu hier? Das physikBlog hat in vier Artikeln den Unfall von Fukushima begleitet. Eine Lektüre, zumindest des Aktuellsten, empfiehlt sich vor dem Mitdiskutieren!

Es sei erwähnt, dass wir bei der Moderation der Kommentare hier weniger streng sind, als im Blog. Ihr seid freier in eurer Themenwahl.

Viel Spaß, André & Andi vom physikBlog.

Endlagerung von radioaktiven Stoffen
  • engeng April 2011
    Thema Pool im Reaktorgebäude: Die Brennstäbe sind noch relativ heiß und vor allem aus Strahlenschutzgründen muß der Transportweg Reaktor - Wasserbecken ständig mit Wasser überdeckt und so kurz wie möglich sein. Erst nach einer langen Abkühlphase können die Brennstäbe anschließend eventuell in ein Abklingbecken in Anlagennähe umgelagert werden. Und erst wenn sie dort wieder über einen längeren Zeitraum weiter abgekühlt sind (Jahre später) können sie mit einem Castor über eine längere Strecke transportiert werden.

    Allerdings lagern fast überall die Brennstäbe länger als unbedingt nötig in Abklingbecken, weil es an einer erforderlichen Endlagerung fehlt. Hier kann man wirklich nur ALLE Beteiligten aufrufen: setzt Euch endlich an einen Tisch und findet eine abschließende Lösung für die Endlagerung.
    Die vorhanden Brennstäbe lassen sich nicht mehr vermeiden - die sind da und müssen irgendwo hin. Blockadehaltungen sind hier völlig fehl am Platz. Und auch taktische Maßnahmen von einigen Atomkraftgegnern wie: "Kein Endlager, denn wenn alle Zwischenlager voll sind müssen die Atomkraftwerke abeschaltet werden" sind völliger Blödsinn und führen nur zu immer mehr Zwischenlager und damit Gefährdungspotential.
  • engeng April 2011
    @Tim schrieb:
    Tim said:

    @eng:
    In Amerika diskutieren sie jetzt als eine Lehre die Brennstäbe früher/so früh wie möglich aus den Abklingbecken in Castorbehälter umzulagern.
    Klar das kostet mehr, jedoch ist diese Form der Zwischenlagerung viel sicherer.

    Insofern es gibt zwischen Abklingbecken und Endlagerung die Zwischenlagerung in Castorbehältern.
    Oder wo siehst du das Problem in diesem Weg?



    @ham schrieb:
    ham said:

    @Tim: Deshalb ist es nach meinem Kenntnisstand so, dass in DE nach 5 Jahren in Castoren umgelagert wird. Das ist hier schon seit Jahren so. Aber schön, dass andere jetzt auch darüber nachdenken, bzw. erkennen, dass die überfüllten Abklingbecken ein vermeidbares Risikopotential darstellen. Dazu gibt es auch in den USA schon Untersuchungen und Empfehlungen deutlich vor dem oben genannten Link. Aber das ist halt etwas teurer, und es ist immer schwierig kostenintensive Dinge im Nachhinein in eine Betriebsgenehmigung zu bekommen. Da laufen alle Lobbyisten sturm.
    Weiterhin möchte die ja auch ehrlicherweise niemand innerhalb eines km um seine Wohnung stehen wissen. Strom billig super (but not on my backdoor!).
    Weiterhin ist das halt auch keine Dauerlösung, aber natürlich ein Zugewinn bezüglich des Risikopotentials (Wenn die nicht direkt neben explodierenden Reaktoren gelagert sind!)



    @Tim schrieb:
    Tim said:

    Auch in Deutschland stehen die Castorbehälter meist auf dem Gelände der Kraftwerke oda?

    > stattdessen dienen die Castor-Behälter als Zwischenlager, die sich oft bei den jeweiligen Kraftwerkstandorten befinden
    http://de.wikipedia.org/wiki/Castor_%28Kerntechnik%29#Transporte_von_Castor-Beh.C3.A4ltern_nach_und_in_Deutschland



    @ham schrieb
    ham said:

    @Tim: Ja. Die will halt keiner im Vorgarten haben. Siehe Gorleben.



    @eng schrieb:
    eng said:

    @Tim und ham: viel früher als nach 5 Jahren in Castorbehälter umzuladen, die durch ihre spezielle Konstruktion mit der normalen Luftkühlung auskommen, wird wegen der Restwärme und Radioaktivität auch nicht möglich sein. Bis dahin gibt es nur die Abklingbecken nebem dem Reaktor bzw. nach einiger Zeit noch ein Sammelabklingbecken auf dem Gelände, weil wie bereits gesagt ein längerer Transport nicht möglich ist. (In Fukushima sollen die übrigens erst nach 15 Jahren in Castoren umgeladen haben).

    So, und jetzt kommen wieder die Atomkraftgegner ins Spiel. Nicht alle, sondern diejenigen die Glauben das wenn sie Castor-Transporte behindern und das richtig Geld kostet, würde irgendwer die Atomkraftwerke eher abschalten. Abgesehen davon das eine Verteilung der zusätzlichen Kosten auf die Steuerzahler und Stromkunden erfolgt, werden die Castor-Behälter, wie Tim schon sagte, als Folge so lange wie möglich auf dem Kraftwerksgelände gelagert. Herzlichen Glückwunsch kann man da nur sagen - ein ganz toller Erfolg.

    Wir brauchen ein oder mehrere Endlager. So schnell wie möglich. Und zwar völlig losgelöst von der Diskussion ob wir mit Atomkraft weitermachen oder nicht. Jetzt kommt wahrscheinlich wieder von einigen Atomkraftgegnern die Aussage: Wenn die erst einmal ein Endlager haben machen die weiter wie bisher. Da kann man nur sagen: die machen sowieso weiter wie bisher, ob mit oder ohne Endlager. Nur dann stapeln sie eben die Castoren irgendwo. Und das irgendwo gefällt jedenfalls mir nicht so wirklich.



    @ham schrieb:
    ham said:

    @Eng: Ja, wir brauchen Endlager so schnell wie möglich (aber Das wie und wo ist weltweit noch nicht geklärt)! Übrigens nicht nur für den hochaktiven KKW-Müll, auch für die ganzen leicht- und mittel-radioaktiv belasteten Abfälle aus Medizin, Meßtechnik u.a. Das Zeug liegt heute z.T. in normalen Lagerhallen in Industriegebieten der größeren Städte. Aber gerade im Bezug des hoch-strahlenden Mülls wird, in meinen Augen, seit mehr als 50 Jahren unverantwortlich gehandelt. Es wird jeden Tag neuer Müll dieser Art erzeugt. Wir leben immer mehr, nicht nur in dieser Hinsicht (Klima, Rente, Wirtschaft, Recourcen, uvm.) heute auf Kosten des zukünftigen Lebens (bewußt nicht nur Menschheit) auf diesem Planeten.



    @eng schrieb.
    eng said:

    @ham: Die Schweden haben vor kurzem ein gigantisches Endlager-Projekt vorgestellt. Aber Deutschland als Hochtechnologieland sollte doch wohl auch in der Lage sein eine Lösung für ein Endlager zu präsentieren.
    Und ein generelles Umdenken ist erforderlich, da gebe ich Dir völlig recht.



    @ham schrieb.
    ham said:

    @eng: Die BRD hat auch die Endlagerung in Salzstöcken vor Jahren(zehnten) vorgestellt. Die Asse hat ja gut geklappt ;-(



    @silene schreib:
    Silene said:

    @eng + ham
    Ja, die Endlagerung ist ein ungelöstes Problem, das uns allen unter den Nägeln brennt. Das muss unbedingt stärker in den öffentlichen Focus gerückt werden, sonst drohen uns Zustände wie in den USA (Hanford Site).



    @ham schrieb:
    ham said:

    Welcher Geologe kann mit 99% Wahrscheinlichkeit die Stabilität einer Erdformation für 1.000.000 Jahre angeben? Wenn einer hier ist bitte melden. Das würde aber, verantwortliches Handeln vorausgesetzt, bedeuten man muss dass Zeug so lagern, dass man bei Veränderungen wieder, einigermassen unproblematisch, umlagern könnte (Was die Endlagerung nicht wirklich kostengünstiger gestalten würde)!


  • TimTim April 2011
    Tja vielleicht muss man sich damit abfinden, dass eine Endlagerung derzeit nicht möglich ist. Es wäre natürlich schön, wenn man das Zeug los wäre und sich nicht mehr darum kümmern müsste. Wäre natürlich günstiger.

    Jedoch kann es sein, dass man akzeptieren muss, dass dies vorerst weiter nicht möglich ist und man das Zeug besser zwischenlagert - auch wenn es damit deutlich teurer wird.

    Es soll natürlich weiter nach Möglichkeiten gesucht werden, jedoch wäre es vielleicht sinnvoller ebenso eine (noch) bessere Zwischenlagerung zu erstreben.
  • hamham April 2011
    @Tim: Aber genau deine Aussage, beinhaltet die Frage nach der Verantwortlichkeit zusätzlichen Abfall dieser Art zu erzeugen!
  • TimTim April 2011
    Aktuell entscheidet sich das aus wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Gesichtspunkten.

    Wenn jeder Strom bei den großen Vier kauft, und Verzicht kein Thema ist, dann werden letztlich erst die marktwirtschaftlichen und finanziellen Rahmenbedingungen Veränderungen und Entscheidungen herbeiführen.
  • engeng April 2011
    Die Frage ist: kann es überhaupt eine Endlagerung geben, wo wir das Zeug für immer los sind? Muss auch ein Endlager nicht doch noch irgendwie zugänglich bleiben?
  • engeng April 2011
    @Tim: Fakt ist das Du durch den Stromverbund Deinen Strom kaufen kannst wo Du willst - Du hast keinen Einfluß darauf wo er tatsächlich herkommt.
    Außer Du tackerst Dir Solarzellen auf das Dach oder stellst Dir ein Windrad in den Garten. Das gehört aber auch in eine neue Diskussionsrunde.
  • tomtom April 2011
    Generell gilt für die Endlagerung, wie auch für den Betrieb der AKWs die Kosten-Nutzen Gleichung oder anders gesagt wie erziele ich mit geringstem Kostenaufwand den höchstmöglichen Nutzen für die eigene Tasche. Das sollte derweil jeder bei Asse gemerkt haben. Hier wurden 1. mehr Behälter verschoben als angegeben (und zwar wesentlich mehr) und 2. Inhalte in Fässer verstaut die dort überhaupt nicht hingehörten sondern schlichtweg falsch (vorsätzlich) deklariert waren.
    Wäre Asse jetzt nicht mehr zugänglich gewesen, dann hätten wir "alt" ausgesehen.
    Es gibt bis zum heutigen Tage keine sichere Endlagerung. Allein diese Tatsache hätte ausgereicht, um vom Bau der AKWs Abstand zu nehmen. Aber so ist das nun mal mit dem Vertrauen in die Technik. Es werden auch nicht nur marktwirtschaftliche und finanzielle Rahmenbedingungen eine Rolle spielen, sondern auch strafrechtliche Konsequenzen besser bedacht werden müssen.
  • tom said:

    Generell gilt für die Endlagerung, wie auch für den Betrieb der AKWs die Kosten-Nutzen Gleichung oder anders gesagt wie erziele ich mit geringstem Kostenaufwand den höchstmöglichen Nutzen für die eigene Tasche. Das sollte derweil jeder bei Asse gemerkt haben. Hier wurden 1. mehr Behälter verschoben als angegeben (und zwar wesentlich mehr) und 2. Inhalte in Fässer verstaut die dort überhaupt nicht hingehörten sondern schlichtweg falsch (vorsätzlich) deklariert waren.
    Wäre Asse jetzt nicht mehr zugänglich gewesen, dann hätten wir "alt" ausgesehen.
    Es gibt bis zum heutigen Tage keine sichere Endlagerung. Allein diese Tatsache hätte ausgereicht, um vom Bau der AKWs Abstand zu nehmen. Aber so ist das nun mal mit dem Vertrauen in die Technik. Es werden auch nicht nur marktwirtschaftliche und finanzielle Rahmenbedingungen eine Rolle spielen, sondern auch strafrechtliche Konsequenzen besser bedacht werden müssen.



    Strafrechtliche Konsequenzen? Das dürfte am Ziel vorbei schiessen. Am Ende ist ein Lagerist dran. Was bekommt der dann? 30 Tagessätze wegen falscher Deklaration? Lebenslang wegen Mord? Keine Ahnung, aber falsch deklariert ist meines erachtens eine ordnungswidrigkeit, nichtmal eine Straftat. Man müsste also wohl erstmal ein neues Gesetz für diesen Fall schaffen. Vieleicht bekommt man über Betrug das ganze ins Rollen. Aber 2 Jahre auf Bewährung für einen kleinen Abteilungsleiter helfen uns auch nicht weiter.

    Unser Problem ist, unerfüllbare Forderungen aufzustellen, die uns am Ende auf einen Weg führen der irreversible ist. So wie Eng geschrieben hat: Endlager verhindern in der Hoffnung das wenn alle Zwischenlager voll sind, die AKW sowieso abgeschaltet werden müssen. Dabei aber sich keine Gedanken machen was den Zwischenlager kosten und was Endlager. Und wenn ich mir das anschaue...ein Wasserbecken dieser Größe im Freien mit der Technik wie sie ein Hallenbad auch hat, das kann nicht wirklich viel kosten. Man hätte Baugenehmigungen hierfür verhindern müssen. Voll vergeigt, jetzt haben wir tausende von Tonnen dieses Mülls völlig offen rumstehen in einem riskanten Bereich statt gut gesichert in einem Endlager.

    Schauen wir mal was die Grünen jetzt hinbekommen, als BadenWürttemberger sitze ich ja nun in der ersten Reihe diesbezüglich. Und Marktwirtschaftlich hat BW ja 45% an EnBW, damit sollte es doch möglich sein alternative Energiequellen zu erschliessen.
  • eng said:

    @Tim: Fakt ist das Du durch den Stromverbund Deinen Strom kaufen kannst wo Du willst - Du hast keinen Einfluß darauf wo er tatsächlich herkommt.
    Außer Du tackerst Dir Solarzellen auf das Dach oder stellst Dir ein Windrad in den Garten. Das gehört aber auch in eine neue Diskussionsrunde.




    Anlagen über 35KWp müssen abschaltbar sein von aussen. Der Strom kann zu bestimmten Zeitpunkten garnicht genutzt werden. Jetzt im moment zb werden fast alle Solaranlagen nachmittags weggeschaltet, weil es nicht anders geht. Momentan wird über eine Grid-Lösung nachgedacht um dieses Problem überregional anzugehen und den Leerlauf doch noch zu nutzen. Den es ist natürlich rausgeworfenes Geld, da die Solaranlage ja schon steht und der Strom folglich völlig umsonst wäre (er kostet ja nur Abschreibung auf die Anlage, keinen Brennstoff). Aber man bekommt es noch nicht in den Griff, da das runterfahren der Großkraftwerke nicht möglich ist für die kurze Zeit. Es handelt sich um ein Loch im Nachmittagsablauf

    http://de.wikipedia.org/wiki/Strombedarf

    Dort findest ein Diagramm eines Durchschnittstages. Um 14 Uhr ist ein kurzes Loch. Großkraftwerke kann man zwischen 100 und 50% regeln, dann sind sie in einem Bereich des Wirkungsgrades der sie unrentabel macht oder sogar beschädigt. Unter 25% geht garnichts, da dann die Turbinen garnicht richtig in Schwung kommen. Irgendwann erreicht man den Punkt an dem man entweder ein Großkraftwerk abschalten muss(<50%) oder man es bei 50% laufen lässt wegen der Anfahrzeit und Solar oder Wind abschaltet. Abends dann kann man die Dicken Brummer abschalten weil man sie bis zum nächsten Morgen nicht braucht. Abends wird jedes Quentchen Wind und Solar genutzt. Schau mal wieviel Windräder abends laufen und wieviel mittags gegen 14 Uhr. <br />
    Und unter solchen Bedingungen kann ein Ökoanbieter nur pauschalieren. Man rechnet wieviel Strom das Windrad im Schnitt gebracht hat und verkauft diese Menge. Dann sind Zeiten da wo man praktisch keinen Strom bekommen würde weil kein Wind da ist und keine Speichertechniken bisher. Und im Gegenzug hat man natürlich Zeiten wo man garnicht soviel Einschalten könnte um alles zu verbraten. Wenn ich wirklich reinen Solar oder Windstrom will müsste ich konsequenterweise auch Speicher mitbezahlen um dann die Zeiten zu überbrücken. Dann aber würde dieser Strom nochmal um 50% teurer werden, da er wessentlich mehr Speicherbedarf hat als anderen Kraftwerkstypen.


  • WalterWalter April 2011
    Es gibt doch einen ganz einfachen Weg, den neu erzeugten Atommüll aus den AKWs drastisch zu reduzieren:
    Der Verursacher muss für die kompletten Entsorgungskosten aufkommen. Und zwar solange, wie eine Gefährdung für die Umwelt besteht.

    Leider wurde in den vergangenen 40-50 Jahren diese Last auf den Steuerzahler umgelegt. Die AKW-Betreiber streichen weiter munter die Gewinne ein, die Kosten tragen Andere.

    Und da wir ja mittlerweile die Energie brauchen, um unseren Standard zu erhalten, sind wir erpressbar. Solange diese unglückselige Spirale nicht durchbrochen wird, ist kaum eine Lösung in Sicht.
  • WalterWalter April 2011
    Und die Atomic Annie verzapft grad über nkh:
    50 Tonnen hochverseuchtes Wasser kann in einer Stunde entseucht werden...
    Soviel über unwahrscheinlichen Möglichkeiten....
  • thowabuthowabu April 2011
    @ Walter:

    Sorry, aber es wird immer der Endkunde, Vebraucher, Bürge(r) sein der dafür bezahlt.

    Was macht denn dein Anbieter wenn er plötzlich für die Endsorgung zahlen muss ?
    Er legt es auf seine Preise um...

    In der Summe null !
  • hamham April 2011
    @thowabu: Ja, klar. Damit hätte man aber Marktpreise für KKW-Strom und nicht subventionierte. Damit wär das Argument "günstiger" Atomstrom problematisch! Die Endlagerkosten sind, in Ermangelung eines tragfähigen Konzepts, nicht mal wirklich bezifferbar oder realistisch abschätzbar! Die möglichen Kosten eines "Unfalls" übrigens auch nicht! Aber diese Risiken trägt die Gemeinschaft der Bürger mal eben so, solange nichts bei uns passiert gut, günstiger Strom, das ist die Mentalität des Straußes (Kopf in den Sand!) und das Prinzip Hoffnung! Ob das dauerhaft trägt?
  • thowabuthowabu April 2011
    Auch das ist klar.

    Da stellt sich doch aber die Frage :
    Aber wer hat uns die Suppe eingebrockt ?

    Es mussten sich doch zwei auf diesen dreckigen Deal einlassen...
    Die prämisse wir werden das schon irgendwie hinbekommen ist schwachsinn.
    Das muss doch wütend machen.

    Was wiederum nicht das hier und jetzt ändert.
  • hamham April 2011
    @thowabu: Wir leben in einem nach dem Grundgesetz organisiertem Staat. Somit haben wir uns alle drauf eingelassen. Aber wievielen war und ist das Risiko bekannt und bewusst? Natürlich ist die Technik-Gläubigkeit der 50'er 60' und z.T. 70' daran beteiligt. Die Frage ist halt, welche Konsequenzen ziehen wir heute?! Auch und vor allem unter der Berücksichtigung für die Belastung von zukünftigem Leben auf diesem Planeten.
  • WalterWalter April 2011
    Ihr habt die Dimension leider noch nicht erkannt.
    Wenn die Kosten konsequent auf die Verursacher umgelegt würden, gäbe es innerhalb von 5-10 Jahren kein einziges AKW mehr in Deutschland.
    Da würden die Grünen ja noch toller auf den Tischen hüpfen als jetzt.

    Das Problem ist, bei dieser radikalen Umsetzung geht unsere Wirtschaft sofort den Bach runter. Was wollen wir dafür ertragen?
  • hamham April 2011
    @Walter: Die Dimension? (Mir ist das durchaus klar. In meinem letzten Job als Produktionsleiter war der Energiepreis der größte Kostenfaktor!) Wir müssten hier für 100 und mehr Jahre Mrd. € aufbringen, sowohl für die Entsorgung und erst recht bei einem ähnlichen Unfall. Damit könnte man aber auch Stromnetze bauen, Pumpspeicherwerke usw. Hier ist Innovation und natürlich Investition gefragt! Aber dafür muss erst mal die rechtliche Investitionssicherheit geschaffen werden. Man muss ja auch nicht morgen die KKW's abschalten, aber einen rechtlich verbindlichen Rahmen schaffen. Das gibt planbare Kosten! Ein Unfall kommt halt überraschend und ist nicht planbar (weder in Kosten noch Umfang). Darin liegt ein großer Unterschied. Das wird in Japan jetzt übrigens gerade klar (seit gestern ist von massiven Steuererhöhungen aller Art die Rede!), natürlich nicht nur für die Probleme in Fukushima, aber der wirtschaftliche Verlust durch die Sperrzone ist jetzt schon hoch, aber wie lange diese Zone zu sperren ist, weiss noch keiner!
  • thowabuthowabu April 2011
    Dann stellt sich mir die Frage wie langsam ist langsam.
    Kann man denn sinnvolle Deadlines für bestimmte "Ausstiegsgrössen" festlegen ?
    Ich stelle mir das schwierig vor.
    Rein "wirtschaftlich" kann das doch nur über Verdrängung funktionieren.

    Es müsste also ein Anreiz in € entstehen ?!

    Würde ein ankurbeln der RegEn nicht auch ein gewisses Wachstum erzeugen ?

  • WalterWalter April 2011
    Ja ham die Größe an sich ist schon abschätzbar. Dummerweise hat sich im planbaren Zeitablauf dieser Unfall gerade jetzt ereignet.
  • hamham April 2011
    @Walter: ? Was ist schon abschätzbar? Für den nächsten Satz bedarf es Erläuterung.
  • WalterWalter April 2011
    Lol wollen wir uns jetzt die Klischees um die Ohren hauen... Mein Haus... Meine Frau Mein Auto? Das überlasse ich mal der Chefin. Ich bleib da lieber mal im Hintergrund.
  • dirkdirk April 2011
    Walter said:

    Lol wollen wir uns jetzt die Klischees um die Ohren hauen... Mein Haus... Meine Frau Mein Auto? Das überlasse ich mal der Chefin. Ich bleib da lieber mal im Hintergrund.


    och nö.. das muss nicht sein!


  • TimTim April 2011
    Prof. Ernst Ulrich von Weizsäcker, "Faktor Fünf. Die Formel für nachhaltiges Wachstum". Ökosteuern und planmässige Verteuerung der Energiepreise. Passivhäuser und Gebäudesanierung. Wie kann der Bumerang-Effekt vermieden werden?

    http://www.amazon.de/Faktor-F%C3%BCnf-Formel-nachhaltiges-Wachstum/dp/3426274868


    Gibt dazu auch einige Audiointerviews. Das aktuelle von "SR 2 - Fragen an den Autor" wurde leider depubliziert. Man findet jedoch noch seine Vision von 1995 in der Diskussion als Audibeitrag:

    Ernst Ulrich von Weizsäcker, "Faktor Vier. Doppelter Wohlstand - halbierter Naturverbrauch". Wie kann Energie effektiver genutzt werden? Welches Wachstum ist umweltverträglich? Können die Industrieländer Vorbilder sein?

    http://pcast.sr-online.de/play/sr2-fragen-klassiker/2009-09-02_weizsaecker3121995.mp3
  • TimTim April 2011
    Im Blog von egghat findet man auch öfters gute Beiträge zum Thema - mit starken Wirtschaftsbezug. Zum Beispiel unter dem Label "Solarenergie":
    http://www.diewunderbareweltderwirtschaft.de/search/label/solarenergie
  • MatthiasMatthias April 2011
    Es kommt Bewegung ins (End)lagerdenken: Die neue Koalition in Baden-Württemberg rückt von der (schwarz-gelben) Festlegung auf Gorleben ab und will eine "ergebnisoffene" Standortsuche auch im Südwesten zulassen. Bedingung sei aber der endgültige Ausstieg aus der Kernenergie.
    http://www.n-tv.de/politik/Gruen-Rot-oeffnet-Endlager-Suche-article3183351.html
  • TimTim Mai 2011
    > Japan, U.S. negotiating construction of nuclear waste facility in Mongolia
    http://mdn.mainichi.jp/mdnnews/news/20110509p2a00m0na017000c.html

    Japan's Ministry of Economy, Trade and Industry and the U.S. Department of Energy have secretly been advancing plans to construct the world's first international storage and disposal facility for spent nuclear fuel in Mongolia, it has been learned.


  • TimTim Mai 2011
    > "Das wird ein schwieriger Prozess werden"
    http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/interview/1444973/

    Energie-Experte verlangt mehr Offenheit in AKW-Diskussion
    Georg Erdmann im Gespräch mit Ute Welty

    Der Präsident der Gesellschaft für Energiewissenschaft und Energiepolitik, Georg Erdmann, könnte sich vorstellen, die Endlagerung deutschen Atommülls in atomar verseuchten Gebieten, wie zum Beispiel in Fukushima, vorzunehmen.


    ~7 Minuten Interview.

    Empfehlung - sehr aufgeschlossener Mann.

  • TimTim Mai 2011
    > "Es reicht nicht aus, fachlich gute Arbeit zu machen"
    http://www.dradio.de/dlf/sendungen/idw_dlf/1463808/

    Wolfram König über die Lehren aus Fukushima
    Moderation: Georg Ehring

    Wolfram König, Präsident des Bundesamtes für Strahlenschutz, hält die Frage nach dem Umgang mit der Atomkraft nicht nur eine technische, sondern für eine gesellschaftliche. Und er warnt vor "Billiglösungen" bei der Endlagerung.


    25 Minuten Interview.
  • SileneSilene Mai 2011
    [Bloomberg] Fukushima Considered for Nuclear Graveyard
    Japan’s atomic energy specialists are discussing a plan to make the Fukushima Dai-Ichi nuclear plant a storage site for radioactive waste from the crippled station run by Tokyo Electric Power Co.
    Ein von TEPCO betriebenes Lager für radioaktive Abfälle in einem erwiesenermaßen tsumami-gefährdeten Gebiet. Gleich zwei große Fehler auf einmal.
  • TimTim Mai 2011
    + Erdbeben + Taifune oder nicht?
  • SileneSilene Mai 2011
    Yup.
  • vosteivostei Mai 2011
    Es wird ihnen nichts anderes übrig bleiben und das Gemeinste:

    Wenn die das durchorganisieren, könnten die sogar Kohle machen mit einem aus der Not heraus generierten Endlager. :o
  • SileneSilene Juli 2011
    [Kyodo News] Toshiba lobbying U.S. to build nuclear waste repository in Mongolia
    Toshiba Corp. has lobbied a senior U.S. government official to realize an international nuclear fuel supply scheme that includes the construction of a nuclear waste repository in Mongolia, according to a copy of a letter by Toshiba's president obtained by Kyodo News on Friday.

    Norio Sasaki, president of the Japanese electronics giant which has U.S. Westinghouse Electric Co. as a subsidiary, sent the letter dated May 12, 2011, to Deputy Secretary of Energy Daniel Poneman.

    The governments of Japan, the United States and Mongolia have already been discussing the scheme, called Comprehensive Fuel Supply, informally, according to an internal Japanese government document dated February 2011, obtained by Kyodo News.
  • TimTim August 2011
    > Researching Safer Nuclear Energy - NYTimes.com
    http://green.blogs.nytimes.com/2011/08/09/researching-safer-nuclear-energy/
  • DonDonDonDon März 2012
    Australia 'ideal' for Fukushima soil
    http://www.theaustralian.com.au/national-affairs/australia-ideal-for-fukushima-soil/story-fn59niix-1226299750692

    A HOWARD government minister has entered the nuclear-waste debate by arguing that Australia should accept radioactive debris from the Fukushima nuclear disaster.

    Former sports minister Andrew Thomson said the move would help break a deadlock in Japan that is jeopardising recovery efforts from last year's March 11 tsunami and nuclear meltdown.


    Disposal Desert?



    Taking responsibility for Australian uranium

    We now know that Australian uranium fuelled the Fukushima reactors, so we have some responsibility for the accident and its consequences. It is a reminder that we should have a serious public debate about the mining and export of uranium, rather than simply seeing it as an export earner like gold or diamonds.

    The bipartisan agreement in Canberra to allow export of uranium to India, suspending our traditional insistence that importing countries being signatories of the Nuclear Non-Proliferation Treaty, is a real worry.

    As Robert Milliken wrote 30 years ago in the National Times, whenever our safeguards get in the way of a commercial deal, the safeguards get watered down.
    http://www.climatespectator.com.au/commentary/fukushima-end-nuclear-argument
  • TimTim März 2012
    Die Diskussion kann auch nach hinten losgehen (kein Export mehr von Uran). :-)
  • TimTim März 2012
    > Endlager auf Zeit - Das Konzept der Rückholbarkeit für atomare Abfälle | Wissenschaft im Brennpunkt | Deutschlandfunk
    http://www.dradio.de/dlf/sendungen/wib/1699810/

    Im Forschungsbergwerk Asse lagern mehr als 120.000 Fässer mit Atommüll unter höchst heiklen Bedingungen: Wasser dringt ein, Behälter verrotten, Radioaktivität tritt aus. 2008 erst kam der Skandal ans Licht und entfachte eine neue Diskussion.

    Soll Atommüll für alle Ewigkeit verschwinden - oder soll man ein Endlager grundsätzlich auf Rückholbarkeit auslegen? Das würde späteren Generationen Handlungsspielräume verschaffen, falls sich die Geologie als ungeeignet oder die verwendete Technik als mangelhaft herausstellen sollte. Die Option Rückholbarkeit ist nicht umsonst zu haben. Auch sie schafft Risiken, deutlich gravierender als das bisherige Konzept eines abgeschlossenen, auf ewig versiegelten Endlagers.


    28 Minuten Audiobeitrag
  • http://enenews.com/just-in-fukushima-will-start-burning-radioactive-waste-100000-bqkg-to-be-incinerated-1-billion-pounds-of-debris-in-exclusion-zone-mainichi

    Man erreicht damit eine Volumenverkleinerung und schafft sich zwei neue Ströme. Die belastete Asche und aus der hoffentlich mehrstufigen Gaswäsche stark mit Cs belastete Waschwässer. Auch gehe ich davon aus, das solche Anlagen erst gebaut werden muessen, die geeignet sind radioaktive Abfälle zu "verbrennen".

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