Willkommen zum Fukushima-Info- und -Diskussions-Forum des physikBlogs.

Die Zahl der Kommentare auf unsere Fukushima-Beiträge ist jenseits der 1000er Marke. Es wird zu unübersichtlich!
Daher gibt's dieses Forum, bei dem ihr über den Unfall von Fukushima kommentieren könnt, was das Zeug hält!

Zu einer kleinen Einführung, hier entlang.

Ihr seid neu hier? Das physikBlog hat in vier Artikeln den Unfall von Fukushima begleitet. Eine Lektüre, zumindest des Aktuellsten, empfiehlt sich vor dem Mitdiskutieren!

Es sei erwähnt, dass wir bei der Moderation der Kommentare hier weniger streng sind, als im Blog. Ihr seid freier in eurer Themenwahl.

Viel Spaß, André & Andi vom physikBlog.

Kernkraftwerke abschalten? Wie geht es dann weiter?
  • TimTim Mai 2011
    > Nuclear Power in a Warming World: Solution or Illusion?


    Select Committee on Energy Independence and Global Warming -
    On March 12, 2008 - 120 Minuten

    Der Lobbyist der Industrie ist mir schon an anderer Stelle über den Weg gelaufen.
    Der Typ ist nur noch peinlich - jedoch spitze in Kommunikation geschult.

    Die anderen Drei machen es jedoch wett:

    WITNESS LIST:
    Amory Lovins, Cofounder, Chairman, and Chief Scientist of the Rocky Mountain Institute;
    Sharon Squassoni, Senior Associate in the Nonproliferation Program of the Carnegie Endowment for International Peace;
    David Lochbaum, Director of the Nuclear Safety Project for the Union of Concerned Scientists;

    Der Lobbyist:
    Alex Flint, Senior Vice President of Governmental Affairs, Nuclear Energy Institute.

    Am Anfang sollte man das Bla Bla der Politiker überspringen..


    Besonders die Fakten von Amory Lovins zur fehlenden Wirtschaftlichkeit neuer Atomkraftwerke und Verzicht auf Flexibilität sind überaus eindrucksvoll.
  • SileneSilene Mai 2011
    [NHK] Kan to focus on natural energy, energy saving
    The prime minister said Japan's energy policy has relied on nuclear power and fossil fuels, but that he would shift focus to natural energy, such as solar and wind power and biomass fuels. He also pledged efforts to create a more energy-efficient society.


    [NHK] Govt to promote use of renewable energy
    Japan's environment minister says the government will push for the introduction of renewable energy, now that a utility has agreed to suspend operations at its nuclear plant in central Japan. [...]

    He said that because the Pacific coast of northeastern Japan is well suited for solar and wind power generation, the government hopes to incorporate such systems in housing for tsunami survivors.

    The Environment Ministry estimates that the maximum amount of electricity possible from wind power generation in northeastern Japan would exceed the energy now being generated by domestic nuclear plants.
  • SileneSilene Mai 2011
    Es wurde oft behauptet, dass eine Industrienation wie Japan ohne Atomenergie nicht existieren könnte. In Kürze werden wir sehen, ob das stimmt:

    [NHK] 35 Japanese reactors are soon to be out of line
    Zusammenfassung: 14 Reaktoren, Fukushima Daiichi mitgerechnet, mussten nach dem Erdbeben und Tsunami abgeschaltet werden. 19 Reaktoren waren bereits wegen Routineinspektionen vom Netz genommen worden, bei 5 weiteren muss das in den nächsten Monaten geschehen. Somit werden rund zwei Drittel der 54 japanischen Reaktoren außer Betrieb sein.

    Laut Wikipedia hat die Kernenergie in Japan 30 Prozent Anteil an der Gesamtstromerzeugung.
    Hier findet sich auch eine Liste aller japanischen KKWs. Könnte mal jemand ausrechnen, wieviel Leistung die verbliebenen Anlagen noch erbringen?
  • vosteivostei Mai 2011
    "Aufbauen ist uns lieber als abreißen"

    Der Deutschland-Chef des Kerntechnik-Konzerns Areva glaubt nicht an das Ende des Atomzeitalters.

    http://www.welt.de/print/die_welt/wirtschaft/article13373962/Aufbauen-ist-uns-lieber-als-abreissen.html
  • vosteivostei Mai 2011
    Um etwas Lokalcolorit zu generieren: :D
    "fcn.de: Können Sie die Emotionen rund um das Thema Atomenergie in Deutschland verstehen?

    Ulrich Gräber: Ich habe natürlich Verständnis für diese Emotionen. Dennoch sind wir gut damit beraten, die Debatte sachlich zu führen. Sinn des Moratoriums der Bundesregierung ist es, vor dem Hintergrund der Ereignisse die Sicherheit der bestehenden Kernkraftwerke erneut zu überprüfen und zu bewerten. Wir werden hier in allernächster Zukunft mit all unserem Wissen und unserer Kompetenz massiv gefordert sein. Dafür steht AREVA und hierfür werden wir unseren Beitrag leisten, in Deutschland und weltweit."
    http://www.fcn.de/news/artikel/graeber/

    http://www.udo-leuschner.de/energie-chronik/011001.htm
    Als technischer Vorstand der EnBW Kraftwerke AG hatte Gräber btw schon mal seinen Auf- bzw Rücktritt...
    "Zwei EnBW-Vorstände wegen Panne im KKW Philippsburg zurückgetreten"10/2001

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  • TimTim Mai 2011
    Danke für die gute Übersicht cab196!

    Zwei Fragen:

    1) Gaskraftwerke sollen doch für die Grundlast eingesetzt werden?
    2) Vor kurzem sind die doch drauf gekommen die Hochspannungsleitungen entlang der Bahnstrecken zu legen.

    Ansonsten fehlt Energieverbrauch senken, Einsparren und Verzicht.


    @vostei
    Den Spin der Atomlobby und deren Konzernchefs ist unser Gesellschaft unwürdig.
    Wir sind nicht mehr so dumm um den Unsinn zu glauben (der jetzt gemachten Ausflüchte, Abwiegelung, "trifft nicht auf Deutschland zu", "Japanische Regulierung/Regierung ist alleine Schuld" etc).
  • vosteivostei Mai 2011
    @Tim:
    Ich befürchte dabei, dass via Strompreishebel und den notwendigen Kosten für ein Endlagerkonzept plus Umbau des Energiesystems irgendwas "zwischendrin" dabei herauskommt.
    Weiterentwicklungen gehen dabei meist vor die Hunde. Siehe Raumfahrt. (Blödes Beispiel vielleicht, aber im Mom fällt mir kein besseres ein)

    Nehmen wir mal den Konzern in Wolfsburg zB. Der ist richtig dick. Voll fett sozusagen. Sein KWK-Projekt schleppt er aber schon lange rum und das Ganze entwickelt sich inzwischen wieder mal zu etwas, was den ursprünglichen Hintergedanken verliert.
  • MatthiasMatthias Mai 2011
    Viel geholfen wäre ja schon, wenn man seinen Stromverbrauch jederzeit exakt im Netz ablesen könnte. Noch mehr natürlich, wenn man auch noch eine "Upload"-Funktion für Strom hätte. Für das kleine Windrädle im Garten oder die Minizelle auf dem Balkon. Kleinkram, aber immerhin. Dazu die Energiemanagement-App, die bei der Strombörse checkt, wann Geräte sinnvollerweise Strom beziehen sollten. Irgendwie muss das Ganze "internettiger" werden. Wäre mir jedenfalls lieber, als das Internet wg. Stromfraß stillzulegen.
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  • TimTim Mai 2011
    > Verbraucherschützer: Sinkende Strompreise durch Atomausstieg
    http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/interview/1460971/

    Aribert Peters setzt auf mehr Wettbewerb durch die Energiewende

    Durch den schnellen Umstieg auf erneuerbare Energien werden für den Verbraucher die Energiepreise langfristig sinken, glaubt der Vorsitzende des Bundes der Energieverbraucher, Aribert Peters.


    7 Minuten Radiointerview.
  • MatthiasMatthias Mai 2011
    Was ich mich seit Fuk verstärkt frage, ist, ob der mühsam eingeschlagene Weg in Richtung Elektroautos angesichts cab196, 17. Mai, 00:06, nicht eine komplette Sackgasse ist. Wie schätzt ihr das ein?
  • vosteivostei Mai 2011
    Wenn du mir auf die Sprünge hilfst was du mit cab 196 meinst, dann sag ich zum Thema Elektro: es tut sich extrem viel auf dem Gebiet, die Industrie steht *edit*aktiv entwickelnd*edit* Gewehr bei Fuß UND auch bei den Verbrennern ist noch mächtig Luft zwecks Effizienz.
  • TimTim Mai 2011
    cab196 ist der Nick eines Teilnehmers hier im Forum :)
    http://fukushima.physikblog.eu/profile/87/cab196
  • vosteivostei Mai 2011
    Ok. ich sehe ein Profil. ^^
    Leer.
    Und dieses Forum ist gewöhnungsbedürftig. :D

    Weil: wenn ich in seinem Profil auf Aktivität klicke passiert folgendes: nichts. Insofern ist es schwer ein Posting zu finden.
  • @Matthias
    Die E-Autos (und E-Bikes und E-MTB und E-Busse und und ... ;- ) ) *sind* die gesuchte Speichermethode für aktuell überzähligen, nicht benötigten Strom, denn die Dinger haben ja alle eine *Batterie*!

    Nicht nur im schlimmsten Fall (akuter,gravierender (Öko-)Strommangel ("bewölkte Flaute"), ist sogar angedacht eben diesen Batteriestrom wieder für das Stromnetz anzuzapfen.

    Die Rechnung: komplette Flotte besteht aus E-Autos, gespeist durch Öko Stom => kaum noch CO2-Ausstoß durch Autos.

    Soweit das Szenario das bislang dazu immer wieder skizziert wurde.

    ... gut, man könnte in diese Batterien nicht nur Öko-Strom, sondern auch anderen Strom (z.B. aus AKW) einspeisen ... ;-)


  • MatthiasMatthias Mai 2011
    @vostei
    Auwei, Verwirrung gestiftet, Tschuldigung! Ich bezog mich auf cab196s Beitrag etwas weiter oben und wollte damit en passant seine Zusammenfassung der verschiedenen Energieträger würdigen.
  • MatthiasMatthias Mai 2011
    @cab196
    solch upload Geräte gibt es, ab 70 € bei ebay:

    Danke! Klingt ja viel einfacher als gedacht. Aber ich kann ja nicht einfach so was ins häusliche Stromnetz einspeisen, da braucht es doch schon die Genehmigung vom Versorger?
  • MatthiasMatthias Mai 2011
    @ungeBILDed
    In einem FAZ-Artikel kalkuliert Thomas Hartkopf (TU Darmstadt): Wären 45 Millionen Autos mit Elektroantrieben ausgestattet, "ließen sich bei einer (gut dimensionierten) Speicherkapazität von 20 Kilowattstunden (kWh) je Fahrzeug rund 900 Gigawattstunden (GWh) Strom unterbringen." Er stellt diesen Wert einer Gesamtstromerzeugung von 534000 GWh gegenüber, der Anteil ist dann natürlich ziemlich gering.
    http://www.faz.net/s/Rub58F0CED852D8491CB25EDD10B71DB86F/Doc~E765A48012A4B4B739A4081883CAA1428~ATpl~Ecommon~Scontent.html
  • SileneSilene Mai 2011
    @Matthias 13:04
    Bitte korrigiert mich, wenn ich mich irre, aber derartige 3-Phasen-Wechselrichter sind nur dafür gedacht, eine autarke Stromversorgung aufzubauen, z.B. im Gartenhäuschen. Um die erzeugte Energie in das öffentliche Netz einzuspeisen, braucht man nicht nur einen Vertrag mit einem Energieversorger, sondern auch einen Wechselrichter, der sich mit der Netzfrequenz genauestens synchronisiert.
  • MatthiasMatthias Mai 2011
    @Silene
    Das wäre ja auch ganz vernünftig so. Hab jetzt auch noch nichts umgestöpselt, war nur theoretisch gefragt. Aber als Vision/Modellprojekt könnte ein serienmäßig zweigleisiges Netz doch durchaus machbar sein. Spannend daran wäre vielleicht weniger die Zahl der vom Balkon aus eingespeisten kw-Minuten als vielmehr der Gedanke, dass Leute, die etwas Uploaden, auch genauer auf den Download achten, um ihre Strombilanz positiver zu gestalten. Eine Art "privatisierte Vergesellschaftung".
  • SileneSilene Mai 2011
    @Matthias
    Nach kurzem Googeln sieht es so aus, als wäre eine simple Einspeisung in das Hausnetz (über einen netzgekoppelten Wechselrichter) z.B. in den Niederlanden durchaus erlaubt. Hätte ich nicht gedacht.

    In Deutschland benötigt man allerdings einen separaten Stromzähler für die zugeführte Energie, der genau wie der Rest der Anlage, von einem Elektriker angeschlossen und vom Stromversorger abgenommen wurde. Das ist unter anderem deshalb nötig, weil die Einspeisevergütung nicht dem üblichen Stromtarif entspricht. Außerdem besitzen manche Stromzähler eine Rücklaufsperre, sie würden eine Einspeisung über das Hausnetz nicht registrieren.
  • JorindeJorinde Mai 2011
    "Neu" im Gespräch sind Redox-flow-Batterien (hab ich in irgendeinem Thread hier auch schon gelesen). Das Geniale an den Dingern ist, dass sie bei relativ hohen Wirkungsgraden (> 80%, also besser als die Druckluftdinger) innerhalb von Millisekunden von Speichern auf Freigeben schalten können oder umgekehrt. Momentan baut das Fraunhofer-Institut Prototypen mit Vanadium-Elektrolyt; prinzipiell sind auch andere Metalle mit geeigneten Potentialsprüngen zwischen oxidierter und reduzierter Form möglich. Sie benötigen relativ wenig Platz (ca. 200 l für 10 kWh standen auf der Hannover-Messe herum), daher mit nicht so viel Problemen verbunden wie die Pumpspeicherseen, für die man gleich einen halben Wald flachlegen muss.
    Wir planen in unsrem Betrieb so ein Ding, damit wir den wochenends erzeugten Photovoltaikstrom zumindest teilweise speichern können (mittlerweile kriegt man ja für den Eigenverbrauch mehr als fürs Einspeisen).
    Was ich noch gehört habe sind Pumpwasserkraftwerke in stillgelegten Kohleminen. Da hat man locker mehrere hundert Meter nach unten zur Verfügung.

    Mit ein bisschen Anschubfinanzierung wäre viel drin. Leider unterstützt unsere Regierung (ich kann mich definitiv nicht erinnern, wann wir je schon mal so schlecht regiert worden sind) nur Projekte für die großen Energieversorger, Stichworte Offshore, Desertec.
  • TimTim Mai 2011
    > Yamaguchi governor likely to reverse policy and say 'no' to construction of nuclear plant
    http://mdn.mainichi.jp/mdnnews/news/20110519p2a00m0na004000c.html

    > Kan suggests separating power generation, distribution in Japan
    http://mdn.mainichi.jp/mdnnews/news/20110519p2a00m0na005000c.html

    > Gov't attempt to promote clean energy a test of electric power policy reform
    http://mdn.mainichi.jp/perspectives/news/20110519p2a00m0na001000c.html

    Wird Japan und der Welt nicht schaden, wenn sie ihre Energieerzeugung diversifizieren und in den Sektor der erneuerbaren Energien (viel stärker) einsteigen.
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  • vosteivostei Mai 2011
    Genau. Und kombiniert mit elektrisch angetriebenen Aggregaten wie zum Bleistift Lenkung, Wankregelung usw statt hydraulisch angetrieben, spart auch und ist leichter. Konzeptfahrzeuge Co2ncept, Hybrid und ACTIVeDRIVE von Schaeffler...
  • engeng Mai 2011
    @Jorinde: 'Pumpwasserkraftwerke in stillgelegten Kohleminen'. Das wird zwar in der Tat in Erwägung gezogen, da ist man aber erst ganz am Anfang. Viel mehr als eine Idee ist das noch nicht.
  • hamham Mai 2011
    Es gibt vorsichtige Überlegungen im Harz (alte Erzbergwerke), mit bis zu 700 m Höhenunterschied für Pumpspeicherwerke.
  • @Matthias 19. Mai, 13:16
    Matthias said:

    @ungeBILDed
    ... rund 900 Gigawattstunden (GWh) Strom unterbringen." Er stellt diesen Wert einer Gesamtstromerzeugung von 534000 GWh gegenüber, der Anteil ist dann natürlich ziemlich gering.


    Rechnen wir mal nach:
    Wikipedia spricht von 639.1 TWh in 2008 für D-Land.
    macht 1,75 TWh pro Tag
    macht 73 GWh pro Stunde

    ... also...
    macht 900/73 = gut 12 h Strom für D-Land

    Reicht das etwa nicht für eine "bedeckte Flaute"??
    Was will man denn mehr???

    Entweder habe ich mich verrechnet - dann korrigiert mich Bitte - oder der Herr von der FAZ hat sich verrechnet - oder er hat er etwa schlicht und einfach mehr oder weniger "gelogen"???


    Gut, weiter unter spricht er von einem Speicher mit 200 TWH "was dem Verbrauch von mehreren Monaten entspricht". Also völlig scheinen ihm die Zusammenhänge nicht abhanden gekommen zu sein ...

    ... was will man eigentlich mit so viel Strom auf Halde?

  • SileneSilene Mai 2011
    @ungeBILDed: 640000 [TWh] / 8760 [h] ≈ 73 [TW]

    Im Jahresmittel stellen die deutschen Kraftwerke also eine Leistung von 73 TW bereit. Mit 900 GWh gespeicherter Energie (in den Akkus der Elektroautos) könnte man eine Leistung im zweistelligen TW-Bereich nur einige Minuten lang bereitstellen, dann erschöpfen sich die Speicher. (Die Autos müssten dabei alle am Netz hängen, was nicht sehr realistisch erscheint.)
    Anders ausgedrückt: Um größere Schwankungen bei der Energieversorgung stundenlang auszugleichen, benötigt man einen Energiespeicher, der ein bis zwei Zehnerpotenzen größer ist.
  • @Silene
    Silene said:

    @ungeBILDed: 640000 [TWh] / 8760 [h] ≈ 73 [TW]

    ...


    Achtung!!! GWh und TWh nicht verwechseln (1 TWH = 1000 GHW)

    Es sind 640 TWh bzw. 640000 GWh!!!

    http://de.wikipedia.org/wiki/Wattstunde

    (Das mit den Einheiten war schon immer gemein im Physikunterricht! ;-) )
  • SileneSilene Mai 2011
    Du hast Recht, Asche auf mein Haupt! Man sollte vielleicht mal das Hirn beim Rechnen einschalten.
    Neues Fazit: Eine Energieversorgung, die 73 GW Leistung erbringt, könnte mit einem Speicher von 900 GWh theoretisch ganz gut abgepuffert werden.
  • MatthiasMatthias Mai 2011
    Klasse, dank euch fürs Gegenrechnen!
    Das hieße ja 12 h bei angenommenem komplettem Stillstand sämtlicher Kraftwerke.

    ... was will man eigentlich mit so viel Strom auf Halde?

    Guter Punkt. Wenn ein Unternehmen ein anderes kaufen möchte, hat es, wenn wir nicht gerade von Google und Apple sprechen, die Mittel dafür auch nicht im Tresor liegen, sondern wird sie sich kurzfristig am internationalen Kapitalmarkt besorgen. Solange die Gesamtbilanz stimmt, ist das ja auch überhaupt kein Problem.

    Der Herr von der Faz zitierte übrigens nur etwas frei den Herrn von der TU, der vermutlich sein eigenes Forschungsprojekt für besonders vielversprechend hält.

    Wäre mal interessant zu wissen, wie hoch im Schnitt der geparkte Anteil unserer Fahrzeugflotte ist.
  • TimTim Mai 2011
    > Beate Jessel: Klimaschutz nicht gegen Naturschutz ausspielen
    http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/interview/1458222/

    Die Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz, Jessel, hat gefordert, dass die Energiewende in Deutschland nicht plan- und konzeptlos umgesetzt werden dürfe. Das betreffe vor allem den Ausbau des Stromnetzes, den Mais-Anbau für Biomasse und die Offshore-Windkraft.


    ~7 Minuten Audiointerview.

    Für einen größeren Blickwinkel.

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  • RolandRoland Mai 2011
    Insgesamt gesehen ist die Problematik noch komplexer. Zum einen haben wir einen europäischen Netzverbund und zum anderen leben wir in einer freien Marktwirtschaft. D.h., den Strom, den wir nicht mehr mit Kernkraftwerken erzeugen, erzeugen unsere Nachbarn und liefern ihn an uns.

    Hier ein Statement des BDEW vom April (sicher lobbygeprägt, aber die Zahlen stimmen)
    "Erhebliche Veränderungen sind auch im Stromaustausch sichtbar: In der ersten März-Hälfte bestand ein Expotüberschuss, was den saisonal üblichen Zustand darstellt. Mit dem Herunterfahren der Kernkraftwerke kehrte sich dies um: Seit dem 17. März ergibt sich ein Einfuhrüberschuss. Die Stromflüsse aus Frankreich und Tschechien haben sich verdoppelt, die Stromflüsse in die Niederlande und in die Schweiz haben sich etwa
    halbiert. In den ersten 20 Tagen seit dem Moratorium sind die ausgefallenen Strommengen also überwiegend durch einen Anstieg des Importsaldos ausgeglichen worden. Mittelfristig könnten sich auch andere Strategien zeigen, etwa das stärkere Ausfahren der bestehenden konventionellen Kraftwerke im Inland. Dies wird u. a. von der mitteleuropäischen Merit Order abhängen."
    http://www.bdew.de/internet.nsf/id/A201711FA3C22C37C125786A003F01BB/$file/110404%20Druckfassung%20Rede%20Hildegard%20M%C3%BCller%20PK%20BDEW%20Hannover%20Messe%202010%20final.pdf (Seite 6)

    "Die Energiebranche plant konkret 51 Erzeugungsanlagen bis zum Jahr 2019. Dabei handelt es sich um größere Projekte mit mehr als 20 Megawatt Leistung (Neubau und Modernisierungen/Erweiterungen). Rund ein Viertel davon (14 Vorhaben) sind Großprojekte im Bereich der erneuerbaren Energien (Neubau und Erweiterungen). Insgesamt sind 66 große Kraftwerksbauten geplant. Das Investitionsvolumen schätzt der BDEW auf rund 50 Milliarden Euro. Derzeit sind bereits 18 Projekte im Bau (Neubau und Erweiterun-gen/Modernisierungen). 13 weiteren Projekten wurde eine Genehmigung erteilt. Bemerkenswert ist, dass zehn davon große Offshore-Windparks sind."

    Und hier die Gegenrechnung vom BWE (auch wieder lobbygeprägt)
    Windenergie an Land kann bis zu 65 Prozent des deutschen Strombedarfs decken, wenn man zwei Prozent der Fläche der Bundesrepublik mit heute verfügbarer Anlagentechnik der Windkraftanlagen belegt. Dies entspricht einer installierten Leistung von 198 Gigawatt bei einem Ertrag von 390 Terawattstunden.
    „Bei einem gegenwärtigen Jahresstromverbrauch von etwa 600 Terawattstunden kann die Windenergie an Land bis zu 65 Prozent des deutschen Strombedarfs bereit stellen. Das zeigt: Die Erneuerbaren Energien können die Atomenergie mühelos ersetzen. Allein das Potenzial der Windenergie ist wesentlich größer als der Anteil des Atomstroms im gegenwärtigen Strommix. Denn die deutschen Atomkraftwerke erzeugten im vergangenen Jahr nur gut 140 Terawattstunden Strom“, fasst BWE-Präsident Hermann Albers das Ergebnis der Studie vor dem Hintergrund der aktuellen Atomdebatte zusammen.
    http://www.wind-energie.de/de/aktuelles/article/windstrom-bringt-mehr-als-doppelt-so-viel-wie-atomkraft/145/
    Und hier die Studie des Fraunhofer-Instituts
    http://www.wind-energie.de/fileadmin/dokumente/Themen_A-Z/Potenzial%20der%20EE/IWES_Potenzial_onshore_2011.pdf

    Und noch ein Gedanke zu den Elektroautos: Im Moment funktioniert das Ganze schon nicht mit Rückspeisung von Solarstrom. Viele Ortsnetze im NS-Bereich sind gar nicht darauf ausgelegt, dass ihre Trafos rückspeisen können. Die rauchen dann einfach ab. Also ist erst hier einmal ein Investionsbedarf bei den Stadtwerken. Viel besser sind die so genannten Smart Meter im Haushalt. Wenn man hier die Kühltruhen und Waschmaschinen in Schwachlastzeiten steuert, hat man einen größeren Nutzen. Kälte kann über 24 Stunden gespeichert werden (das machen die Kühlhäuser in Bremerhafen mit dem Windstrom aus Dänemark schon lange) und die Orientierung auf den Spitzenverbrauch im Haushalt spart schnell einige Kraftwerke.

    Und der letzte Gedanke zur Revision der Kraftwerke. Diese sind geplant und werden nach einem strengen Muster vom Frühjahr bis zum Herbst durchgeführt. Dafür gehen dann die Kohlekraftwerke später in Revision oder der Strom wird importiert (s.o) oder Gasturbinen übernehmen die Versorgung.

    Und nicht unterschätzen sollte man die Regelkapazität der Netze und das Bereitstellen der Ausgleichsenergien. Hierzu gab es schon 2000 eine Untersuchung von Prof. Leonhard von der Uni Braunschweig. Und große Speicher sind an lange und teuer Genehmigungsverfahren geknüpft (s. Pumpspeicherwerk Goldisthal oder die aktuelle Diskussion im Schwarzwald). Die Alternative ist, gewaltig Strom zu sparen - oder jedenfalls gleichmäßiger als bisher zu beziehen (schränkt den Komfort ein- ich weiß)
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  • engeng Mai 2011
    @cab196: Sehr schöne Grafiken.
    Also bei der Geschichte mit den Elektroautos habe ich allerdings noch erhebliche Bedenken ...
  • RolandRoland Mai 2011
    @cab196 Bevor wir von 25 Mio Elektroautos reden, sollten wir lieber im Haushalt unseren Stromverbrauch verstetigen. Damit lassen sich schon einige Kraftwerke einsparen und die Spitzen abfangen. Gut es schränkt den Komfort ein, aber man kann nur einen Tod sterben (entweder weiterhin Kernkraft oder Reduzierung des Verbrauchs). Der Club of Rom spricht schon seit 40 Jahren davon, dass wir unseren Ressourcenverbrauch um den Faktor 4 (v. Weizsäcker) bis 10 (Möller) reduzieren müssen. In seinem neuesten Buch „Faktor Fünf“ beschreibt v. Weizsäcker eine neue „genügsamkeitsorientierte Kultur“, die an die Stelle einer einseitigen Wachstumspolitik treten soll. Dies gibt die Richtung vor.

    Die Frage ist also, brauchen wir 25 Mio Elektroautos? Schon heute gibt es erhebliche Zweifel, dass das Ziel 1 Mio Elektroautos bis 2020 geschafft werden kann.
    http://www.oliverwyman.com/de/pdf-files/Charts_PM_Oliver_Wyman_Urbane_Mobilitaet.pdf
  • engeng Mai 2011
    Hmm, hätten wir überhaupt genug Rohstoffe für hunderte Millionen Elektroautos Weltweit, vor allem im Bezug auf die Batterien/Akkus?
  • vosteivostei Mai 2011
    Das mit der Akkutechnik scheint noch 'ne Weile zu dauern, bis das leicht und möglichst klein ist. Und das angesprochene Prob mit den Rohstoffen für die Dinger ist im Mom auch noch richtig.
    Dann gibts aber auch noch den guten alten Wasserstoff - als Speicher und Medium zum Verschüren und Brennstoffzellen...
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  • vosteivostei Mai 2011
    Da gibts auch ganz nette Infos:
    http://www.michelinchallengebibendum.com/de
  • RolandRoland Mai 2011
    @cab196 Das Argument Stuttgart 21 zieht nicht. Schaue Dir doch einfach mal Straßenbahnen an. Die hatten in den 80er Jahren dicke Bremswiderstände auf dem Dach, von denen ab und zu einer Feuer fing. Heute werden die Drehstrommotoren im Vier-Quadranten-Betrieb gefahren, d.h. sie speisen die Bremsenergie ins Netz zurück (macht übrigens auch jedes Elektroauto mit seiner Batterie).

    "Bremsen und dabei Energie zurück ins Bahnstromnetz einspeisen, das ist das Geheimnis moderner Drehstromtechnik. Dank der generatorischen Bremse, auch Motor-Bremse genannt, liegt die Bremsenergierückspeisung bei 660 GWh im Personenverkehr und bei 800 GWh insgesamt. Das entspricht der Jahresleistung von 130 modernen Windkraftanlagen."
    http://www.deutschebahn.com/site/ice__europaweit/de/umweltaspekte/bremstechnik/bremstechnik.html
  • vosteivostei Mai 2011
    *hüstel* ist eigentlich schon irgendwas wg evtl. Stromausfällen bekannt? Hier im Herzen Frankens isset im Mom dunkel. Sogar die Flieger starten durch, dürfte aber mit dem Wetter zu tun haben. Der Stromausfall, der gerade wieder hier im Ort behoben ist, bis auf Straße und Nürnberg, wo ich hinschaue.

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