Willkommen zum Fukushima-Info- und -Diskussions-Forum des physikBlogs.

Die Zahl der Kommentare auf unsere Fukushima-Beiträge ist jenseits der 1000er Marke. Es wird zu unübersichtlich!
Daher gibt's dieses Forum, bei dem ihr über den Unfall von Fukushima kommentieren könnt, was das Zeug hält!

Zu einer kleinen Einführung, hier entlang.

Ihr seid neu hier? Das physikBlog hat in vier Artikeln den Unfall von Fukushima begleitet. Eine Lektüre, zumindest des Aktuellsten, empfiehlt sich vor dem Mitdiskutieren!

Es sei erwähnt, dass wir bei der Moderation der Kommentare hier weniger streng sind, als im Blog. Ihr seid freier in eurer Themenwahl.

Viel Spaß, André & Andi vom physikBlog.

Kernkraftwerke abschalten? Wie geht es dann weiter?
  • engeng August 2011
    @hobbyphysiker: Zustimmung.
  • TimTim August 2011
    @hobbyphysiker

    Auf welchen Fakten basiert deine Meinung?
  • hobbyphysikerhobbyphysiker August 2011
    @Tim

    Eine gute Studie zu der Energieversorgung in der Zukunft ist die Shellstudie, die eine Vorhersage gibt bis ins Jahr 2050 auf Basis von zwei Szenarien.

    http://www-static.shell.com/static/aboutshell/downloads/aboutshell/signals_signposts.pdf

    Die Reaktion von Frankreich auf das Aussteigermodell war in der Presse zu lesen, wenn ich Gelegenheit habe such ich das mal heraus. Tenor war, ein Ausstieg muss mindestens auf europäischer Ebene diskutiert werden, und damit haben sie mehr als Recht! Ansonsten bezieht Frankreich mehr als 80% aus Atomstrom und sie können gar nicht kurzfristig aussteigen.

    http://www.welt.de/print/die_welt/politik/article12825639/Frankreich-gibt-sich-gelassen.html
    http://www.zeit.de/politik/ausland/2011-05/atomausstieg-reaktionen-ausland

    Es gibt noch weitere Quellen, die ich bei Gelegenheit mal heraussuche.

    Eine deutsche Vorreiterrolle ist mehr als nur einfältig, sie ist unbezahlbar und wird die Wirtschaft langfristig schädigen.

    An dieser Stelle vielleicht ein Blick in der Vergangenheit:
    Wir haben es geschaft:
    eine Textilindustrie komplett zu vergraulen.....
    eine Stahlindustrie zu vernichten......
    eine chemische Industrie in eine kontinuierliche Konsolidierungsphase zu zwingen, was ein Zeichen einer Abwanderung ist. Andererseits sehe ich auch eine steigende Zahl von Anlagen in China, was auf eine weitere Abwanderung hinweist.

    Eine direkte Reaktion ist dann hier zu lesen:

    http://www.focus.de/politik/schlagzeilen/nid_79157.html

    Auf der anderen Seite haben wir heute Harz4 Empfänger, die wir 1 Euro Jobs zwingen, viele davon wären froh, wenn sie in einer der oben erwähnten Industrien arbeiten könnten.

    Daher kann ich nur warnen vor einer nicht bezahlbaren (reine Subventionsgeschichte) Windenergie und den damit verbunden postulierten "Arbeitsplätzen", die keinster Weise das kompensieren, was man oben eliminiert hat!!!

    Die Rechnung zum Thema Solarenergie in Deutschland will ich mal gar nicht aufmachen, das ist noch viel heftiger. Nur eines mal aus Sicht eines Naturwissenschaflters, warum haben wir in Deutschland die grösste Fläche an Solarzellen, obgleich der Einstrahlwinkel im Vergleich zu südlichen Ländern deutlich im Nachteil ist? Der Wirkungsquerschnitt ist per Definition mehr als bescheiden und alleine aus EU Sicht gehören solche Dinge wirklich reguliert!

    Also mein Fazit:
    Atomkraft Ausstieg ja, aber mit Mass und Ziel und keine einfältige politische lokale Diskussion, die völlig fehl am Platz ist! Gerne können wir ein separates Kapitel eröffnen und die alternativen zur Kernenergie einmal aus naturwissenschaftlicher Sicht beleuchten. Wenn man das dann mit Zahlen hinterlegt, dann wird so richtig spannend.

    Um da mal eine provokonte Zahl in den Raum zu stellen. Der Ersatz der AKWs in Deutschland durch Windenergie kostet ca. 100 Milliarden Euro; die komplett aus den Stromrechnungen der Strombezieher abgedeckt werden, als von uns. Sollten die Anlagen sich selbst finanzieren ohne Subvention, so ist es mehr als zweifelhaft, dass die Lebensdauer dieser Anlagen überhaupt ausreicht, um das zu realisieren.

    Nun freue ich mich auf guten Input an dieser Stelle.
  • engeng August 2011
    @hobbyphysiker: Ich muss Dir schon wieder zustimmen.
    Kleine Einschränkung: die Stahlindustire ist noch nicht vernichtet, es gibt da noch einiges. Dafür fehlt in der Aufzählung z.B. der Bergbau mit hunderttausenden von ehemaligen Beschäftigten (vor allem auch Beschäftigungen die nicht so eine hohe Qualifikation erfordern).

    Es ist absolut unrealischtisch zu glauben wir könnten in der Energiepolitk innerhalb von ein paar Jahren die Versäumnisse oder Fehler oder wie immer man das nennen mag komplett korrigieren.
    Ich kann z.B. in keiner Weise nachvollziehen warum nicht noch neue Kohlekraftwerke in Betrieb gehen sollen wenn dafür alte abgeschaltet werden.
    Bestes Beispiel EON Kohlekraftwerk Datteln: da hat man (BUND, Grüne, BI) verhindert bzw. verzögert das ein Kraftwerk mit modernen Filteranlagen gebaut wird. Und was haben wir jetzt davon? Bis zur Fertigstellung des Kraftwerkes dürfen jetzt alte EON Kraftwerke mit schlechterem Wirkungsgrad und nicht so effektiven Filteranlagen weiterlaufen. Ist das ernsthaft ein Erfolg?

    Ist es sinvoll energieintensive Industrien (Stichwort Aluminium) mit so hohen Energiekosten zu belasten das es sich nicht mehr lohnt? Nur mit Handel, Banken und Versicherungen kann Deutschland nicht überleben.

    Und das letzte was wir gebrauchen können sind Bürgerbefragungen. Dann gibt es keine Kraftwerke mehr, keine neue Industrie, keine Hochspannungsmasten, keine Windräder, keine Justizvollzugsanstalten, keine Psychiatrien usw. usw. Immer nach dem Motto: natürlich brauchen wir das - aber bitte nicht bei mir vor der Tür.

    Das gleiche gilt für Volksbefragungen. Beispiel Stuttgart 21. Da reden Leute mit, egal ob auf Pro oder Kontra Seite, die wissen nicht einmal wo bei einem Zug vorne und hinten ist. Es gibt dazu einen schönen Spruch: Seine Entscheidung wurde von keinerlei Sachkenntnis beeinträchtigt. Auf diese Entscheidungen kann ich gerne verzichten. Ja naürlich, es gibt einige Leute die sich intensiv damit beschäftigt haben und mittlerweile sachkundig sind, aber das sind eben die allerwenigsten.
  • MatthiasMatthias August 2011
    Najanaja. Wenn ein Risiko als nicht länger hinnehmbar betrachtet wird, dann ist auch ein Aufschub der Risikoabwehr nicht zu verantworten. Natürlich wird Strom teurer, aber ich bin ziemlich sicher, dass auch in Frankreich Risiken und Folgekosten in absehbarer Zeit realistischer in die Strompreise einkalkuliert werden müssen. Mag sein, dass Unternehmen abwandern oder billigeren Strom importieren, andere werden in Energieeffizienz investieren oder selbst Energie erzeugen. Wo es klare Regeln gibt, da finden sich auch kreative Entrepreneure.

    Nur: Es muss jetzt sehr schnell sehr viel Konkretes passieren: Kraftwerksbau, Speicher, Smart Grids, Grundlagenforschung, Umwidmung des Solidarzuschlags... Meine Befürchtung ist jedoch, dass die Verkündung des Ausstiegs eher eine Art Venting war.

    Warum Solarenergie hierzulande nicht funktionieren soll, erschließt sich mir nicht, Ich kenne zwei Familien, die mit einer herkömmlichen Solaranlage mehr Strom produzieren, als sie selbst brauchen. Und nur eine davon lebt in Freiburg.

    Bergbau, Stahl- und Textilindustrie wurden übrigens weder von BIs noch per Volksabstimmung vernichtet, die Herren Aktionäre haben sich einfach die Freiheit genommen, auf günstigere Arbeitskräfte zurückzugreifen. Untergegangen ist unser Land trotzdem nicht.

    Es wird also mE alles relativ gut. Aber es muss dann auch mal losgehen jetzt.
  • MatthiasMatthias August 2011
    Bei Stuttgart 21 wollten die einen die freiwerdenden Flächen vermarkten, die anderen sich ein kommunalpolitisches Denkmal setzen. Das muss nicht grundsätzlich falsch sein, macht das Projekt aber jetzt auch nicht zum Prototyp einer aus Sachkenntnis geborenen Idee.
  • engeng August 2011
    Nun ja, wer aber etwas davon versteht weiß das es in der Eisenbahntechnik nichts aufwendigers gibt als einen Kopfbahnhof. Das ist Fakt.
    Aber das nur am Rande, diese Diskussion gehört eigentlich nicht in dieses Forum.
  • dirkdirk August 2011
    Vorbereitung auf den Tag X
    Grohnde: Rückbau des Kernkraftwerks dürfte mindestens 2,8 Milliarden Euro kosten

    Bielefeld kann vom Atomkraftwerk Grohnde noch bis 2018 Strom beziehen. Danach verursacht der Rückbau des AKW Milliarden-Kosten.

    16,6 Prozent des Kernkraftwerkes gehören den Stadtwerken, dem Anteil entsprechend müssen die Bielefelder sich an den Kosten beteiligen, die mit der Stilllegung und dem Abriss, aber auch mit der Endlagerung der hoch gefährlichen, weil radioaktiv belasteten Brennstäbe entstehen.

    Dabei hat die Vorbereitung auf die Zeit nach der Abschaltung des Atomkraftwerks praktisch mit dem ersten Tag der Inbetriebnahme im Februar 1985 begonnen. Denn das deutsche Atomrecht schreibt den Betreibern der Kernkraftwerke vor, von jeder produzierten Kilowattstunde Strom, die verkauft wird, Geld abzuzwacken, um auf die Kosten des Rückbaus der Anlage vorbereitet zu sein, erläutert Stadtwerke-Chef Friedhelm Rieke auf Anfrage der Neuen Westfälischen.

    Bis Ende des Jahres werden auf diese Weise insgesamt bereits zwei Milliarden Euro für den Rückbau des Kraftwerks auf der hohen Kante liegen. Rund 300 Millionen Euro davon sind dem Minderheitseigentümer Stadtwerke Bielefeld zuzurechnen. Die Bielefelder Millionen sind angelegt in Wertpapierfonds. Bis zum Ende der offiziellen Laufzeit des Kernkraftwerks Grohnde 2018 (nach Erreichen der gesetzlich begrenzten Betriebszeit von 32 Jahren) dürften es also insgesamt 2,8 Milliarden Euro sein. Eine genaue Zahl kann niemand nennen.
    n".

    Eines allerdings ist klar: Nach dem bisherigen Erkenntnisstand der neutralen Gutachter dürfte die bis 2018 gebildete Rücklage für Grohnde, eben jene 2,8 Milliarden Euro, für den kompletten Rückbau des Kraftwerks reichen. Dies würde bedeuten, dass die Eigentümer des Kraftwerks nach dem Abschalten der Anlage kein zusätzliches Geld in die Hand nehmen müssen. Allerdings bleibt dies eine Rechnung mit einer großen Unbekannten, und die heißt: Endlagerung. Auch Stadtwerke-Geschäftsführer Rieke räumt ein, dass niemand weiß, welche Kosten tatsächlich bei der endgültigen Einlagerung des radioaktiven Materials anfallen werden.

    Für das einzige in Ostwestfalen-Lippe gebaute Atomkraftwerk im Beverunger Stadtteil Würgassen (Kreis Höxter) schätzen die Experten die Rückbau-Kosten auf insgesamt eine Milliarde Euro. Seit 14 Jahren wird das einst von Preußen Elektra (heute Eon) gebaute Kraftwerk abgebaut. Im Jahr 2014 soll der Rückbau soweit abgeschlossen sein, dass die Gebäude abgerissen werden können. Die höheren Rückbaukosten in Grohnde hätten mit der Größe des Kraftwerks und dessen längerer Laufzeit zu tun, erläutert Stadtwerke-Chef Friedhelm Rieke. Auch in Grohnde dürfte der Rückbau 15 bis 18 Jahre dauern. Allein sechs bis acht Jahre werde es dauern, bis die zuletzt gebrauchten Brennelemente herausgeholt werden könnten.

    2038 könnte dann an der Weser, wo jetzt das Kernkraftwerk Grohnde steht, wieder eine grüne, ungefährliche Wiese sein.
    http://www.nw-news.de/lokale_news/bielefeld/bielefeld/4839756_Vorbereitung_auf_den_Tag_X.html
  • TimTim August 2011
    > Die Bielefelder Millionen sind angelegt in Wertpapierfonds

    Hoffentlich erleben sie damit keine bösen Überraschungen.

    ---

    > Die Energiewende und ihre Folgen - Reihe im Radiofeuilleton
    http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/thema/1485813/

    > "Dezentral und erneuerbar" - Energie-Experte sieht die mittelständische Wirtschaft als wichtigen Träger der Energiewende
    Interview mit Björn Klusmann, Geschäftsführer Bundesverband Erneuerbare Energien

    > Die Offshore-Windparks, Herausforderungen und Chancen
    Interview mit Thomas Hartkopf, Professor für Regenerative Energien der Technischen Universität Darmstadt

    > Erneuerbare Energien und kommunale Wirtschaft - oder: das mecklenburgische Biogasdorf als revolutionäres Subjekt
    Interview mit Rainer Land, Sozial- und Wirtschaftswissenschaftler

    > Von der Atomlobby zur Ökolobby: Gibt es neue Strippenzieher in der Energiepolitik?
    Interview mit Cerstin Gammelin, EU-Korrespondentin der "Süddeutschen Zeitung" und Buchautorin

    > "Fünfmal so viel Wohlstand aus einer Kilowattstunde" - Die Chancen der Effizienzrevolution
    Interview mit Ernst Ulrich von Weizsäcker, Naturwissenschaftler und Buchautor

    > Windräder als Wahrzeichen der nachindustriellen Entwicklung?
    Interview mit Norman Pohl, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Wissenschafts- und Technikgeschichte Freiberg
  • mafaldamafalda August 2011
    @hobbyphysiker
    Zitat:"Die Reaktion von Frankreich auf das Aussteigermodell war in der Presse zu lesen, wenn ich Gelegenheit habe such ich das mal heraus. Tenor war, ein Ausstieg muss mindestens auf europäischer Ebene diskutiert werden, und damit haben sie mehr als Recht! Ansonsten bezieht Frankreich mehr als 80% aus Atomstrom und sie können gar nicht kurzfristig aussteigen."

    Es ist sicher richtig, dass die Welt größer als Deutschland ist und Strom über die Grenzen weg gehandelt wird. Wenn man aber Atomstrom für gefährlich hält, sollte man nicht warten, bis es zum Ausstieg einen weltweiten (oder auch nur europäischen) Konsens gibt. Natürlich werden sich damit Länder wie Frankreich schwer tun. Manchmal wird der deutsche Ausstieg ja fast als unsolidarisch bezeichnet. Ich kann das nicht erkennen. Wie in der angehängten PDF vom BDEW (Seite 5) ersichtlich, hat Deutschland auch im ersten Halbjahr mehr Strom exportiert als importiert. Solange wir keinen heftigen Importüberschuss haben, kann die Betroffenheit der Nachbarländer ja nicht besonders groß sein (außerdem müssen die Ihren Strom ja nicht an uns verkaufen).

    In der angehängten Datei auf Seite 7 wird übrigens die deutsche Kraftwerkskapazität genannt. Wenn ich dort auf Wind, Atom und Photovoltaik verzichte, bin ich immer noch bei einer Kapazität von über 100 GW. Wenn man sich erinnert, dass der maximale Verbrauch in Deutschland bei etwa 80 GW liegt, fragt man sich schon, woher die heftigen Diskussionen zur Stromlücke kommen. Sicher ist diese Betrachtung zu einfach. Trotzdem drängt sich mir der Eindruck auf, dass die Versorgungssicherheit nicht ganz so gefährdet ist, wie man manchmal liest.

    Was die Kosten des Ausstiegs anbelangt, so sind diese nur schwer abzuschätzen, weil sich verschiedene (preissteigernde und preissenkende) Effekte überlagern. Das UBA (www.umweltdaten.de/publikationen/fpdf-l/4117.pdf) kommt zum Ergebnis, dass ein früherer Ausstieg mit weniger als 1 Cent zusätzlich zu veranschlagen ist. Davon sollte unsere Industrie eigentlich nicht kaputt gehen und so nebenbei führt ein klares Ausstiegsszenario auch zu Chancen in einem neuen Industriezweig, den ich für langfristig sehr interessant halte.

    Ob wir für den Atomausstieg große neue Kohlekraftwerke brauchen, ist nicht so klar, wie es auf den ersten Blick scheint. Der Kraftwerksblock Datteln (1050 MW el. Leistung) kostet dem Vernehmen nach 1 Mrd €. Ich vermute stark, dass er sich gegenüber einem deutlich billigeren Gaskraftwerk nur rechnet, wenn er auch die nächsten vierzig Jahre überwiegend in Grundlast gefahren werden kann. Je nachdem, wie schnell der Anteil an erneuerbaren hochgefahren werden kann, ist es möglicherweise sinnvoller, noch ein paar Jahre mit den weniger effizienten, alten Kohlekraftwerken zu leben.
    Attachments
    Strom_1HJ.pdf 169K
  • engeng August 2011
    @mafalda: danke für den Beitrag, eine gute Diskussionsgrundlage.
  • SileneSilene August 2011
    [Bloomberg] Toshiba, Panasonic Plan Fukushima Energy R&D Hub, Asahi Says
    Toshiba Corp. (6502) and Panasonic Corp. (6752) are considering a research and development hub for renewable energy and agriculture in Fukushima, the Asahi newspaper reported today.

    About 20 companies have shown interest in joining the R&D hub project to be set up in two towns, Shimogo and Nishigo, west of the crippled Fukushima Dai-Ichi nuclear plant, the paper said citing consulting company A.T. Kearney.

    The project is intended to help develop new industries and create jobs, it said. The two towns plan to apply for the government’s “special zone for reconstruction” to receive tax break by as early as the end of the year.
  • TimTim August 2011
    Erneuerbare Energie als Chance für Deutschland? - Ideen Projekte & Versuche Die Energie-Reihe | Aktuell | dradio.de
    http://www.dradio.de/aktuell/1436881/

    > Passivhaus-Hauptstadt Frankfurt am Main
    Seit vier Jahren baut Frankfurt öffentliche Gebäude nur noch mit der 0-Heizenergie-Technologie. Die Gebäude heizen sich mit Hilfe von Körperwärme und Abwärme von Elektrogeräten selbst. Schon jetzt erfüllt die Stadt EU-Standards für 2019.

    > Vom Giftmüll- zum Energieberg - Hamburg: Saubere kohle- und atomfreie Energie für die Hansestadt
    Vor knapp zwei Jahren entschied die damalige schwarz-grüne Koalition, einen neuen kommunalen Stromversorger zu gründen. Hamburg Energie stellt seinen grünen Strom zum Teil auf der ehemaligen Giftmülldeponie Georgswerder her.

    > Energieautarkie in Feldheim - Brandenburgs Energiestrategie 2020
    Noch ist die Braunkohle dominierend, aber erneuerbare Energien sollen die tragenden Säulen der Versorgung werden .Vorreiter für Energie-Autarkie: das Dorf Feldheim

    > Nordrhein-Westfalen: Kommt die Energiewende?
    Diskussion über Kraftwerk-Neubau, Erdgas-Bohrungen und Ausbau der Windkraft

    > Strom aus Getreide und Gülle - Niedersachsen: Das Energiedorf Jühnde
    Das Dorf Jühnde bei Göttingen produziert als erster Ort in Deutschland seine gesamte Energie aus Biomasse - mehr als die 760 Einwohner brauchen

    > Wissen, woher der Wind weht
    In Ottersberg bei Worpswede wird Energie vielfältig alternativ erzeugt

    > Meeresdruck soll Turbinen antreiben - Wasser als Energiespeicher
    Ob Kohleschächte oder Betonkugeln im Meer: Für Wasserkraft als Stromlieferant gibt es viele Ideen.

    > Berlin: Das Energiekonzept des Deutschen Bundestages
    Einsatz regenerativer Energien und ökologischer Gebäudebetrieb

    > Rheinland-Pfalz: Weilerbach (bei Kaiserslautern) - das Projekt "Null-Emission"
  • TimTim August 2011
    Wende wohin? Die Zukunft des deutschen Energiemarktes - Sommerserie in "Wirtschaft und Gesellschaft" | Aktuell | dradio.de
    http://www.dradio.de/aktuell/1530818/


    Block 1: Die Zukunft der Energieproduktion
    ---

    > Wende im Ländle. EnBW ohne Atomkraft und mit grünen Chefs

    > Kommunen schaffen Stromriesen. Die wiedergefundene Macht der Stadtwerke

    > In der Hand der Endverbraucher. Das Bürgermodell in Markt Schwaben

    > Industrieunternehmen als Selbstversorger. Wann rechnet sich eine eigene Stromproduktion?

    > Energie-Riese gesund schrumpfen? - RWE fehlt nach der Atomwende noch eine überzeugende Strategie


    Block 2: Eine neue Marktstruktur?
    ---

    > Zwischen großen Chancen und der Angst vor einem Black Out. Wie der Staat versucht die Energiewende zu lenken.

    > Immer wieder Netzdiskussion: In der Schweiz ist das Übertragungsnetz seit 2006 in einer Hand: Swissgrid

    > Schleichende Deindustrialisierung? Wie wichtig ist der Produktionsfaktor Energie für Deutschland wirklich?
  • TimTim September 2011
    > Japanese Innovation Could Make Wind Power Cheaper Than Nuclear
    http://www.geekosystem.com/japanese-wind-power/

    After the damage caused by the Fukushima disaster, it only makes sense that Japan turn its resources to trying to find another efficient form of clean energy besides nuclear.
    Research into wind turbine development may have lead to a solution with stunning potential.
    Wind lenses, brims that go around the outside of a turbine’s blades, can double or even triple the turbine’s power output, bringing wind farms in line with the efficiency and output of nuclear power, without the danger of a meltdown.

    The wind lens was developed at Kyushu University, where prototypes are already in use.
    The wind lense works by creating a pocket of low pressure in front of the turbine. As a result, air rushes to the low pressure point, conveniently enough, right through the turbine, increasing the speed of the turbine and ultimately, the amount of power that is put out.


    http://www.riam.kyushu-u.ac.jp/windeng/en_aboutus_detail04_01.html
    http://www.riam.kyushu-u.ac.jp/windeng/en_aboutus_detail04.html

  • TimTim September 2011
    > Schweizer Energiewende - Bringen Pumpspeicherkraftwerke wirklich sauberen Strom?
    http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/weltzeit/1544132/

    Im Moment ist das neue Pumpspeicherkraftwerk Nant de Drance - in Sichtweite des Mont Blanc - noch eine Riesenbaustelle. Fast 1,5 Milliarden Euro investieren hier der Stromkonzern Alpiq und die Schweizer Bundesbahnen. 2017 sollen die Turbinen mit der Kraft des herabstürzenden Wassers 900 Megawatt Strom pro Tag produzieren.


  • TimTim September 2011
    "Die internationale Klimapolitik steckt in einer Krise" - UN-Umweltprogrammchef setzt auf die "Green Economy"
    > http://www.dradio.de/dlf/sendungen/idw_dlf/1546020/

    Beim Klimagipfel in Kopenhagen hat die Welt die Chance auf einen neuen Klimakonsens verpasst. Ein Weltklimaabkommen sei jedoch nötig und habe positive Effekte auf die Wirtschaft, findet der Exekutivdirektor des UN-Umweltprogramms UNEP, Achim Steiner.


    25 Minuten Interview

  • MatthiasMatthias September 2011
    FAZ-Lokalausgabe vom 8.9.: Stromverbrauch in Frankfurt steigt und steigt

    Zusammenfassend: Die Mainova (der örtliche Energieversorger) prognostiziert für die Stadt bis 2020 einen Anstieg des Stromverbrauchs um 18 Prozent. Hauptgrund ist das Wachstum großer Rechenzentren (Banken, Börse und DE-CIX, der nach Traffic weltweit größte Internetknoten). Schon heute schätzt die Mainova den Anteil solcher Rechenzentren am stadtweiten Stromverbrauch (2010 gesamt: 4976 GWh) auf 20 Prozent. Der Löwenanteil geht in die Kühlung der Rechner.

    Bei den Privathaushalten sieht es anders aus. Hier rechnet die Mainova mit einem jährlichen Absatzrückgang von zwei Prozent, obwohl Frankfurt gerade kurz vor einem Einwohnerrekord steht. Energieeffiziente Haushaltsgeräte etc. scheinen sich also langsam bemerkbar zu machen.

    Den Gesamtstromverbrauch in Frankfurt teilen sich Privathaushalte und Unternehmen je zur Hälfte.
  • JorindeJorinde September 2011
    Ja, wie wäre es denn, wenn man Rechenzentren endlich so intelligent planen würde, dass man die Abwärme zum Heizen/Warmwasser für die Nachbarschaft nimmt??!!
  • TimTim September 2011
    > “Die Netze müssen intelligenter werden” - Das deutsche Stromnetz und die erneuerbaren Energien · detektor.fm
    http://detektor.fm/wirtschaft/stromnetze-muessen-intelligenter-werden-das-deutsche-stromnetz-und-die-erne/

    Erneuerbare Energien stehen zur Zeit hoch im Kurs. Problematisch ist allerdings, dass das deutsche Stromnetz nicht für die schwankende Stromproduktion der Erneuerbaren konzipiert ist.

    Nach den Geschehnissen in Fukushima ist die Atomkraft unpopulär wie nie. Da liegt der Entschluss nahe, mehr in erneuerbare Energien zu investieren. In Deutschland stehen ja gleich mehrere Optionen zur Verfügung: Wind, Solar, Wasser und weitere. Allerdings ist das nicht ganz unproblematisch. Denn momentan ist beispielsweise das deutsche Stromnetz gar nicht für die Nutzung von erneuerbaren Energien geeignet.

    Warum das so ist, welche Lösungsansätze es gibt und wie lange die Atomkraft noch benötigt wird - darüber haben wir mit Professor Jürgen Schmid vom Fraunhoferinstituts für Windenergie und Energiesystemtechnik in Kassel gesprochen.


    6 Minuten Audiointerview

  • vosteivostei September 2011
    “Die Netze müssen intelligenter werden”

    Mal ne Frage an die Elektrokundigen (Ich hasse Elektro - 1000 Mio. verschieden Stecker und Kabel und wenn man wo hinlangt steht der Schopf):

    Was ist an unserem (Strom)Netz so gut, das es aber mit der Einspeisung erschwert, im Gegensatz zum Us-amerikanischen, was ja so schlecht sein soll?
  • TimTim September 2011
    > Kraftwerk auf hoher See - Deutschlands erster Offshore-Windpark Alpha | Radiofeuilleton - Wissenschaft und Technik | Deutschlandradio Kultur
    http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/wissenschaft/1562254/

    Etwa 45 Kilometer nördlich der ostfriesischen Insel Borkum liegt Alpha Ventus, Deutschlands erster Windpark auf offenem Meer. Seit zwei Jahren ist er am Netz. Aufbau und Betrieb haben zwar für manch teure Überraschung gesorgt, Flora und Fauna aber weniger geschadet als befürchtet.


  • hobbyphysikerhobbyphysiker September 2011
    @ Tim

    Die Investitionskosten von alpha ventus werden sich nicht aus einer normalen Einspeisequote decken lassen. Diese Aussage gilt für alle Windkraftanlagen meines Erachtens, so dass alle diese durch das Einspeisegesetz gefördert werden muessen. Und das ist politischer Wille! Unter normalen, nicht subventionierten Bedingungen werden sie den break even nicht erleben, da dieser jenseits der Haltbarkeit liegt.

    Es ist gut die vielen Ansätze zu lesen, die letzlich dazu führen sollen, alternative Energiequellen zu nutzen, was langfristig gesehen auch sinnvoll ist. Nur das ganze Thema hat neben dem technischen Aspekt auch eine volkswirtschaftliche Komponente. Daher würde ich jedem empfehlen, der über alternative Energien diskutiert, sich auch die Effizienz und die damit verbundenen Kosten zu informieren. Fixe und variable Kosten sind nicht zu unterschätzen sowie das dazu notwendige Investment und dessen Rückzahlung. Kurzfristige Alleingänge, wie man sie momentan in Deutschland vorantreibt, sind nicht sustainable und nicht finanzierbar aus eigenem Bilanzraum heraus.

    Es ist klar, wir muessen aus der Atomkraft aussteigen, aber bitte nicht in der berühmten deutschen Vorreiterrolle, die nur dazu ausgelegt ist, um politisch Wählerstimmen zu fangen und mittelfristig die Arbeitslosenquote in die falsche Richtung triggert.
  • TimTim September 2011
    Hast du dir den Beitrag angehört oder gelesen hobbyphysiker ?
    Sie gehen ja explizit auf die Kosten ein. Dies ist eine Versuchsanlage und damit können sie viele Fehler in Zukunft vermeiden. Dies wird die Kosten senken nach deren Aussage:

    Schwarze Zahlen schreibt Deutschlands erster Offshore-Windpark bisher trotzdem nicht. Zu teuer waren all die kleinen Fehler, die bei einem Pilotprojekt unweigerlich auftreten. Und auch die Genehmigungsauflagen waren sehr streng. Christian Dahlke vom Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie hatte sie erlassen:

    "Wir arbeiten natürlich schon eher mit 'nem Anspruch, dass wir erstmal sozusagen mehr Qualität haben wollen, weil wir eben in ein Feld reingehen, wo wir bisher keine Erfahrungen hatten, und versuchen schon dann letztendlich auch bestimmte Dinge zu reduzieren, sodass wir sagen: Einige Dinge können dann im Prinzip als abgehakt gelten. Sorgen, dass eventuell bei Stürmen Windenergieanlagen schnell umkippen, bei großen Unwettern die Anlagen gefährlich werden könnten, oder dass sich zum Beispiel Kabel sehr schnell freispülen, so was hat sich alles eigentlich nicht bewahrheitet."


  • vosteivostei September 2011
    Und wenn ich mir so ansehe was die EPR in Finnland und Frankreich kosten, gekostet haben, kosten werden - :D 5 bis 7 Milliarden Euro... - das Stück.

  • hobbyphysikerhobbyphysiker September 2011
    @ Tim

    Die Daten von alpha ventus habe ich mir sehr genau angesehen und nicht nur auf Basis dieser Publikation. Die Daten von Alpha Ventus sind wichtig, da sie die Grundlage darstellen für das Invest in Baltic 1 und 2. Die gemachten Annahmen halte ich für solide und daher habe ich einige Betrachtungen angestellt dazu:

    Grundlage:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Erneuerbare-Energien-Gesetz

    ENBW gibt das Invest für Baltic 1 und 2 mit ca. 1.2 Mrd € an.
    http://www.monstersandcritics.com/news/business/news/article_1636315.php/Germany-to-start-first-commercial-offshore-windpark-in-Baltic-Sea

    Baltic 1 liefert ca 185 GWh/a
    Baltic 2 wird ca. 1,2e9 kWh/a liefern und wie gesagt, solide Annahmen auf Basis alpha ventus.

    Nun nimmt man die derzeitige Einspeisevergütung von 0,15€/kWh ins Kalkül und rechnet das Ganze auf 12 Jahre so kommt man auf ca. 2,2 Mrd€ Umsatz (kein Gewinn!), da sind aber noch keine Kosten enthalten, wie Löhne, Reparaturen, etc.

    Legt man eine Einspeisevergütung von 0,035€/kWh an so landet man bei einem Umsatz von 0,04 Mrd€/a, hätte man keine Kosten dann wäre das einer Rücklaufzeit von 28 Jahren gleichzusetzen. Solange wird die Anlage aber nicht laufen und wie gesagt das wäre ohne jegliche Kosten! Damit dürfte klar sein, dass auch diese Anlagen ihr eigenes Invest nicht tragen können, und das ist ein kommerzielles Projekt! Dazu passt auch die Anpassung der Einspeisevergütung von 2004 - 2009, denn das hätte sich nicht gerechnet, deswegen hat man das Gesetz anpassen muessen!

    Das Fazit ist sehr einfach, die Investition wird von der Gemeinschaft getragen und stellt damit eine Wirtschaftsbelastung dar, was zu einer Verteuerung der Infrastrukturkosten führt was wiederum ein Wettbewerbsnachteil ist.

    Dieser kleine Exkurs gilt nur für Offshore Wind-Anlagen und das ist der derzeitige Hoffnungsträger. Falls jemand die Musse hat sich der Phtovoltaik einmal anzunehmen dann kommen da noch ganz andere Dinge zum Vorschein.

    Und noch einmal, ich bin ein Atomkraftgegner und ich bin für einen Wandel in der Energiepolitik, aber Alleingänge sind wirtschaftlich gesehen nicht vertretbar! Auch wenn das Niemand hören mag und besonders in Deuschland nicht!

    Bin einmal gespannt, ob unsere Politik in der Lage ist, den garantierten Zeitraum von 12 Jahren durchzuhalten, denn da sind mindestens 2 Bundestagswahlen dazwischen und die Sozialkosten werden parallel deutlich steigen!
  • TimTim September 2011
    Stimmst du zu, dass:
    # Atom-, Kohlestrom, aus Öl und Gas diverse externe Kosten haben die aktuell nicht (direkt) auf den Strompreis umgelegt werden?
    # Peak Oil wahrscheinlich 2008-2010 erreicht worden ist?
    # Stromkosten zwangsläufig steigen werden?
    # Wind- und Solarenergie große Verbesserungspotentiale besitzt?
    # ohne Einsparung, Verzicht nicht gehen wird - für kein Land?
    # mit dem "Auslaufen" der alten Kraftwerke jetzt eine strategische Entscheidung zu treffen ist, ob man weiter auf fossile Energieträger für die nächsten 30-50 Jahre setzt oder auf Alternativen?
    # bzgl Kosten wohl der minimale Teil der Energiekosten "das geringste Problem" was wir in Europa die nächsten 10-20 Jahre und mehr haben werden?
  • TimTim September 2011
    Eine Themenseite von DRS. Gibt nicht so übermäßig viel her, jedoch mit einigen guten Links.

    > Der Einstieg in den Atomausstieg | Schweizer Radio DRS
    http://www.drs.ch/www/de/drs/nachrichten/schweiz/79321.der-einstieg-in-den-atomausstieg.html

    # Droht schon bald eine Stromlücke?
    # Wie in der Schweiz Strom produziert wird
    # Mit alternativer Energie in die Zukunft?
    # Die fünf Schweizer Atomkraftwerke
    # Für und Wider Atomstrom
    # Chronologie der Atomenergie
    # Wohin mit dem strahlenden Müll?
    # Grafik: Atomkraftwerke in der Schweiz
  • PatrickPatrick September 2011

    @ Tim
    ...
    Legt man eine Einspeisevergütung von 0,035€/kWh an so landet man bei einem Umsatz von 0,04 Mrd€/a, hätte man keine Kosten dann wäre das einer Rücklaufzeit von 28 Jahren gleichzusetzen.



    Nur mal als Verständnisfrage zum EEG: Wird die Einspeisevergütung nicht zusätzlich zum Verkaufserlös des Stromes gezahlt ?
    Im Moment ist der Strompreis für Erzeuger bei 5,8 Ct/kWh (Leipziger Strombörse EEX). Wenn die 3,5 Ct/kWh alles wären, was man für den Strom aus dem Windpark bekommt, dann wäre das ja unter dem aktuellen Strompreis !
  • mafaldamafalda September 2011
    @Patrick
    Nein, die Einspeisevergütung wird nicht zusätzlich gezahlt. Für Wind an Land werden anfangs etwa 9 ct/kWh und später knapp 5 ct/kWh bezahlt, wobei noch für allerlei Spezialfälle (Repoweringbonus, Systemdienstleistungsbonus für besonders netzfreundliche Einspeisung) kleinere Zuschläge zum Preis möglich sind. Mit diesen Vergütungen an Land kann man offensichtlich an guten Standorten durchaus gute Gewinne machen und die Anlagebetreiber jammern nicht über zu niedrige Einspeisevergütungen, sondern eher über die Schwierigkeiten, an Standorten Genehmigungen zu erhalten. 3,5 ct/kWh sind möglicherweise die Grenzkosten für abgeschriebene Atomkraftwerke. Bei neuen Anlagen würde ich wetten, dass diese Preise nicht kostendeckend wären. Für Kohlekraftwerke fehlen mir die Zahlen, aber bei Gaskraftwerken sind so niedrige Preise auch kaum vorstellbar.
    Offshore-Wind ist sicher noch ein Abenteuer und wird daher derzeit auch noch mit anfänglich 13 bis 15 ct/kWh vergütet. Hier muss noch mehr Erfahrung gesammelt werden, wobei mir die Sicht von hobbyphysiker zu pessimistisch scheint.
    Im Gegensatz zum hobbyphysiker sehe ich in der derzeitigen Einspeisevergütung für Wind kein echtes Problem für unsere Wirtschaft. Die exportorientierte Wirtschaft wird von den Belastungen durch das EEG weitgehend verschont und für den Binnenmarkt können einige Cent kein echtes Problem darstellen. (Laut internet liegt der derzeitige Preis für einen Liter Super in den USA bei ca. 80 Euro-Cent. Obwohl wir in Deutschland etwa den doppelten Preis zahlen, gehen deshalb hier weder die Spediteure noch der Einzelhandel bankrott, obwohl der Einzelhandel die Spediteure bezahlen muss. Im Gegenteil, Aldi expandiert in die USA.)
    Bei hohem Anteil an fluktuierenden erneuerbaren Energieeinspeisung wird aber die Speicherung ein echtes Problem werden. Hier scheinen Pumpspeicherwerke die wirtschaftlichste Lösung, aber es ist weit und breit niemand zu sehen, der bereit wäre, die entsprechenden Kapazitäten zu schaffen. Norwegen hätte die physikalischen Voraussetzungen, sieht aber keine Veranlassung, die deutschen Speicherprobleme zu lösen. Lieber würden sie uns mehr Erdgas verkaufen.
  • TimTim Oktober 2011
    > Wiwo.de: Energieerzeugung: Kraftwerke mit mehr als 300 Megawatt
    http://wiwo.circ-it.de/infografiken/kraftwerke_2/index.html#

    Nette interaktive Karte. Zu unter 300 MW müsste es doch auch Daten geben?
    Eine Karte mit allen nicht fossilen Energieträgern als Ergänzung wäre interessant - kennt da jemand was?
  • JorindeJorinde Oktober 2011
    @mafalda
    Es gibt eine Fraunhofer-Studie mit relativ aktuellen Gestehungskosten für Unerschöpfliche:
    http://www.ise.fraunhofer.de/veroeffentlichungen/studie-stromgestehungskosten-erneuerbare-energien/at_download/file
    oder siehe Anhang.
    Allerdings ist mir nicht wirklich klar, wie die bspw. auf 30 ct/kWh Photovoltaik kommen. Dann müsste doch jede/r BetreiberIn trotz Einspeisevergütung von 28,74 ct/kWh drauflegen? Wahrscheinlich hängt es mit der recht hohen Eigenkapitalrendite von 10% zusammen, die hier postuliert werden.
    Jedenfalls werden Kohle und Konsorten mit 6-8 ct/kWh angegeben.
  • PatrickPatrick Oktober 2011
    mafalda said:

    Bei hohem Anteil an fluktuierenden erneuerbaren Energieeinspeisung wird aber die Speicherung ein echtes Problem werden. Hier scheinen Pumpspeicherwerke die wirtschaftlichste Lösung, ....



    Beim Speichern sehe ich auch das Problem, und es ist schon akut ! In der oben von Jorinde erwähnten Fraunhofer-ISE-Studie steht ja, dass die Onshore-Windanalgen mit durchschnittlich 7,1 Ct/kWh schon nahezu den fossilen Energiemix von 6,1 Ct/kWh erreicht haben. Also sollten wir ja einfach all unsere Kohle-, Gas- und Atomkraftwerke ablösen können durch Onshore-Windkraftanlagen. Können wir aber nicht, denn mit 2000 Volllaststunden bringen sie eben nur in einem Viertel der Zeit eines Jahres (1a = 8760h) ihre installierte Leistung. Im Mittel !

    Wir brauchen also Speicher ! Und zwar mit riesiger Kapazität. Allerdings sehe ich bei den Speichertechnologien keine Chance für Pumpspeicherwerken. Die werden nie und nimmer die Kapazität erreichen, Strom für mittlere Zeiträume (Wochen) zu speichern. Das ist gar keine Frage des Geldes, sondern der Möglichkeiten. So haben wir in DE einen Jahresstromverbrauch von etwas über 600TWh, aber nur eine installierte Pumpspeicherkapazität von 0,6TWh. Das lässt sich mangels geologischer Gegebenheiten (man braucht ein oberes und ein unteres Becken mit möglichst viel Gefälle) eigentlich nicht ausbauen. Und die Östereicher und Norweger werden (wie oben geschrieben) nicht uns zuliebe ihre schönen Täler mit Pumpspeicherwerken zubauen. Und selbst wenn wäre das unzureichend und ineffizient (wegen der langen Transportwege).
  • JorindeJorinde Oktober 2011
    War schon mal gepostet, glaub ich, aber noch mal:
    http://www.juwi.de/forschung_entwicklung_rd/speichertechnologie_solarfuel/technik.html

    Die Pilotanlage mit 25 kW Leistung (nicht meckern, man muss es doch erst mal testen!!) läuft inzwischen in Morbach und speist munter Erdgas ins Netz.
    Das Erdgasnetz ist groß genug, um den Energiebedarf von 2 Monaten zu speichern (Quelle hab ich leider nicht mehr im Kopf.)
    Siehe aber auch:
    http://www.100-ee-kongress.de/
    für viele interessante Ideen und Anstöße für die Entwicklung vor Ort.

  • TimTim Oktober 2011
    > Ruhe unter Rotoren - Einfluss von Offshore-Windparks auf die | Forschung Aktuell | Deutschlandfunk
    http://www.dradio.de/dlf/sendungen/forschak/1589011/
  • vosteivostei Oktober 2011
    Niederländische Forscher haben die Auswirkungen von Offshore-Windparks auf die Tierwelt untersucht. Ihr Ergebnis ist insgesamt eher positiv: Im Bereich der Windfarm Egmond aan Zee vor der holländischen Küste sei die Biodiversität sogar größer als außerhalb.
    Darum gehts im obigen Link ;)
  • engeng Oktober 2011
    Bin öfters in Egmond aan Zee. Bei klarer Sicht 'verschandelt' der Windpark ganz erheblich die Aussicht. Aber man kann nicht alles haben.
  • vosteivostei Oktober 2011
    eng said:

    Bin öfters in Egmond aan Zee. Bei klarer Sicht 'verschandelt' der Windpark ganz erheblich die Aussicht. Aber man kann nicht alles haben.


    Naja - das gesamte Land dort ist zigfach von Mensch und Natur überformt. Ohne Wind hätten die Holländer das früher nie hinbekommen - die klassischen Windanlagen, die Holländermühlen, dienten nämlich primär zum Wasserpumpen - Mühlen und Müller waren Dreingabe.

    Und - naja ^^ - da bin ich nicht ganz neutral, weil die Firma, bei der ich arbeite so ziemlich alles für alle Windenergieanlagenhersteller macht, was sich dreht und wendet - ich finde speziell die ganz großen Schnellläufer mit den flexiblen Blättern der Rotoren extrem chic.... - und die Langsamläufer haben so was erhabenes. :D

  • clancy688clancy688 Oktober 2011
    Windkraft lässt sich schön folgendermaßen zusammen fassen:

    "Regenerative Energien sind toll, das wollen wir haben. Aber bitte nicht bei uns."

    Letzten Endes jammern sie alle über die Atomkraft, die dreckigen Kohlekraftwerke, die CO2-Speicherung. Aber am lautesten schreien sie alle rum wenn's darum geht, ein paar blöde Windräder aufzustellen.
  • engeng Oktober 2011
    @vosteil + @clancy688: Falscher Ansatz.
    Tatsache: Dutzende von riesigen Windrädern im Meer oder auf Bergen aufgestellt verschandeln die Landschaft - da ist es erst einmal egal warum sie aufgestellt wurden.

    Tatsache: Wenn wir Atom und Kohle ersetzen wollen lässt sich das Aufstellen von Windrädern wohl nicht vermeiden. Aber: es kann nicht bedeuten das wir jetzt wahllos bzw. rücksichtslos überall Windparks aufstellen, bzw. die Landschaft 'verspargeln'.

    Abwägen ist angesagt. Deshalb meine Bemerkung: sieht in Egmond nicht schön aus, aber wir können nicht alles haben. Und der Standort im Meer ist meiner Meinung nach besser geeignet als der Stadtpark.
    Auch Industrie- und Gewerbegebiete könnten z.B. als Standorte für Windparks in Frage kommen. Aber wo es keine andere Möglichkeit gibt, da muss dann leider auch die 'freie Landschaft' herhalten. Es muss allerdings z.B. nicht wirklich das Naherhohlungsgebiet in der Rheinaue sein.

    Übrigens: Windmühlen waren schön, weil individuell - Windräder können zwar technisch 'schön' sein, aber nicht optisch. ;)
  • vosteivostei Oktober 2011
    in 500 Jahren sind die jetzigen auch antik und schön und funzen... ;) und die sind ganz arg verschieden - gibt viele.

    Seriousmod: man kann sie wohl auch bald ganz aus dem Auge nehmen, allerdings dann mit gesperrten Flugbereich, ähnlich wie bei großen Funkanlagen (von wegen drüber fliegen)... und die Kunstkniffe der Elektrofraktion (schauder) wg Speichern sind auch interessant.
  • engeng Oktober 2011
    In 500 Jahren? Die Windräder sind schon wesentlich früher nur noch ein Haufen Schrott. Aber wir recyceln ja glücklicherweise alles. Schön hin oder her. ;)
  • JorindeJorinde Oktober 2011
    Wenn Photovoltaik auf Basis organischer Pigmente, auf Papier gedruckt, so billig und verfügbar und effizient ist, dass wir damit unseren kompletten STrombedarf decken können (war auf http://www.wissenschaft-online.de/artikel/1126566&_z=859070, leider kostenpflichtig), kann man die hässlichen Windräder ja wieder abbauen. Kostet sicher in toto weniger als der Rückbau eines einzigen AKW.
  • TimTim November 2011
    > Vorreiter wider Willen - Leben ohne Atom in Stade | Die Reportage | Deutschlandradio Kultur
    http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/diereportage/1595998/

    Seit sechs Jahren wird in Stade das erste AKW im Rahmen des Atomkonsenses abgewickelt. Zuerst gegen den Widerstand der örtlichen Bevölkerung, vieler Unternehmen und der meisten Lokalpolitiker.

    Die einen fürchteten um ihre Arbeitsplätze. Die anderen um billigen Strom. Die letzteren um die Gewerbesteuer. 52 Millionen Euro waren es im letzten Jahr des AKW-Betriebes. Heute ist es nur noch halb so viel.

    Mit dem Atom-Ausstiegsbeschluss der Bundesregierung ist Stade plötzlich Modell-Standort. Für ein kommunales Leben nach der Kernkraft.


    27 Minuten Audiobeitrag

  • JorindeJorinde November 2011
    Und wer fürchtet um Steuergelder?
    Greifswald-Rückbau wird ca. 3 Milliarden € gekostet haben, wenn man da 2013 wie geplant fertig wird. Zahlen die Steuerzahler, da DDR-Erbe. Die Stromkonzerne haben für alle (!) deutschen AKW 18 Milliarden € zurückgestellt. Wer glaubt, dass das reicht? Und einmal dürfen wir raten, wer letzten Endes die Differenz zahlen muss.
  • TimTim November 2011
    Justin Hall-Tipping: Freeing energy from the grid | Video on TED.com
    http://www.ted.com/talks/justin_hall_tipping_freeing_energy_from_the_grid.html

    12 Minuten Talk
  • TimTim November 2011
    Hier noch etwas mehr dazu:

    > Futurity.org – Lasers create slice of energy storage
    http://www.futurity.org/science-technology/lasers-create-slice-of-energy-storage/
  • MatthiasMatthias November 2011
    [n-tv] Abkehr von Gorleben – Endlagersuche beginnt von vorn

    35 Jahre und 1,6 Milliarden Euro wurden bislang in die Erkundung des Salzstockes Gorleben investiert. Die Zweifel an der Eignung als Endlager für Atommüll konnten nie ausgeräumt werden. Nun beschließen Bund und Länder einen Neustart für die Suche. Laut Umweltminister Röttgen soll es dabei „keine Tabus“ geben.

    http://www.n-tv.de/politik/Endlagersuche-beginnt-von-vorn-article4743421.html
  • hobbyphysikerhobbyphysiker November 2011
    http://www.welt.de/print/welt_kompakt/print_wirtschaft/article13710814/Atomausstieg-macht-RWE-weiter-schwer-zu-schaffen.html

    Das war vorhersehbar, denn wenn man weniger produziert und mehr zukaufen muss, dann bleibt der Umsatz erhalten nur die Kosten steigen und der Gewinn verschwindet - so einfach ist diese Rechnung. Damit verschwinden Steuereinnahmen und ich hoffe man ist sich bei der Entscheidung zum Ausstieg auch dessen bewusst, dass es nicht nur darum geht, die neuen Windrädchen von den Bürgern zu finanzieren, sondern auch die Arbeitslosen, die sich demnächst ex RWE ergeben werden, aufzufangen. Denn dieser Trend wird anhalten.

    Ausstieg, ja, keine Frage, aber zumindest Europaweit, das wäre ein vernünftiger Ansatz. Der deutsche Alleingang ist nur dadurch zu erklären, dass man mit kurzsichtigem Aktionismus versucht Wählerstimmen einzufangen, in der Hoffnung, dass die Konsequenzen in der nächsten Legislaturperiode einschlagen, anscheinend geht es aber schneller als gedacht!
  • TimTim November 2011
    Willst du sagen Großkonzerne sind besser als kleine und mittelständische Unternehmen?
    Frankreich fährt damit jedenfalls weniger gut - Deutschland und die skandinavischen Länder mit dem Gegenteil sehr gut.

    Arbeitsplätze und Steuern kommen jedenfalls, relativ zur Größe gesehen, nicht von den Großkonzernen.

Hey Fremder!

Sieht so aus als wenn du neu hier bist. Wenn du mitmachen willst, registriere dich mit einem der folgenden Buttons oder schreibe anonym! Bereits registriert? Anmelden!

Anmelden mit OpenID Anmelden mit Google

Anmelden Registrieren

getagt

Der Start ins Forum im »Getting Started«.
Erlaubte HTML-Tags:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong> <img src="">
(Siehe auch hier.)