Willkommen zum Fukushima-Info- und -Diskussions-Forum des physikBlogs.

Die Zahl der Kommentare auf unsere Fukushima-Beiträge ist jenseits der 1000er Marke. Es wird zu unübersichtlich!
Daher gibt's dieses Forum, bei dem ihr über den Unfall von Fukushima kommentieren könnt, was das Zeug hält!

Zu einer kleinen Einführung, hier entlang.

Ihr seid neu hier? Das physikBlog hat in vier Artikeln den Unfall von Fukushima begleitet. Eine Lektüre, zumindest des Aktuellsten, empfiehlt sich vor dem Mitdiskutieren!

Es sei erwähnt, dass wir bei der Moderation der Kommentare hier weniger streng sind, als im Blog. Ihr seid freier in eurer Themenwahl.

Viel Spaß, André & Andi vom physikBlog.

War die Notabschaltung ein Fehler?
  • AnonymousAnonymous April 2011
    Hi,

    mir ist folgende Idee gekommen..., was denkt ihr darüber?

    Kann es sein, dass die Notabschaltung durch das Erdbeben gerade das Problem war, da man so auf externen Stom zur Kühlung des Reaktors angewiesen war? Nur leider zerstörte der Tsunami hat ja genau die Fähigkeit des Kraftwerkes externen Strom zur Kühlung zuzuführen, da die Diesel - Generatoren so ungünstig plaziert waren.

    Wäre es vielleicht besser gewesen die Reaktoren während des Erdbebens *nicht* (oder nur kurz) notabzuschalten? Es hätte weiter Strom zur Verfügung gestanden und damit wäre natürlich auch die Kühlung kein Problem gewesen.

    Gruß
    Monchichi

  • thowabuthowabu April 2011
    Das ist komplex.

    Bin zwar Berufsfremd aber das wären meine Reime :

    Wenn es vom Netz Lastabwurf gibt nimmt der Generator auch keine Last mehr auf.
    (z.b. bei Kurzschluss im Hochspannungsnetz -- wobei da wohl ein paar Leitungen abgerissen sind.)
    Dadurch kann der Turbosatz beschädigt werden.
    Ein runterfahren von Volllast auf Eigenbedarf ist auch nicht so einfach.
    (und im Turbosatz ist kontaminiertes Wasser/Dampf)

    Was passiert wenn durch dsa Erdbeben Leitungen des Kühlsystem reissen (oder grösseres).
    Dann ist es besser schon abgeschaltet zu haben.

    Das Tsunamiwasser hatte beim Rücklaufen in die See jede Menge Schrat mitgenommen.
    Der würde dann zwangsläufig vom Inlet angesaugt.

    Es ist auch nicht so das es eine direkte Verbindung der Kühlmittelpumpen zum Generator gibt.

    Das läuft alles über veschiedene Sammelschienen die gekoppelt werden mit unterschiedlichen Spannungen.
    (Netz, Intern, Notstrom...)

  • dirkdirk April 2011
    Hätte wenn und aber.... es war schon richtig abzuschalten, denn zu dem Zeitpunkt weiss keiner ob alle Rohrleitungen usw. weiter in Funktion waren. Das dann sowas passiert...
    Grundsätzlich haben ja die Systeme funktioniert.
  • GamlorGamlor April 2011
    Man macht eine Notabschaltung, weil das Erbeben potentiell etwas beschädigen könnte. Wenn etwas beschädigt wurde, hat man lieber ein gestoppter als laufender Reaktor.

    Stell dir vor, der Reaktor wäre noch volle Kanne gelaufen und dann hätte das Kühlsystem versagt, wenn der Tsunami eintraf. Dann hätten man zu diesem Zeitpunkt noch viel, viel mehr Initiale Hitze ab zu führen. Ganz zuerst die Wärme vom der Splatung an und dann ebenfalls die Zerfalls wärme. Allen in allen wäre das potenziell noch schlimmer aus gegangen.

    Die Notabschaltung ist sicher die richtige Reaktion.

  • RolandRoland April 2011
    Das Herunterfahren auf Eigenbedarf (also nur für das gesamte Kraftwerk) hatte man schon einmal in Tschernobyl versucht, am 26.4.1986 . Dadurch kann der Reaktor instabil werden und die Kritikalität jederzeit hoch gehen. Man bekommt u.U. eine Leistungsexplosion, wenn im beschädigten KKW irgendein System nicht funktioniert.

    Hier einfach mal eine Medlung einer Reaktorschnellabschaltung aus deutscher Sicht bei ISAR 1 http://www.stmug.bayern.de/umwelt/reaktorsicherheit/meldepflicht/meldx.php?ID=AAFTkU2nGOflf%2FAnLQg9uw%3D%3D

    Die Notabschaltung ist auch nicht so einfach für das Netz zu verkraften - so manche Stadt lag danach im Dunkeln. Trotzdem ist es richtig, wenn erst einmal eine Notbremsung, sprich Schnellabschaltung, gemacht wird und danach kann man sich um die Netze kümmern.
  • BernhardBernhard April 2011
    Es gab bisher bei fast allen größeren Beben in Japan an den KKWs Schäden. Außerdem ist es sehr fraglich vieviel in Fukushima rein durch das Erdbeben kaputt gegangen ist. Die Gebäude habe ja einige Risse bekommen - und das was sicher nicht der Tsunami.

    Es gibt außerdem bei Siedewasserrektoren folgenden Effekt: durch die Erschütterungen beim Erdbeben können die Dampfblasen, die sich an den Brennstäben bilden auf einen Schlag aufsteigen. Dadurch befindet sich plötzlich mehr Moderator zwischen den Brennstäben und die Kritikalität steigt. Das führt zu einem Leistungssprung. Es gab solche Effekte bereits bei anderen Kraftwerken in Japan, die aber durch die Notabschaltung sicher berherscht werden konnten.
  • fulleren60fulleren60 Juni 2011
    "nur kurz abschalten" ist nicht möglich, da durch den Nachzerfall viel Xe (Xenon) produziert wird. Dies ist ein Neutronengift (Neutronenabsorber) es stehen dann nicht mehr genügend Neutronen zur Verfügung, den Reaktor wieder hochzufahren. ( zu wenige n um ihn kritisch werden zu lassen) Man muss 2-3 Tage warten, bis man den Reaktor wieder hochfahren kann. Nach dieser Zeit ist das Xe weitgehend zerfallen.

  • fulleren60fulleren60 Juni 2011
    135Xe hat eine Halbwertszeit von ~9h (entsteht aus 135J) und reichert sich zuerst massiv an.

    http://www.iaea.org/inis/collection/NCLCollectionStore/_Public/02/008/2008621.pdf
    auf der letzten Seite sieht man, wie sich das Xe anreichert
    es handelt sich hier allerdings um einen Forschunsreaktor (Siedewasserreaktoer) - das Prinzip ist aber das selbe

    darum haben sie in Tschernobyl auch so gekämpft, dass der Reaktor nicht völlig abgeschaltet wird, weil sie dann 2-3 Tage hätten warten müssen um ihn wieder hochzufahren
  • clancy688clancy688 Juni 2011
    Gerade das Xenon war der konstruktionstechnische Grund, warum der Tschernobyl Reaktor hoch gegangen ist. Die Kontrollstäbe besaßen Spitzen aus Graphit. Als die Schnellabschaltung betätigt wurde, fuhren alle Kontrollstäbe auf einmal ein und erzeugten beim Einfahren durch den Graphit erst einmal eine Leistungssteigerung, statt den Reaktor zu bremsen.
    Grund für die Graphitspitzen war eben erwähntes Xenon, damit beim Ausfahren noch einmal künstlich die Reaktion angefacht und somit das Xenon "verbrannt" wird. Ist aber ein bisschen offtopic...

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