Willkommen zum Fukushima-Info- und -Diskussions-Forum des physikBlogs.

Die Zahl der Kommentare auf unsere Fukushima-Beiträge ist jenseits der 1000er Marke. Es wird zu unübersichtlich!
Daher gibt's dieses Forum, bei dem ihr über den Unfall von Fukushima kommentieren könnt, was das Zeug hält!

Zu einer kleinen Einführung, hier entlang.

Ihr seid neu hier? Das physikBlog hat in vier Artikeln den Unfall von Fukushima begleitet. Eine Lektüre, zumindest des Aktuellsten, empfiehlt sich vor dem Mitdiskutieren!

Es sei erwähnt, dass wir bei der Moderation der Kommentare hier weniger streng sind, als im Blog. Ihr seid freier in eurer Themenwahl.

Viel Spaß, André & Andi vom physikBlog.

Warum sollen die KKW abgeschaltet werden ?
  • TimTim November 2011
    Beratung über Einfluss von Alterung auf Reaktorsicherheit:

    Zudem begann die Atomsicherheitsbehörde NISA heute mit Gespräch darüber, ob möglicherweise auch das Alter der Nuklearanlage einen Einfluss auf die Atomkatastrophe am Kernkraftwerk Fukushima Daiichi hatte. Der Reaktor 1 stand vor seinem 40. Dienstjahr, als die Krise begann. Die Reaktoren 2 und 3 sind über 30 Jahre alt.
    Ein Bericht der Gespräche zwischen der JAEA und Experten für Reaktortechnik, sowie weiteren Personen soll zu Beginn kommenden Jahres veröffentlicht werden.


    Source: http://www.spreadnews.de/japan-aktuell-forderung-nach-dekontamination-durch-fachleute/1117688/

  • TimTim Dezember 2011
    > At northern U.K. nuclear facility, decades of dismantling work remain - The Mainichi Daily News
    http://mdn.mainichi.jp/mdnnews/national/archive/news/2011/12/09/20111209p2a00m0na014000c.html

    Good read.
  • TimTim Dezember 2011
    > Atomkraftwerke schlüsselfertig - Russlands Geschäfte mit den Schwellenländern | Hintergrund | Deutschlandfunk
    http://www.dradio.de/dlf/sendungen/hintergrundpolitik/1599643/

    20 Minuten Audiodoku
  • TimTim Dezember 2011
    > Historisches Lexikon für Kernkraftgegner - Holger Strohm: "Friedlich in die Katastrophe - Eine Dokumentation über Atomkraftwerke". | Andruck | Deutschlandfunk
    http://www.dradio.de/dlf/sendungen/andruck/1598906/

    Wenn ein Buch mit wissenschaftlichem Anspruch 40 Jahre nach seiner Erstveröffentlichung noch einmal unverändert herausgegeben wird, muss es schon etwas Besonderes sein. Vieles hat heute noch Gültigkeit oder erscheint im Licht der Ereignisse sogar erschreckend visionär.


    6 Minuten Audiobeitrag
  • TimTim Dezember 2011
    > Fukushima Review Causes Industry Initiated Meltdown At The NRC | SimplyInfo
    http://www.simplyinfo.org/?p=4346

    Hab mir selbst schon einen Teil der Hearings angeschaut. Schon abenteuerlich welche Kampagne da inszeniert wird. :|

    One even attempted to insinuate that Jaczko had predatory type behavior towards female staffers. Senator Boxer countered this insinuation by bringing up some evidence to the contrary. Her office had conducted confidential interviews with female staff at the NRC, all had good views of the chairman and some praised him as being outstanding. Boxer also presented federal worker surveys recently completed that showed the NRC had scored first in most employee workplace satisfaction categories including those that represented management and workplace atmosphere.


    Lots of more details inside.
  • TimTim Dezember 2011
    > Strahlendes Vermächtnis - Das kleine Eurajoki in Finnland setzt auf Atom | Weltzeit | Deutschlandradio Kultur
    http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/weltzeit/1622515/

    15 Minuten Audiodoku
  • TimTim Dezember 2011
    > "Wir leben unter dem Diktat der Kurzfristigkeit" - CDU-Politiker über die Chancen von Durban und die deutsche Klimapolitik | Interview der Woche | Deutschlandfunk
    http://www.dradio.de/dlf/sendungen/idw_dlf/1613871/

    25 Minuten Audiointerview
  • TimTim Dezember 2011
    Zeitung: Experten halten Atommüll in der Asse für nicht rückholbar

    Das Bundesamt für Strahlenschutz geht einem Medienbericht zufolge davon aus, dass der Atommüll aus dem einsturzgefährdeten Lager Asse Zwei bei Wolfenbüttel nicht mehr geborgen werden kann. Das berichtet die "Braunschweiger Zeitung" unter Berufung auf ein internes Schreiben der Behörde an das Bundesumweltministerium. -

    Das Bundesamt selbst wies die Darstellung gegenüber dem Deutschlandfunk als unzutreffend zurück. Nach aktuellem Stand könne nur die Rückholung der Abfälle aus der Asse die Sicherheit von Mensch und Umwelt garantieren. Allerdings werde das Vorhaben zunehmend unwahrscheinlich, sollte sich der Zeitbedarf für Planung, Genehmigung und Umsetzung wie bisher fortsetzen.


    Source: http://www.dradio.de/nachrichten/201112222200/2
  • clancy688clancy688 Dezember 2011
    Ist doch prima... wenigstens ein Teil des atomaren Abfalls, um dessen Unterbringung man sich keine Gedanken mehr zu machen braucht. Je früher das Ding einkracht, desto besser... ^^
  • TimTim Dezember 2011
    Atomfritz said...

    Seems to me that all this is related somehow with the massive propaganda that the accident is part of the past and all is back to normality...

    Here the latest nuclear market news from the US:
    Now as the Fukushima "cold shutdown" is official and got blessed by a Jaczko under pressure, the NRC today granted design certification to Westinghouse AP1000™ !
    http://www.nrc.gov/reading-rm/doc-collections/news/2011/11-226.pdf

    The nuclear lobby jubilates!
    They are already queuing up to start building four of these legendary radiation spewers ASAP in the USA!
    http://ansnuclearcafe.org/2011/12/22/cert-ap1000/

    I wonder if this all is connected to the interests of very influential people that are coming over Japan like grasshoppers in Egypt:
    http://www.charlotteobserver.com/2011/11/21/2795537/warren-buffett-visits-fukushima.html

    And one sad link for the killjoys of you:
    If you want a good explanation why this reactor concept is almost as dangerous as a Russian RBMK, read Arnie's presentation and you'll be happy that the reactors in Fukushima were no AP-1000's!
    http://fairewinds.com/content/ap-1000-press-conference-%E2%80%93-technical-statement


    Source: http://ex-skf.blogspot.com/2011/12/radioactive-japan-dr-demento-show.html?showComment=1324610152004#c4103023613886035206
  • TimTim Dezember 2011
    > Besuch beim Physiker Sebastian Pflugbeil: Die Geldmaschine - taz.de
    http://www.taz.de/!82695/

    Good read
  • TimTim Dezember 2011
    > 14.12.2011 Dr. Ralf Güldner, Veranstaltung "Energie im Dialog" - YouTube



    Eröffnungsansprache zur Veranstaltung "Energie im Dialog": Die energiewirtschaftlichen Herausforderungen der Energiewende in Deutschland
    14.12.2011
    axica Kongress- und Tagungszentrum, Berlin


    Featured by Ralf Güldner (Präs. Deutsches Atomforum)

    Leider haben sie keine weiteren Vorträge des Kongresses online gestellt..
  • TimTim Dezember 2011
    > Endstation Fukushima - Wegmarken - Teil 1 Der Ausstieg aus der | Hintergrund | Deutschlandfunk
    http://www.dradio.de/dlf/sendungen/hintergrundpolitik/1632305/

    Wegmarken - Teil 1: Der Ausstieg aus der Atomkraft
    Ein Radioessay von Michael Bauchmüller

    Das Verhältnis der Deutschen zur Atomenergie hat in den vergangenen Jahrzehnten eine Kehrtwende gemacht: Galt die Kernkraft im Wirtschaftswunderland als Motor des wirtschaftlichen Aufstiegs, ist das Vertrauen in diese Technologie nach dem Atomunfall in Fukushima endgültig verloren gegangen.


    18 Minuten Audiobeitrag

  • TimTim Dezember 2011
    > AKW Biblis und die Folgen der Abschaltung - Schwieriger Umgang mit stillgelegtem AKW | DLF-Magazin | Deutschlandfunk
    http://www.dradio.de/dlf/sendungen/dlfmagazin/1636191/

    Möglichst schnell soll der abgestellte Meiler von Biblis abgebaut werden - so wünschen es sich zumindest die Menschen vor Ort. Doch es könnte auch auf eine jahrzehntelange "Einschließung" hinauslaufen.


    5 Minuten Audiobeitrag

  • engeng Dezember 2011
    @clancy688 (vom 23. Dezember, 01:20): leider falsch - wenn es nicht ironisch gemeint war. Es kann kein "ewiges" Endlager geben. Auch ein Endlager ist eigentlich nur ein Zwischenlager. Irgendwann muss alles wieder umgelagert werden - je nach Lagerart und radioaktive Stoffe in mehreren hundert oder tausend Jahren. Die Schweden haben das erkannt und planen ihr riesiges "vorübergehendes" Endlager so das es wieder komplett geräumt werden kann (darüber wurde hier im Forum schon berichtet).
  • TimTim Dezember 2011
    > Deutschland exportiert weiterhin Strom : Statistik widerlegt Atomlobby - taz.de
    http://taz.de/Deutschland-exportiert-weiterhin-Strom-/!84270/

    Wichtig auch die Comments zu Pro und Contro der Stichhaltigkeit des Artikels einbeziehen.
  • engeng Dezember 2011
    Die Tendenz ist fallend, aber auch im ersten Halbjahr 2011 hat Deutschland per Saldo mehr Strom exportiert als importiert. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, wurden in den ersten sechs Monaten des Jahres 23,9 Terawatt-Stunden (TWh) über die europäischen Stromnetze nach Deutschland eingeführt. Im gleichen Zeitraum führte Deutschland 27,9 TWh aus.

    Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Einfuhrmenge: Im ersten Halbjahr 2010 lag sie noch bei 19,1 TWh. Demgegenüber sank die Ausfuhrmenge, im Vorjahreszeitraum lag sie bei 30,0 TWh. Der Überschuss in der Handelsbilanz verkleinerte sich von 10,9 TWh im ersten Halbjahr 2010 auf 4,1 TWh im ersten Halbjahr 2011.

    Die größten Strommengen wurden aus den beiden Nachbarländern Frankreich (10,4 TWh) und der Tschechischen Republik (5,6 TWh) eingespeist. Die beiden wichtigsten Abnehmer für Strom aus Deutschland waren die Alpennachbarn Österreich (7,8 TWh) und Schweiz (7,6 TWh).

    1 Terawatt-Stunde entspricht 1.000.000.000 Kilowattstunden (KWh).

    Quelle: http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Presse/pm/zdw/2011/PD11__038__p002.psml
    ---------------------------------------------------------------------------

    Fazit: im Vergleich 1. Halbjahr 2010 zu 2011 ist der Überschuss also von 11 TWh auf 4 TWh gesunken. Das ist eine ganz erheblich Reduzierung, und ich kann aus dieser Statistik nicht erkennen warum die Atomlobby widerlegt wurde. Immerhin waren im 1. Halbjahr 2011 noch einige Atomkraftwerke am Netz die mittlerweile abgeschaltet wurden. Die Bilanz des 2. Halbjahres 2011 wird also sehr interessant.
  • TimTim Dezember 2011
    Die Atomlobby behauptet es müsste nach der Abschaltung (massiv) Strom importiert werden. Das soll mit den jetzigen Zahlen widerlegt sein.

    IMO ist die Diskussion ohnehin albern. Andere Aspekte sind viel entscheidender als der Gewinn der vier Monopolisten.
  • engeng Dezember 2011
    Nun, vielleicht einige offizielle Zahlen als Ergänzung:
    In 2010 betrug die Bruttostromerzeugung in Deutschland insgesamt 628,1 TWh.

    Anteil der regenerativen Energien: 16,4 % bzw. 102,8 TWh.
    Bereits ein beachtlicher Anteil, muss und kann auch noch gesteigert werden, aber in welchem Zeitraum?

    Anteil der Kernenergie = 22,4% bzw. 140,5 TWh.
    Wird also nach und nach wegfallen. Zeitgleicher Ersatz möglich?

    Bezogen auf diese Zahlen sind 4 TWh Überschuss so gut wie nichts.
    Und wenn wir abgeschaltete Kernkraftwerke in Deutschland durch Atomstrom aus anderen Ländern ersetzen müssen ist uns auch nicht geholfen (völlig unabhängig davon ob man für oder gegen Atomstrom ist).
  • mafaldamafalda Dezember 2011
    Es ist sicher richtig, dass Atomstrom nicht dadurch ungefährlicher wird, dass er in anderen Ländern produziert wird. Nach den Zahlen den (noch vorläufigen Zahlen) des Bundesverbands für Energie und Wasserwirtschaft (http://www.ag-energiebilanzen.de/viewpage.php?idpage=65; dort dann auf das PDF Stromdaten 2011 gehen) bläuft sich die Produktion aus Kernenergie 2011 noch auf 18 % von 612 TWh, d. h. etwa 110 TWh. Die Produktion der Erneuerbaren hat sich auf 20 % gesteigert (aus anderer Quelle habe ich 19,9% im Kopf), also etwa 122 TWh. Das bedeutet, dass ein beachtlicher Teil des entstehenden Lochs durch reduzierte Kernenergie durch höhere Produktion der Erneuerbaren ausgeglichen wurde. Da hat sicher eine Rolle gespielt, dass das vergangene Windjahr nicht ganz so schlecht war, wie 2010. Aber auch der Ausbau der Photovoltaik hat da deutlich mitgeholfen.

    Wie man auf Seite 12 des oben zitierten Dokuments sieht, hatten wir 2000 und 1994/95 bereits Jahre mit Nettoimport von Strom. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass das damals von irgend einer Seite für bedenklich erklärt worden wäre. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass dies an mangelnden Erzeugungskapazitäten in Deutschland liegt. Es geht wohl eher darum, wo der Strom anderswo gerade (betriebswirtschaftlich gesehen) billiger produziert werden kann. Technisch sehe ich kein Problem, auch erheblich mehr Strom aus Erneuerbaren zu produzieren, wenn man das will und wenn man das dann auch finanziert. Eine technische Herausforderung stellt allerdings noch die Speicherfrage dar. Auch da gibt es Lösungsansätze. (Falls daran größeres Interesse bestehen sollte, diskutiere ich bei diesem Thema gerne mit.)

    Noch ein Wort zur Wirtschaftlichkeit. Über die Wirtschaftlichkeit von Atomkraft brauchen wir uns in diesem Forum wahrscheinlich nicht zu unterhalten, denn dazu sind uns die Folgekosten zu präsent. Regenerative Energien sind sicher gegenüber Kohlestrom derzeit nicht konkurrenzfähig, solange man die CO2-Emission außer acht lässt. Für die exportierende Großindustrie macht es keinen Unterschied, da sie sich von den Zusatzkosten weitgehend befreien lassen kann. Für den Haushalt halten sich die Mehrkosten nach meiner Einschätzung doch noch sehr im Rahmen, da der größere Teil der Stromkosten von anderen Faktoren beeinflusst wird.
  • TimTim Januar 2012
    > Deutschland ist weiterhin Strom-Exporteur Atomausstieg hat keine Auswirkungen auf Export : #AntiAtomPiraten
    http://www.anti-atom-piraten.de/2011/12/deutschland-ist-weiterhin-strom-exporteur/

    Vergleich über die letzten drei Jahre. Bisher sieht man in den Daten keinen signifikanten Unterschied.


    @mafalda

    Schau dir ma diesen Thread an:

    > Kernkraftwerke abschalten? Wie geht es dann weiter?
    http://fukushima.physikblog.eu/discussion/40/kernkraftwerke-abschaltens-wie-geht-es-dann-weiters
  • TimTim Januar 2012
    > Pro und Kontra Kernenergie « Find Time for the Karussell
    http://karussell.wordpress.com/2010/11/17/pro-und-kontra-kernenergie/
  • TimTim Januar 2012
    > 100 GUTE GRÜNDE GEGEN ATOMKRAFT | LESEN
    http://100-gute-gruende.de/lesen.xhtml
  • TimTim Januar 2012
    > Stresstest der französischen AKW fällt positiv aus | Schweizer Radio DRS
    http://www.drs.ch/www/de/drs/nachrichten/314886.stresstest-der-franzoesischen-akw-faellt-positiv-aus.html

    Wie sie die Nicht-Notwendigkeit der "sofortige(n) Abschaltung" betonen ..
  • TimTim Januar 2012
    > Nuclear Options | Do the Math
    http://physics.ucsd.edu/do-the-math/2012/01/nuclear-options/

    Gute Pro und Kontra Analyse; ebenso interessante Diskussionen und Kommentare im Anschluß
  • TimTim Januar 2012
    > Nuclear Power | Union of Concerned Scientists
    http://www.ucsusa.org/nuclear_power/

    Bei UCS findet man auch viele Infos dafür und dagegen.
  • engeng Januar 2012
    Betr.: 2. Januar, 18:30 Anti-Atom Piraten.
    Ich stehe wohl gerade auf der Leitung.
    1. Was bedeuten die Zahlen links ( 0, 50, 100 usw) ?
    2. Wenn ich mir die Grafik anschaue und dann den Kommentar dazu lese passt das für mich im Moment aber nicht zusammen.
    3. Eine einfache Grafik ohne weitere Erläuterungen sagt erst einmal gar nichts. Es sind z.b. Einflüsse im globalem Stromhandel, Kraftwerksrevisionen, Wettereinflüsse, Partnerschaften usw. zu berücksichtigen.
  • TimTim Januar 2012
    Schreib ihnen doch eine Mail oder hinterlasse dort einen Kommentar.

    Nach der Einsicht der Daten bei entsoe.net nehme ich an es handelt sich um MW.

    Was meinst du mit deinem 3. Punkt. Das sind die effektiv transferieren Strommengen?!
  • engeng Januar 2012
    Ein Beispiel zu Punkt 3: auffällig das in 2012 die (hellbraune) Linie bei 50 startet mit stark fallender Tendenz, während sonst die Linien um die 100 gestartet sind. Können die Kraftwerke in Deutschland also nicht mehr genug Strom erzeugen oder wird zur Zeit einfach nicht mehr Strom benötigt (z.B. wegen der milden Witterung)?
    Zweites Beispiel: warum gab es in 2009 diese exorbitante Spitze im Juli?
  • TimTim Januar 2012
    Weil der Preis an der Strombörse (auch) die Produktion bestimmt - mit anderen Worten manche Kraftwerke werden je nach Bedarf zu-/abgeschaltet. Bedarf richtet sich nicht nur nach Strombedarf, sondern auch nach der Preiskonkurrenz.

    zb werden Kraftwerke zeitweise nicht betrieben, wenn der Bedarf nicht da ist oder der Preis an der Börse zu gering ist.

    Dazu kommt noch die Manipulation an der Strombörse..

    Für das Stromnetz zählt in erster Linie die Stabilität des Netzes (soweit ich es mitbekommen habe). Dh zu extremer/massiver Transfer kann zu Problemen führen - besonders bei Konvertierung auf andere Frequenz (zb DE nach PL).

    Ob der Strom jetzt auch Land XY oder Kraftwerk Z kommt, interessiert den Verbraucher nicht und auch an der Strombörse kommt es auf den Preis an.
  • TimTim Januar 2012
    Noch n Beispiel - wenn es in Frankreich zu wenig Wasser hat (im Winter oder im Sommer zum Teil), müssen sie einen Teil ihrer Atomkraftwerke abschalten, weil ihnen das Kühlwasser fehlt / die Flüsse sonst zu stark erwärmt werden. Diese Zwangsabschaltungen können das Angebot verringern und können damit auch den Preis beeinflussen.

    Also wenn jetzt Deutschland im Sommer weniger exportiert oder sogar importiert, könnte das an den Kapazitäten in Deutschland liegen oder aber auch das im Ausland der Strom günstiger zu haben ist - was davon jeweils der Fall ist, scheint nicht so einfach bestimmbar zu sein.
  • TimTim Januar 2012
    Auf der entsoe.net kannst dir genau die jeweiligen Stromtransfers an allen Tagen genau ansehen. Gibt auch eine Europekarte mit Pfeilen und Einfärbung je nach Import/Export Status eines Landes. Darauf basierend sind die Graphen generiert (nehme ich an).
  • engeng Januar 2012
    Genau das meinte ich: auf Grund der Grafik kann man also nicht entscheiden ob wir nun in Deutschland genug Kraftwerkskapazitäten haben oder nicht. Deshalb ist die Schlussfolgerung der Atom Piraten nicht zutreffend. ;)
  • Der Nutzer und alle zugehörigen Inhalte wurden gelöscht.
  • TimTim Januar 2012
    Die Fragestellung ist grundfalsch. Ohne Frage soll es auf kurze Sicht keine Probleme mit der Stabilität der Netze geben. Darüber hinaus ist diese kurzfristige Perspektiven des letzten Jahres völlig irrelevant.

    Was zählt ist der Aufbau weiterer Kapazitäten von regenerativen Energiequellen in Deutschland oder in Hand der deutschen Gesellschaft/Unternehmen (nicht Großkonzerne) im wirtschaftlichen Kontext. Sowie diesen möglichst kostengünstig zu realisieren, die deutsche Wirtschaft (Kleinunternehmen und Mittelstand) davon profitieren zu lassen, Speicherkapazitäten aufzubauen, eine bessere Netzinfrastruktur zu errichten und die technologische Entwicklung weiter voranzutreiben.

    Letztendlich zählt überwiegend der wirtschaftliche Erfolg, gefolgt von Sozial-/Umweltschutzaspekten.
    Strom aus Windrädern, Solarzellen und weiteren regenerativen Quellen kostenäquivalent zu Strom aus Kohleerzeugung , Etablierung eines besseren Stromnetzes, die Herausforderung der Speicherung, sowie eine positive Einbindung der europäischen Wirtschaft sind doch die eigentlichen Ziele. Angesichts der diversen Herausforderungen, der Komplexität und existierenden Monopol- und Machtstrukturen sind wir auf einem guten Weg.

    Auf kurze Sicht können wir (weiter) am (Ein)Sparren und Verzicht üben arbeiten - wie es die Japaner vor gemacht haben. Wer braucht schon wirklich die ganzen elektronischen Werbeflächen, Standby Funktionalität, etc. Ohne wird es ohnehin nicht gehen - dabei sparen wir Ausgaben für Rohstoffe und ermöglichen bessere Lebensqualität.

    PS: Eigentlich wären derzeit sogar regenerativen Energie aus ausländischen Quellen gesamtwirtschaftlich noch viel sinnvoller bei dem exorbitanten Überschüssen der deutschen Volkswirtschaft - die Frage wie immer ist eher wer dafür hier bezahlt. Die Großkonzerne oder der Rest.
    (ref: Aufbau regenerativen Stromerzeugung in anderen Ländern des europäischen und Mittelmeerraumes)
  • TimTim Januar 2012
    > All Things Nuclear • UCS Resources on Nuclear Power Safety
    http://allthingsnuclear.org/post/15306522590/ucs-resources-on-nuclear-power-safety
  • MatthiasMatthias Januar 2012
    http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/0,1518,807323,00.html

    Es ist eine groteske Situation - und sie verdeutlicht, wie groß die Versäumnisse beim Ausbau der deutschen Stromnetze sind: Am 8. und am 9. Dezember musste Deutschland viel Strom aus Österreich importieren, obwohl im eigenen Land mehr als genug davon vorhanden war.
  • MatthiasMatthias Januar 2012
    Mir ist jedenfalls österreichischer Strom lieber als Öl und Gas aus Schurkenstaaten.
  • engeng Januar 2012
    Äh... bevor das hier vergessen wird: Konzerne sind dafür da Gewinne zu machen. Wenn die keine Gewinne machen wird der Laden geschlossen und die Arbeitnehmer werden entlassen. Alles was an zusätzlichen Kosten auf die Unternehmen zukommt wird entweder auf den Käufer umgelegt - und wenn das nicht möglich ist gibt es weniger oder gar keinen Gewinn. Und damit sind wir dann wieder beim Laden schließen.

    Wenn wir anfangen wollen den Unternehmen vorzuschreiben wie viel Gewinne sie machen dürfen sind wir nahe an der Verstaatlichung. Und das mit den staatlichen Unternehmen hat doch jetzt schon so oft nicht geklappt das wir es erst gar nicht mehr versuchen sollten.

    Und das mit unseren subventionierten deutschen Solar-Unternehmen hat auch nicht geklappt wie wir gerade erleben müssen. Na gut, als Anstoss war es nicht schlecht - aber dann wurde es versäumt die Subventionen rechtzeitig zurückzufahren.

    @ilseluise: mir jedenfalls geht es schon darum das wir genug Kraftwerks- bzw. Stromerzeugungskapazitäten in Deutschland haben. Wenn wir die Atomkraftwerke einmal endgültig abgeschaltet haben möchte ich nicht auf Atomstrom aus anderen Ländern angewiesen sein.
  • engeng Januar 2012
    @Matthias: Der Fairness halber muss aber gesagt werden, das man die ganze Sache auch anders kommentieren kann wenn man die folgenden Abschnitte aus dem Artikel liest:

    ---------------------------------------------------------------------------
    "Am 8. und 9. Dezember exportierte Deutschland gleichzeitig Windstrom nach Italien und Österreich und versuchte, mit weiterem Windstrom die Versorgung in Süddeutschland zu decken", sagt Peter Hoffmann von Tennet. "Doch das klappte nicht, denn für solch eine Doppelbelastung sind Deutschlands Leitungen nicht ausgelegt."

    Die Stromlieferungen nach Südeuropa wollte Tennet zu diesem Zeitpunkt nicht stoppen - aus Kostengründen. "Wenn ein Netzbetreiber erst verspricht, Strom in Länder wie Italien zu liefern und dieses Versprechen dann wegen überlasteter Netze nicht einhalten kann, wird das schnell teuer", sagt Hoffmann. "Pro Tag fallen dann leicht Kosten in Millionenhöhe an." Diese würden letztlich auf die Stromkunden in Deutschland abgewälzt.
    ---------------------------------------------------------------------------

    Also könnte man auch sagen: wir hätten eigentlich keine Engpässe gehabt wenn wir nicht gleichzeitig Strom exportiert hätten.
  • TimTim Januar 2012
    Unternehmen haben diese Rolle. Konzerne sind dagegen gesellschaftlich nicht mehr sinnvoll.
    Mit anderen Worten für unsere Wirtschaft und Gesellschaft sind viele kleine und mittlere Unternehmen für die Stromerzeugung in allen Punkten sinnvoller als 4 monopolartige Konzerne.
    In Stromnetzen lässt kein effektiver Wettbewerb betreiben. Insofern müssen diese in staatlichem oder genossenschaftlichen Besitz sein.

    Es gibt nur die Stromkonzerne, da Atomkraft sehr große Strukturen benötigt und diese militärischen Strukturen zuerst meist durch Staaten aufgebaut und später privatisiert worden sind.

    @eng
    Neben Staat und Unternehmen gibt es auch andere gesellschaftliche/wirtschaftliche Formen. Siehe zB:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Genossenschaft
    Es gab auch Zeiten ohne Konzerne:
    http://en.wikipedia.org/wiki/Corporation
  • TimTim Januar 2012
    > Ärztin mit sozialer Verantwortung: Der heiße Stein - taz.de
    http://www.taz.de/rztin-mit-sozialer-Verantwortung/!84368/

    good read
  • engeng Januar 2012
    @Tim: zum Thema Konzerne stimme ich Dir zu. Wenn Unternehmen zu groß werden ist das aus mehreren Gründen nicht wirklich positiv. Staatliche Unternehmen sind aber auf keinen Fall eine Alternative, dafür gibt es mehr als genug negative Beispiele.
    Das wäre mit Sicherheit eine interessante Diskussionsrunde, würde hier aber leider vom Thema abweichen.
  • TimTim Januar 2012
    > Heftige Beben können eidgenössische AKW gefährden - Ergebnisse der EU-Stresstests in der Schweiz | Europa heute | Deutschlandfunk
    http://www.dradio.de/dlf/sendungen/europaheute/1649702/

    5 Minuten Audiobeitrag
  • TimTim Januar 2012
    Enviro Close-Up with Karl Grossman #613 "Nukespeak" - YouTube



    Of the books written about nuclear technology through the years, Nukespeak is a classic. A new 30th anniversary edition of Nukespeak has just been published and co-author Rory O'Connor speaks about it. The new edition of Nukespeak has been updated -- with four new chapters -- and added to its title is: The Selling of Nuclear Technology from the Manhattan Project to Fukushima. It tells how nuclear promoters have been -- and continue -- using Orwellian language to try to hide the truth about the deadly dangers of nuclear technology.
    www.envirovideo.com


    30 Minuten Interview

    Neben Atomwaffen und Industriepolitik für Großkonzerne, eins der Kernprobleme - die Heimlichtuerei, Vertuschung, Manipulation, fehlende Bildungsförderung der Gesellschaft zum Thema.

    Man kann sachlich über Pro und Kontra der Atomenergie diskutieren. Leider haben unsere Politiker damals wie bei so vielen einen anderen Weg gewählt.. jetzt fehlt dazu meist die Basis - glücklicherweise gibt uns die Physik/Chemie wohl Alternativen.
  • TimTim Januar 2012
    > Child Leukemia Doubles Near French Nuclear Power Plants, French Researchers Say | EX-SKF
    http://ex-skf.blogspot.com/2012/01/child-leukemia-doubles-near-french.html
  • TimTim Januar 2012
    > Science with a Skew: The Nuclear Power Industry After Chernobyl and Fukushima   :: JapanFocus
    http://japanfocus.org/-Gayle-Greene/3672
  • TimTim Januar 2012
    > New York State Wins Review of Nuclear Plant Accident Plans
    http://www.ens-newswire.com/ens/jan2012/2012-01-04-091.html
  • TimTim Januar 2012
    > Safety Audit—And Looming Elections—Pose New Questions About French Nuclear Power | Global Spin | TIME.com
    http://globalspin.blogs.time.com/2012/01/04/the-fukushima-effect-france-starts-to-turn-against-its-much-vaunted-nuclear-industry/#ixzz1iY0lTuwG

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