Willkommen zum Fukushima-Info- und -Diskussions-Forum des physikBlogs.

Die Zahl der Kommentare auf unsere Fukushima-Beiträge ist jenseits der 1000er Marke. Es wird zu unübersichtlich!
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Zu einer kleinen Einführung, hier entlang.

Ihr seid neu hier? Das physikBlog hat in vier Artikeln den Unfall von Fukushima begleitet. Eine Lektüre, zumindest des Aktuellsten, empfiehlt sich vor dem Mitdiskutieren!

Es sei erwähnt, dass wir bei der Moderation der Kommentare hier weniger streng sind, als im Blog. Ihr seid freier in eurer Themenwahl.

Viel Spaß, André & Andi vom physikBlog.

Status Reaktorgebäude 1 (ab 12.05.11)
  • SileneSilene Juli 2011
    Ich dachte schon, Du meinst das so, wie Du es geschrieben hast. Na mal gut, dass ich nachgefragt habe. ;-)
  • SileneSilene Juli 2011
    Passt gerade so gut:
    [EX-SKF] Melt-Through Simulation Created by Japan's METI Well Before Fukushima
    This animation was created by the Japan Nuclear Energy Safety Organization, a government corporation under the Ministry of Economy, Trade and Industry (which regulates the nuclear industry), to train Senior Specialists for Nuclear Emergency Preparedness on the severe accident of loss of cooling, using a Mark-1 Boiling Water Reactor.

    It was created before the Fukushima I Nuke Plant accident, though there is no information as to when it was created. (The Japan Nuclear Energy Safety Organization itself was created in 2003.)

    The accident sequence in the animation:

    Control rods are inserted, and the reactor stops.

    A big pipe connected to the Reactor Pressure Vessel breaks, and all methods of cooling the reactor fails.

    Water starts to leak. Water level in the RPV gets low, exposing the fuel core.

    That's exactly what happened at Fukushima I Nuclear Power Plant.



    Core melts 30 minutes after the loss of coolant accident.

    Corium drops to the bottom of the RPV after 1 hour of loss of coolant.

    Corium melts through the 15-centimeter RPV bottom after 3 hours, drops to the concrete floor of the pedestal that supports the RPV.

    Corium melts through the concrete floor of the pedestal and drops to the floor of the Containment Vessel.

    Gas is generated by the corium melting the concrete, and the gas fills the Containment Vessel raising the pressure and the temperature.

    Gas starts to leak at the franges of the Containment Vessel and fill the reactor building, necessitating the venting.

    The animation has this reassuring message at the end:
    "Even if it gets to the worst case scenario (that you've just seen), we are trying our best to learn and upgrade our skills in dealing with nuclear emergencies by training the nuclear emergency specialists, so that the residents near the nuclear power plants can feel safe and secure."
  • Der Nutzer und alle zugehörigen Inhalte wurden gelöscht.
  • Silene said:

    Bei genauerer Betrachtung kann man auch einen gewissen Zusammenhang zwischen der Temperatur des Kessels und der Strahlung im DryWell erkennen:

    image



    Nach dieser Auftragung nehmen die Aktivitätsspitzen / Zeit leicht ab. Entweder das Corium wird nun langsam fest, oder der grösste Teil ist bereits ausgelaufen........
  • SileneSilene Juli 2011
    [NHK] No.1 reactor temperature falls below 100 degrees
    The operator of the troubled Fukushima Daiichi nuclear plant says the temperature at the bottom of the No. 1 reactor is being kept at the lowest level since a new cooling system went into operation late last month.

    Tokyo Electric Power Company says the temperature fell below 100 degrees Celsius for 6 consecutive days through Sunday.

    It says a thermometer attached to the bottom of the reactor registered between 96 and 97 degrees, the lowest since a new circulatory water injection system was started. The system is the key to stably cool the reactor.

    TEPCO says the lower temperature was achieved by raising the amount of water injected into the reactor, and that it wants to maintain the current condition.

    Nuclear fuel inside the reactor remains hot and needs to be cooled continuously.

    Ich meine, TEPCOs Aussage ist mehr als nur eine Verdrehung der Tatsachen. Man muss sie wohl als dreiste Lüge bezeichnen.

    Weder gibt es ein "neues System zur Kühlung", noch wurde die Leistung erhöht. Das Gegenteil ist der Fall. Dass sich der Brennstoff noch im Reaktor befindet, ist mehr als unwahrscheinlich.
    Nach aktuellen Angaben wurde die Kühlung von Block 1 gerade auf 3,5 m³/h reduziert.
  • HenningHenning Juli 2011
    Heute wieder ein Anstieg der Strahlung auf 214 Sv/h im D/W von Reaktor 1.

    http://www.tepco.co.jp/en/nu/fukushima-np/f1/images/11072406_level_pr_data_1u-e.pdf
  • @ Silene @ Henning

    Wenn das alles so toll ist wie Tepco das beschreibt, woher kommen dann die Spitzen im Drywell bezogen auf die Radioaktivität? Diese Sonde einfach zu negieren, ist halt auch ein Weg unbequemen Diskussionen aus dem Weg zu gehen.

    Daher bleibe ich bei meinem Bild von heissen Partikeln, die aus dem Reaktor tropfen. Die Temperatursonde kann einige Meter vom Ort des Geschehens sitzen und lässt nur eine begrenzte Aussage zu auf das tatsächliche Geschehen. Die Messstelle für die Radioaktivität gibt eher eine Zusammenfassung wieder, was dort passiert. Denn diese sitzt wohl im oberhalb des Geschehens.

    Auch hat die eingespeiste Wassermenge nur bedingt Einfluß auf das lokale Geschehen, denn wer sagt denn, dass das Wasser sich gleichmässig im RDB verteilen kann? Wir haben hier ein dynamisches System vor uns. Je nach dem wie groß die Löcher im RDB steht das Wasser mehr oder eher weniger hoch im RDB.

    Wieviel vom Corium noch im RDB ist, ist schwer zu sagen, aber die Aussage Nuclear fuel in Reactor seems hot, ist mehr als daneben. Denn es ist völlig egal, wo der Brennstoff ist, denn er heizt per Definition einfach weiter, ob im RDB, oder im Drywell oder im Keller.....

    Ob man hier bewusst Desinformation streut, will ich nicht unterstellen, aber das gezeichnete Bild ist einfach mehr als unrealistisch!
  • dirkdirk Juli 2011
    Macht Sinn, 17 Temperatursensoren zeigen Blödsin an, dafür zwei Sievert Sensoren stimmen.
  • TimTim Juli 2011
    Ein paar Verständnisfragen:
    # Wird davon ausgegangen, dass im RPV noch Wasser steht oder fließt es nur durch?
    # Wird davon ausgegangen, dass alles Corium sich noch im RPV (am Boden) befindet?
    # Oder wird davon ausgegangen, dass ein Teil oder alles Corium darunter "auf" dem Betonboden liegt?

    Relevante Links
    * http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Reaktor.svg
    * http://dgr4quake.wordpress.com/fukushima-npp1-parameters/fukushima-npp1-parameters/
    * http://www.ic.unicamp.br/~stolfi/EXPORT/projects/fukushima/plots/cur/Main.html
    * http://www.tepco.co.jp/en/nu/fukushima-np/f1/images/measuring_positions-e.pdf

    Danke!
  • thowabuthowabu Juli 2011
    Ja mal Sorry, aber :

    Das RPV _muss_ undicht sein. Es geht nicht anders.
    Denn sonst stünde kein "Kühlmittel" im Keller.

    Jede weitere "Gedankenarbeit" steht oder fällt mit der Frage wie das Wasser dort hin kommt.
    Ist was geborsten oder geschmolzen.... !?


    Hier kommt mir folgendes in den Sinn :

    - Man wird den RPV nicht überlaufen lassen.

    - Wie gross muss den ein "Loch" sein durch das 4 cbm Wasser die Stunde durch die eigene Gewichtskraft durchfliessen kann ?

    - Der tiefste Anschluss am RPV ist doch für die Saugstrahlpumpen die das Wasser durch den Kern zirkulieren lassen.
    Man kann also annehmen das bei nicht geschmolzenen RPV das Wasser bis zu dieser unterkannte steht, oder ?

    - Wieviel "Radioaktivität" kann das Wasser maximal transportieren ?
    Ich meine es müsste doch ein Unterschied sein ob ich am Corium messe bzw in Wasser welches nur bestimmt Stoffe aus selbigem herauslösen kann.

    Es wurde doch über die Druckmessungsgeschichte berichtet, ist da etwas bei rausgekommen ?
  • dirkdirk Juli 2011
    Um 4m³ ablaufen zu lassen reicht ein 10cm Loch. Das der RDB leer ist, davon dürfte man ausgehen.
  • engeng Juli 2011
    Die Antworten auf die Fragen von Tim würden mich auch interessieren. Solange diese hier nicht beantwortet werden können ist jede weitere Schlussfolgerung reine Spekulation, denn:
    1. Wir haben keine Ahnung wo sich das Corum tatsächlich befindet.
    2. Wir haben keine Ahnung über Temperatur und Zustand des Corums.
    3. Wir haben keine Ahnung wo das Kühlwasser hinkommt, bzw. wo es nicht hinkommt.
    4. Wir haben keine Ahnung ob und wo sich überall Löcher oder Lecks in welcher Größe befinden.
    5. Wir haben keine Ahnung welche Messgeräte tatsächlich funktionieren.

    Da wir so wenig wissen, können wir auch die Aussagen von Tepco nicht wirklich abschließend beurteilen.
    Wir können und sollten hier trotzdem ruhig weiter spekulieren, bzw. Wahrscheinlichkeitstheorien aufstellen - aber bitte alles unter Vorbehalt.
  • dirkdirk Juli 2011
    Uneingeschränkte Zustimmung!!
  • TimTim Juli 2011
    Ganz ohne Wissen, Informationen und Anhaltspunkte sind wir auch nicht.

    # Es gibt detaillierte Informationen zu den eingespeisten Wassermengen.
    # Man weiß in etwa was sich an Wasser in den Kellern und Gräben befindet.
    # Tepco gibt zumindest für einige Bereiche die Wassertemperaturen an.
    # Darüber und über die Fläche kann die Verdunstung grob abgeschätzt werden.
    # Wie weiter oben angemerkt, muss das Wasser aus dem RPV irgendwie in die Keller gekommen sein.
    # Es gibt ein paar wenige Experimente zum Verhalten von Corium.
    # Es gibt die Erfahrungen von TMI.
    # Es gibt die Messdaten - auch wenn nicht alle stimmen. Manche davon sind vielleicht doch in etwa korrekt.
    # Was noch?

    Tecpo und NISA müssten dazu noch viel weitreichendere Informationen und Computersimulationen haben.

    Von der beobachtenden Verdunstung müsste man doch auch einiges über den Zustand ableiten können?
  • dirkdirk Juli 2011
    Welche beobachte Verdunstung?
    Wie das Wasser aus dem Containment kommt dürfte so einige interessieren.
    Über welche Fläche soll die Verdunstung abgeschätzt werden?
    Messdaten.. nehmen wir die Sievert Werte, welcher von beiden stimmt ungefähr?
    Tepco wird mehr Info und Daten haben als komplett veröffentlciht wird.
  • TimTim Juli 2011
    Bei Nacht sieht man durch den Temperaturunterschied die Verdunstung oder nicht?
  • dirkdirk Juli 2011
    Bei Unit 1? Und wenn müsste man die AB´s rausrechnen.
  • SileneSilene Juli 2011
    Was wohl aus der Stelle im Erdgeschoss von Block 1 geworden ist, an der Anfang Juni Dampf mit bis zu 4000 mSv/h aus dem Fussboden gestiegen ist?

    image
  • TimTim Juli 2011
    Hab jetz nicht mehr die genauen Temperaturen im Kopf, doch AB 1, 2 und 3 waren doch um die 40° C - nur AB4 war um die 80° C.

    Würde man bei 40° C in der Nacht die starke Verdunstung erwarten/sehen wie sie scheinbar recht häufig dort zu sehen ist?
  • dirkdirk Juli 2011
    @Silene, gutes Argument und Frage.
  • @ eng

    Die Fragen sind alle berechtigt und solange niemand hineingesehen hat wird es auch Spekulation bleiben.

    Aber einige Dinge sind zwingend:
    Ein durchlöcherter RDB
    Das Corium, egal wo es auch ist, hat einen ordentlichen Heizwert
    Die wasserlöslichen zugänglichen Anteile sind extrahiert und im Keller
    Das ganze Konstrukt ist inhomogen und die Messstellen zeigen lokale Phänomene, egal ob richtig oder falsch.
  • engeng Juli 2011
    @hobbyphysiker:
    hmmm ....
    Warum müssen zwingend Löcher im RDB sein? (von den Rohrleitungsanschlüssen mal abgesehen).
    1. Vielleicht hat das Kühlwasser doch noch rechtzeitig das Corium erreicht bevor es durch den RDB "durchgeschmolzen" ist.
    2. Wenn Corium "durchgeschmolzen" ist und Löcher verursacht hat könnte mit eintreffen des Kühlwasser das noch vorhandene Corum im RDB so weit abgekühlt sein (natürlich ist es immer noch sehr heiß) das es die Löcher selbst verschlossen hat.

    Das Corium hat einen ordentlichen Heizwert, das ist richtig, aber es kann mittlerweile mit wesentlich weniger Wasser gekühlt werden als zu Beginn der Schmelze.

    Wie viele wasserlöslichen Anteile sind wo verteilt?

    Wenn lokale Phänome gemessen werden ist es natürlich schon interessant ob die nun richtig oder falsch sind.

    Wir wissen nicht wirklich viel ...
  • SileneSilene Juli 2011
    Bei Siedewasserreaktoren werden die Steuerstäbe von unten in den Druckbehälter eingeschoben. Zur Abdichtung dienen Manschetten aus Graphit. Falls diese mit dem Corium in Kontakt gekommen sind, sind sie einfach weggebrannt.

    image
    Attachments
    ControlRods.png 23K
  • SileneSilene Juli 2011
    [EX-SKF] Fukushima Reactor Cooling Was From Outside the Shroud
    Here I thought they'd been injecting water directly above the melted fuel or where the fuel had once been.

    TEPCO in its daily press conference on July 26 said the cooling of the three reactors at Fukushima I Nuclear Power Plant has been done by cooling the core shrouds from outside. The shroud is a cylinder inside the Reactor Pressure Vessel (RPV) that surrounds the reactor core.
  • TimTim Juli 2011
    Ein Kommentar aus dem verlinkten Artikel:

    "..the cooling of the three reactors .. has been done by cooling the core shrouds from outside."

    They can say that if they want to, we know the reactors aren't steaming off that much water per hour so that's the water's pathway to the basements which are flooded.

    They can also say the cores are in the RPVs if they want. First they'll have to tell us how the water's ending up in the basements. They certainly haven't explored the basements, so part of this is asking you to pretend the cores are in the RPVs still. Until pictures of melt in RPVs are produced, the cores are in the basements, at best.

    I don't have the link at hand, but they expected the humidity in #2 to go down when they installed the cooling system for 2's SFP. It did not go down as the temperature dropped in the pool, therefore the steam/humidity is from the core in the basement. The link mistakenly said the core was in the Suppression Pool, that would be the suppression torus they're referring to. Impossible for the core to be IN the torus if it melted thru the RPV.

    The core's in the basement in 2, at least.


  • engeng Juli 2011
    @Silene: Danke für die ergänzende Skizze. Das mit den Steuerstäben ist mir bekannt. Die Manschetten aus Graphit sind allerdings sehr enganliegend um die Steuerstäbe bzw. Führungsrohre. Wenn nur diese Manschetten wegschmelzen entstehen dadurch erst einmal keine großen Löcher.
  • SileneSilene Juli 2011
    @eng: Groß sind die Löcher sicher nicht und die Schmelze dürfte auch ziemlich viskos sein. Trotzdem: 50 Tonnen mehr oder weniger verflüssigtes Metall üben einen schönen Druck aus. Dadurch wird Corium in feinste Spalten und Risse des Druckbehälters hineingepresst. Sobald ein "Fluchtweg" vorhanden ist, dürfte sich das Material seinen Weg bahnen. Es sei denn, es wird so stark abgekühlt, dass es wieder erstarrt.
  • dirkdirk Juli 2011
    Hier kann man die Steuerstabrohre von unten in Nahaufnahme sehen. KKW Zwentendorf
    http://derstandard.at/1297820691845/Inside-Zwentendorf
    Die Fotos gibs auch in Hres auf der Zwentendorf Webseite
  • SileneSilene Juli 2011
    @ dirk: ein ziemlich beklemmender Anblick.

    image
  • dirkdirk Juli 2011
    ja? hmm. Auf der www.zwentendorf.com Seite kann man das noch besser sehen, in 360Grad Ansicht.
  • SileneSilene Juli 2011
    [TEPCO] Sampling of gas in Primary Containment Vessel of Units 1 and 2, Fukushima Diichi Nuclear Power Station

    • We will Install temporary sampling devices in Units 1 and 2.
    • Using these devices, we will take samples of the gas in the Primary Containment Vessels (PCVs) through pipes in reactor buildings and measure radioactive material concentrations within PCVs.

    [Planned Measurement Date]
    Unit 1: July 29 (Fri)
    Unit 2: Planned in early August

    Das könnte Klarheit darüber schaffen, wie hoch die Strahlung im Drywell wirklich ist.
  • dirkdirk Juli 2011
    Wir können ja Wetten abschliessen (grins).
    Aber im Ernst, das macht mehr als Sinn. Wir werden wohl Spitzenwerte sehen.
  • SileneSilene Juli 2011
    [TEPCO] Results of Air Sampling in the Primary Containment Vessel of Unit 1, Fukushima Daiichi Nuclear Power Station
    【Sampling Date】
    At 13:10, July 29 (Fri), 2011

    【Implemented Work】
    Working Time July 29 (Fri), 2011 10:00 – 17:26
    Number of workers 7
    Actual Radiation 5.0mSv (max.)

    Results of Measurement:

    Cs-137 -> 20 Bq/cm³
    Das sind 20 MBq/m³, die Werte liegen also etwa 7 Milliarden mal über dem Grenzwert von 3 mBq/m³.

    Cs-134 -> 17 Bq/cm³
    Das entspricht 17 MBq/m³, die Werte liegen mehr als 8 milliardenfach über dem Limit von 2 mBq/m³.

    I-131 -> Below the detection limit (wo liegt das?)

    Der CAMS-Strahlungsdetektor registrierte zur gleichen Zeit (29. Juli 11:00) 209 Sv/h im Drywell.
    Auch wenn man nicht einfach zwischen Becquerel und Sievert umrechnen kann, steht es wohl außer Frage, dass die gemessenen Caesiumaktivitäten, so hoch sie auch sind, nicht ausreichen um die noch gewaltigerenn Dosisangaben des CAMS-Sensors zu erklären.

    Alternative Erklärungsmöglichkeiten:
    • Der CAMS-Sensor liefert falsche Werte
    • Es sind noch andere stark strahlende Isotope (Edelgase?, Alphastrahler?) in der Luft des Containments vorhanden, die von TEPCO nichts erfasst bzw. angegeben werden
    • Die Strahlung, die der CAMS-Detektor (korrekt) misst, stammt nicht aus der Luft.
  • HenningHenning Juli 2011
    Weiss jemand wo genau der CAMS Sensor ist?
  • thowabuthowabu Juli 2011
    ...und nach welchem Prinzip er arbeitet ?
  • SileneSilene Juli 2011
    Genaueres weiss ich leider nicht, nur:
    CAMS measurements (gamma detector-based Containment Atmospheric Monitoring System) are a measurement of the radiation levels inside the drywell and wetwell of the reactor. The results are in Sv/h; which provides much higher readings than the usual nano or micro Sv/h were used to seeing, due to the fact that the measurements are inside of the containment close to the fuel.
    Quelle: http://www.ianbradshaw.co.uk/multimedia/fukushima/tepco.html
  • SileneSilene Juli 2011
    @ Tim: Sehr interessant, was Du da bei der NRC ausgegraben hast:
    The Containment Atmospheric Monitoring System (CAMS) is used for post-accident monitoring of the primary containment. The purpose of the CAMS is to:
    (1) Provide information on combustible levels of oxygen and hydrogen in the primary containment.
    (2) Detect and measure the radiation level within the primary containment during and following an accident.
    (3) Detect and measure the hydrogen concentration within the primary containment during and following an accident.
    Die Sensoren sollten wohl hinreichend robust ausgelegt sein. Außerdem scheint TEPCO noch einige interessante Daten zu besitzen, die bisher nicht offengelegt wurden...
    Für die Stickstoff-Einspritzungen gab es vermutlich einen konkreten Anlass.
  • Also wenn CAMS H2 O2 und Aussagen über Strahlung liefert, dann muessen das mehrere Mess-Prinzipien sein.
    Bezogen auf die Strahlung könnte es ein einfach Szintillationszähler oder auch ein einfaches Geiger-Mueller Zählrohr sein. Egal was es auch ist, es misst eine Summe aller Quellen. Daher sind die Werte nicht korrelierbar auf nur ein Isotop!
  • SileneSilene August 2011
    [NHK] High radioactivity level at reactor building
    The operator of the Fukushima Daiichi nuclear power plant says it has detected the highest confirmed indoor level of radioactivity at the facility since the March accident.

    The Tokyo Electric Power Company, or TEPCO, said on Tuesday that the level in a room on the second floor of the Number One reactor building was 5,000 millisieverts per hour.

    The utility restricted access to the room, saying it will consider measures to block the radioactivity and that it has no immediate plans for operations needed in the room to bring the troubled reactor under control.

    TEPCO says the level was detected because pipes running through the room were used to vent air containing radioactive substances from the reactor on March 12th.

    [Kyodo News] Highest indoor radiation level detected at Fukushima Daiichi plant
    The figure was detected in front of a pipe in an air-conditioning machine room, the utility said, adding the dosage may be larger than the measured amount as it exceeds the capacity of measuring equipment.

    Radioactive substances are considered to be staying in the pipe after they entered there when pressure in the reactor's containment vessel was lowered on March 12, according to Tokyo Electric known as TEPCO.
  • JorindeJorinde August 2011
    mein Gott, haben die ein Glück gehabt, dass im März Westwind war.
  • dirkdirk August 2011
    hmm.. siehe Foto vom 12.3. ~15Uhr
    Attachments
    12-3-3pm.jpg 41K
  • TimTim August 2011
    The latest high radiation readings are probably coming from materials released during early failed attempts to release pressure in containment vessels and vent hydrogen gas to prevent explosions that damaged reactor buildings, Matsumoto said.


    Source: http://www.bloomberg.com/news/2011-08-02/tepco-reports-second-deadly-radiation-reading-at-fukushima-plant.html

  • OlorinOlorin August 2011
    Silene said:

    the dosage may be larger than the measured amount as it exceeds the capacity of measuring equipment.




    Das ist jetzt ein Witz, oder?

    Gestern stellens 10 Sv/h im Abluftschacht fest - besser gesagt: mehr als 10 Sv/h, weil der Meßbereich nicht langt - daraufhin kontrollieren sie heute Räume, durch welche der Abluftschacht führt mit Meßgeräten, die nur den HALBEN Meßbereich hergeben?

    Ja gut - wenn ich weiterhin Arbeiter in die Nähe des Raumes senden will, kann ich die Strahlendosis schonmal künstlich schönmessen...
  • SileneSilene August 2011
    [EX-SKF] Fukushima I Nuke Plant: Workers Knew About the Extremely High Radiation Around Exhaust Stack
    They may not have known the exact number (well, for that matter, no one knows because the survey meter went overscale at 10 sieverts/hr), but they've been running past the area when they have to enter Reactor 1 building to install the external heat exchanger to the Spent Fuel Pool, according to the tweets by a worker currently at Fukushima I Nuclear Power Plant. [...]

    As to the worker who measured the radiation with the survey meter attached to a stick, Hiroaki Koide of Kyoto University says he must have spent only 1 or 2 seconds near the stack to get 4 millisieverts radiation.

    Let's see. 2.78 millisieverts for one second, if the radiation was 10 sieverts/hr.

    Koide thinks the radiation level is impossibly high to be coming from inside the duct or stack. He suspects there is a piece or two of the spent fuel blown out of the Spent Fuel Pool when Reactor 1 and Reactor 3 had hydrogen explosions.

    He also says the protection suits that workers wear do nothing to protect them from gamma rays, unless they wear lead vests, but even then only marginally.
  • engeng August 2011
    Das Hydrogen sammelt sich oberhalb vom Pool in der Halle. Wäre ein Explosion in der Lage aus dem zumindest teilsweise mit Wasser gefüllten Pool Stücke aus den eingelagerten Brennstäben 'herauszureißen'?
  • SileneSilene August 2011
    Noch mehr "hot spots" auf dem Gelände:

    [Mainichi News] Highest levels of radiation since March 11 detected at Fukushima nuclear reactors
    In a related development, TEPCO said on Aug. 2 that there were two more pipes nearby that apparently showed radiation in excess of 10 sieverts. The utility said it had not actually measured the radiation there and it had no plans to do so because there would be no one working there.
  • OlorinOlorin August 2011
    Ja nun. Allzu verwunderlich ist es nicht, daß es solche 'Hot Spots' gibt.

    Auch in Chornobyl ist es heute so - ebenso wie in Pripyat und generell den umliegende Dörfern - daß es einzelne Räume, Gänge und Häuser gibt, in welchen man sich relativ gefahrlos für längere Zeit aufhalten kann - und direkt daneben andere Gänge, Räume, Häuser, in denen extreme Strahlendosen herrschen.

    Der Grund ist recht schlicht Staub. In biologischem Material - Bäumen, Erdboden - oder an haftvermittelnden Oberflächen - Beton - sammelt sich das Material und schon hat man den Salat.
    Nun gut, daß wird euch kaum etwas Neues sein.

    Der Punkt ist aber, daß nicht zwingend radioaktiver Frischdampf oder Frischwasser oder Trümmerteile etc. notwendig sind, um 'Death Zones' zu erschaffen. In Block 2 wird es jede Menge solcher Zonen geben, weil wegen Kondenswasser, auch nach dem Entlüften des Gebäudes.


    Und die ähnlich starke Radioaktivität in der Umgebung auch anderer Rohre spricht eindeutig gegen die Theorio von neben dem Shaft herumliegenden Trümmern.


    Aus der Warte ist es gar verständlich, warum man noch nicht die ganze Anlage strahlentechnisch untersucht hat. Solch eine Kartografie belasteter Areale ist nützlich (bevor jemand zufälligerweis hineinrennt), leider ist das Risiko, bei ihrer Erstellung Arbeiter einer unvorhergesehen hohen Dosis auszusetzen, nicht kleinzureden.
  • SileneSilene August 2011
    [TEPCO] Place where high radiation dose was detected on the 2nd floor of Turbine Building, Unit1, at Fukushima Daiichi Nuclear Power Station
    image
    [EX-SKF] Fukushima I Nuke Plant Reactor 1: It Was Over 5 Sieverts/Hr at the Entrance of "Train Room" on 2nd Floor
    The robot "Packbot" went to the opening to the "train room" and the survey meter went overscale. The actual radiation level at the opening could be a lot higher, and I hate to think how high it is INSIDE the room. The radiation could have fried the bot.

    Notice how rapidly the radiation level rose, from 18 to 300 to 2000 to over 5000, as the robot went inside the air conditioning room to the entrance of the "train room"
    Attachments
    TrainRoom.png 53K
  • Der Nutzer und alle zugehörigen Inhalte wurden gelöscht.

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