Willkommen zum Fukushima-Info- und -Diskussions-Forum des physikBlogs.

Die Zahl der Kommentare auf unsere Fukushima-Beiträge ist jenseits der 1000er Marke. Es wird zu unübersichtlich!
Daher gibt's dieses Forum, bei dem ihr über den Unfall von Fukushima kommentieren könnt, was das Zeug hält!

Zu einer kleinen Einführung, hier entlang.

Ihr seid neu hier? Das physikBlog hat in vier Artikeln den Unfall von Fukushima begleitet. Eine Lektüre, zumindest des Aktuellsten, empfiehlt sich vor dem Mitdiskutieren!

Es sei erwähnt, dass wir bei der Moderation der Kommentare hier weniger streng sind, als im Blog. Ihr seid freier in eurer Themenwahl.

Viel Spaß, André & Andi vom physikBlog.

Status Reaktorgebäude 2 (ab 12.05.11)
  • SileneSilene Juni 2011
    Du hast recht. Mensch ist das peinlich. Ich versinke jetzt mal ne halbe Stunde im Erdboden.
  • SileneSilene Juni 2011
    Sieht aus, als hätte man die Tür wieder zu gemacht...
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  • @ Silene

    Warauf gründet sich dieser spontane Abfall? Das ist nicht nachvollziehbar leider, auch wenn die Werte um 10er Potenzen niedriger sind.... Was hat man vor Ort geändert? Ich hoffe nicht die Messposition.....
  • SileneSilene Juni 2011
    [NHK] TEPCO soon to open doors to No.2 reactor building
    TEPCO has been operating an air purification device for more than a week to reduce the radioactive concentration inside the building. The company now assesses that opening the doors will raise the level of background radiation around the plant by 0.0014 microsievert per hour, far below the permissible annual limit for ordinary people of one millisievert.

    Speaking to reporters on Sunday morning, a TEPCO official stressed that the planned door-opening will have little impact on the nearby environment.

    The company plans to begin opening the doors at 8 PM on Sunday and to fully open them at 4 AM on Monday if no problems arise.
    Wie glaubwürdig ist das? TEPCO behauptet auch, dass die seit einer Woche laufenden Luftfilter die Radioaktivität im Gebäude gesenkt hätten. Hier kann man aber sehen, dass das nicht stimmt.

    Außerdem hat uns TEPCO erzählt, dass man noch die Genehmigung zum Öffnen der Schleusen abwartet. Wenn ich dieses Dokument richtig interpretiere, wurde das Gebäude aber am 16.6. acht Stunden lang geöffnet, um die Emission zu bestimmen. 8100 m³ pro Stunde zogen dabei aus dem Gebäude, das sind (wenn ich mich nicht wieder verrechne) täglich etwa 4 GBq Radiocaesium und immerhin 1 GBq Iod-131.
  • SileneSilene Juni 2011
    [EX-SKF] Reactor 2 Double Door Will Be Opened on June 19 Night, JST
    Well, the amount of radiation doesn't seem to have dropped at all, as you can see in the chart below (by TEPCO, as a handout at the press conference on June 19), but they are going to open the double door anyway. It was the same story for the Reactor 1; the air filtering system didn't lower the radioactive materials in the air, but they opened the double door anyway, claiming the level got lower.
    All for the show, except it exposed the workers to unnecessary radiation when they were sent in to install the air filtering system.

    If TEPCO knows it is a futile effort to install air filtering system before opening the double door, why does the company do it? It's for the public consumption, to show that TEPCO is doing everything they can to ensure the lower radiation level for the workers and for the community (which has all but evaporated). And to keep the regulatory agency, NISA, happy.

    And why do they open the double door at night? As I said when they opened the double door to the Reactor 1 reactor building, this one is for the maximum effect of letting the inside "hot" air out as much as possible, using the air temperature difference between inside and outside. The relatively intact building shell may hinder the air exchange though. We'll see.
  • SileneSilene Juni 2011
    [Bloomberg] Decontamination Failure Won’t Delay Solution: Tepco
    Tepco said yesterday it would vent pressure from the No.2 reactor building to aid cooling and keep progress on schedule. There would be “limited impact” on the environment from this, Matsumoto said.

    Vielleicht warnt man ja diesmal die verbliebene Bevölkerung und verteilt vorsorglich Iodtabletten.
  • @ Silene

    Das ist doch wieder ein Windei, Reaktor 2 hat doch kaum Druck, damit geht doch nur minimal Energie in Form von Dampf weg. Das Problem sitzt ein paar Meter tiefer und man sollte lieber darauf gefasst sein, den drohenden Überlauf sinnvoll ins Meer zu pumpen, also möglichst weit weg von der Anlage um dort künftig noch sinnvoll arbeiten zu können!
  • SileneSilene Juni 2011
    Tja, sie müssen die Kühlwasserinjektionen verringern und wollen ein Venting durchführen. Könnte beides miteinander zu tun haben? Vielleicht probiert TEPCO ja eine neue Kühlstrategie aus, also weg von einer "nassen" hin zu einer "dampfenden" Kühlung?
  • hamham Juni 2011
    100 Tage aus, fast 300 Halbwertzeiten für I-131. Wenn keine Rekritikalität vorhanden, sollte da nicht mehr viel I-131 sein können. Aber einiges andere kann natürlich schon noch sein. Vielleicht ist das erneute Venting nur ein Kühlungsversuch, denn in dem Block ist es sehr feucht und kocht im Keller oder irre ich mich.
  • SileneSilene Juni 2011
    Ein großer Teil der leichtflüchtigen Isotope ist wahrscheinlich schon aus dem Kern herausextrahiert worden. Das Zeug schwappt jetzt in gelöster Form im Keller rum.

    Wenn man die Wahl hat, die Umwelt entweder mit hochbelastetem Wasser aus dem Keller zu vergiften (das auch Stoffe wie Strontium, Uran und Plutonium enthält) oder mit Kühlwasserdampf über die Atmosphäre zu belasten, dann könnte die zweite Alternative durchaus das geringere Übel sein.

    Ob das tatsächlich so ist, weiss man aber erst, wenn man unter diesen Bedingungen (wenig Kühlwasser, höhere Reaktortemperatur, direkte Entlüftung des RDB) mal Messungen vorgenommen hat. Könnte durchaus sein, dass TEPCO das testen will.
  • OlorinOlorin Juni 2011
    Silene, wenn ich deinen Beitrag vom 19.6., 23:24 richtig interpretiere, sitzt hobbyphysiker 25 Minuten später einer unglücklichen Doppelverwendung von englischen Worten auf.

    "Venting" lernten wir alle als Druckablaß im RDB kennen.
    Hier aber gehts um den Abbau von 'Druck' im Gebäude.

    Ein Gebäude, in dem es recht warm und humid ist, gelinde gesagt.
    Genauer gesagt ist isb. der Partialdruck von Wasser recht hoch. Wenn man nun die Tür aufmacht, diffundiert natürlich vor Allem dieses nach draussen.
    Durch gesunkenen Wasserpartialdruck kann Wasser aus den Kellern schneller sieden und so Wärme abtransportieren.
    Großartige Vorstellung bei 4 S/h strahlendem Dampf -.-

    (bis hierhin, um Mistverständnissen vorzubeugen)

    Diese Form der 'dampfenden' Kühlung scheint bei den SFP der Blöcke 1,3 und 4 ja hervorragend funktioniert zu haben in den ersten Monaten^^

    Die (im Grunde nicht ganz falsche) Theopraxie wird wohl sein, daß an der Luft herumstrahlendes Material an sich nicht weiter schlimm ist, blöd wirds nur, wenn das Material in der Gegend herumdiffundiert.

    Stellt sich jetzt nur noch die Frage, ob es sinnvoller ist, des Nachts (weil Kalt) oder Tagsüber (weil geringere Luftfeuchte) zu 'venten'.

  • SileneSilene Juni 2011
    [TEPCO] The result of the examination in the reactor building of Unit 2
    430 mSv/h an der Kellertreppe über dem angesammelten Kühlwasser. Man beachte die Farbe: bei indirekter Beleuchtung mit Blitzlicht sieht es nicht gelb, sondern rot und undurchsichtig aus. Da müssen sich ziemliche Mengen von Metallsalzen angesammelt haben.
  • SileneSilene Juni 2011
    [NHK] TEPCO unable to gauge No.2 reactor water level
    Workers at the utility company entered the Number 2 reactor building and installed the provisional gauge on Wednesday. The company initially planned to have the gauge begin providing data on Thursday.

    But it says as of Saturday, the device is not yet working properly.

    TEPCO says this is because the temperature near the reactor containment vessel is so high that water inside the device's pipes has evaporated.
  • SileneSilene Juni 2011
    [NHK] TEPCO ready to inject nitrogen into No.2 reactor
    Tokyo Electric Power Company is ready to inject nitrogen into the containment vessel of the Number 2 reactor at its Fukushima Daiichi nuclear plant to prevent hydrogen blasts.

    The company says it will monitor radiation levels around the compound more closely as the nitrogen may force out tiny amounts of gas containing radioactive substances.
  • @ Silene

    Heads up!!

    http://hawaiinewsdaily.com/2011/06/tepco-plans-dangerous-liquid-nitrogen-injections-at-fukushima-reactor-2/

    Wenn das stimmt, dann ist da ein kleiner aber feiner Unterschied, denn das ist flüssiger Stickstoff und damit werden in kurzer Zeit grosse Mengen an Gas freigesetzt und zwar mit allem was in den Reaktoren an flüchtigen Bestandteilen enthalten ist.

    Hoffentlich wartet man auf eine konstante Westwindlage !!!!!!!
  • dirkdirk Juni 2011
    Ganz ehrlich... den Schreiberling würde ich nicht mehr auf seiner Seite besuchen.
    "Earlier this week, TEPCO tried to fill the reactor 2 containment with water. That did not work. So they OPENED the containment and released BILLIONS of lethal doses of radiation. Now they are wondering whether there is any water left in the bottom of the containment."

  • TimTim Juni 2011
    Die Seite ist nicht zu empfehlen - stimme dirk zu.
    Zumindest nicht als Erstquelle oder ohne qualitative, eigenständige Zweitquellen.
  • SileneSilene Juni 2011
    [TEPCO] Implementation of injection of nitrogen into Primary Containment Vessel of Unit 2 at Fukushima Daiichi Nuclear Power Station
    [...] we have decided that we are going to implement the injection of nitrogen into the primary containment vessel of Unit 2 at Fukushima Daiichi Nuclear Power Station at 8:00 pm today.


    [NHK] TEPCO injects nitrogen into No.2 reactor
    The Tokyo Electric Power Company began injecting nitrogen into the containment vessel of the No.2 reactor at the Fukushima nuclear plant on Tuesday night to prevent hydrogen explosions.

    Hydrogen is generated when water in the reactor comes in contact with radiation. It's believed that hydrogen is building up inside the containment vessel.
  • SileneSilene Juli 2011
    Auf der Website der Nuclear Safety Commission of Japan gibt es ein interessantes Dokument (leider nur japanisch, deshalb Google-Übersetzung):

    [NSC] No. 1 according to the Fukushima Daiichi Nuclear Power Station accident Tokyo Electric Power Company, for the assessment of the state of the core of Unit 2 and Unit 3

    Neben vielem, was ich noch nicht richtig einordnen kann, findet man dort in einer Tabelle mit dem Titel "Analysis of conditions pertaining to the Fukushima Daiichi Nuclear Power Station Unit 2" folgende Angaben:
    PCV Mouth about the size of the damage to the gas phase 50 cm²
    S/C About the size of the mouth of the damage 300 cm²

    Auch die Tabelle "Estimated amount of radioactive material released into the atmosphere over the time period covered by the analysis (Bq)" gibt viel her:

    image

    Allein von Block 2 wurden demnach im erfassten Zeitraum geschätzte 16 Petabecquerel Caesium-134, 14 Petabecquerel Caesium-137, 680 Terabecquerel Strontium-89, 48 Terabecquerel Strontium-90, 71 Terabecquerel Neptunium-239, 18 GigaBecquerel Plutonium-238, 6 Gigabecquerel Plutonium-239/240 und 1,2 Terabecquerel Plutonium-241 freigesetzt.

    Lasst diese Zahlen bitte mal auf euch wirken.
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  • TimTim Juli 2011
  • JorindeJorinde Juli 2011
    Viele Nuklide liegen tatsächlich in der gleichen Größenordnung. Und das Dokument führt nur die atmosphärischen Emissionen auf- was schon in den Pazifik gelaufen ist und noch laufen wird, ist nicht berücksichtigt.
    beunruhigend.
  • SileneSilene Juli 2011
    [NHK] High level contamination in reactor building found
    The operator of the troubled Fukushima Daiichi nuclear power plant says it has detected airborne radioactive materials up to 65 times above the government's standard inside the No. 2 reactor building. [...]

    On Monday, the plant operator said robots have detected airborne cesium-134 inside the No.2 reactor building ranging from 40 to 65 times above the government's standard.

    The buildup of the radioactive air inside reactor buildings is believed to have originated from explosions and steam leaking from the damaged reactors.

    Siehe auch:
    [TEPCO] The result of nuclide analyses of radioactive materials in the air inside of the Reactor Building Unit 2 of Fukushima Daiichi Nuclear Power Station
  • SileneSilene Juli 2011
    [TEPCO] Plant Status of Fukushima Daiichi Nuclear Power Station (July 15, 2011)
    7/15
    6:38 Confirmed make up cooling water of secondary cooling tower of circulating cooling system of 2u spent fuel pool was not sprayed.
    8:22 Circulating water pump and fans inside the secondary cooling tower stopped. As a result of site survey, closure of a valve of the feed water line from filtrate tank was confirmed.
    11:47 Opened the valve, after confirming feeding water from filtrate tank, circulating water pump and fans inside the secondary cooling tower started.

    Die Temperatur im Pool hat sich von 37.0°C (7/14 11:00) auf 41.5°C (7/15 11:00) erhöht.
  • SileneSilene Juli 2011
    [TEPCO] Plant Status of Fukushima Daiichi Nuclear Power Station (as of 10:00 am, July 22)
    Unit 2 (Shut down)
    Water is currently injected at approx. 3.4m³/h through reactor feed water system piping arrangement.
    Gestern lag die Kühlwasserzufuhr noch bei 3,8 m³/h.
  • SileneSilene Juli 2011
    [TEPCO] Plant Status of Fukushima Daiichi Nuclear Power Station
    Water Injection to Reactor Pressure Vessels (at 11:00 am, 7/22)
    Unit 2u Injecting freshwater (approx. 3.8m³/h)
    8:41-8:43 amounts of water injection to Unit 2 was changed from 3.3m³/h to approx. 3.8m³/h.

    Others
    Sampling radioactive materials in the air of upper unit2 reactor building by remote helicopter (T-Hawk)

    Dosieren die das Kühlwasser jetzt nach Gefühl oder sind die Aufzeichnungen einfach chaotisch?

    Alternative Erklärung: man hat den T-Hawk hochgeschickt um zu messen, ob eine Reduktion der Kühlung eine erhöhte radioaktive Emission bewirkt.

    Edit: Folgendes steht in TEPCOs Press Release:
    At 8:43 am on July 22, since the volume of injected water into the reactor was found to be decreased, we adjusted the volume up to 3.8m³/h. Hence, water is currently injected at approx. 3.8m³/h through reactor feed water system piping arrangement.
  • dirkdirk Juli 2011
    Du hast die Erklärung schon im "Edit" gegeben.
    Wenn wegen eines technischen Mankos die Einspeisemenge reduziert wurde, wird danach immer erst auf ~4m³/h erhöht. Man könnte meinen das die Pfütze im RDB oder darunter, nachgefüllt werden soll. Danach wird wieder schrittweise reduziert.
    Aber nochmal, auch wenn ich mich wiederhole, mit ~4000l/h kann man nicht viel kühlen.
    Diese Menge kann eine Gartenpumpe aus dem Baumarkt für 100€.
    Im Normalbetrieb reden wir von ~1000l/s.
  • SileneSilene August 2011
    [TEPCO] Plant Status of Fukushima Daiichi Nuclear Power Station (August 4, 2011)
    8/4 Conduct gas sampling inside of Unit 2 PCV
  • SileneSilene August 2011
    [TEPCO] Plant Status of Fukushima Daiichi Nuclear Power Station (August 6, 2011)
    8/4
    Although we conducted gas sampling inside of Unit 2 PCV, we stopped sampling due to the water accumulated in the pipes.
  • SileneSilene August 2011
    [TEPCO] Plant Status of Fukushima Daiichi Nuclear Power Station (August 9, 2011)
    8/9
    10:39~11:13 Conducted gas sampling inside of Unit 2 Primary Containment Vessel.
  • SileneSilene August 2011
    [TEPCO] Results of Gas Sampling inside the Primary Containment Vessel of Unit 2 Fukushima Daiichi Nuclear Power Station

    Es wurden 6 Messungen vorgenommen und folgende Werte ermittelt:

    Iod-131 → Below detection limit
    Caesium-134 → 230-820 Bq/l
    Caesium-137 → 240-960 Bq/l
    Krypton-85 → 74000-75000 Bq/l
    Xenon-131m → 38000-47000 Bq/l


    zum Vergleich die Werte aus dem Containment von Block 1 (30. Juli):

    Iod-131 → Below detection limit
    Caesium-134 → 17000 Bq/l
    Caesium-137 → 20000 Bq/l
    Krypton-85 → nicht veröffentlicht
    Xenon-131m → nicht veröffentlicht

    Das Edelgas Krypton-85 ist ein Betastrahler mit einer Halbwertszeit von 10 Jahren 264 Tagen.

    Xenon-131m ist die energetisch angeregte Version des stabilen Edelgases Xenon-131. Es wandelt sich unter Abgabe von harter Gammastrahlung in dieses um. Die Halbwertszeit beträgt 11,9 Tage.
    Xe-131m kann nur bei der Spaltung von Uran/Plutonium oder in Anwesenheit von Neutronenstrahlung entstehen.
  • thowabuthowabu August 2011
    Für eine Aussage müsste man jetzt eine der möglichkeiten ausschliessen...
    Zerfällt den jod nicht zu dem xenon ?
  • SileneSilene August 2011
    Gut aufgepasst! Radioaktives Iod-131 zerfällt tatsächlich unter Abgabe eines Betateilchens (Elektrons) zu stabilem Xenon-131. Dabei wird aber niemals Xenon-131m gebildet. Das entsteht, wie gesagt, nur bei der Spaltung von Uran- oder Plutoniumkernen.

    Bei Krypton-85 ist das übrigens nicht anders, aber aufgrund seiner langen Halbwertszeit sind die hohen Kr-85-Aktivitäten im Containment weniger überraschend.
  • JorindeJorinde August 2011
    @Silene (und alle Physiker...)
    Was bedeuten die Mengen? OK, Xe-131m entsteht nur bei Zerfall von U bzw. Pu. Wie sind mehrere Tausend Bq/l einzuordnen? Bei einer HWZ von 12 Tagen ist die Anzahl der Zerfälle natürlich hoch, verglichen mit langlebigen Isotopen.
    Eh ich mir jetzt einen abbreche: hat da jemand eine Hausnummer, wie viel natürlich zerfallendem Uran das entspricht? Oder bedeuten die Mengen, dass zwangsläufig von leise vor sich hinköchelnder Kernschmelze ausgegangen werden muss?
  • SileneSilene August 2011
    Wenn seit dem 11. März kein Xe-131m mehr entstanden ist, ist jetzt nur noch ein Fünftausendstel der damaligen Menge übrig. Es müssten damals also mindestens 200 Megabecquerel Xe-131m pro Liter im Containment vorhanden gewesen sein.

    Na ja, wenn ich mir diese Tabelle ansehe, wundert mich das auch nicht mehr. Es hat vermutlich seine Gründe, warum man nach dem GAU immer nur von Iod und Caesium, aber nie von den Edelgasen geredet hat.
  • ProsperoProspero August 2011
    Darf ich fragen welche Gründe, denn ich möchte es genau verstehen? danke
  • SileneSilene August 2011
    Xenon ist ein relativ schweres Gas, das nicht in die Höhe steigt. Wenn man in eine Wolke aus radioaktivem Xenon gerät, atmet man das Gas ein, ohne es zu bemerken. Es ist völlig geruchlos und chemisch inert. Über die Lunge gerät es in die Blutbahn. Man erhält eine heftige interne Strahlungsdosis. Das Gas wird aber auch sehr schnell wieder abgeatmet. Wenn sich die radioaktive Wolke wieder verzogen hat, ist von den Xenon-oder Krypton-Isotopen nichts mehr im Körper nachweisbar. Nur Zellschäden.

    Iod-131 und Radiocaesium kann man dagegen nicht so leicht weglügen, weil diese Isotope über längere Zeit in den Geweben bleiben und ihre Radioaktivität auch im Blut und Urin feststellbar sind.

    Laut NISA-Schätzung war die Radioaktivität, die durch den Betastrahler Xenon-133 freigesetzt wurde, etwa 500mal höher als die des Radiocaesiums. Jetzt kommen also auch noch große Mengen von Xenon-131m und Krypton-85 dazu. So was vertuscht man natürlich lieber. Solange man nur gammaspektroskopische Nuklidanalysen durchführt und keine β-Gesamtaktivitäten bestimmt, taucht die Strahlung nicht mal in den Messergebnissen auf. Wie praktisch.
  • ProsperoProspero August 2011
    Danke, Silene.
  • hobbyphysikerhobbyphysiker August 2011
    @Silene

    Die Hochrechnung passt gut bezogen auf das Xe 131m. Nur dürfen wir nicht vergessen, dass der groesste Teil einfach abgelassen wurde durch das Venting. Und man sollte einmal hochrechnen, was in einem Brennstab sich im Laufe der Zeit an Xe-131 m bildet (Quasistationär) und dann abziehen was heute noch da ist, bzw zum Zeitpunkt des venting noch da war.
  • SileneSilene August 2011

    [...] Und man sollte einmal hochrechnen, was in einem Brennstab sich im Laufe der Zeit an Xe-131 m bildet (Quasistationär) und dann abziehen was heute noch da ist, bzw zum Zeitpunkt des venting noch da war.


    Tja, das ist eine Kalkulation, die mich überfordert...
    Die NISA könnte die Werte natürlich errechnen und hat das vermutlich auch getan. In den veröffentlichten Schätzungen der in Fukushima freigewordenen Radioaktivität wird Xe-131m aber noch nicht einmal erwähnt.
  • hobbyphysikerhobbyphysiker August 2011
    @Silene

    Mal sehen, vielleicht habe ich am WE Zeit dazu. Hatte nicht die GRS einmal aufgezeigt, was sich in einem Stab so ansammelt über die Zeit? Wenn Du diesen Wert irgendwo hättest wäre das gut. Auch sollte man sich das ganze Spektrum ansehen was so bei einer Spaltung so alles entsteht und dann hochrechnen auf Basis der publizierten Werte für Cs und Iod. Da kommen dann ganz andere Fakten zum Vorschein!

    http://de.wikipedia.org/wiki/Kernspaltung

    Das Kapitel Spaltfragmente ist ein guter Einstieg und das Integral der Doppelkurve zeigt schon auf was eigentlich Sache ist. Wir sehen immer nur einzelne Werte aber es ist ja viel viel mehr.
  • dirkdirk September 2011
    Das CoreSpray System wird jetzt auch hier eingesetzt. Ebenfalls wird die Spray/Einspeisemenge erhöht bzw schrittweise reduziert.
    http://www.tepco.co.jp/en/nu/fukushima-np/images/handouts_110914_01-e.pdf
  • dirkdirk September 2011
    Ein Video aufgenommen durch die geöffnete Revisionsöffnung. Auch hier sieht man Wasserdampf imrechten Bildrand aufsteigen. Das ist nicht die Seite vom Pool.
    Scheinbar ist auch hier das Containment undicht.
    http://www.tepco.co.jp/en/news/110311/images/110924_01.zip
  • vosteivostei September 2011
    http://cryptome.org/eyeball/daiichi082911/pict30.jpg

    Jo, die Öffnung müsste seeseitig sein - oder?
  • engeng September 2011
    @vostai: richtig, die Öffnung ist seeseitig. Das ist die Öffnung die ganz am Anfang von den Arbeitern zwecks Entlüftung absichtlich geschaffen wurde.
  • TimTim September 2011
    > #Fukushima I Nuke Plant Reactor 2 Achieves "Cold Shutdown" | EX-SKF
    http://ex-skf.blogspot.com/2011/09/fukushima-i-nuke-plant-reactor-2_28.html
  • dirkdirk Oktober 2011
    Das Wetwell ist abgesperrt. Dann sollten auch die Betonplatten über dem Reaktor entfernt sein. Warum?
    http://www.tepco.co.jp/en/news/110311/images/111008_02.wmv
  • vosteivostei Oktober 2011
    Was meinst du genau?
  • dirkdirk Oktober 2011
    Man kann sehen das dort Absperungen um das Reaktorbecken (der Bereich über dem Reaktordeckel) aufgebaut sind. Das macht man eigentlich nur wenn die Betonplatten, die den Bereich zusätzlich abschirmen, entfernt sind.

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