Willkommen zum Fukushima-Info- und -Diskussions-Forum des physikBlogs.

Die Zahl der Kommentare auf unsere Fukushima-Beiträge ist jenseits der 1000er Marke. Es wird zu unübersichtlich!
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Zu einer kleinen Einführung, hier entlang.

Ihr seid neu hier? Das physikBlog hat in vier Artikeln den Unfall von Fukushima begleitet. Eine Lektüre, zumindest des Aktuellsten, empfiehlt sich vor dem Mitdiskutieren!

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Viel Spaß, André & Andi vom physikBlog.

Status Reaktorgebäude 2 (ab 12.05.11)
  • JgodellJgodell März 2012
    Auf dieser Zeichnung vom KKW Oyster Creek (ebenfalls GE Mk I) kann man gut erkennen, dass es einen Höhenunterschied zwischen PCV-Boden und den Downcomern der Kondensationskammer von rund 2 ft gibt. Die 60 cm Wasserstand in Fukushima I #2 sind also nicht überaschend. Das Wasser fliesst vermutlich über die Downcomer ab, aber nur bis zu deren Freibord.

    http://enformable.com/wp-content/uploads/2011/11/Oyster-Creek-Torus_Page_04.png

    Und diese Zeichnung (ebenfalls Oyster Creek)
    http://media.photobucket.com/image/oyster%20creek/MiceAndMen1/Oyster%2520Creek/OysterCreekDwgRB.jpg
    entspricht der Nord-Süd-Ansicht in Fukushima. Zumindest in dieser Ansicht ist keine Öffnung in der Shield Wall eingezeichnet. Falls eine Öffnung vorhanden ist, würde man in dieser Ansicht genau drauf schauen. Klärung würde hier ein Schnitt aus West-Ostrichtung bieten.

    Diese Zeichnung von einem der Blöcke in Fukushima zeigt auch einige Details.
    http://4.bp.blogspot.com/-_Db5_kUdcBU/TdaVtaCnlWI/AAAAAAAAAUU/b_mJdFksAms/s1600/reactorblueprint.jpg

    Die Shield Wall ist in beiden Ansichten genau achsensymmetrisch dargestellt. Eine grössere Öffnung an einer Seite hätte hier entsprechend dargestellt sein müssen.
    Stattdessen ist aber eine Zugangstür zum Steuerstabraum eingezeichnet. Wenn ich das richtig sehe, hat sie eine gewisse Schwellenhöhe...
  • dirkdirk März 2012
    Auf verschiedenen Zeichungen kann man zwei Halbkreise sehen die nicht geschlossen snd.
    Man könnte meinen das es kein geschlossener Raum ist.
    z.B.
    http://www.tepco.co.jp/en/nu/fukushima-np/images/handouts_120228_04-e.pdf
    http://www.tepco.co.jp/en/nu/fukushima-np/images/handouts_111130_08-e.pdf
    Seite 18ff

    Irgendwo wurde gesagt das das Wasser im Torus 6m hoch steht. 6m ist genau die Höhe wo es in den Downcomer geht. Das hiesse das das Leck im Torus sich in ~6mHöhe befindet.
  • JgodellJgodell März 2012
    Ich vermute eher, dass die zwei Halbkreise Rohrleitung des Umwälzsystems sind. Im 1. Dokument ist innerhalb der Halbkreise ja nochmal ein geschlossener, dickwandiger Kreis. Auf der Ebene, die das Schema zeigen soll, ist das nicht mehr der DB, sondern die Shield Wall.

    Dein 2. Dokument ist da überzeugender. Da wird explizit die Situation am Boden des Steuerstabraumes gezeigt und der Schlitz gezeigt. Danke!
  • clancy688clancy688 März 2012
    dirk said:


    Irgendwo wurde gesagt das das Wasser im Torus 6m hoch steht. 6m ist genau die Höhe wo es in den Downcomer geht. Das hiesse das das Leck im Torus sich in ~6mHöhe befindet.



    tsutsuji hat wieder einmal Material von TEPCO übersetzt. Und darin geht es genau um die Thematik - "wo sind die Lecks?". Und dann natürlich auch "Wie dichte ich die Lecks ab?". Dazu hat TEPCO wohl schon ausführliche Tests gefahren.

    http://physicsforums.com/showthread.php?p=3840717&postcount=12780

    Was meinst du mit Downcomer und Leck in 6m Höhe? Der Downcomer ist doch das Rohr, das vom PCV in den Torus führt, oder?
    Die 6 Meter Wasser stehen aber nicht im Torus selbst, sondern im Torusraum. Das heißt, das Leck im Torusraum muss irgendwo auf 6 Meter Höhe sein, nicht aber das im Torus selbst. Das kann dann theoretisch überall sein (allerdings unterhalb des PCV-Bodens).
  • dirkdirk März 2012
    Ok, der Torusraum ist auch undicht, sonst wäre ja auch kein Wasser im Keller. Aber vom PCV gehts über die Downcomer in den Torus, wenn der dicht wäre würde ja das Wasser höher stehen.
    Auf den Schnittzeichnungen ist das Level "60cmPCV" und 6m Torus ungefähr auf gleicher Linie.
  • JgodellJgodell März 2012
    Was haltet ihr von dieser Abschätzung?
    http://www.simplyinfo.org/?p=5576
  • clancy688clancy688 März 2012
    Abstand.

    Solch utopische Strahlungswerte hab ich ja noch nie gehört. Und die Angabe, im Chernobyl-Kontrollraum wäre die Strahlung kurz nach der Explosion 300 Sv/h gewesen ist Blödsinn.

    http://en.wikipedia.org/wiki/Chernobyl_disaster#Radiation_levels_2

    Im Kontrollraum: 30-50 mSv/h. Die 300 Sv/h hatte man direkt am Kern. Und ich werfe jetzt mal folgende Frage in die Runde: Wenn am völlig zerfetzten Kern von Tschernobyl unmittelbar nach der Explosion 300 Sv/h herrschten, ist es dann plausibel, dass in Fukushima in ähnlicher Position das fast 20 Millionfache (die 5 GSv/h) bzw. das fast 40 Milliardenfache auftritt?

    Oder um mal anders an die Sache ranzugehen: Sievert sind Joule pro Kilogramm. 5 Gigasievert sind demnach 5.000.000.000 Joule pro Kilogramm. 10 Terasievert sind 10.000.000.000.000 Joule pro Kilogramm. Das rechne ich jetzt mal in TNT-Äquivalent und Watt um...
    5 GSv/h wären 1.2 Tonnen TNT pro Kilogramm pro Stunde oder 1.4 Megawatt pro Kilogramm.
    10 TSv/h wären 2400 Tonnen TNT pro Kilogramm pro Stunde oder 2.8 Gigawatt pro Kilogramm. :D
  • JgodellJgodell März 2012
    Sehe ich ähnlich.

    Vom Kern in Tschernobyl soll nicht viel übrig geblieben sein. Das ist in Fukushima sicher anders.
  • Und da ist genau das Problem, das Inventar sitzt zum groessten Teil vor Ort und wird noch sehr lange strahlen. Auf jeden Fall wird dort niemals ein menschliches Wesen diesen Raum betreten und "aufräumen". 6-10 Sv Aufnahme bedeutet 100% letale Dosis innerhalb von 14 Tagen!

    Das andere Problem ist die langjährige offene Kühlung in Kombination mit der Verwitterung des Coriums. Es wird als Dispersion aus dem System geführt, absorbiert, und "endgelagert"!

    Was geschieht derzeit mit den hochverstrahlten Adsorbentien?
  • clancy688clancy688 April 2012
    Werden die nicht in diesen riesigen Cäsium-Türmen "endgelagert"? Ich kann mich an Bilder von hunderten von diesen Türmen nebeneinander erinnern.
  • Stimmt, das ist das "Zwischenlager", und man schon ein Neues.....
  • Jgodell said:

    Hi,
    die Strahlenwerte sind interessant, da sie in einer (vertikalen) Ebene aufgenommen wurden. Das erlaubt eine Extrapolation mit einer gewissen Genauigkeit.
    Nimmt man eine Abnahme der Intensität mit dem Abstandsquadrat an, müsste die Strahlung in der Mitte der PCV, im Steuerstabraum, mehrere hundert Sv/h betragen. Nimmt man desweiteren an, dass die Wände des Steuerstabraumes die Strahlung abschwächen, bekommt man noch erheblich höhere Werte.

    Meine Einschätzung daher: das Corium in Block 2 straht ERHEBLICH.

    Ich habe das bisher nur ganz grob überschlagen, mit ein bischen mehr Arbeit könnte man damit eine zweidimensionale Strahlungskarte (als Schnitt durch die PCV) auf der Basis von Extrapolationsdaten erstellen...

    Zu dem Wasser: Auf verschiedenen Zeichnungen des GE Mk1 Reaktors sieht es so aus als ob der Steuerstabraum geschlossen ist. Das erscheint allerdings unwahrscheinlich, da sonst das Wasser, das durch das CS eingeleitet wird sich bis rauf in die RPV stauen würde.

    Auf dieser Zeichnung eines BWR/6 Kerns
    http://www.fourwinds10.net/resources/uploads/image/58511-9.jpg
    sieht es so aus als würde es oberhalb des Bodens eine seitliche Öffnung zur umgebenden PCV geben. Wenn dem so ist, könnte der Freibord zwischen Boden und der Öffnung einen direkten Kontakt des umgebenden Wassers mit dem Corium behindern.
    Unter dieser Annahme würde ich dort, wo die 48-50°C im Wasser gemessen wurden auch keine höheren Werte erwarten. Oder anders gesagt: unter dieser Annahme kann das Wasser im Steuerstabraum durchaus eine erheblich höhere Temperatur haben, ohne dass dies ausserhalb des Raumes messbar wäre.
    Gestützt wird diese These, meiner Meinung nach, durch den Dampf, der in den Endoskop-Aufnahmen gelegentlich zu sehen ist.



    Nun ja extrapoliert man diese Werte mit einem Polynom 2. Ordnung und nimmt man eine ungehinderte Ausbreitung an, so hat man einen Wert von ca. 300 Sv/h in Höhe Null, was sich mit den anderen Angaben deckt. Und damit reiht sich Fukushima in die Erfahrungskurve problemlos ein.

  • clancy688clancy688 April 2012
    Wo hast du denn dein Zitat her...? ^^;
  • Das wurde in diesem Bereich am 28.3. geschrieben ........

    Die Messwerte habe ich aus Deinem Input entnommen, der Rest war Excel und eine quadratische Ausgleichsgerade
  • clancy688clancy688 April 2012
    Ah, das war noch auf Seite 4. Kay.


  • Schon im Januar gewesen, aber der Beitrag in youtube ist 25 min lang und gibt einen guten Überblick über da Chaos in dem Reaktor......
  • JgodellJgodell April 2012
    hobbyphysiker,
    danke für die Bestätigung. Das Problem ist die Annahme ungehindeter Ausbreitung. Der RPV-Unterbau ist ein Ring aus Beton mit ca. 1,2m Wandstärke, der das Innere bis auf einen vertikalen Schlitz mit einer Breite von (geschätzt) ca. Wandstärke, gut abschirmen dürfte. Nach den Unterlagen, die ich bisher dazu gesehen habe, befindet sich der Schlitz nicht in dem Sektor, in dem die Endoskopie (und die Strahlenmessungen) gemacht wurden.
    Ich würde also annhemen, dass sich die Strahlung im Bereich des Schlitzes mehr oder weniger ungehindert ausbreiten kann, an allen anderen Stellen würde sie aber durch ca. 1,2m Beton abgeschirmt.
    Das lässt dann doch schlimmeres erahnen...

    Um hier mehr Klarheit zu bekommen, wäre es essentiell, eine genauere Zeichnung dieses Bereiches zu bekommen.
  • dirkdirk April 2012
    Detail Zeichungen zu R2. Hochinteressant. Da dürfte man jetzt den Steuerstabraumbereich erkennen
    http://www.tepco.co.jp/en/nu/fukushima-np/images/handouts_120417_03-e.pdf
  • clancy688clancy688 April 2012
    Nur leider sieht man immer noch nicht den "Schlitz". :(
  • JgodellJgodell April 2012
    Danke, die Zeichnug ist schon deutlich detaillierter. Aber beim RPV-Sockel fehlt der ominöse Schlitz.

    In diesem Dokument ist seine Lage leider nicht eindeutig angegeben:
    http://www.tepco.co.jp/en/nu/fukushima-np/images/handouts_111130_08-e.pdf

    Auf Seite 20 ist er ca. 60° von der Verbindungachse der beiden Pumpensümpfe aus positioniert.
    Auf Seite 22 ist er dagegen eher 20° Grad dazu angeordnet.

    In der Zeichnung von R2 sind die beiden Pumpensümpfe im Sockelboden so eingezeichnet, dass sie symmetrisch zur Horizontalen liegen. Wenn ich mich nicht irre, wäre die Seite, von der aus sie das Endoskop eingeführt hatten, rechts/unten in der Zeichnung (ca. bei 45° von der Horizontalen aus nach unten, neben den Hauptdampfleitungen).

    In der rechten Zeichnung sind in dem Sektor ca. 22° von der Horizontalen aus nach unten zwei Pumpen (ED Sump Pump 20-5A,B) an der Aussenseite des Sockels eingezeichnet. Dort liegt der Schlitz also nicht?
    Aber nur wenn der Schlitz in dem dem Sektor da wäre, hätten die Messungen ungehindeten "Einblick" ins Innere des RPV-Sockels....
  • dirkdirk Juni 2012
    und das wo da einiges an Betonplatten zwischen ist
  • Der Nutzer und alle zugehörigen Inhalte wurden gelöscht.
  • JgodellJgodell Juli 2012
    Scheinbar gibt es aus Unit 2 immer noch deutliche Freisetzungen von Radioaktivität von ca. 8 MBq/h:

    http://ajw.asahi.com/article/0311disaster/fukushima/AJ201207240087

    Bei Simplyinfo.org gibt es dazu auch zwei Bilder:

    http://www.simplyinfo.org/?p=6936
  • JorindeJorinde Dezember 2012
    Gute Zusammenfassung des aktuellen Stands unter

    http://ajw.asahi.com/article/0311disaster/fukushima/AJ201212180087

    Quelle: Asahi Shinbun

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