Willkommen zum Fukushima-Info- und -Diskussions-Forum des physikBlogs.

Die Zahl der Kommentare auf unsere Fukushima-Beiträge ist jenseits der 1000er Marke. Es wird zu unübersichtlich!
Daher gibt's dieses Forum, bei dem ihr über den Unfall von Fukushima kommentieren könnt, was das Zeug hält!

Zu einer kleinen Einführung, hier entlang.

Ihr seid neu hier? Das physikBlog hat in vier Artikeln den Unfall von Fukushima begleitet. Eine Lektüre, zumindest des Aktuellsten, empfiehlt sich vor dem Mitdiskutieren!

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Viel Spaß, André & Andi vom physikBlog.

Tepco - Alle 3 Reaktoren volle Kernschmelze 14.05.11
  • AnonymousAnonymous Mai 2011
    Tepco kommt zum Schluss dass, "möglicherweise" alle 3 Reaktoren seit Wochen eine totale Kernschmelze hatten.

    http://www.yomiuri.co.jp/science/news/20110514-OYT1T00824.htm?from=top
  • SileneSilene Mai 2011
    Dass das "möglicherweise" so ist, dürfte niemand überraschen. In der Quelle steht ja auch, dass es sich um eine "worst case" Vermutung handelt.

    In der TEPCO-Pressekonferent vom 12. Mai wurde das noch deutlicher ausgedrückt:
    "If the water gauges for the Reactors 2 and 3 have been overstating the water levels, just like in the Reactor 1, it is very likely that all three reactors have hardly any water inside the Reactor Pressure Vessels (RPV), and the reactor cores are likely to have been melted."
  • Nein, das ist nicht überraschend, denn die Reaktoren hätten aufgrund der Wassermassen schon längst voll sein müssen. Sie werden nur bis zu den Leckagepunkten gefüllt und das war es dann. Vermutlich liegt das Corium als Gries oder erstarrte Klumpen herum und kann auch in das Leitungssystem gelangen. Dort ist der Stahl weniger dick und es kann zu Durchbrüchen kommen, vermute ich. An einen Durchbruch von gesammeltem Corium durch den RDB glaube ich eher nicht. Es sei denn die RDB sind völlig trocken das wäre dann der worst case. Auch würde man mehr an Knallgasreaktionen erwarten denke ich bei dieser Variante. Den nötigen Sauerstoff fährt man nämlich durch die grossen Wassermengen mit ins System.

    Was sicher ist:
    Alle drei Reaktoren sind undicht und wir haben eine offene Kühlung vor uns.
    Keiner hat eine Ahnung, wohin das Kühlwasser läuft.
    Ein Teil gelangt mit Sicherheit ins Meer, wieviel das ist?
    Das ganze Spektrum der Isotope wird bedient.
    Plutonium ist involviert.
    Man hat mehr Daten gemessen und publiziert nur Cs und I.
    Es wird viele Monate dauern bis man Einhausen kann und durch Konvektionskühlung die Wärme abführt.
    Die Folgen sind heute noch nicht absehbar für Land und Leute!
  • HenningHenning Mai 2011
    seite 127/128 der Doktorarbeit geben eine schöne Vorstellung, wie es im Reaktorkern jetzt aussehen könnte

    http://www-brs.ub.ruhr-uni-bochum.de/netahtml/HSS/Diss/DrathTilman/diss.pdf

    Auch ansonsten eine sehr aufschlussreiche Arbeit (quergelesen)
  • Oh ja, herzlichen Dank, das ist eine guter Ansatz. Bei Fukushima kommt erschwerend dazu, dass zusätzlich zu der Kruste noch eine massive Salzschicht obenauf gelegen hat und Kochsalz bekanntermassen Wärme nur unwesentlich besser leitet als Glas!

    Ist dieses Bild zutreffend, dann wird das auch kein einfaches Unterfangen einen Kühlkreislauf zu schliessen. Damit ist das eine echte Herausforderung, was hat man damals bei TMI unternommen?
  • engeng Mai 2011
    Thema Kühlwasser: Die Leckagen befinden sich in den Übergangsrohren vom Containment zum Thorus und/oder im Thorus selbst. Der Torus befindet sich in einem Betonkanal, da passen schon mal ein paar tausend Kubikmeter Wasser rein. Dann gibt es Bilder auf denen zu erkennen ist das die Elektrokabel in Betonkanälen verlaufen welche die Gebäude miteinander verbinden. Für die Kabeldurchführungen sind in den Betonmauern reichlich Kernbohrungen zu erkennen aus denen teilweise Wasser herausläuft.
    Es ist kein Wunder mehr woher dieses Wasser kommt und warum es mehr oder weniger radioaktiv ist. Und es ist auch kein Wunder mehr warum es eine so große Menge ist. Erst kam es als Kühlwasser aus dem Meer - und dann kam es wieder ins Meer zurück ...
  • engeng Mai 2011
    @hobbyphysiker: abgesehen davon müssen auch erst noch die Leckagen abgedichtet werden um einen Kühlkreislauf herstellen zu können.
  • engeng Mai 2011
    Wie heiß ist die Schmelze jetzt eigentlich noch? Ist der Kühlbedarf geringer als bei intakten Brennstäben?
  • @eng, wie weit ist die Schmelze denn diversifiziert, d. h. wo befinden sich wieviel Prozent
    des Coriums wie weit weg vom ursprünglichen Ort. Wenn die Temperatur soweit messbar am Boden der Kalotte gerade mal 90 ° C sein sollen (wenn offen, kann Wasser ja nicht mehr als kochen) scheint aber aber nicht mehr viel da zu sein. Interessanter wirds bei den grösseren Brüdern
  • SileneSilene Mai 2011
    @eng: Für die freigesetzte Energie sollte das eigentlich keinen Unterschied machen, ob das Material in Form einer Schmelze oder fest vorliegt. Der Brennstoff erwärmt sich ja nur noch durch den Zerfall der instabilen Isotope und der folgt unverändert der Abklingkurve.
    Ob die entstehende Wärme allerdings gut an das Kühlwasser abgegeben wird, dürfte stark von der Form (kompakt oder granulär verteilt) des Materials abhängen. Auch das Vorhandensein einer isolierenden Schlackeschicht könnte die Wärmeabfuhr negativ beeinflussen.

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