Willkommen zum Fukushima-Info- und -Diskussions-Forum des physikBlogs.

Die Zahl der Kommentare auf unsere Fukushima-Beiträge ist jenseits der 1000er Marke. Es wird zu unübersichtlich!
Daher gibt's dieses Forum, bei dem ihr über den Unfall von Fukushima kommentieren könnt, was das Zeug hält!

Zu einer kleinen Einführung, hier entlang.

Ihr seid neu hier? Das physikBlog hat in vier Artikeln den Unfall von Fukushima begleitet. Eine Lektüre, zumindest des Aktuellsten, empfiehlt sich vor dem Mitdiskutieren!

Es sei erwähnt, dass wir bei der Moderation der Kommentare hier weniger streng sind, als im Blog. Ihr seid freier in eurer Themenwahl.

Viel Spaß, André & Andi vom physikBlog.

Quo vadis Fukushima - wie geht's voraussichtlich weiter?
  • AnonymousAnonymous Mai 2011
    Nun ist es offiziell, in den drei aktiven Blöcken sind die Brennelemente weitgehend geschmolzen und haben sich zumindest teilweise durch die Hülle geschmolzen.

    Die Frage ist, gibt es irgendwelche Modelle oder begründete Theorien, wie es weitergehen könnte?

    Informationen sind ja mal wieder rar, aber ein paar grundsätzliche Möglichkeiten sind denkbar:

    Temperatur: Haben die "Corium"-Ansammlungen sich weit genug abgekühlt, oder sind diese nach wie vor heiß genug, um auch noch den Beton unter dem Reaktor zu knacken?

    Hat das Kühlwasser beim Verdampfen genügend Borsalze auf dem Spaltmaterial abgelagert, oder wurden diese weitgehend wieder ausgewaschen?

    Wie verhält sich Corium eigentlich bei erhöhten Temperaturen? chemische Differentiation ist ja auch unterhalb des Schmelzpunktes möglich. Im ungünstigsten Fall würde man also eine relativ reine Fraktion Uran/Plutonium erhalten, die sich durch Spaltreaktionen wieder anheizen könnte.

    Bleibt noch ein letzter Punkt: Die Belastungen, die auf die diversen Sicherheitsbehälter eingewirkt haben.
    Es ist offensichtlich, dass das Containment nicht für derartige Kräfte ausgelegt war, Erdbeben und große Temperaturschwankungen, von mehreren Explosionen ganz zu schweigen, dürften die Konstruktion ziemlich zermürbt haben.

    Wie geht's weiter, was wären die wahrscheinlichsten Szenarien?
    Persönlich würde ich vermuten, dass da noch einiges ans Licht kommen wird, was besser in den Reaktoren hätte bleiben sollen....zumal Tepco mutmaßlich noch immer wichtige Informationen zurückhält.
  • Diese Frage kann man so ohne weiteres nicht beantworten, da viele Parameter voneinander abhängen. Die wichtigsten Parameter sind aber Nachwärme und wie man damit umgeht.

    Aufgrund der Nachkühlkurve hat das Material noch immer das Potential so heiss zu werden, dass es zu einer Schmelze kommen kann. Also muss man ausreichend kühlen. Bevor man auf Luftkühlung umstellen kann, wird es noch Jahre dauern. Wasserkreisläufe sind bislang nicht installiert, daher wird man weiter offen kühlen müssen. Da bislang keine Aufarbeitung installiert ist und auch in diesem Timing nicht entstehen wird, muss das Kühlwasser (derzeit ca 20-25m^3/h) aufgefangen werden. Die Läger sind aber erschöpft, deswegen wird Fukushima überlaufen, und das war leider bereits früh absehbar. Und es läuft schon die ganze Zeit aus, und das wird mehr werden. Alles Weitere sind Folgeerscheinungen.

    Die wirtschaftlichen Folgen sind unabsehbar, das erste Kennzeichen das BIP hat bereits reagiert, die nächste Handelsbilanz wird weitere Details preisgeben. Auch wenn man sich die grösste Mühe gibt Business as Usual zu fahren, der impact ist massiv.

    Japan steht vor der grössten Herausforderung seiner Geschichte und die Perspektive sieht nicht rosig aus. Wenn man Japan und seine Kultur kennt, wird Japan das überleben, aber es wird tiefe schmerzliche Spuren hinterlassen.

    Die Zahl der Krebspatienten wird im wesentlichen davon abhängen, wie offen man mit der Radioaktivität in der Nahrungskette umgeht. Man sollte an dieser Stelle nicht vergessen, dass im Gegensatz zu Tschernobyl das Inventar weitestgehend vor Ort geblieben ist und sich langsam aber stetig einer "kleinen" Insel mitteilt. Auch wenn die Strömung den groessten Teil davon wegtragen wird.

    Ein positiveres Bild auf die Frage Quo Vadis aufzuzeichnen wäre schön, und gerne kann das jemand tun, wenn Argumente damit verbunden sind.
  • vosteivostei Mai 2011
    Honshu ist eher kleinräumig im Vergleich zu Tschernobyl. Und die Rolle, die die Explosion im 3er spielte und der Faktor was seit wo in welchen Mengen ins Meer rinnt gilt es auch noch zu klären.
    Ich befürchte, dass es schlimmer, wie bei Tschernobyl ist und wird. Leider. Mal 'ne Frage, wäre ein trockener Einschluss nicht mal so langsam angesagt? Spundwände sollen eh gezogen werden, der Untergrund ist massiv... Und Betonfertigteile dürfte es auch in Japan geben, das Schüttgut müsste halt dann auch mal langsam organisiert werden. Mir ist dabei klar, dass man nicht so gut rankommt an die Kerne, wie in Tschernobyl, aber so nach dem Motto, lieber ein Ende mit Schrecken als Schrecken ohne Ende.


  • @ Vostei

    Die Abklingkurve bei Reaktor 1 zeigt derzeit noch ca. 1MW Leistung, nach einem Jahr sind es dann ca. 0.4 MW. Bei den Reaktoren 2 und 3 ist es entsprechend mehr.

    Man könnte über die Castorbehälter einmal hochrechnen, ab wann man über Konvektion Wärme abführen könnte. Gibt es hier Daten dazu?

    Tschernobyl würde ich als Bezugspunkt nicht unbedingt wählen, denn das Inventar ist ja zum grössten Teil durch den Brand freigesetzt worden.

Hey Fremder!

Sieht so aus als wenn du neu hier bist. Wenn du mitmachen willst, registriere dich mit einem der folgenden Buttons oder schreibe anonym! Bereits registriert? Anmelden!

Anmelden mit OpenID Anmelden mit Google

Anmelden Registrieren

getagt

Der Start ins Forum im »Getting Started«.
Erlaubte HTML-Tags:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong> <img src="">
(Siehe auch hier.)