Willkommen zum Fukushima-Info- und -Diskussions-Forum des physikBlogs.

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Zu einer kleinen Einführung, hier entlang.

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Viel Spaß, André & Andi vom physikBlog.

Standby-Kaltreseve-AKW - praktikabel oder Ammenmärchen?
  • ungeBILDedungeBILDed Juni 2011
    Der Titel sagt es eigentlich schon.

    Es geht um den von der Regierung aufgegriffenen Vorschlag der Ethikkommission.


    Was ist das für ein Aufwand (Kosten) ein alt-AKW in der Hinterhand ständig bereit zu halten?
    Wie schnell wäre es dann gegebenenfalls wieder am Netz? Sprich wie lange ist die Vorwarnzeit?

    An welches AKW hat man denn dabei eigentlich gedacht?

    Gibt es Alternativen?

  • vosteivostei Juni 2011
    Hmm - wenn man den sicheren Einschluss als Kostenmaßstab nimmt, 6,5 Mio. € jährlich, außerdem müsste man es kontinuierlich in "Schwung" halten, weil aus einem Kaltstart heraus würde es ja eine Weile dauern, bis es läuft.... - seltsam.

    Ich befürchte, dass es bald einen weiteren ganz "kurz gehaltenen" Zuschlag als Abschlag gibt, so ähnlich, wie der berühmte Solidaritätszuschlag. ^^
  • engeng Juni 2011
    Gibt es Informationen darüber wie oft und für welche Zeiträume das AKW an- und wieder abgefahren werden soll?
    Beispiele:
    Steht es paar Tage oder Wochen um dann für ein paar Stunden zu laufen (also kurzfristige Reserve)?
    Steht es ein paar Monate um dann für ein paar Wochen zu laufen (also langfristige Reserve)?
    Oder ist da ernsthaft ein stundenweises An- und Abschalten gemeint?
  • HenningHenning Juni 2011
    Prinzipiell ist das keine schlechte Idee: Auch der konventionelle Kraftwerkspark muss ja immer wieder gewartet, abgeschaltet, repariert oder nachgerüstet werden und, wie es so kommt, manchmal steht der halbe Park gleichzeitig still. Solche Auszeiten sind von den Betreibern vorhersehbar und planbar und eine potentielle Lücke in der Versorgung kann dann über frühzeitiges entmotten eines AKWs abgefangen werden...
    Aber:
    1. muss das wirklich ein AKW sein?
    2. traue ich dieser Regierung nicht über den Weg und glaube, dass man sich ein Hintertürchen offen halten will

    Abgeschaltet heisst, wie ich an Fukushima gelernt habe, noch gar nichts.
    Sicher ist die Angelegenheit erst, wenn das gesamte radioaktive Inventar abgekühlt, abgeklungen, in Behälter verpackt ist und dann...ja und dann auch noch irgendwo gelagert werden kann.
    Wenn man es also ernst meint mit dem Ausstieg aus Sicherheitsgründen ist es äusserst widersprüchlich eine potentielle Gefahrenquelle am Leben zu erhalten
  • AnonymousAnonymous Juni 2011
    Ich finde leider die Quelle nicht mehr, aber nach meiner Erinnerung aus dem letzten Jahr (vor Fukushima) lag die deutsche Kraftwerkskapazität bei über 120 GW während die größte Verbrauchsspitze bei ca. 80 GW lag. Es müsste eigentlich auch noch genügend konventionelle Kraftwerke in Kaltreserve geben. Einen Hinweis dazu gibt die Berliner Zeitung: http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2011/0426/wirtschaft/0017/index.html.
    Vor diesem Hintergrund scheint mir ein AKW als Kaltreserve eine Geisterdiskussion, auch wenn ich gerne einräume, dass neben den reinen Kraftwerksleistungen auch die örtliche Verteilung der Kraftwerke und der Verbraucher eine Rolle spielen.
  • OrvaiOrvai Juni 2011
    Macht es einen großen Unterschied, ob die BE im Druckbehälter oder im Abklingbecken abkühlen?
  • TimTim Juni 2011
    Sicherheit.
  • engeng Juni 2011
    @Orvai: Du meinst wahrscheinlich wenn ein AKW endgültig außer Betrieb genommen wird. Das Abklingbecken ist nach oben offen, der Druckbehälter ist geschlossen. Sicherer wäre es im Druckbehälter, im Abklingbecken wäre aber weniger Kühlwasser erforderlich und raus aus dem Druckbehälter müssen sie irgendwann auf jeden Fall.
  • thowabuthowabu Juni 2011
    Eng wie bewertet man denn den sicheren (RPV) Kessel gegenüber dem Abklingbecken ?
    In der Bewertung kommen dann doch bestimmt noch die Rohrleitungen, Ventile und Pumpen mit rein !?
    Denn es zählt ja jede einezele Ausfallwahrscheinlichkeit, oder ?
  • engeng Juni 2011
    So kompliziert wollte ich es nicht machen. Rohre, Ventile und Pumpen sind auch am Abklingbecken vorhanden, natürlich sind es am Druckbehälter wesentlich mehr. Sicherer im geschlossen Behälter im Sinne von: 'wenn etwas von oben herunterfällt' (wieder vereinfacht ausgedrückt). Eine leichtere Notkühlung ist im Abklingbecken möglich (siehe LKW-Betonpumpe).
  • OrvaiOrvai Juni 2011
    Dass ein richtiger Stand By Betrieb, bei dem der Reaktor im niedrigst möglichen Betrieb läuft und schnell einsatzbereit bleibt, nicht praktikabel ist, dürfte klar sein.
    Aber ob ich bei einem Reaktor den Kern nicht entlade, sondern die Brennelemente im Druckbehälter abkühlen lasse, dürfte wohl keinen großen Unterschied machen. Wer weiß, ob dass nicht ohnehin der Plan war bei einem Ausstieg.
    Andererseits sollte es wohl wirklich bessere Alternativen geben als ein Atomkraftwerk, vor allem, da konventionelle Kraftwerke schneller wieder "angefahren" werden könnten.
  • fulleren60fulleren60 Juni 2011
    Ein richtiger stand by Betrieb ist nicht möglich. Auf kleinster Leistung kann ein KKW nicht gehalten werden, da zu viel Xe beim Zerfall frei wird. Xe ist ein starkes Neutronengift - der Reaktor würde dann nicht kritisch sondern die Kettenreaktion bricht zusammen. Erst ab einer relativ hohen Leistung stehen genug Neutronen zur Verfügung das Xenon zu " füttern" und die Kettenreaktion aufrechtzuerhalten.

    Das "stundenweise Hochfahren" funktioniert aus eben diesem Grunde nicht. Wird ein KKW ganz runtergefahren, muss man warten bis das XE weitgehend zerfallen ist.
    Der Reaktor kann erst wieder nach 2-3 Tagen hoch gefahren werden.

    Aus diesem Grunde sind neuere Reaktortypen auch so konstruiert, dass man Brennelemente unter Vollast tauschen kann - dann hat die Atomindustrie nicht so riesige Ausfälle zu beklagen wie bei einer Abschaltung.
  • ungeBILDedungeBILDed Juni 2011
    Ist es denn so schwer zu erraten, was die Idee dahinter ist?

    Vorausschau: Strom wird knapp werden ("windloser, bewölkter Tag"steht an)
    => AKW hochfahren auf "Betriebsminimum" (die einen sagen 50%, andere sagen 30%)
    und gleichzeitig andere Kraftwerke (Kohle, Gas,etc.) entsprechend runter fahren.
    => Nun hat man die Kapazitäten die man braucht. Wenn ich mir's recht überlege wären das dann 100% der AKW-Leistung (50% AKW + 50% AKW-"Äquivalent" durch die heruntergefahren Kraftwerke)
  • engeng Juni 2011
    Ich würde diese Diskussion um ein Stand-by AKW nicht überbewerten. Da hat mal wieder irgend einer der Politker einen Schnellschuss losgelassen bei völliger Ahungslosigkeit.

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