Willkommen zum Fukushima-Info- und -Diskussions-Forum des physikBlogs.

Die Zahl der Kommentare auf unsere Fukushima-Beiträge ist jenseits der 1000er Marke. Es wird zu unübersichtlich!
Daher gibt's dieses Forum, bei dem ihr über den Unfall von Fukushima kommentieren könnt, was das Zeug hält!

Zu einer kleinen Einführung, hier entlang.

Ihr seid neu hier? Das physikBlog hat in vier Artikeln den Unfall von Fukushima begleitet. Eine Lektüre, zumindest des Aktuellsten, empfiehlt sich vor dem Mitdiskutieren!

Es sei erwähnt, dass wir bei der Moderation der Kommentare hier weniger streng sind, als im Blog. Ihr seid freier in eurer Themenwahl.

Viel Spaß, André & Andi vom physikBlog.

Neue Kernspaltung in Fukushima-Reaktor 2 ? (Stand: 02.11.2011)
  • engeng November 2011
    Bisher sind die Meldungen dazu sehr widersprüchlich und passen nicht wirklich zusammen. Einige Auszüge:

    ... "Dabei wurden sowohl das vergleichsweise kurzlebige Xenon-135 mit einer Halbwertszeit von neun Stunden, sowie Xenon-133, das über eine Halbwertszeit von 5,2 Tagen verfügt, festgestellt. Radioaktives Jod, das bei einer Kernspaltung ebenfalls freigesetzt werden würde, sei jedoch nicht gemessen worden," ...

    ... "Weder die Temperatur, noch der Druck oder die radioaktive Konzentration hätten sich verändert." ...

    ... "Man habe damit begonnen, Borsäure einzuleiten, um eine mögliche Kettenreaktion unter Kontrolle zu haben," ...

    Vielleicht gibt es hier in Forum einige Sachkundige die zu diesen Meldungen Stellung beziehen, bzw. die Wahrscheinlichkeiten, Zusammenhänge und Auswirkungen beurteilen können.
  • dirkdirk November 2011
    We found a possibility to detect short-half-life radionuclide such as
    Xe-133 and Xe-135 according to our radionuclide analysis sampled on
    November 1 by the gas management system of the reactor containment
    vessel of Unit 2. We continued to monitor the temperature, pressure and
    data from monitoring post and there was no significant fluctuation from
    those data. As we can't be denied a possibility of fission reactions,
    we decided to start injecting boric acid water from reactor feed water
    system at 2:48 am on November 2 and stopped it at 3:47 pm on the same
    day. At around 7:20 pm on the same day, Japan Atomic Energy Agency
    evaluated that the TEPCO's analysis result of the short-half-life
    radionuclide such as Xe-133 and Xe-135 detection was valid. We consider
    that they were generated by the spontaneous fission on the grounds that
    the concentration of detected short-half-like radionuclide (Xe-135) is
    low, that short-half-like radionuclide (Xe-135) was detected even after
    the boric acid, which stops nuclear fission chain reactions, was
    injected, and that the parameters of the reactor were not significantly
    changed.
    http://www.tepco.co.jp/en/press/corp-com/release/11110309-e.html
    Schematic diagram of the nuclear fission reaction (example)

    http://www.tepco.co.jp/en/nu/fukushima-np/images/handouts_111103_01-e.pdf
  • vosteivostei November 2011
    http://ex-skf.blogspot.com/2011/11/reactor-2-cv-gas-analysis-on-november-2.html
    http://www.tepco.co.jp/en/nu/fukushima-np/images/handouts_111102_04-e.pdf

    Und ein heftiger Anstieg bei Krypton85...

    Also ist die Rekritikalität eigtl. schon heftiger. (Muss mal Bücher wälzen, irgendwie ist mir was von ~3 Krypton85 auf 1.000 Kernspaltungen im Hinterkopf - weiß da jemand mehr?)
    Edit: Wiki weiß es und ich bin blind - steht mitten in o.g. Quelle :o

    Wie schauts eigtl. mit Wasser im Keller aus - ganz unten?
  • engeng November 2011
    Vielleicht kann hier jemand etwas über die Entstehung von Xenon-133 und Xenon-135 sagen. Ist dafür z.B. zwangsläufig eine Kernschmelze erforderlich?
  • MatthiasMatthias November 2011
    http://www.kernenergie-wissen.de/vergiftung.html
    » erläutert den Vorgang der »Spaltproduktvergiftung« eines Reaktors durch Xe135
  • MatthiasMatthias November 2011
    [NZZ, 3.11.2011]
    http://www.nzz.ch/nachrichten/politik/international/radioaktives_gas_im_reaktor_2_in_fukushima_1.13202211.html

    Die Entstehung von Xenon 133 und 135 ist ein klares Zeichen dafür, dass Kernspaltungen stattfinden. Beim Brennstoff Uran kann dies auch spontan passieren. Gefährlich wird es erst, wenn so viele Neutronen entstehen, dass diese immer wieder auf radioaktive Kerne treffen und weitere Spaltungen auslösen – wenn also eine anhaltende Kettenreaktion in Gang kommt (Kritikalität). Da man nicht wisse, wie viel Xenon im Reaktor 2 gemessen worden sei, sei es schwierig zu beurteilen, auf welchem Niveau die Reaktion ablaufe, sagt Horst-Michael Prasser von der ETH Zürich. [...]

    Die Reaktion von Tepco, mehr Borsäure in die Anlage zu pumpen, sei angemessen, sagt Prasser, denn eine Kettenreaktion sollte im Keim erstickt werden. Borsäure fängt die Neutronen ein und unterbindet so weitere Kernspaltungen. Um die Situation im Reaktor langfristig in den Griff zu bekommen, müssten die Arbeiter von Tepco darauf achten, dass sie immer die richtige Menge an Borsäure hineinpumpten, sagt Prasser. Das sei allerdings nicht leicht zu eruieren. Denn man wisse immer noch nicht genau, wo und in welcher Form der Brennstoff im zerstörten Reaktor vorliege.
  • ReinhardReinhard November 2011
    Aktuell 3.11.: Re-Kritikalität in Block 2 - TEPCO rudert zurück

    Nach der Aufregung in der Presse hat TEPCO jetzt mit den Fakten herausgerückt. Seit dem 1.11. wurde mit wesentlich präziseren Meßgeräten der Krypton- und Xenon-Gehalt in der Luft des Containments von Block 2 gemessen und daraufhin auch Krypton und Xenon knapp über Meßgenauigkeit gemessen. In der ersten Panik wegen des Verdachts auf Rekritikalität hat TEPCO borwasser in das Reaktordruckgefäß eingespeist. Bei der erneuten Messung am 2.11. finden sich immer noch ungefähr dieselben Meßwerte. Da Borwassser jede Kettenreaktion zuverlässig stoppt, kann es sich nichtum eine selbst-erhaltende Kettenreaktion handeln sondern um unterkritische Kernspaltung infolge des spontanen Zerfalls von Aktiniden. Die in geringen Mengen im Kernmaterial vorhanden Aktiniden Curium-242 und Curium-244 stehen im Verdacht bei ihrem Zerfall weitere Spaltungen nach sich zu ziehen und so eine kontinuierliche Quelle für Krypton und Xenon darzustellen.

    Kommentar des Admin zur Rekritikalität
    Um eine Kernspaltung zu erzielen, benötigt man nuklearen Brennstoff. Der Brennstoff besteht aus spaltbarem Material (in der Regel Uran 235 oder Plutonium 239), das mit anderen Materialien gemischt sein kann. Bei der Spaltung von Plutonium oder Uran entstehen so 2 bis 3 Neutronen, die entweder den Brennstoff verlassen, absorbiert werden oder erneut zu einer Kernspaltung führen. Damit es zu einer selbst erhaltetenden Kettenreaktion kommt, muß jede Spaltung genau eine weitere Spaltung nach sich ziehen. Bezogen auf den gesamtem Brennstoff in einer vorgegeben geometrischen Konfiguration kann man so einen Faktor definieren, der mit keff bezeichnet wird. Ist keff <1, dann bricht die Kettenreaktion zusammen, ist keff > 1, dann nimmt die Zahl der Spaltungen rasch zu. Kaltes Material spaltet sich besser als heißes, so dass eine Zunahme der Kettenreaktion sich oft selbst begrenzt, wenn nicht ordentlich gekühlt wird.
    In der Anfangszeit der Kerntechnik wurde ein riesiger Aufwand betrieben, um experimentell und durch Computersimulationen das keff für alle möglichen Zusammensetzungen des betrachteten Brennstoffs und alle möglichen Geometrien zu ermitteln. Aus diesen Kurven wurden dann die "subcriticality functions" abgeleitet. Das Bild zeigt diese Funktion für Brennstoffe, die aus einem PuO2-UO2-H2O Gemisch bestehen. Der Hauptbestandteil des Kernmaterials in den Reaktoren von Fukushima ist eine solche Mischung. Die weiteren Materialien verbessern nicht die Kritikalität.

    image
    enrichment = U235 oder Pu239 Anteil am Kernbrennstoff
    H/(Pu+U) = Verhältnis der Anzahl der Wasserstoffatome zu der Anzahl der Brennstoffatome (Plutonium und Uran) im Volumen

    Wie ist das Bild zu verstehen? Die Y-Achse zeigt die Anreicherung des spaltbaren Materials. Im wesentlichen ist nur das Uran Isotop U235 und das Plutonium Isotop Pu239 für die Spaltung brauchbar. Die Anreicherung gibt an, welcher Anteil der Uran- und Plutonium-Atome spaltbar sind. In Fukushima lag die Anreicherung bei 5% (grüne Linie). Reines Uran bzw. Plutoniumoxyd ist bei dieser Anreicherung nicht kritisch zu bekommen.
    Die X-Achse zeigt das Verhältnis der Wasserstoff-Atome zu der Summe aus Uran- und Plutonium-Atomen. Wasserstoff wirkt als Moderator und verbessert die Kritikalität erheblich.
    Unterhalb der roten Linie kann man mit Sicherheit eine selbst-erhaltende Kettenreaktion ausschließen. Oberhalb der roten Linie kann man sie nicht ausschließen, das heißt aber nicht, dass sie eintritt sondern nur dass sie eintreten könnte. Die Linie wurde als Grenze aus zahllosen Rechnungen und Experimenten abgleitet.
    Man sieht, dass es einen Bereich gibt zwischen H/(Pu+U) = 0.1 und 200, in dem Kritikalität bei einer Anreicherung von 5% nicht ausgeschlossen werden kann. Diese Werte beziehen sich auf eine unendlich ausgedehnten Brennstoff, in dem auf 0.1 bis 200 Wasserstoff-Atome auf ein Atom U oder Pu kommen. Man benötigt also ein flüssige Mischung, in der genau dieses Verhältnis vorliegt. Dann könnte es vielleicht zu einer selbst erhaltenden Kettenreaktion kommen.
    Das erste Problem ist, dass sich Plutonium oder Uran nicht im Wasser lösen. Eine denkbare Option wäre, dass sich irgendwo im Reaktor eine größere "Tasche" mit konzentriertem Salzwasser gehalten hat, in dem sich dann dieses Verhältnis eingestellt hat. So ein Szenario wurde bislang nicht experimentell untersucht.
    Das zweite Problem ist, dass die Energie aus der Kettenreaktion sofort zum Verdampfen des Wasseranteils führt und die Kettenreaktion zusammenbricht. Ein kurzfristiges Aufflammen und anschließendes Zusammenbrechen bezeichnet man als Exkursion.
    Falls sich irgendwo im Reaktordruckgefäß, dass bis zum Kern voll Wasser steht, eine Stelle mit der richtigen Zusammensetzung gebildet hat, dann könnte es u.U. zu einer Kette von Exkursionen kommen, bei denen schubweise Krypton und Xenon produziert wird. Aber diese Hypothese und schon sehr spekulativ und es gibt keine experimentelle Erfahrung, die ein solches Szenario plausibel erscheinen läßt.
    Grundsätzlich hat aber eine solche zufällige "optimale" Konfiguration nicht das Potential zu einer selbst erhaltenden Kernspaltung auf hohem Energieniveau, da jedes Hochlaufen der Kernreaktion diese Konfiguration zerstören würde.
    Nach der Einspeisung von boriertem Wasser ist keine Kritikalität mehr möglich.

    Kommentar des Admin zum spontanen Zerfall von Aktiniden

    Einige Aktinide zerfallen spontan unter Emission von 2 bis 3 Neutronen, die ihrerseits weitere spaltbare Kerne spalten können. Der Grund warum dies nicht zu einer selbst-erhaltenden Kettenreaktion führt liegt in der mangelhaften Anreichung und der ungeeigneten geometrischen Konfiguration. Jedes gute kerntechnische Labor ist in der Lage aufgrund der Zusammensetzung des Gases aus den verschiedenen Isotopen ("Isotopen-Vektor") zu ermitteln, ob es die Isotope auch sporadischen Exkursionen oder einem kontiuierlich ablaufenden Spontanzerfall stammen.
    Kommentar des Admin zur Lösung von Argon in Corium

    Bei einigen Experimenten mit Corium unter inerter Atmosphäre (reines Argon) zeigte es sich, dass das Edelgas Argon sich hervorragend in dem flüssigen Corium löst und beim Erstarren sich im festen Corium große Hohlräume voll mit Argon bildeten. Deshalb liegt der Verdacht nahe, dass sich auch Krypton und Xenon in der ersten Phase des Störfalls im flüssigen Corium gelöst haben und jetzt langsam aus dem festen Corium austreten. Das müßte man aber gut anhand des Isotopenvektor feststellen können.


    http://www.tec-sim.de/
    Attachments
    subcriticality1.jpg 59K
  • engeng November 2011
    @Reinhard: Danke für die ausführlicher Erläuterung, auch wenn diese schwer verdaulich ist.
  • engeng November 2011
    Jetzt habe ich aber noch folgende Verständnisprobleme:
    1. Eigentlich dürfte doch jetzt keine Kernschmelze / Kettenreaktion / Spaltung erfolgt sein da ausreichend gekühlt wurde? (die Temperatur ist angeblich nicht angestiegen).
    2. Wenn doch eine Schmelze stattfindet, könnte also Corium an irgendwelchen Stellen liegen wo das Kühlwasser nicht hinkommt?
    3. Wenn das zutrifft, dürfte aber auch die Borsäure nicht dort hinkommen?
  • dirkdirk November 2011
    Es ist zweimal ein kleiner Anstieg der Temperaturen im unteren Kesselbereich zu sehen.
    Bottom Part und Supporting Skirt
    http://www.tepco.co.jp/en/nu/fukushima-np/f1/images/11110412_temp_data_2u-e.pdf
  • JorindeJorinde November 2011
    ex skf meldet (bei erstem Scannen unübersichtlich, und es ist schon spät...) differierende Probenahmepunkte und -zeiten und vermutet, dass die "plötzlich angestiegenen" Werte auch damit zu tun haben könnten (vgl. den alten Thread "ND oder die Kunst der Nichtmessung")


    Xenon Detection in Reactor 2: Different Detection Limits on Different Days at Different Sampling Locations

    Spontaneous fission, says TEPCO, the NISA says they cannot rule out criticality, and no one cares as no one believes either of them.

    Here's another reason not to believe them, or take their words at face value: TEPCO tested at different locations and for different durations for the nuclides in the gas that was sucked out of the CV of Reactor 2.

    Take a look at the table below, which I compiled from TEPCO's handout for the press on November 2, 2011. For each nuclide, the detected amount and the detection limit are listed for October 28, November 1, and November 2.
    image

    image

    image

    I was fooled when I first looked at the result of October 28, when TEPCO started the gas management system in Reactor 2. Krypton and xenon were all below detection limit. Then on November 1, they were all detected, and on November 2 xenon-133 (half life 5 days) seemingly dropped out, but other nuclides increased slightly. I thought "Something must have happened between October 28 and November 1."

    That was what some reporters at the press conference on November 2 were wondering, and TEPCO's Matsumoto went along with them, not saying anything definite but hinting that the fission event was recent.

    WRONG. These reporters didn't look at the fine print. (Well, neither did I...)

    On October 28, the detection limits were HIGH, including those for radioactive iodine and cesium (not in the table above), indicating TEPCO didn't test long enough. That can also be inferred from the "date of sampling" information, because for October 28, no duration is indicated in the TEPCO's press handout. The nuclides may well have been in the gas on October 28 but weren't detected.

    Then I also noticed that the samples were taken at different locations. On October 28, the sampling location was "gas sampling system intake"; on November 1 and 2, it was "gas sampling system dust radiation monitor".

    For some unknown reason, between October 28 and November 1, someone somewhere in TEPCO seems to have decided to test longer, and at a different location. It is also possible that the dust radiation monitor was simply not ready on October 28, although I doubt that even TEPCO would start running the system before the system components were put in place and functional.

    And do not be fooled that xenon-133 stopped being detected on November 2. Look at the detection limit for xenon-133 on November 1 and compare it to November 2: 10^-6 vs 10^-5. Since the amount of xenon-133 found on November 1 was in the order of 10^-6, it may well have been present in the sample on November 2, but not detected.

    TEPCO and the Japanese government don't even know where the corium is or whether the Containment Vessel has been breached (most likely). Sucking the gas out of the Containment Vessel, which may or may not have the corium, to "reduce the amount of radioactive materials" is like trying to scoop water with a sieve.


    Grafiken im Anhang
  • WalterWalter November 2011
    @reinhard

    Rekritikalität durch thermische Neutronen schließe ich auch weitgehend aus.
    Allerdings wundere ich mich schon über die aufgetretenen Spaltprodukte.
    Der Isotopen-Vektor würde sicherlich Klarheit bringen.

    Wie das Corium aussieht, kann derzeit niemand beurteilen.

    Ich nehme an, daß hier schnelle Neutronen eine Rolle spielen. Die Frage ist nur, woher die kommen. Bei einem regulären Einsatz von UO-Brennelementen sollte das nicht möglich sein. Sollten aber MOX-Brennelement im Einsatz gewesen sein, wäre das eine mögliche Variante. Nur waren diese lt. Tepco nur im Reaktor 3.
  • vosteivostei November 2011
    Walter said:

    @reinhard

    Rekritikalität durch thermische Neutronen schließe ich auch weitgehend aus.
    Allerdings wundere ich mich schon über die aufgetretenen Spaltprodukte.
    Der Isotopen-Vektor würde sicherlich Klarheit bringen.

    Wie das Corium aussieht, kann derzeit niemand beurteilen.

    Ich nehme an, daß hier schnelle Neutronen eine Rolle spielen. Die Frage ist nur, woher die kommen. Bei einem regulären Einsatz von UO-Brennelementen sollte das nicht möglich sein. Sollten aber MOX-Brennelement im Einsatz gewesen sein, wäre das eine mögliche Variante. Nur waren diese lt. Tepco nur im Reaktor 3.



    Könnte es an der längeren Verweilzeit im Nutzungsprozess liegen?
  • ReinhardReinhard November 2011
    TEPCO veröffentlicht Kurzanalyse zur Entstehung des Xenons.

    TEPCO hat eine Kurzanalyse veröffentlicht http://www.tepco.co.jp/cc/press/betu11_j/images/111104a.pdf

    die belegen soll, dass das in Block 2 entdeckte Xenon aus dem spontanen Zerfall von Curium stammt. In dem Bericht findet sich auch der Hinweis darauf, dass in Block 2 das Wasser in dem Containment bis etwa zur Mitte der Kugel der Containmentbirne steht, d.h. auch in den Containments befinden sich zusätzlich mehrere 10.000m3 hoch radiaktives Wasser, das nicht in der von TEPCO veröffentlichten Bilanz auftaucht.
    Kommentar des Admin: Der Admin hat die Kurzanalyse geprüft und ist nicht völlig überzeugt:
    - Es darf bezweifelt werden, dass TEPCO in der kurzen Zeit belastbare ORIGEN-Rechnungen durchgeführt hat.
    - TEPCO geht nicht auf die Frage ein, ob sich eine geometrische Konfiguration bilden könnte, die Re-Kritikalität ermöglicht.
    - Die zusätzlich veröffentlichten Meßwerte zeigen, dass Xenon 135 (Halbwertszeit 9 Tage) gefunden wurde aber kein Jod 131 (Halbwertszeit 8 Tage). Das paßt nicht gut zusammen.

    http://www.tec-sim.de/
  • WalterWalter November 2011
    @vostei

    Könnte es an der längeren Verweilzeit im Nutzungsprozess liegen?
  • WalterWalter November 2011
    AAhhhhh sorry.

    War leider zu schnell. "Könnte es an der längeren Verweilzeit im Nutzungsprozeß liegen?"
    Ja, klar. Aber nur bis zum 11.03.2011.

    Danach haben wir eine unklare Gemengelage.
    Wir wissen einfach nicht, wieviele Brennstäbe abgeschmolzen sind, ob nun eine bröckelige Suppe oder ein fester Schmelzkuchen im Corium besteht, etc...

    Dazu noch die Frage, wieviele Prozesse da eigentlich punktuell oder global stattfinden.

    Das was mich stört, ist das Auftreten verschiedener Edelgase wie KR-85, Xe-131 und Xe-135 unter der Abwesenheit / einem Mißverhältnis anderer Edukte nach einem "Cold Shutdown"
  • vosteivostei November 2011
    In Kombination mit dem obigen Erklärungsansatz - könnte auch dies eine Rolle spielen?
    http://de.wikipedia.org/wiki/Seigerung

    Insbesondere die Schwerkraftseigerung, Entmischung bei Schmelzen. Wenn man dann noch die Beben dazunimmt - neulich war erst eins - die Vibrationen können in Schmelzen auch zu Effekten ähnlicher Art führen, gerade, weil zu vermuten ist, dass es keine homogenen "Gebilde" sind. Stichwort Paranusseffekt, so doof es klingt:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Paranusseffekt

    http://www.welt.de/wissenschaft/article13699748/Wissenschaftler-warnt-vor-Mini-Atombombe.html

    Wissenschaftler warnt vor Miniatombombenexplosion... - was er meint ist wohl eine ungdämpfte, ähnlich Tschernobyl - was ich bemerkenswert finde dabei, entweder man hört garnichts, oder beschwichtigendes, oder halt gleich die Variante Don Katastrophulus, dazwischen gibts scheinbar nix... :/
  • JorindeJorinde November 2011
    Die Herkunft von Krypton und Xenon ist noch nicht klar, soweit sind sich alle, glaub ich, einig.
    Im August hatte man aber schon mal welches gemessen:
    image

    Iod lag da auch unter der Nachweisgrenze.

    Quelle:
    http://ex-skf.blogspot.com/2011/08/fukushima-i-nuke-plant-krypton-85-and.html

  • TimTim November 2011
    > #Fukushima I Nuke Plant Xenon Detection Announcement: "Wag the Dog"? | EX-SKF
    http://ex-skf.blogspot.com/2011/11/fukushima-i-nuke-plant-xenon-detection.html

    > TEPCO to Redefine Its Idea of "Criticality" | EX-SKF
    http://ex-skf.blogspot.com/2011/11/tepco-to-redefine-its-idea-of.html


    Evtl auch von Interesse (habs nur überflogen):

    > The Non-Battle of Fukushima …
    http://www.economic-undertow.com/2011/11/07/non-battle-of-fukushima/
  • WalterWalter November 2011
    @vostei:

    Erst die Seigerung, dann der Paranußeffekt und hinterher die Mini-A..

    Respekt!

    Zum Thema Seigerung: Es ist in mehreren Versuchen tatsächlich festgestellt worden, daß sich Schmelzen entmischen können. Diese Versuche wurden allerdings nicht mit Pu
    oder Ux vorgenommen sondern mit Ersatzstoffen und hochgerechnet. - aus verständlichen Gründen.
    Dazu noch im Maßstab bis 200 kg, soweit ich informiert bin.

    Auch der Paranuß-Effekt war für mich zuerst - entschuldige - hirnrissig. Nur wenn man die möglichen Dimensionen betrachtet...
    Da fallen zwei Potenzen und plötzlich ist das gar nicht mehr unwahrscheinlich.

  • WalterWalter November 2011
    @vostei

    Den Gedankenansatz finde ich interessant. Er ist allerdings davon abhängig, ob sich nun
    eine Schmelze gebildet hat und in welchem Umfang.

    Es kann sich aber auch um eine Aufschüttung geschmolzenen Materials unterschiedlicher Korngrößen handeln, ähnlich einem Sandhaufen.

    Oder eine Kombination von beiden.

    Sollte eine Schmelze vorliegen, ist innerhalb des Phasengleichgewichtes eines Eutektikums durchaus die Bildung reiner Mischkristalle möglich.

    Den Energieeintrag infolge der Beben kann ich derzeit nicht beurteilen.
  • vosteivostei November 2011
    Kniefieseln:
    TEPCO möchte die Kriterien für die Definitionen Rekritikalität und prompte Kernspaltung neu definiert wissen.
    Lt. US-amerikanischen Wissenschaftlern wäre es besser Neutronen zu detektieren - deren Anzahl/Menge/Stärke ließe dann schnellere Rückschlüsse zu, ob nun das eine oder das andere vorliegt.
    Quelle: http://www.newscientist.com/article/dn21139-fukushima-scare-prompts-look-at-criticality-criteria.html

    Schneller reagieren zu können ist immer gut - wenn es aber nur darum ginge, Vorgänge, die nicht gut sind, in zwei Gruppen zu separieren - dann geht es wieder mal in Richtung Verharmlosung.

    Was das Messen, besser gesagt detektieren betrifft und die Interpretation der Werte ein Beispiel zwecks Castoren:
    http://www.castor.de/technik/transport/032001/transp0328.html
  • vosteivostei November 2011
    http://www.iwr.de/re/iwr/11/11/1007.html
    Im gleichen Zusammenhang ein kleiner Artikel darüber, dass Tepco ein Überwachungssystem für die Entwicklung von Xenon-Isotopen einsetzen will, welches quasi über die Kontinuität eines Prozesses Rückschluss auf "prompt" oder "rekritisch" geben soll.
  • WalterWalter November 2011
    Ich wünsche mir derzeit folgende Antworten von Tepco:

    1. Wie hoch ist die Neutronenflußdichte
    2. Statistische Verteilung
    3. Mit welchen Geräten wurde das zu welchem Zeitpunkt gemessen?
  • TimTim November 2011
    Die GRS hat auch was dazu geschrieben. Evtl was interessantes dabei:

    > Update: Informationen zum Nachweis von Xenon-Isotopen in Block 2 des Kraftwerkes Fukushima-Daiichi (Stand: 4.11.2011) | GRS - Fukushima-Informationsportal
    http://fukushima.grs.de/content/informationen-zum-nachweis-von-xenon-block-2
  • hobbyphysikerhobbyphysiker November 2011
    Gute Zusammenfassung finde ich, aber detaillierte Messungen von Neutronenstrahlung würde deutlich mehr Aufschluß geben, da diese ungebremst eine grosse Reichweite haben, sind diese auch nicht ganz unkritisch bezogen auf deren Wirkung und Dosimeter sind nicht sensibel nach meinem Verständnis.
  • ReinhardReinhard November 2011
    Presumption of gas flow in the PCV of the Unit 2
    http://www.tepco.co.jp/en/nu/fukushima-np/images/handouts_111124_02-e.pdf
  • hobbyphysikerhobbyphysiker November 2011
    Was wird denn mit dem Gas gemacht, was die Anlage verlässt? 26m3/h ist schon eine ganze Menge und es ist nicht nur Stickstoff was man in die Umwelt pustet. Gibt es Partikelfilter oder Gaswäschen oder dergleichen?

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