Willkommen zum Fukushima-Info- und -Diskussions-Forum des physikBlogs.

Die Zahl der Kommentare auf unsere Fukushima-Beiträge ist jenseits der 1000er Marke. Es wird zu unübersichtlich!
Daher gibt's dieses Forum, bei dem ihr über den Unfall von Fukushima kommentieren könnt, was das Zeug hält!

Zu einer kleinen Einführung, hier entlang.

Ihr seid neu hier? Das physikBlog hat in vier Artikeln den Unfall von Fukushima begleitet. Eine Lektüre, zumindest des Aktuellsten, empfiehlt sich vor dem Mitdiskutieren!

Es sei erwähnt, dass wir bei der Moderation der Kommentare hier weniger streng sind, als im Blog. Ihr seid freier in eurer Themenwahl.

Viel Spaß, André & Andi vom physikBlog.

Status Reaktorgebäude 4: (ab 13.4.11 inkl. Abklingbecken)
  • hamham April 2011
    @eng: Die BRD hat auch die Endlagerung in Salzstöcken vor Jahren(zehnten) vorgestellt. Die Asse hat ja gut geklappt ;-(
  • SileneSilene April 2011
    @eng + ham
    Ja, die Endlagerung ist ein ungelöstes Problem, das uns allen unter den Nägeln brennt. Das muss unbedingt stärker in den öffentlichen Focus gerückt werden, sonst drohen uns Zustände wie in den USA (Hanford Site).
  • hamham April 2011
    Welcher Geologe kann mit 99% Wahrscheinlichkeit die Stabilität einer Erdformation für 1.000.000 Jahre angeben? Wenn einer hier ist bitte melden. Das würde aber, verantwortliches Handeln vorausgesetzt, bedeuten man muss dass Zeug so lagern, dass man bei Veränderungen wieder, einigermassen unproblematisch, umlagern könnte (Was die Endlagerung nicht wirklich kostengünstiger gestalten würde)!
    Aber das ist hier in dieser Diskussion eher off. Vielleicht kann Eng eine neue aufmachen und die Einträge entsprechend verschieben.
  • engeng April 2011
    @ham: Danke, guter Hinweis.
    Neue Diskussionsrunde unter der Kategorie MEINUNGEN:

    "Endlagerung von radioaktiven Stoffen"

    (Wenn es bei der Übertragung der Diskussionsbeiträge Fehler gegeben hat bitte bei mir melden. Danke).
  • SileneSilene April 2011
    TEPCO macht sich Sorgen, dass die großen Wassermengen, die täglich zur Kühlung in das Abklingbecken von Block 4 gepumpt werden, Schäden im Gebäude verursachen könnten:

    [NHK] TEPCO to cautiously inject water in No.4 fuel pool
  • engeng April 2011
    @Silene: Das Wasser könnte tatsächlich vor allem elektrische Einrichtungen im Gebäude beschädigen.
    Aber geht denn trotz der Auto-Betonpumpe, die dank der Kamera am Ausleger einigermaßen positioniert werden kann, so viel Wasser daneben? Oder gibt es ein größeres Leck im Abklingbecken 4?
  • MechthildMechthild April 2011
    @Silene: Wenn das Wasser nicht verdampft, dann hat entweder die Poolarmatur ein Leck (hatten wir oben schon diskutiert) oder die kippen große Mengen daneben (bzw. die Trümmer im Weg leiten das Wasser zur Seite). Man kann wohl davon ausgehen, dass TEPCO mit den befürchteten Schäden am Gebäude statische Probleme meint (letzlich ist aber alles schädlich, was den langfristigen Einschluss des Pools behindert, was fällt Euch dazu noch ein ?).
    Ist es wirklich das Gewicht des "Pool im Penthouse", das die darunterliegenden Strukturen überlastet ? Der Pool selbst ist dafür ausgelegt worden, eine volle Beladung zu tragen. Hinzu kommt nur das Gewicht der Trümmer, soweit sie auf der statisch schwächsten Stelle liegen (nur so ein Gefühl, mit Statik kenne ich mich nicht aus)
    Wo liegt die inzwischen schwächste Struktur ? Konnte sich direkt unter dem Pool Knallgas gebildet haben ? Ich meine, es geht immer wieder um die Frage, was eigentlich die Explosion in Block 4 verursacht hat.
    In der Meldung steht, dass sie sorgfältiger als bisher Temperatur und Wasserstand im Pool messen wollen mit einem "Device". Das gibt Anlass zur Sorge, wie zuverlässig die bisherigen Messdaten waren. Mir stellt sich auch die Frage, wie homogen die Temperaturverteilung in einem Pool ist, in dem die Trümmer eine Dachkonstruktion liegen und in dem Brennelemente mit sehr unterschiedlicher Restwärmeentwicklung liegen.
    EDIT:
    @Eng: Ola, unsere Beiträge haben sich überschnitten :-) Ich sollte mich wirklich kürzer und schneller fassen. Leider gibt es hier SQL-Fehlermeldungen, wenn ich das Forum mehrfach auf habe.
    Zur Elektrik: In dem Beitrag heißt es zwar "due to fear that the reactor building might be further damaged by the weight of the water itself", aber das muss nicht die ganze Wahrheit sein. Schon der Ausfall der Inhouse-Messgeräte durch Kurzschlüsse wäre schlimm genug (und würde neuerlichen Einsatz zusätzlicher Messgeräte erklären). Wenn man den Kühlkreislauf im Abklingbecken wieder in Gang bringen wollte (ist das der Plan?) braucht es natürlich Starkstrom an den Pumpen. Inwiefern diese Armature alle spritzwasserdicht sind, wissen die Reaktortechniker besser als ich. Überflutung dürften sie jedoch nicht standhalten. Ich meine, auch kleine Verschiebungen um Unterbau können Rohre oder Kabel abscheren mit möglicherweise weitreichenden Folgen.
  • SileneSilene April 2011
    [NHK] Temperatur im Abklingbecken steigt

    Tokyo Electric Power Company, or TEPCO, says it will inject 210 tons of water into the pool on Monday, after finding on Sunday evening that the temperature in the pool had risen to 81 degrees Celsius.

    The utility firm had earlier limited the amount of water being injected into the pool to 70 tons a day, saying the weight of the water could weaken the reactor building, which was already damaged in last month's hydrogen explosion.

    On Friday, TEPCO found that the pool's temperature had reached 91 degrees, so it began injecting 2 to 3 times the amount of water.

    TEPCO says the pool's water temperature dropped to 66 degrees on Saturday after water was injected, but started to rise again, to 81 degrees.
  • engeng April 2011
    Wie zuverlässig sind eigentlich die Aussagen von NHK? Ich finde nicht immer entsprechende Bestätigungen für diese Aussagen.
    Das Abklingbecken hat einen Inhalt von ca. 1500 m³, also ca. 1500 Tonnen. Das müssten heftige Beschädigungen sein damit mehr als 70 Tonnen Wasser pro Tag ein Problem werden könnten. Risse?

    Das Wasser im Abklingbecken hatte am Samstag 66 Grad und am Sonntag Nachmittag schon wieder 81 Grad? Ist das eine normale Erwärmung für ein Abklingbecken ohne Kühlung in dieser Zeitspanne?
  • vosteivostei April 2011
    Tepco sieht vor eine tragende Struktur unter das Becken zu bauen, offensichtlich gibt es statische Probs.
    http://www.tepco.co.jp/en/nu/fukushima-np/f1/images/f12np-gaiyou_e.pdf


  • vosteivostei April 2011
    Zwecks der Explosion in B4. Wasserstoff kann eigtl. nur aus dem Abklingbecken stammen, es gab Wasserstoffbrände und eine oder mehrere Knallgasexplosionen. Außerdem steht die gesamte auf wirklich massivem Fels, Tonstein, die Erschütterungen durch das Beben waren massiv und es sind bzw können noch weitere folgen. Der Anprall der Wellen war auch massiv. Ich vermute, dass die strukturellen Schäden dadurch größer sind, als bisher bekannt. Hinzu kommt, dass das Ganze stark belastet ist, dadurch das zig Tonnen mehr Wasser, als normal im Spiel sind, was zb das Drywell betrifft.
  • engeng April 2011
    @ vostei: wie an anderer Stelle erläutert sind Wasserschäden ausgeschlossen.

    @alle physiker: Betonschäden durch die Hitze zerstörter Brennstäbe im Abklingbecken? Wie heiß könnten die gelagerten Brennstäbe bei einer Schmelze noch geworden sein?
  • AndreAndre April 2011
    @eng: Habe das alles nicht so genau verfolgt, aber prinzipiell kann eine Kernschmelze 2000-3000°C heiß werden. Genaue Vorhersagen sind dazu schwierig, aber den Bereich halte ich für realistisch (immerhin schmilzt Uranoxid erst bei ~2600°C, wenn ich mich recht erinnere).
    Beton ist zwar ziemlich robust, aber so hohe Temperaturen hält auch der nicht lange aus.
  • engeng April 2011
    Hmm ..., damit wären Beschädigungen mit Rissbildung im Abklingbecken 4 nicht ausgeschlossen ...
    Nächste Fragen:
    1. Wenn Schmelze auch durchgedrungen ist und sich in darunter und/oder daneben liegenden Räumen verteilt hat und mit Wasser in Berührung kommt, wie sieht es dann mit einer Wasserstoffbildung aus?
    2. Wenn die Schmelze im Abklingbecken durch Wasser abgekült wurde, ist das dann eine feste Masse ohne Risse, also praktisch wasserdicht?
  • vosteivostei April 2011
    Sie verkrustet von außen nach innen. (Harrisburg) Wasserstoff wäre nur dann im Spiel, wenn es teilweise schmilzt und Circalloy im Umfeld vorhanden wäre. Die Becken selber sind auch mit Stahl armiert, der könnte ebenso in der Übergangsphase oxidieren. Harrisburg war zu, Fukushima vor den Explosionen auch. Das Becken ist offen, wenn Schmelze, dann wäre es fatal. Ohne Druckgefäß, nur mit Wasser, das ginge nicht.Der Wasserstoffbrand am Anfang, der war schon heiß genug.
  • engeng April 2011
    @vostei: Wie meinst Du das mit dem Wasserstoffbrand? Im offenen Becken?
  • RolandRoland April 2011
    Das Vulcano-Experiment untersuchte die Kernschmelze und stellte dabei fest, dass sich das Core-Material weiter in den Beton eingefressen hatte als bisher angenommen wurde. (aber ich finde meinen Link aus dem Archiv-Blog nicht). Es ist nicht ausgeschlossen, dass sich bei der temporären Kernschmelze Core-Material am Boden oder noch schlimmer am Rand gesammelt hat und so Risse verursacht hat. Das das eine oder andere Brennelement noch köchelt, zeigt ja immer wieder der Wasserdampf über Reaktor 4. Was mich allerdings immer noch wundert, dass keine Luftanalysen veröffentlicht werden. Sollte dies wirklich nur reine, heiße Luft sein?

    Hier die allgemeinen Informationen http://www.plinius.eu
    The UO2-ZrO2 system at high temperature importance of the meta-stable phases under severe accident conditions
    http://www.plinius.eu/home/liblocal/docs/PLINIUS-Papers/Quantitative%20XRD%20of%20U,ZrO2.pdf
    Physico-chemical analyses and solidification path reconstruction of multi-component oxidic spread melts
    http://www.plinius.eu/home/liblocal/docs/PLINIUS-Papers/physicochemical%20analyses.pdf
  • engeng April 2011
    Dank der umfangreichen Anlagen-Bauzeichnungen von Dirk in den Linksammlungen (es ist zwar Oyster Creek, aber die Anlage ist der von Fukushima sehr ähnlich) ist ganz klar ersichtlich wie einfach eine umfangreiche Verteilung von Wasserstoff im Gebäude erfolgen kann. Die Bühne unterhalb der Kranhallenbühne hat zum Beispiel bis auf den Stahlbeton des Reaktors und der beiden Pools in der Mitte fast keine weiteren Trennwände. Und es gibt einen großen, offenen Montageschacht von oben bis unten.

    Eventuelle Schmelze im Abklingbecken und/oder Wasserstoff der irgendwie von RB 3 oder RB 2 herübergekommen ist - da ist dann einiges an Explosionsschäden möglich. Damit ist das vorhandene Schadensbild an RB 4 endlich erklärbar.

    Abgesehen davon ist das Equipment in der Anlage sehr umfangreich und dicht gedrängt positioniert. Das sind auch ganz normale Brandursachen und exposionsartige Ereignisse möglich (Öle, Fette, Gase, Druckluft usw.).
  • RolandRoland April 2011
    Was mich stutzig macht, die GRS nennt bei allen (!) Abklingbecken Schäden an den Stützwänden des Lagerbeckens. Dies scheint also ein systematischer Fehler zu sein, denn RB 2 ist nicht explodiert. Vielleicht hat auch die Stahlauskleidung Risse bekommen, dann verschwindet hier Wasser. Auf den Zeichnungen bei Oyster sind unten und rechts neben dem Abklingbecken "Wolken" mit Punkten eingezeichnet. Könnten dies Dämpfungssysteme sein, die jetzt ihre Funktion nicht mehr erfüllen?

    Und noch etwas fällt auf: Die Wasserstoffexplosion hatte ganz schön gewütet, denn der Reaktorkontrollraum vom RB 4 scheint ziemlich zerstört (Quelle GRS)

    Hat jemand noch eine Erklärung, warum die Reaktoren unterschiedlich schnell kalt werden? So geschehen bei Fukushima Dai-ni und Onagawa. Oder fährt doch ein Reaktor entgegen aller Theorie nicht in Schnellabschaltung auf Null sondern auf Eigenbedarf?
  • engeng April 2011
    @Roland: Die "Wolken" sind keine Dampfungssystem. So wird in technischen Zeichnungen dargestellt das es sich um Beton handelt. Hat also keinerlei Bedeutung.

    Wenn die Stahlauskleidung beschädigt ist kann kein Wasser verschwinden, weil der Stahlbeton noch dahinter ist.

    Bei der Schnellabschaltung eines Reaktors wird die Kettenreaktion unterbrochen und der Reaktor fährt gegen Null, Eigenbedarf geht nicht.
    Wie meinst Du das überhaupt mit unterschiedlich schnell kalt? Wie groß sind denn die Differenzen?

    Zu den anderen Fragen brauche ich Deine Hilfe:
    Kannst Du bitte sagen wo genau GRS die Schäden an den Stützwänden und die Zerstörungen im Reaktorkontrollraum RB4 benennt damit ich weiß was gemeint ist.
  • dirkdirk April 2011
    Link zu GRS
    http://fukushima.grs.de/sites/default/files/Tabelle_Anlagenzustand_20110421.pdf
    Ich frage mich was die damit meinen? Der "richtige" Kontrollraum ist nach den Fotos intakt.
    Hier sagt GRS das erst B2 und dann B4 explodiert ist. Tepco Ausage ist umgekehrt.
    http://fukushima.grs.de/sites/default/files/Timeline%20Fukushima%20Daiichi%20Stand%202011-04-26-1230.pdf
  • RolandRoland April 2011
    @eng dirk hatte schon auf das PDF der GRS hingewiesen.
    http://fukushima.grs.de/sites/default/files/Tabelle_Anlagenzustand_20110421.pdf
    Auf der ersten Seite stehen die Daten der Reaktoren 1-3 mit BE-Lagerbecken: Beschädigungen der Stützwände des Lagerbeckens (Stand 21.4 Quellen seien TEPCO, NISA und JAIF), Seite 3 gibt für Reaktor 4 an "Schwere Schäden im Bereich des Reaktor-bedienraums durch Explosion und Brand am 15.03.11 (durch H2 vom BE-Becken?)" sowie die gleichen Schäden wie oben.
    Auf Seite 4 siehst Du die Zustände der Reaktoren an anderen Orten. Was auffällt sind die unterschiedlichen Zeitangaben für "Unterkritisch kalt seit 16.03.11 07:15 Uhr", "Unterkritisch kalt seit 14.03.11 18:00 Uhr". Sicher ist hier der Strang A ausgefallen, aber Strang B hat die Funktion übernommen. Bei Onagawa ist nichts ausgefallen, Trotzdem sind die Reaktoren an unterschiedlichen Tagen (!) unterkritisch und kalt.
    Ich bin bisher immer davon ausgegangen, dass man bei einem Erdbeben einen SCRAP fährt. Aber warum brauchen dann Reaktoren gleicher Leistung länger bis sie in einem stabilen unterkritischen Zustand sind?
  • dirkdirk April 2011
    Ist eigentlich bekannt ob die Schleuse zwischen dem Reaktor und dem Abklingbecken offen war? Sprich der Reaktor geflutet ist? Oder war der Reaktor für Servicezwecke "trockengelegt"? Ich meine natürlich vor dem 11.3.
  • dirkdirk April 2011
    mal angenommen:
    E-Pool und Spent Pool sind geflutet. Geht ja fast nicht anders. Reaktor ist nicht geflutet(wegen Service Arbeiten etc innerhalb). Das Erdbeben schädigt schon mal das Gate zwischen S-Pool und Reaktor. Die Explosion von B3 gibt dem Gate den Rest (oder evtl schon ein Defekt beim Erdbeben) Das Wasser von S-pool fliesst bis zur Gate Untergrenze ( Sollten ja so 5m Wasser Menge (Höhe vom Gate) sein) in den Reaktor.
    Wie schnell das es passiert lassen wir mal offen (abhängig von der Beschädigung).
    Die Brennstäbe liegen mehr und mehr frei...... Ob der Reaktorbehälter komplett dicht ist, evtl sind zur Servicezwecken irgendwelche Rohre offen, ist m.E. nicht auszuschliessen. Dadurch fliesst eine Wassermenge durch den S-Pool-Gate-Reaktor ab in R-Gebäude.
  • engeng April 2011
    @Roland und @Dirk: GRS Bezeichnung Reaktor-Bedienraum. Deshalb meine Nachfrage: damit ist nicht der Leitstand gemeint, sondern zu 100% der "Bedienraum" oberhalb des Reaktors, also nichts anderes als die Kranhalle, von der aus der Reaktor mit den Brennstäben "bedient" wird.
    Und mit den "Stützwänden" der Lagerbecken habe ich auch noch meine Zweifel.
    Das ist immer das Problem wenn da ein Übersetzer am Werk ist der sich mit den technischen Bezeichnung nicht zu 100% auskennt.
  • engeng April 2011
    @Roland: Die unterschiedlichen Zeiten für unterkritisch kalt müssen erstens nicht 100% stimmen da es Schwankunsbreiten für die Bestimmung gibt, zweitens ist nicht bekannt mit welcher Leistung die Reaktoren gefahren wurden, drittens ist nicht bekannt wie lange die Brennstäbe bereits in den Reaktorn im Einsatz waren, viertens ist nicht ganz sicher wie lange es in der Kühlung zu Unterbrechungen bei der Stromumstellung gekommen ist.
  • engeng April 2011
    @dirk: Das Gate ist massiv und wird durch das Erdbeben nicht beschädigt. Wasserstoff steigt nach oben, eine Exposion direkt im Pool ist daher eher unwahrscheinlich. Wenn doch, der Pool ist oben offen und die Druckwelle könnte nach oben entweichen, also ist eine Beschädigung des Gates durch die Druckwelle unwahrscheinlich. Selbst wenn es eine Beschädigung gibt: die Unterkante des Gates ist immer noch oberhalb der Brennstäbe im Pool. Wenn also Wasser ablaufen würde, wären die Brennstäbe erst einmal immer noch komplett mit Wasser überdeckt.
    Aber wenn das Gate vor der Explosion noch geschlossen war, kann es ja nur zu einer Explosion im Pool kommen wenn das Wasser mindestens bis zu den Brennstäben verdampft ist und dann Wasserstoff entsteht. Dann wäre aber die Explosion für das Gate egal, weil das Wasser sowieso niedriger wäre als die Gate Unterkante und das noch verbliebene Wasser gar nicht ablaufen könnte. Man könnte dann nur den Pool nicht wieder bis oben auffüllen wenn es gleichzeitig noch irgendwo eine Öffnung im Reaktorkessel gibt.
  • dirkdirk April 2011
    Hmmm wenn ich mir die Schnittzeicnung ansehe:
    3f 26,90 sollte Unterkante SFP sein.
    4F 32,30 Oberkante Reaktor. (5,40 Unterschied
    5F 39,90 Oberkante SFP (7,60 Unterschied)
    Brennstäbe sind ca 4m.
    Zumindest kann der Wasserstand SFP bis auf ~5,40m absinken.
    Die BS müssen ja beim umsetzen von RPV in den SP vom Wasser bedeckt sein.
    Da das SFP nie bis zum Rand befüllt ist, sagen wir mal 1m frei, blieben ~2m Platz (1m oben zum Wasserspiegel 1m nach unten) zum Umsetzen.
    Das es schon früher Dichtigkeistprobleme mit dem Gate gab, hatten wir schon mal.
    Wenn ich mich recht erinnere war das Gate elektrisch betrieben.
    Attachments
    spentpool.png 66K
  • dirkdirk April 2011
    Gut, die BS können nicht frei werden, aber die 2 MW dürften schnell den Rest machen.
    Tecpo hat ja heute widerufen das das AB undicht ist. Das heißt nicht das der RPV dicht ist....
  • dirkdirk April 2011
    Scheinbar hat Tepco die Wasserstandsanzeige in Gang gebracht
    Attachments
    r4.jpg 161K
  • TimTim April 2011
    > Blast may have helped cool rods
    http://www.yomiuri.co.jp/dy/national/T110428006723.htm

    A hydrogen gas explosion at the No. 4 reactor of the Fukushima No. 1 nuclear power plant on March 15 may have helped prevent spent fuel rods from melting down by causing a flow of water into the pool the rods are stored in, according to research by Tokyo Electric Power Co.

    It seems that shocks from the explosion damaged a water gate and caused water to flow into the pool from a neighboring part of the facility, TEPCO said.


    plus weitere interessante Details wie


    When the earthquake occurred, the No. 4 reactor was under repair. Covers of the pressure vessel and containment vessel were open at the time and the whole of the well, including the pressure vessel, was filled with water.

    The water was injected to allow the removal and transfer of nuclear fuel rods from the pressure vessel to the pool without exposing them to air.


  • clancy688clancy688 April 2011
    Faszinierend... da hat die Kerle doch tatsächlich ein explodierendes Reaktorgebäude vor einer Art zweiten Tschernobyl bewahrt...
    Warum ist vorher keiner auf die Idee gekommen, das Tor aufzumachen? Kein Strom? Keine Handkurbeln oder so was? Zu hohe Strahlung?
  • clancy688clancy688 April 2011
    Boing:

    http://www.tepco.co.jp/en/news/110311/images/110428_1.zip

    SFP 4 von innen. Ich hab keine Ahnung, wie es da normalerweise drin aussehen sollte. Aber die Fuel Racks sind scheinbar irgendwie angegriffen und die Hälfte der Dinger scheint leer zu sein.
  • engeng April 2011
    @Tim: Das war aber von Anfang an bekannt das der Druckbehälter von Reaktor 4 offen war wegen Wartungsarbeiten. Deshalb waren doch so viele Brennstäbe im Abklingbecken 4. Es war nur nicht ganz klar ob der Reaktor noch mit Wasser gefüllt war oder nicht mehr.

    @clancy688: Die Schleuse (Tor) ist ein etwas größeres Teil, das ist nicht so einfach von Hand zu öffnen. Und das der Strom fehlte ist ja nun allgemein bekannt.
    Aber das die Schleuse an sich durch die Explosion beschädigt wurde kann ich kaum glauben (habe ich in vorangegangenen Beiträgen schon begründet). Die Schleuse soll aber normalerweise eine Gummidichtung haben die mit Druckluft gefüllt wird. Da der Strom für die Druckluftversorgung aber fehlte kann irgendwann der Druck nachgelassen haben oder die Gummidichtung wurde durch die Exposion beschädigt. Dann dichtet die Schleuse nicht mehr richtig und es kann ein Wasseraustausch erfolgen.
    Auf dem Video vom Becken sind zumindest keine Trümmerteile von der Halle im Becken zu erkennen. Das ist schon mal positiv.

    @dirk: Der Reaktor war also doch noch mit Wasser gefüllt. Daher waren auch keine Rohrleitungen demontiert und der Reaktor müsste eigentlich dicht sein. Läuft jetzt irgendwo anders Wasser heraus oder verdunstet es nur?
  • dirkdirk April 2011
    @eng.
    Laut der Aussage von Tepco war er gefüllt. Aber was hat Tepco nicht schon alles gesagt... Denk nur an die Aussage vom Mittwoch?(Pool ist undicht- Donnerstag: nee doch nicht. Gestern eine Meldung: Das Wasser aus dem Reaktor wäre wegen des defekten-undichten Gates in den Pool gelaufen und hätte "Gott sein Dank" die BS gekühlt.
    Man könnte auch anfangen zwischen den Zeilen zu lesen.. Der POOL ist nicht undicht, aber andere Dinge wo das gleiche Wasser drin ist...
    Ich als AKW Laie frage mich: warum leeren die den kompltten Reaktor aus und lagern die BS im Pool? Joo um Service zu machen, schon klar, was denn alles?
    Warum ist in B4 kein Roboter reingeschickt worden?
    Warum gibt es keine Werte von B4? (Die Wasserstände für den Pool werden ja nur auf einer Seite angegeben, ob die korrekt sind lassen wir mal, wie alle anderen Werte, aussen vor)
    Wenn ich doch die anderen Blöcke mit Wasser bespeisen kann, warum geht das nicht mit B4, das Wasser würde dann doch in den Pool laufen, wenn das Gate beschädigt wäre, wieso ist es überhaupt zu wenn doch alles geflutet ist?
    Aber wie bei allen Dingen die das ganze Drama betreffen, die Antworten könnte Tepco geben, was sie aber schon von Anfang an nur sehr zögerlich tun, bzw sogar Webseiten gesperrt werden und Beiträge (Blueprints)gesperrt werden.
  • WalterWalter April 2011
    Ja Dirk, ich würde mal sagen: Im Osten nichts Neues....
    Auf Anweisung von Tepco wurde der SFP in Nr. 4 überladen. Sie haben ja auch noch voller Stolz berichtet, dass die Lagerkapazität durch "re-stacking" kosteneffizient gesteigert werden konnte. Mich wundert langsam gar nichts mehr.
  • vosteivostei April 2011
    Hm... was wohl wäre, wenn man sich im Iran so etwas erlaubt hätte?
    Frage: Kann man den europäischen Betreibern mehr trauen (?) - Stichwort TÜV Süd - die Kontrollinstanzen sind ja schon mal gut organisiert...
    Und ich denke mal, dass TEPCO Nr 4 im Stress der ersten Tage schlicht etwas aus dem Auge verloren hatte.
  • engeng April 2011
    Wahrscheinlich kennt Tepco selber nicht genau den Zustand rund um Becken 4. Durch die Explosionsschäden kam man das nicht so einfach überprüfen, da kommt auch kein Roboter hin. Die haben vielleicht auch nur die Bilder und Videos die auch hier vorliegen und spekulieren genauso herum wie wir.
    @vostei: Dein letzter Satz ist zutreffend, Nr. 4 hatte zu Beginn nicht oberste Priorität. Und es ist ja auch noch nicht geklärt was dort wirklich passiert ist.
  • engeng April 2011
    Auf dem heute veröffentlichten Foto von Abklingbecken 4 soll der Wasserspiegel 6 Meter über den Brennstäben sein. Das passt dann aber mit einem eventuellen Leck in der Schleuse nicht zusammen, oder im Reaktor steht das Wasser genauso hoch.
  • dirkdirk April 2011
    Welches Foto von heute? Bei Tepco ist keins.
  • TimTim April 2011
    @eng
    Wieso soll das Wasser im Reaktor nicht genau so hoch stehen können?
  • dirkdirk April 2011
    @eng das Foto ist ein Snapshot aus dem Video.
    Auf dem Diagram kann man was von den 6m sehen. Ob die Daten stimmen, und ob da auch gilt: 0=OK Brennstäbe sei dahingestellt.
    Das sich im Reaktor Pool das gleiche wasser befinet wie im Abklingbecken sollte aus den Thermobildern klar sein. Ansonsten wäre der Reaktorbereich nicht so warm
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    b43004.png 51K
  • RolandRoland April 2011
    @dirk Wenn die Daten stimmen, dann scheint da etwas anzubrennen. Am 28.4 füllt Tepco den Pool randvoll. Die Temperatur scheint irgendwo um die 80 °C zu sein - vielleicht auch lokal darüber. Innerhalb von zwei Tagen verliert das Becken ca. 500.000 Liter Wasser. Fließt es weg oder verdampft es? Wie verhält es sich mit den ursprünglichen 2 MW thermische Leitung im Abklingbecken? Bleibt sie nahezu konstant oder heizen sich die BE durch die dichte Packung zusätzlich gegenseitig auf?
  • vosteivostei April 2011
    TEPCO said April 28 that it does not believe the spent fuel pool at reactor 4 of Fukushima Daiichi is leaking, according to a report by Japan television station NHK. The utility said it initially believed that declining water levels in the pool indicated that it might have been damaged in an explosion soon after March 11, but it "now believes that the water has been evaporating at a rate in line with calculations by experts." The fuel storage pool "will be reinforced by July," TEPCO said.

    28.4.: TEPCO glaubt nicht, dass das Abklingbecken von Reaktor 4 in Fukushima Daiichi undicht ist, wie einem Bericht vom jap. Fernsehsender NHK behauptet. Der Betreiber sagte, dass auch er zunächst geglaubt hat, sinkende Wasserstände im Pool wären die Folge einer Beschädigung durch eine Explosion gewesen, kurz nach dem 11. März, aber man "glaubt nun, dass das Wasser mit einer Rate verdampft, die im Einklang mit Berechnungen von Experten stehe." Der Brennstoff-Speicher-Pool "soll ab Juli verstärkt werden", so TEPCO.
    http://nei.cachefly.net/newsandevents/information-on-the-japanese-earthquake-and-reactors-in-that-region/
  • dirkdirk April 2011
    Am 27.4 sagte Tepco genau das Gegenteil. Nach ~6Wochen denken sie das der Pool undicht ist, einen Tag später nach der Veröffenligung, kehrt Marsch... ja ne is klar.
    Welcher ausländischer Experte hat Tepco zwischen dem 27und 28. den Marsch geblasen?
    DieBerechnungen bzgl Verdampfung, hier und in anderen Foren, sagen das es mit der eingepumpten Menge passen könnte. Da muss ich den Leuten die sowas gelernt haben glauben. Allerdings sind die Berechnungen NUR auf die Menge Wasser im Abklingbecken bezogen, nicht auf die (unbekannte) Menge Wasser im/über dem Reaktor.
  • TimTim April 2011
    Schätzung der Wärmeerzeugung im Abklingbecken auf der Basis - mittlere Standzeit 3 Jahre im Abklingbecken:
    Wärmeerzeugung im Abklingbecken Block 1: ca. 0,7 MW (292 Brennelemente)
    Wärmeerzeugung im Abklingbecken Block 2: ca. 1,8 MW (587 Brennelemente)
    Wärmeerzeugung im Abklingbecken Block 3: ca. 1,6 MW (514 Brennelemente)
    Wärmeerzeugung im Abklingbecken Block 4: ca. 4,0 MW (1331 Brennelmente)
    1 MW entspricht dem Verdampfen von 0,5 Liter Wasser pro Sekunde. Das klingt nach wenig aber, pro Tag macht das 43,2 m3. Kühlt man ohne Verdampfen mit einer Aufheizspanne von 50°C, dann benötigt man etwa die 10-fache Menge.


    bei "Einschätzung der Lage in Fukushima am 31-3-2011 um 12:30"
    http://www.tec-sim.de/component/content/article/43/67-fukushima-aktuell

    und

    Die schlechte Nachricht vom 24.4.: Block 4 dampft heftig, was gut am frühen Morgen zu sehen ist. Bild der Überwachungkamera am 24.4 um 5:00.


    Bild: http://www.tec-sim.de/images/stories/24-4-5steam.jpg
    Noch eins: http://www.tec-sim.de/images/stories/18-4-ste.jpg

    25.4.: Wenn die neuen Angaben von TEPCO richtig sind, dann befinden sich im Abklingbecken 1535 ( und nicht 1331) Brennelemente, die ungefähr 2 MW erzeugen. Eine kontinuierliche Kühlung ist noch nicht hergestellt, sondern es wird nur Wasser mit der "Super-Pumpe" nachgefüllt. Für eine kontinuierliche Kühlung müßte das Becken bis auf die volle Höhe von 11.8 m aufgefüllt werden (aktueller Füllstand 9.3 m). TEPCO macht sich Sorgen, dass dies zuviel Gewicht auf die vom Erdbeben und der Explosion vorgeschädigte Struktur bringt und möchte gerne vorher eine Stützkonstruktion unterhalb des Beckens einbauen. Das würde auch gehen, da das Reaktorgebäude von Block 4 nicht stark kontaminiert ist.


    Von http://www.tec-sim.de/component/content/article/43/78-aktuell-25-4

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