Willkommen zum Fukushima-Info- und -Diskussions-Forum des physikBlogs.

Die Zahl der Kommentare auf unsere Fukushima-Beiträge ist jenseits der 1000er Marke. Es wird zu unübersichtlich!
Daher gibt's dieses Forum, bei dem ihr über den Unfall von Fukushima kommentieren könnt, was das Zeug hält!

Zu einer kleinen Einführung, hier entlang.

Ihr seid neu hier? Das physikBlog hat in vier Artikeln den Unfall von Fukushima begleitet. Eine Lektüre, zumindest des Aktuellsten, empfiehlt sich vor dem Mitdiskutieren!

Es sei erwähnt, dass wir bei der Moderation der Kommentare hier weniger streng sind, als im Blog. Ihr seid freier in eurer Themenwahl.

Viel Spaß, André & Andi vom physikBlog.

Status Reaktorgebäude 4: (ab 13.4.11 inkl. Abklingbecken)
  • engeng Mai 2011
    @vostei: Bei Wartungs- und Reparaturarbeiten wird meistens auch geschweißt, deshalb können die erforderlichen Gasflaschen tatsächlich an mehreren Stellen im Gebäude vorhanden sein. Allerdings niemals dort wo Wasserstoff entstehen könnte.

    Bei dieser Gelegenheit: Wo sind die Zündfunken für die bisherigen Wasserstoffexplosionen eigentlich hergekommen? Es gab keinen Strom, also scheidet Funkenbildung duch Schalterbetätigung aus. Mechanische Funkenbildung? Da sich ohne Strom keine Maschine bewegt scheidet das auch aus. Funkenbildung durch Menschenhand? Dann hätte es jedesmal mindestens Verletzte geben müssen.
  • SileneSilene Mai 2011
    @vostei
    Wo sind die Zündfunken für die bisherigen Wasserstoffexplosionen eigentlich hergekommen?
    Wenn Brennstäbe bei Temperaturen von über 1000 °C vor sich hin glühen, ist eigentlich kein Funke mehr nötig, um die Oxidation zu starten.
  • vosteivostei Mai 2011
    Genau, glühendes Metall reicht aus. Und glühen kann es schon ab 723 ^^ Grad. Außerdem können kleine Funken auch durch Reibung entstehen, induktiv, oder wenn Metall gegen etwas schlägt.
  • vosteivostei Mai 2011
    Ach und nochwas: Jetzt sind die Physiker gefordert. Man wundert sich doch, dass nur in Block 1 mit Stickstoff gearbeitet wird.
    Metall hat seine Eigenheiten, das ist ja inzwischen bekannt zwecks Wasserstoff und so. Das Prob bei den Reaktoren ist aber manigfaltig. Man hat mit Hitze zu tun, ferritischen Stahl, austenitischen Stahl, beides Kohlenstoffstähle, Wasser, Salz in Lösung und kristalin und der Wasserstoff scheint vorhanden zu sein. Die Kombination von nur Kohlenstoffstahl, Wasserstoff und Stickstoff und Wärme erzeugt aber chemische Reaktionen - es verändert den Stahl auf, naja, dort bestimmt unerwünschte Weise.
    Ich frage mich warum man nicht ein anderes Schutzgas nimmt. (Wäre teuer, sehr viel teurer - Helium zB)
  • engeng Mai 2011
    Wie sicher ist es eigentlich nach bisherigem Kenntnissstand wie heiß die Brennstäbe in RDB 1-3 und Pool 1-4 wirklich waren?
  • SileneSilene Mai 2011
    Das dürften hauptsächlich indirekte Erkenntnisse sein:
    1. Ab ca. 1800 °C wird Zirkonium durch Wasser oxidiert und es entsteht Wasserstoff. Diese Reaktion verläuft exotherm, d.h. es wird zusätzlich Wärme freigesetzt.
    2. Ab 1800-2200 °C schmilzt die Zirkalloy-Hülle der Brennstäbe.
    Diese Temperaturen müssen zumindest zeitweilig von einigen Brennstäben überschritten worden sein.
  • vosteivostei Mai 2011
    Silene said:

    Das dürften hauptsächlich indirekte Erkenntnisse sein:
    1. Ab ca. 1800 °C wird Zirkonium durch Wasser oxidiert und es entsteht Wasserstoff. Diese Reaktion verläuft exotherm, d.h. es wird zusätzlich Wärme freigesetzt.
    2. Ab 1800-2200 °C schmilzt die Zirkalloy-Hülle der Brennstäbe.
    Diese Temperaturen müssen zumindest zeitweilig von einigen Brennstäben überschritten worden sein.



    Wobei der Schmelzpunkt quasi der Gipfel wäre. Metall verändert sich aber bereits zuvor in seinen Eigenschaften - noch dazu ist die Verteilung ja ungleichmäßig gewesen, d.h. die ragten ein Stück aus dem Wasser, Temperaturunterschiede usw.

    Hinzu kommt, dass sich auch die Ummantelung selber im Laufe ihrer regulären Dienstzeit ^^ verändert. Es ist also ein Unterschied, ob ein BE neu ist oder schon länger im Einsatz.

    Frage: Die Fracht eines einzelnen Brennstabs, wieviel wiegt die? Und ein BE - das sind, glaube ich, 4x4, also 16? Und entwickelt sich in den einzelnen Brennstäben auch Druck im Spaltraum, dem vorgesehenen "Platz" für die Spaltgase?

  • b_vizb_viz Mai 2011
    @vostei

    8x8 ist die Anordnung im BE. Ich bin aber gerade nicht ganz sicher, ob in der Mitte auch ein Wasserstab steckt. Der bräuchte dann den platz von 2x2 BS, dann wären wir bei 60 BS/BE.
    Die Pellets haben etwa 1cm (weiss hier jemand n genaueren Wert) Durchmesser (und Höhe) und sind im BS auf etwa 3,70m Höhe gestapelt.

    Wenn von c.a. 70t radioaktivem Material pro Reaktor(-druckbehälter) gesprochen wird, was wird da alles mit reingerechnet? Das sind doch nicht nur die Pellets ...
  • b_vizb_viz Mai 2011
    also etwa 290 cm3 "Pelletmaterial" pro BS,
    60 BS pro BE,
    (z.B.) 400 BE in Block1,
    macht dann 6,9 m3 Pellets in Block 1.
    Wenn jetzt noch jemand genau die Dichte bzw. Zusammensetzung der Pellets kennt, kann der ja weiterrechnen ..
  • SileneSilene Mai 2011
    @vostei
    Und entwickelt sich in den einzelnen Brennstäben auch Druck im Spaltraum, dem vorgesehenen "Platz" für die Spaltgase?
    Da besteht bereits Druck:
    "Um höchst mögliche Wärmeleitfähigkeit im verbleibenden Spalt zwischen dem Hüllrohr aus Zirkalloy und dem Kernbrennstoff zu erzielen, wird das Gas Helium da hinein verpresst." (Wikipedia)
  • RolandRoland Mai 2011
    @eng @Silene Gibt es Angaben, wie heiß die angrenzenden Armaturen wie Sicherheitsventile, Absperrschieber, etc. wurden, wenn es im Kern schon so heiß ist? In der Literatur findet sich nur den Hinweis auf die gemessene Temperatur an den Kondensorkammern. Allerdings ist ja Stahl ein sehr guter Wärmeleiter. Wie heiß werden dann die ableitenden Rohre, wenn es im Reaktorkern seine 1500 Grad hat? Ziel der Frage ist, dass die Graphitdichtungen zwar Drücke bis 180 bar und Temperaturen bis 300 °C aushalten, aber danach ? Wenn spöde, dann kann überall Wasserstoff, Wasser oder Xenon austreten.
  • vosteivostei Mai 2011
    http://fukushima.grs.de/brennelemente
    Spaltgasraum: ja, es entsteht Druck.
    BEcore BEpool BEneu Volpool UO2core
    Block 1: 400 | 292 | 100 | 1.020 m³ | 68t
    Block 2: 548 | 587 | 28 | 1.425 m³ | 93,16t
    Block 3: 548 | 514 | 52 | 1.425 m³ | 93,16t
    Block 4: 0 | 1.331 | 204 | 1.425 m³ | 0

    In Fuk sollen insgesamt rund 14.700 Brennelemente mit einer Masse an Kernbrennstoff von rund 2.500 Tonnen sein. Das wären 170 kg Brennstoff pro Brennelement / 63 Brennstäbe = 2,7 kg Urandioxid.

    Im Abklingbecken von Nr4, unserem Thema, wären das dann 226,27t UO2. Circa alles ^^

    So ungefähr. Wenn ich mehr Zeit habe und meine Links und Pics sortiert sind, da sind Schliffbilder dabei, wie sich Brennstabinhalt und Mantel im Lauf der Zeit verändern. Im Link oben ist das ja auch erwähnt.
    Helium regulär innerhalb der einzelnen BS macht da wirklich Sinn.

    Zu meinem gestrigen Posting zwecks Metall: Im regulären Betrieb unterliegt alles an Metall im Reaktor und auch an der Peripherie einer Art Wärmebehandlung. Im irregulären Betrieb erst recht. Und unter gewissen Umständen ist Stickstoff garnicht so neutral, wie man gemeinhin denkt.
  • vosteivostei Mai 2011
    Roland said:

    @eng @Silene Gibt es Angaben, wie heiß die angrenzenden Armaturen wie Sicherheitsventile, Absperrschieber, etc. wurden, wenn es im Kern schon so heiß ist? In der Literatur findet sich nur den Hinweis auf die gemessene Temperatur an den Kondensorkammern. Allerdings ist ja Stahl ein sehr guter Wärmeleiter. Wie heiß werden dann die ableitenden Rohre, wenn es im Reaktorkern seine 1500 Grad hat? Ziel der Frage ist, dass die Graphitdichtungen zwar Drücke bis 180 bar und Temperaturen bis 300 °C aushalten, aber danach ? Wenn spöde, dann kann überall Wasserstoff, Wasser oder Xenon austreten.



    Die Steuerstäbe laufen ja nicht durch Löcher in den Reaktor, sondern durch Rohre. Ich denke, vermute mal, dass die Abdichtung mehrfach vorhanden ist. Und Graphit gibt es in div. modifizierten Varianten. Bei Kats, wo Graphitdichtungen nur dichten müssen, ohne, dass Bewegungselemente mit im Spiel sind, gehts druckfest hoch auf 250 bar und 600°C.
    Bei Gleitringdichtungen, also Bewegungselementen geht es hoch bis 300 Bar, aber bei etwa max 450°C. Google mal nach Mesophasen-Kohlenstoff. Bemerkenswert sind auch die Notlaufeigenschaften.

  • vosteivostei Mai 2011
    Soviel zur Theorie, aber angeblich sind die Dichtungen dieser Generation von BWR schob ab 70°C problembehaftet und ausgelegt bis 150°C. :o

    Im Übergang, also den Laufrohren sind aber auch Kühlkanäle eingebaut, die natürlich auch durchflossen sein wollen...

    Weiß da jemand mehr?
  • engeng Mai 2011
    @Roland: Wie heiß können die Armaturen geworden sein ist schwierig zu beantworten. Also nach den Aussagen hier im Forum sollen von einigen Brennstäben 2200°C überschritten worden sein (sollte man da nicht noch einmal drüber nachdenken? Die "Kollateralschäden" müssten dann erheblich sein).

    Die 2200°C der Brennstäbe müssen Wasser und "Luft" im Reaktor erhitzen. Da ich die Berechnungen für Wärmeleitung und Wärmestrahlung aus meinem Gedächtnis mittlerweile gelöscht habe wäre es schön wenn hier jemand sagen könnte wie hoch die Temperatur der Stahlhülle des Reaktors und der daran angeschlossenen Rohrleitungen bzw. Schieber dann maximal gewesen sein könnte.

    So um die 1500°C ist übrigens der Schmelzpunkt für Stahl und um die 1150°C für normalen Grauguss (da es über 2000 Stahlsorten gibt sind natürlich Abweichungen möglich).
  • RolandRoland Mai 2011
    Man darf gar nicht mehr nachdenken. Es scheint so, dass kein Siedewasserreaktor für solch einen Störfall ausgelegt ist: Die Dichtungen halten keine Kernschmelze aus. In den Abklingbecken lagert der radioaktive Müll der letzten 30 Jahre - ist gegen keinen Flugzeugabsturz gesichert. Tepco erhöht die Packungsdichte der BE immer weiter - Ergebnis der Brand im AB4. Ist die Packungsdichte auch bei AB3 so hoch? Dann brauche man doch nur etwas mehr als 8 kg Plutonium auf einem Haufen und eine kleine Pfütze Wasser als Moderator die Vision von Gunderson erweist sich als richtig.
  • SileneSilene Mai 2011
    @eng
    Also nach den Aussagen hier im Forum sollen von einigen Brennstäben 2200°C überschritten worden sein (sollte man da nicht noch einmal drüber nachdenken? Die "Kollateralschäden" müssten dann erheblich sein).

    Das betrifft natürlich nur Bereiche der Brennstäbe, die über dem Kühlwasserspiegel lagen. Kleine Analogie: Ein elektrischer Tauchsieder, der trocken betrieben wird, kann so heiß werden, dass er rot glüht (>800 °C). Trotzdem kann man einen elektrischen Wasserkocher mit einem ganz ähnlichen Heizelement im Inneren herstellen, der zum großen Teil aus (thermoplasischem) Kunststoff besteht...
    Solange die Energie abgeführt wird, kann sie keinen Schaden anrichten.
  • engeng Mai 2011
    @Silene: Danke, guter Hinweis, an den guten alten Tauchsieder als Vergleich habe ich gar nicht mehr gedacht.
  • engeng Mai 2011
    @Roland: Erste Bürgerpflicht: keine Panik. Wenn eine Kernschmelze stattfindet sind die Dichtungen nicht wirklich das Hauptproblem. Selbst wenn die Dichtungen "weg" sind ist es nicht so das dann dort "Riesenlöcher" sind wo das Wasser herausläuft. Außerdem bin ich mir nicht sicher ob Gunderson in seinen Grafiken nicht die Kühlwasser- und Hydraulikkreisläufe aus Versehen etwas vermischt hat.

    Und die Wahrscheinlichkeit mit einem Flugzeug zufällig genau das Abklingbecken zu treffen (also ein "Volltreffer") dürfte sehr gering sein.
  • dirkdirk Mai 2011
    Weiterhin keine Meldungen über nachfüllen mit der Betonpumpe..
    Der Wasserstand bleibt bei 5500mm
  • dirkdirk Mai 2011
    @eng bzgl Volltreffer.
    Es sind schon andere Dinge mit Flugzeugen getroffen worden, und das nicht nur in NY.
  • vosteivostei Mai 2011
    Absolut richtig. Gänzlich leer waren die Blöcke 1x -3 nicht, was das Wasser betrifft. Nur, man füllte nach, kein Kreislauf, aber immerhin.
    Ich kann meine Fragerei jetzt ansatzweise auflösen. Und es hat indirekt auch mit diesem Thread zu tun.
    20MnMoNi4-5, ASTM A 533,1.6311 Das könnte der Werkstoff der Druckbehälter sein. Es gibt da so eine Faustformel. Hält er bei seinem Max.-Wert, was den Druck betrifft bis max. 400° C. dann entspricht das ca 40% des Schmelzpunkts des Materials. 900° C. Bei den 400° beginnt der Bereich, wo sich was tut bei diesem warmfesten Baustahl für Druckgefäße. Duplexstahl kann zB bis 280° eingesetzt werden. Weiß jemand die Spezifikationen für Druck und Temperatur max. der Kessel und Abklingbecken?
    Für ASTM B350-02 gilt das Gleiche. Zircalloy-2 schmilzt bei 1876°, bei 750° beginnt der Übergang und in Wasserdampf, oder Wasser beginnt die Hydration bei 1227°. Und diese Laborwerte verändern sich je länger die BE im Einsatz waren. Das gleiche gilt für die Kessel.
    Und die Umgebung spielt eine Rolle. Luft, Wasser, Wasserdampf, die Temperatur des nachgefüllten Wassers, Stickstoff, Salz, oder gar Dieselöl.
  • vosteivostei Mai 2011
    dirk said:

    @eng bzgl Volltreffer.
    Es sind schon andere Dinge mit Flugzeugen getroffen worden, und das nicht nur in NY.


    Gutes Stichwort. Unlegierter Baustahl. Schmelzpunkt bei ca 1500°. Bei 600° beginnt die Übergangstemperatur. Kerosin brennt mit 900°. Zusätzlich sind in den Brandgasen Kohlenstoff und alles mögliche. 1 Stunde durchwärmen und nichts ist mehr, wie es vorher war...


  • engeng Mai 2011
    @dirk + vostei: es war hier nicht die Rede von einem "absichtlichen Störfall". Da sind dann noch ganz andere Sachen möglich.

    Allerdings ist ein Reaktorgebäude trotzdem nicht mit einem Hochhaus vergleichbar. Aber darauf möchte ich hier nicht näher eingehen.
  • dirkdirk Mai 2011
    Wir könnten das jetzt weiter "spinnen" Erdbeben mit 9,1, Tsunami mit 15M Wellen, ext. Stromversorgung, Dieselausfall etc etc. Die Wahrscheinlichkeit ist gen 0. Aber eben passiert.
    Den Satz: mit an sicherheitgrenzerder Wahrscheinlichkeit ,... sollte heute keiner mehr benutzen.
  • vosteivostei Mai 2011
    Freilich nicht vergleichbar, mir gings um den Stahl. Und das Kerosin. Ihr habt ja mitbekommen, dass unter der Projektleitung von Hitachi die Areva und eine amerikanische und britische Firma die Filteranlagen bauen. Die erste Filterstufe ist zwecks Öl. Das Meerwasser, womit gekühlt wurde, war nämlich alles, nur nicht sauber. Schwappwasser von den Tsunami und eigenes Dieselöl. Und falls tatsächlich ein Block das Bröseln anfangen sollte, die TT waren Leichtbau, in Fuk drückts und scherts massiv.
    Btw, gestern haben die wieder von Mittags bis Abends Pool 4 gewässert. Leider keine Temperaturangaben und Mengen.
  • dirkdirk Mai 2011
    Wieder gewässert ist gut...seit dem 27.4. gabs zumindest keine Meldungen.
    Angeblich heute 200t. Wobei ich die Quelle noch nicht gefunden habe.
    Der Wasserstand heute morgen um 5Uhr, 5400mm (vor dem pumpen)
  • RolandRoland Mai 2011
    Am 5.5 wurde rund sechs Stunden gewässert und heute auch. Wenn diese Zahl stimmt - und der Wasserstand blieb ja unverändert bei 5450 (heute 5400) - dann hat man innerhalb einer Woche den ganzen Pool mit neuem Wasser gefüllt. Entweder läuft das Wasser raus oder es verdampft.
    Wenn nur 30% der BE geschmolzen sind, wie in den Reaktoren auch, dann verstehe ich langsam die Sorge von Tepco mit dem Unterbau unter das Becken. Hier hat es im Gegensatz zum Reaktor kein sieben Meter dickes Betonfundament.
    Und hier noch ein Vergleichsbild vom AB 2 mit drei Viertel weniger BE. Heute wurde auch hier wieder eingespeist.
    Attachments
    AB 2 - heute.png 26K
  • dirkdirk Mai 2011
    5.5. Quelle bitte
  • RolandRoland Mai 2011
    Quelle GRS: "Block 4 - Am 05.05.2011 wurde um 12:19 Uhr begonnen das BE-Becken mit Hilfe der Autobetonpumpe aufzufüllen. Am 05.05.2011 um 20:46 Uhr wurde das Auffüllen beendet. Am 06.05.2011 wurde um 12:38 Uhr wieder begonnen das BE-Becken mit Hilfe der Autobetonpumpe aufzufüllen." Ansonsten stammen die 200 t von Dir.
  • dirkdirk Mai 2011
    Bitte nicht falsch verstehen, ich bin nur auf der Suche nach Fakten
  • RolandRoland Mai 2011
    Normalerweise müsste die Kurve im AB4 genauso schwanken wie die im AB2. Wenn man jetzt 200 t Wasser nachfüllt, so steigt der Wasserspiegel grob gerechnet um 1,8 m. Aber das Messergebnis weist einen konstanten Wasserspiegel auf. Wenn man acht Stunden lang einspeist mit 8 t/h wie im Reaktor 1, so steigt der Spiegel um 50 cm. Wenn Du die 200 t belegen kannst, ist die K... wirklich am Dampfen.
  • engeng Mai 2011
    @Roland + dirk:
    1. Wird der Füllstand im Pool 4 tatsächlich gemessen oder geschätzt? Wird wirklich bei jeder einzelnen Pumpaktion die gepumpte Menge mitgeteilt oder sind das Sammelmeldungen? Erfolgt die Füllstandsangabe immer vor oder nach dem Pumpvorgang oder zu einer festen Zeit? Hier sind insgesamt erhebliche Abweichungen möglich.
    2. Jetzt hat die Kühlung von Pool 4 über Wochen funktioniert, was müsste denn passiert sein damit nun ein Erhitzen stattfindet? Ein Leck wäre fast die einzige Erklärung. Aber dann würde man die LKW-Betonpumpe jeden Tag länger im Einsatz haben.

    Letzte Meldung Tepco:
    conducted water spay to Unit 4 by the concrete pumping vehicle:
    27. April: from 12:18pm to 02:02 pm and from 2:32 pm to 03:15 pm
    05. May: from 12:19 pm to 08:45 pm
    06. May: from 12:38 pm to 05:51 pm
  • dirkdirk Mai 2011
    Tja, wer weiss das schon. Die Wasserstände werden ja nun veröffentlicht. Ob die stimmen, genau wie alle anderen Werte.....
    Komisch ist jedenfalls, wenn Tepco nichts vergessen hat zu veröffentlichen, das zwischen dem 27. und 5.5 kein Wasser nachgefüllt wurde. Wenn das stimmen sollte, haben die irgendwie einen Kühlkreislauf in Gang gehabt,der evtl am 5. wieder ohne Funktion war.
  • dirkdirk Mai 2011
    Roland said:

    Normalerweise müsste die Kurve im AB4 genauso schwanken wie die im AB2. Wenn man jetzt 200 t Wasser nachfüllt, so steigt der Wasserspiegel grob gerechnet um 1,8 m. Aber das Messergebnis weist einen konstanten Wasserspiegel auf. Wenn man acht Stunden lang einspeist mit 8 t/h wie im Reaktor 1, so steigt der Spiegel um 50 cm. Wenn Du die 200 t belegen kannst, ist die K... wirklich am Dampfen.


    Es waren sogar 270t
    http://www.nisa.meti.go.jp/english/files/en20110507-1-1.pdf

  • dirkdirk Mai 2011
    DerWasserstand ist jetzt wieder bei 6600mm.
    http://www.tepco.co.jp/nu/fukushima-np/f1/images/00_05080600.pdf
  • RolandRoland Mai 2011
    Danke für die Infos. Wir sollten bei unseren Überlegungen noch einbeziehen, dass der Reaktor 4 ja auch geflutet ist. Hier lagern ja auch noch mal 8000 oder mehr m^3 Wasser.
  • engeng Mai 2011
    @Roland: Der Reaktor selber hat nur ca. 300 m³ Inhalt, dazu kommt noch der Flutraum oberhalb des Reaktors mit ca. 900 m³. Das Containment um den Reaktor hat insgesamt ca. 3000 m³, wird aber im Normalfall nicht geflutet.
  • SileneSilene Mai 2011
    Angeblich wird dem Kühlwasser für die Abklingbecken 3+4 jetzt Hydrazin beigemischt. Hydrazin ist ein extrem starkes Reduktionsmittel. Es reagiert mit dem im Wasser gelösten Sauerstoff, dabei entsteht Stickstoff und Wasser.

    Durch diesen Schritt vermindert man vermutlich die Korrosion der Brennstäbe, da sich Uran nur in sauerstoffhaltigem Wasser lösen kann.
  • vosteivostei Mai 2011
    Das hätte damit zu tun, warum man nicht wie bei 1 mit Stickstoff direkt gearbeitet hat. Wo hast du die Info her?
  • vosteivostei Mai 2011
    Nochwas zum Hydrazin: STS 134 wird im Mom am Boden gehalten wegen probs mit einer Vorheizung für die Treibstoffleitung einer APU - eben einer Hydrazinleitung. Das Procedere nach der Landung eines Shuttles ist geprägt von dem Umgang mit diesem extrem giftigen und vor allem reaktiven Material. Nach dem letzten Absturz eines Shuttles war eine der größten Sorgen eben das Hydrazin.
    Interessant wäre es also, wo sie die Lösung herstellen, woher sie sie bekommen.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Japan_Aerospace_Exploration_Agency
    http://de.wikipedia.org/wiki/Tsukuba_Space_Center
  • vosteivostei Mai 2011
    Habs gefunden:
    http://www.tepco.co.jp/en/press/corp-com/release/11050909-e.html
    "At 12:14 pm on May 9th, we started injection of fresh water into Unit 3
    spent fuel pool using spent fuel pool cooling and filtering system (from
    12:39 pm to 2:36pm, hydrazine was also injected). The injection was
    completed at 3:00pm."
  • vosteivostei Mai 2011
    @silene - ich hatte den link im ersten Wort deines Postings übersehen. :D Ok.

    Früher, ganz früher, da war sogar meinereiner noch jung, hat man das bei unter Druck stehenden geschlossenen Systemen verwendet, um Korossion und die eben damit verbundene Herabsetzung der Wärmeleitung benutzt. Ich denke also, dass die das verwenden um bereits entstandene Korrosionen zu lösen und damit die Wärmeabfuhr zu verbessern.
    Im offenen durchaus nicht unheikel. Alternativen gibt es zwar, aber da bilden sich uU. Säuren und Partikel, auch schlecht.
    Ich vermute, dass Tepco scheinbar den Umgang gewohnt ist, bei uns verwendet man das - auch nicht sicher bin - nicht mehr.
  • dirkdirk Mai 2011
    Das sieht ja gut aus.... Wie will man den wieder "sauber" bekommen??
    Video vom AB 3
    http://www.tepco.co.jp/en/news/110311/images/110510_1.zip

    http://www3.nhk.or.jp/daily/english/10_30.html
  • SileneSilene Mai 2011
    @vostei
    Früher, ganz früher, da war sogar meinereiner noch jung, hat man das bei unter Druck stehenden geschlossenen Systemen verwendet, um Korossion und die eben damit verbundene Herabsetzung der Wärmeleitung benutzt. Ich denke also, dass die das verwenden um bereits entstandene Korrosionen zu lösen und damit die Wärmeabfuhr zu verbessern.
    Wenn die Oberflächen aus Zirkalloy und Nirosta bestehen, braucht man sich eigentlich um Korrosion keine Gedanken zu machen. Wenn das Zirkally allerdings beschädigt ist und darunter die Uranpellets in der heißen Salzlake dümpeln, könnte die Korrosion durchaus zu einem Problem werden...
  • SileneSilene Mai 2011
    @dirk
    NHK schreibt im von Dir zitierten Artikel:
    The sample contained 140,000 becquerels of radioactive cesium-134 per cubic centimeter, 150,000 becquerels of cesium-137, and 11,000 becquerels of iodine-131.

    None of these substances were detected during an inspection on March 2nd, before the accident triggered by the March 11th disaster.

    TEPCO says these substances may have come from damaged fuel rods in the reactor rather than the damaged spent fuel rods in the pool, because it has detected radioactive iodine, which has a short half-life.

    Kannst Du nachvollziehen, wie diese Mengen an Caesium und Iod in den letzten Wochen aus dem Reaktordruckbehälter in das Abklingbecken gewandert sein sollen?
  • dirkdirk Mai 2011
    Tja Silene... Fragen über Fragen.. und keine Antworten.
    Mich machen seit Tagen folgende Dinge nachdenklich:
    1. Im Turbinengebäude die beiden sehr großen Löcher (~8m, zumindest das eine)
    2. Vor dem R3 im kleinen Gebäude, sehr hohe Strahlung 300mSv. Es scheint etwas gelbes in der Einschlagstelle zu sein.
    3. Überall um R3 gelbe "Bruchstücke"
    4. immer wieder weisser Rauch aus der Mitte von R3
    5. nichts gelbes in der Mitte von R3 zu sehen.
  • SileneSilene Mai 2011
    Hm, wenn das, was Du da andeutest, wirklich stimmt... müssten die Messwerte auf dem Gelände dann nicht viel höher sein?
  • vosteivostei Mai 2011
    Beim Stichwort Korossion nicht gleich an Rost denken, da gibts viele Arten. Außerdem ist das Becken selbst auch mit Stahl ausgekleidet. Macht mal euer Spülbecken mit ner Lötlampe heiß und schreckts ein paar mal mit Salzwasser ab... ^^ (Scheidung)
    Das wird dann schwarz und spröde, außerdem dehnts sich.

    In dem Becken dürfte auch allerlei anderer Schutt liegen, wenn man an das 4er Becken denkt, das noch aufgeräumter erscheint und - das Meerwasser war auch nicht sauber.
    Und es muss ja nicht gleich der ganze Kern offen liegen im Sinne nicht mit Wasser bedeckt - bei der Detonation könnte es auch nur die "Krone" in Form vom gelben Deckel des Drywells abgeschert haben und der vom Kern ist noch drauf, das Ding sickt und sabbelt eh seit Wochen - und wer weiß, ob im anderen Becken nicht auch was gelagert war und übers Gelände verteilt wurde.

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