Willkommen zum Fukushima-Info- und -Diskussions-Forum des physikBlogs.

Die Zahl der Kommentare auf unsere Fukushima-Beiträge ist jenseits der 1000er Marke. Es wird zu unübersichtlich!
Daher gibt's dieses Forum, bei dem ihr über den Unfall von Fukushima kommentieren könnt, was das Zeug hält!

Zu einer kleinen Einführung, hier entlang.

Ihr seid neu hier? Das physikBlog hat in vier Artikeln den Unfall von Fukushima begleitet. Eine Lektüre, zumindest des Aktuellsten, empfiehlt sich vor dem Mitdiskutieren!

Es sei erwähnt, dass wir bei der Moderation der Kommentare hier weniger streng sind, als im Blog. Ihr seid freier in eurer Themenwahl.

Viel Spaß, André & Andi vom physikBlog.

Brennelemente Jülich - Transport Pro und Kontra
  • engeng Dezember 2011
    Die Brennelemente in Jülich sollen nach Ahaus transportiert werden.
    Hier kann darüber diskutiert werden. Als Grundlage vielleicht folgendes:

    - Sollen Brennelemente zukünftig generell dort gelagert werden wo sie zum Einsatz kamen? Oder sollen Brennelemente besser an zentralen Orten gelagert werden?

    - Jülich ist nicht für eine längere Lagerung von Brennelementen ausgelegt, Ahaus hat dagegen noch genügend Kapazitäten. Wäre also eine Umlagerung deshalb sinnvoll?

    - Sollen die Kosten eine Rolle spielen? Der Transport kostet Geld, aber der Ausbau des Lagers in Jülich kostet auch Geld, wahrscheinlich sogar mehr.

    - Der Transport der Brennelemte ist eigentlich kein Sicherheitsproblem. Die Transportbehälter sind so stabil das sie durch einen normalen Unfall nicht beschädigt werden können (Panzerbeschuss lassen wir jetzt mal aussen vor).
    Man muss es ganz klar sagen: der Transport wird durch mögliche (berechtigte oder unberechtigte) Demonstrationen zu einem Sicherheitsproblem. Wie sollte man darauf reagieren? Den Transport absagen, auch wenn er sinnvoll wäre?
  • JorindeJorinde Dezember 2011
    Fraglich, ob die Proteste gegen einen solchen Transport genauso groß wären wie die gegen die Gorleben-Castoren. Und ist die Sicherheit durch Leute, die sich auf Schienen setzen, gefährdet?
  • vosteivostei Dezember 2011
    Evtl. sollte man den Status von Ahaus erwähnen - es ist ein Zwischenlager. Endstation soll Schacht Konrad werden, der bislang 1 Milliarde gekostet hat und dessen weiterer Umbau dann wohl gesamt auf 2 Mill. kommen wird. Eingelagert werden soll ab 2013.

    Ein Jahr mehr oder weniger in Jülich und lieber dann gleich ins Endlager? Darüber hinaus müsste Ahaus langsam voll sein, es sei denn die transportieren die russischen Altlasten wieder zurück zum Erzeuger...

    Transportmedien sind btw Castoren.

    Bei den Protesten geht es btw nicht um den Transport selber, sondern um den Status von Gorleben. Beim letzten Transport hätte es sicherlich zur Befriedung beigetragen die Castoren in Philippsburg zu deponieren und dann ab in ein Endlager. Und Gorleben steht spitz Unterkante Oberlippe, was die Einhaltung von Strahlungstoleranzen betrifft, die Kapazität und was überhaupt weiter dort gemacht wird, nicht so drastisch, wie die Asse, aber ähnlich.
  • vosteivostei Dezember 2011
    Und noch was: ich mag keine unterirdischen Endlager - ich würde mehr auf gut bewacht oberirdisch stehen, so nach dem Motto Fort Knox - modular, groß, größer, am größten und möglichst hässlich, sprich zweckmäßig. Warum? Wegen den besonderen Schwierigkeiten in der Tiefe und wegen "Aus dem Auge aus dem Sinn"...

    Außerdem wäre ein solches Konzept quasi beweglich, falls was wäre. So richtig endgültige Endlager - das ist irgendwie nicht möglich, wenn man weiter denkt, als die nächste Legislaturperiode... ^^ - es geht hier ja um Material, welches teilweise ein paar tausend Jahre...
  • clancy688clancy688 Dezember 2011
    Also aus der Sicht hab ich's noch nicht betrachtet. Das macht tatsächlich sogar Sinn. Warum zum Teufel denn unterirdisch lagern, wenn man den Scheiß nach einiger Zeit ohnehin wieder hoch holen und umlagern muss.
    Da kann man doch gleich einfach in irgendner Wüste oder was auch immer ein schönes, oberirdisches Lager bauen...
    Dicke Betondecke drüber und schon ist das genau so sicher wie ein Bergwerk.
  • engeng Dezember 2011
    Richtig, ich habe das bereits hier in einer anderen Diskussionsrunde geschrieben. Es kann kein "ewiges" Endlager geben. Auch ein Endlager ist eigentlich nur ein Zwischenlager. Irgendwann muss alles wieder umgelagert werden - je nach Lagerart und radioaktive Stoffe in mehreren hundert oder tausend Jahren. Die Schweden haben das erkannt und planen ihr riesiges "vorübergehendes" Endlager so das es wieder komplett geräumt werden kann (darüber wurde hier im Forum schon berichtet).

    Aber das ist etwas "Off-Topic". Bis der Transport Jülich ansteht wird mit Sicherheit kein neues Endlager, Zwischenlager, Übergangslager oder wie wir es auch immer nennen wollen, fertig sein. Das können wir hier also aussen vor lassen.

    Offizielle Info der Kapazitäten in Ahaus:
    http://www.gns.de/ahaus
  • OlorinOlorin Januar 2012
    eng said:


    - Der Transport der Brennelemte ist eigentlich kein Sicherheitsproblem. Die Transportbehälter sind so stabil das sie durch einen normalen Unfall nicht beschädigt werden können (Panzerbeschuss lassen wir jetzt mal aussen vor).
    Man muss es ganz klar sagen: der Transport wird durch mögliche (berechtigte oder unberechtigte) Demonstrationen zu einem Sicherheitsproblem. Wie sollte man darauf reagieren? Den Transport absagen, auch wenn er sinnvoll wäre?



    Hätten wir Menschen mit ein bisschen Gehirnschmalz (Sprich Kompetenz) und Visionen statt unserer Knallfrösche in unseren Parlamenten, dann hätte man sich schon längst auf eine deutsche Stärke zurückbesonnen: Innovationen.

    Mit dem Geld aus Bankenrettungen wäre es dem Staat ein Leichtes gewesen,

    a) http://de.wikipedia.org/wiki/Cargolifter_CL160 dessen Technologien aufzukaufen und weiterzuentwickeln

    b) hätte in einem Deal mit den Russen von dem hier http://de.wikipedia.org/wiki/Mil_Mi-12 oder zumindest dem hier http://de.wikipedia.org/wiki/Mil_Mi-26 Konstruktionspläne aufgekauft und modernisiert (Leichtbau, Elektronik, blaa)

    c) die hier http://de.wikipedia.org/wiki/Castor_(Kerntechnik) auf leichtere Konstruktion umgestellt

    und fertig.
    Mit dem Geld, daß in die Transporte und deren Absicherung jedesmal reinfließt, wäre das ein Leichtes gewesen.
    Abgesehen davon, daß dann nicht regelmäßig hunderte Volkspolizisten äääh Schutzmänner viel länger als ursprünglich geplant in der unmittelbaren Nähe von CASTORen verbringen müssen.

    Das ist ja die eigentliche Schweinerei!
    Mit dem ewigen gewalttägigen Protest nimmt eine Minderheit in Kauf, daß ihre Mitbürger einem Gesundheitsrisiko ausgesetzt sind.

    (und JA, ich erachte es als gewalttätigen Protest - zumindest aber schwere Nötigung - sich in Schienen einzubetonieren. Die Herrschaften würden es nämlich auch nicht anders nennen, wenn ich mich an drei Stahlträger ketten würde, die ich vor ihre Wohnungstür schweiße, damit sie das Haus nicht Richtung Demo verlassen können)

    Nur leider haben wir eben Knallfrösche und Flitzpiepen statt Visionäre.
    Ich KÖNNT schon wieder...ach, was sache ich...

    So, nu kehrt halt wieder zur Sachlichkeit zurück 8-)
  • engeng Januar 2012
    @Olorin: also bitte - ich gehe mal davon aus das Dein Beitrag nicht wirklich ernst gemeint war. ;)

    Immer dran denken: wir haben diese Knallfrösche im Parlament weil keiner von uns diesen Sch... machen will. Und schon gar nicht für diese lächerliche Bezahlung. Wenn man das Gehalt der Bundeskanzlerin mit der eines Managers in einem mittleren Unternehmen vergleicht dann ist doch wohl klar, warum die cleveren Leute lieber in die Wirtschaft gehen und nicht in die Politik.

    zu a) Also auf keinen Fall sollte ein das Castor Behälter mit einem Luftschiff transportiert werden - da würde ich aber sofort gegen demonstrieren. Der Castor kann im Unglücksfall dann ja wer weiss wo einschlagen. Das geht ja wohl gar nicht.

    zu b) Hubschrauber - ja klar. Ist ja auch noch nie einer abgestürzt. Castor in Rhein, Ruhr oder Lippe - sehr schön, da wird er wenigstens zusätzlich gekühlt...

    zu c) Beseitigt jetzt aber nicht wirklich die eigentlichen Probleme ...

    Also Demonstrationen sind gut und schön, sollte es natürlich auch geben. Aber z.B. beim Thema einbetonieren und anketten stimme ich Dir voll zu. Das ist wirklich Schwachsinn. Bringt auch nicht mehr, kostet aber eine Schweinegeld - und zwar das Geld von uns Steuerzahlern. Keine der Firmen deren Zeug im Castor transportiert wird zahlt einen Cent dazu. Deshalb ist denen das auch völlig egal wie groß der Aufwand ist. Und Bund und Land haben auch nicht mit der Atomkraft aufgehört, egal wie teuer der Transport war bzw. ist. Und das Zwischen- und Endlagerproblem wurde dadurch auch noch nicht gelöst. Eine tolle Bilanz also der gewalttätigen Demonstrationen: nichts gebracht aber Schweineteuer für uns Steuerzahler. (Dran denken: der Atomausstieg ist letzendlich NICHT durch diese Demonstrationen zustande gekommen, sondern durch Fukushima).



  • OlorinOlorin Januar 2012
    eng said:

    @Olorin: also bitte - ich gehe mal davon aus das Dein Beitrag nicht wirklich ernst gemeint war. ;)



    Doch, schon.
    Was n richtger Kerl is, mit dem gehen auch schoma die Pferde durch, aber das war schon mein Ernst.

    Davon mal abgesehen: nur aus wilden Spekulationen entstehen neue Innovationen.

    eng said:


    Immer dran denken: wir haben diese Knallfrösche im Parlament weil keiner von uns diesen Sch... machen will. Und schon gar nicht für diese lächerliche Bezahlung. Wenn man das Gehalt der Bundeskanzlerin mit der eines Managers in einem mittleren Unternehmen vergleicht dann ist doch wohl klar, warum die cleveren Leute lieber in die Wirtschaft gehen und nicht in die Politik.



    Aus der Wirtschaft kommend muss ich mir Menschen kaufen, als Politiker kann ich mich kaufen lassen. Und bekomm noch ne lebenslange Abfindung.
    Wie auch immer, das ist ein anderes Thema.

    eng said:


    zu a) Also auf keinen Fall sollte ein das Castor Behälter mit einem Luftschiff transportiert werden - da würde ich aber sofort gegen demonstrieren. Der Castor kann im Unglücksfall dann ja wer weiss wo einschlagen. Das geht ja wohl gar nicht.



    Das kann jede andere Last auch.
    Dem Castor selbst darf das nichts tun, der is doch angeblich ordentlich geschützt.
    Und wenn ich die Flugrouten schlau festlege und absichere, kanns auch nicht in einen zufällig im Weg liegenden Kindergarten fallen.

    eng said:


    zu b) Hubschrauber - ja klar. Ist ja auch noch nie einer abgestürzt. Castor in Rhein, Ruhr oder Lippe - sehr schön, da wird er wenigstens zusätzlich gekühlt...



    1. darf das dem Rhein nix tun, weil wegen Anforderungen an den Castor und
    2. nach kurzer google-Recherche und sehr einsehbar stürzen Copter nur deshalb öfter ab, weil wegen gefährliche Einsätze. Brandbekämpfung, Rettung aus Gondeln...
    3. gibts mit all dem Auflagenhallalie kaum eine sicherere Transportvariante als den Luftverkehr.

    ..und verlangt nach c), sonst kriegt man ihn nicht weg.

    Übrigens fällt mir da noch so ne schöne deutsche Innovation ein: der Transrapid.
    Bahntrasse nach oben verlegt - da kettet sich so schnell keiner mehr an.
    Und von den Chinesen ebenso erprobt, wie von unserem Herr Stoiber. Is doch mal was, oder?

    ::::::::::::::::::

    eng said:


    Also Demonstrationen sind gut und schön, sollte es natürlich auch geben. Aber z.B. beim Thema einbetonieren und anketten stimme ich Dir voll zu. Das ist wirklich Schwachsinn. Bringt auch nicht mehr, kostet aber eine Schweinegeld - und zwar das Geld von uns Steuerzahlern. Keine der Firmen deren Zeug im Castor transportiert wird zahlt einen Cent dazu. Deshalb ist denen das auch völlig egal wie groß der Aufwand ist. Und Bund und Land haben auch nicht mit der Atomkraft aufgehört, egal wie teuer der Transport war bzw. ist. Und das Zwischen- und Endlagerproblem wurde dadurch auch noch nicht gelöst. Eine tolle Bilanz also der gewalttätigen Demonstrationen: nichts gebracht aber Schweineteuer für uns Steuerzahler. (Dran denken: der Atomausstieg ist letzendlich NICHT durch diese Demonstrationen zustande gekommen, sondern durch Fukushima).



    Dem ist in nichts zu widersprechen.
    Ergänzend find' ich es aber noch erschreckender, daß auch jetzt, NACH Atomaustieg (dessen Freund ich zugegebenermaßen nicht bin) die Castoren boykottiert werden.

    Dabei geht es ja oftmals nur um das Einhalten staatlicher Verpflichtungen. Rücknahme und so.
    Wie egoistisch ist das denn, unseren strahlenden Müll den Nachbarn aufdrücken zu wollen, weil man unbedingt den Transport boykottieren muß.

    Die Castor-"Demos" sind doch nur noch Tradition oder eher wie eine alte Fehde.
    Es wird "demonstriert", weil es schon immer so war. Als ginge es dabei noch um Tradition...



  • TimTim Januar 2012
    Soweit ich es gelesen habe, wurde damit gegen die (Art und den Zustand der) Endlagerung in Deutschland protestiert.

    Aber Vermutungen und Vorurteile sind oft angenehmer als sich richtig mit Fragestellungen zu befassen.

    Sorry Olorin nimm es mir nicht übel. Nur Einsicht und Einsatz bringt uns weiter.

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