Willkommen zum Fukushima-Info- und -Diskussions-Forum des physikBlogs.

Die Zahl der Kommentare auf unsere Fukushima-Beiträge ist jenseits der 1000er Marke. Es wird zu unübersichtlich!
Daher gibt's dieses Forum, bei dem ihr über den Unfall von Fukushima kommentieren könnt, was das Zeug hält!

Zu einer kleinen Einführung, hier entlang.

Ihr seid neu hier? Das physikBlog hat in vier Artikeln den Unfall von Fukushima begleitet. Eine Lektüre, zumindest des Aktuellsten, empfiehlt sich vor dem Mitdiskutieren!

Es sei erwähnt, dass wir bei der Moderation der Kommentare hier weniger streng sind, als im Blog. Ihr seid freier in eurer Themenwahl.

Viel Spaß, André & Andi vom physikBlog.

Meltdowns - was genau geschah in den ersten 111 Stunden ...
  • dirkdirk Januar 2012
    eng said:

    Bei der Story über die Öffnung in Gebäude 2 handelt es sich wahrscheinlich aber wieder einmal um Verständnis- und Übersetzungsprobleme vieler Beteiligter.



    Sehe ich ebenso. Das Ding ist ganz normal rausgenommen worden.

  • TimTim Januar 2012
    Wieso sollten Japaner das falsch verstehen? Was wirklich passiert ist, sei dahingestellt - was derzeit als offizielle Geschichtsschreibung zählt, ist was TEPCO und NISA verlautbaren oder nicht?
  • TimTim Januar 2012
    > Fuku-I Nuke Plant Blowout Panel Mystery: Were They Really Welded-Shut or Not? | EX-SKF
    http://ex-skf.blogspot.com/2012/01/fuku-i-nuke-plant-blowout-panel-mystery.html
  • engeng Januar 2012
    @Tim: "Wieso sollten Japaner das falsch verstehen" - den Hinweis verstehe ich jetzt nicht ganz, davon war an sich auch keine Rede.
    dirk und ich wollten nur darauf hinweisen, das es schon alleine bei der allgemeinen Übersetzung Japanisch/Englisch zu nicht ganz übereinstimmenden Satzaussagen kommen kann. Und wenn dann noch technische Begriffe und komplexe Sachverhalte ins Spiel kommen ist doch wohl sehr schnell eine Fehlinterpretation, oder wie immer man das auch nennen mag, möglich. Davon wird es mit Sicherheit reichlich geben.
  • dirkdirk Januar 2012
    Wie sieht das für euch aus?
    Unit 1 explodiert, Unit 2,3,4 in Ordnung. Aber Blowout Panel ist schon raus.
    http://www.flickr.com/photos/digitalglobe-imagery/5522088312/sizes/o/in/set-72157626248178510/
  • TimTim Januar 2012
    Sorry fürs Offtopic:

    EX-SKF is Japaner.

    > I am Japanese, and I not only read Japanese news sources for information on earthquake and the Fukushima Nuke Plant but also watch press conferences via the Internet when I can and summarize my findings, adding my observations.
    http://ex-skf.blogspot.com - Rechte Box

    tsutsuji scheint es auch zu sein.
    www.physicsforums.com/member.php?u=321287

    Beide nehmen sich immer die japanischen Quellen zuerst vor. Wo soll es da zu Übersetzungs- oder Interpretationsfehlern kommen?
  • clancy688clancy688 Januar 2012
    Jow. EX-SKF wohnt allerdings in den USA, soweit ich das richtig verstanden hab.

    tsutsuji ist in der Tat Japaner. Deswegen übersetzt er auch ständig japanische TEPCO-Veröffentlichungen, die es aus irgendwelchen Gründen nicht auf Englisch gibt. Da seine Informationen dann sofort auch diskutiert werden und er selber an den Diskussionen teil nimmt, schätze ich die Wahrscheinlichkeit, dass es da zu Missverständnissen kommt, als äußerst gering ein.

    tsutsuji als Muttersprachler wird die Quellen nicht falsch verstehen, er könnte sie allerhöchstens undeutlich übersetzen. Aber wenn das passiert, dann müsste er sofort das Problem bemerken, wenn die restlichen Foren-User mit Informationen diskutieren, die er so nicht rüberbringen wollte.


    Allerdings hat tsutsuji im Moment wenig mit dem Blowout-Panel am Hut. Er ist schon seit vor Weihnachten zu 90% damit beschäftigt, Informationen zum Unit 1 IC zu übersetzen. Ich wüsste nicht, dass er in letzter Zeit mal was zu den Panels gesagt hätte. Da stürzt sich atm nur EX-SKF drauf.
  • TimTim Januar 2012
    tsutsuji am Oct2

    According to the records of solar-powered seismometer(s), explosion happened only once on 15 March at 06:12 AM. It is inferred that it is the explosion at unit 4. The reason why no hydrogen explosion occurred at unit 2 is that, by chance, [unit 2's] blowout panel was removed by unit 1's explosion, enabling the hydrogen gas to be released to the outside.


    http://www.physicsforums.com/showpost.php?p=3534702&postcount=11391
  • TimTim Januar 2012
    Um es nochma klar zu machen - mir scheint die Aussage die Explosion von R1 für ein Herausfallen des Panels nicht gerade wahrscheinlich.
    Nur das wird scheinbar von TEPCO/NISA so vertreten. Dazu ist das wohl schon bei einem Erdbeben in Japan bei einem (oder mehreren?) anderen Kernkraftwerken passiert - weshalb scheinbar die Order von NISA kam, diese zu verschweißen..
    Und die TEPCO Arbeiter sollen es ja bei "allen" (except 1 (und 2?)) versucht haben diese zu öffnen - leider ohne Erfolg. Das soll der Grund sein wieso sie dann bei R5 und R6 von oben Löcher ins Dach gebohrt haben..
  • clancy688clancy688 Januar 2012
    Apropos Unit 1 IC... da ist eine Sache, die mir extrem spanisch vorkommt.


    Es gibt zwei ICs, das A- und das B-System. Jedes System wird durch jeweils vier Ventile gesteuert, zwei Zubringer- und zwei Abführventile. Je ein Ventil ist auf der Shell-Seite (sekundäres Containment, Reaktorgebäude) und eines auf der PCV-Seite (primäres Containment). Normalerweise sind die Containment-Ventile und eines der Shell-Ventile (bin mir jetzt allerdings nicht sicher welches der beiden) offen, ein Shell-Ventil ist geschlossen. So lässt sich recht schnell der IC anschalten, wenn nötig.

    Mit Eintreffen des Tsunamis fiel AC und DC-Strom aus. Dies bewirkte gleichzeitig die Aktivierung eines "fail-safe" Features der beiden ICs - mit Verlust des DC-Stroms werden ALLE vier Ventile automatisch geschlossen. Die Zeit zwischen Spannungsabfall und totalem Stromausfall war vermutlich noch ausreichend, um die PCV-seitigen Ventile größtenteils oder ganz zu schließen. Diese PCV-seitigen Ventile sind im laufenden Betrieb NICHT zugänglich (ist ja logisch, RPV bläst Dampf in das PCV ab).
    Was für einen Sinn dieses "Sicherheitsfeature" hat ist mir noch nicht ganz klar. Im aktuellen Fall hat es auf jeden Fall dafür gesorgt, dass im Augenblick des SBOs der Reaktor vom letzten verfügbaren Kühlsystem getrennt wurde.
    Allerdings war dies den Operatoren im Kontrollraum nicht bewusst. Sie haben im Moment des SBO keine Verbindung zwischen dem Verlust des DC-Stromes und diesem IC-"fail-safe" Feature hergestellt. Noch dazu hatten sie scheinbar keine große Erfahrung im Umgang mit dem IC. Durch den totalen Stromausfall hatten sie auch keinerlei Instrumente und konnten daher nicht bestimmen, ob der IC aktiv ist oder nicht. Es war ihnen auch nur von Berichten eines älteren Operators (welcher nicht anwesend war) bekannt, dass ein aktiver IC Dampfausstöße an einem bestimmten Bereich des Reaktorgebäudes erzeugt. Allerdings war dieser Bereich vom Kontrollraum aus nicht einsehbar.
    Um 16:42 hatte man wieder Zugriff auf den Wasserstand des Reaktors und stellte einen stetig fallenden Wasserspiegel fest. Ab diesem Zeitpunkt begannen die Operatoren, an der Funktion des ICs zu zweifeln.
    Um 17:20 machte sich dann ein Operator auf den Weg zu Unit 1 um die Kühlwasserbecken der ICs zu überprüfen. Allerdings zeigte sein Dosimeter an der Luftschleuse zum Reaktorgebäude (sekundäres Containment) auf einmal Maximalausschlag (2.5 uSv/h) an, und der Operator kehrte unverrichteter Dinge zurück. Um 18:18 hatten Teile des IC-Instrumentariums auf einmal wieder Strom und zeigten an, dass die Shell-seitigen Ventile des ICs vollständig geschlossen waren. Sie wurden daraufhin geöffnet und um 18:25 wieder geschlossen. Warum sie wieder geschlossen wurden ist noch mehr oder weniger ein Rätsel. Fakt ist auf jeden Fall, dass in der TEPCO-Zentrale in Tokio nur die Öffnungs-Aktion, nicht aber die Schließ-Aktion sieben Minuten später registriert wurde.
    Inspektionen des ICs im April zeigten für das A-System einen Wasserstand von knapp über 60% und für das B-System einen Wasserstand von knapp unter 90%. Daraus lässt sich ableiten, dass während des Unfalls (nachdem der Tsunami eintraf) das A-System zumindest zeitweise noch (eingeschränkt) gearbeitet haben muss.

    Hauptprobleme sind hier die Unerfahrenheit der Operatoren mit dem IC sowie das fail-safe Feature, welches den Reaktor vom Kühlsystem trennte. Es ist möglich, dass die PCV-seitigen Ventile nur teilweise geschlossen waren, sodass eine Öffnung der Shell-seitigen Ventile immerhin noch etwas hätte ausrichten können. Aber dies wurde ja durch die Operatoren versäumt.
    Auf jeden Fall dürfte es unmöglich sein, die PCV-seitigen Ventile im Betrieb manuell zu bedienen. Wenn die Dinger direkt vor einem Stromausfall zugehen, dann bleiben die solange zu, bis man wieder Strom hat. Zu den Dingern hingehen und sie aufdrehen kann keiner.


    Aber das eigentlich Interessante für mich ist der Kontrollgang des Operators um 17:20, welcher wegen Strahlung abgebrochen wurde.
    Zu diesem Zeitpunkt, zwischen 17:20 und 17:50, war der Kern noch definitiv vollständig mit Wasser bedeckt. Die Freilegung des Kerns begann erst ab 18:00 Uhr. Zudem waren zu diesem Zeitpunkt die IC-Ventile allesamt geschlossen. Dennoch trat an der Luftschleuse zum Reaktorgebäude Strahlung auf. Und die Quizfrage ist jetzt, wo das Zeug herkam?
    Der Kern war noch ganz. Und von Wasser bedeckt. Und selbst wenn in dem Moment oder kurz bevor der Operator das Reaktorgebäude betreten wollte ein Gap-Release am Kern auftrat, dann wird, bedingt durch die geschlossenen Rohrleitungen, die Radioaktivität in der kurzen Zeit wohl kaum bis zur Luftschleuse zum sekundären Containment vorgedrungen sein.
    Das lässt zumindest für mich nur einen Schluss zu - während des Erdbebens kam es schon zu kleinen Beschädigungen oder Rissen in Brennelementen, sodass radioaktive Stoffe (Nobelgase z.B.) entweichen und sich über die in diesen Momenten aktiven IC und Kühlwasserpumpen in den Rohrleitungen des primären und sekundären Containments ausbreiten konnte. Anders als beim Druckwasserreaktor ist beim Siedewasserreaktor ja fast alles ein geschlossener Kreislauf.
    Allerdings heißt das noch nicht, dass zu diesem Zeitpunkt schon Lecks vorhanden waren. TEPCO weist zumindest darauf hin, dass selbst bei intaktem Containment die Strahlung von freigesetzten radioaktiven Stoffen auch das Containment durchdringen kann.


    Was meint ihr dazu...?
  • engeng Januar 2012
    Bei R5 und R6 wurde an einigen Stellen das Dach abgedeckt um eine Wasserstoff-Ansammlung zu vermeiden (je höher der Entlüftungspunkt desto effektiver bei Wasserstoff).
  • engeng Januar 2012
    @dirk: Ja, 1 ist explodiert und bei 2 ist das Paneel raus.

    @Tim:
    Das wäre z.B. so ein möglicher Übersetzungs- oder Verständnisfehler: das Paneel in 2 könnte zwar durch eine Explosion in 1 rausgeflogen sein - aber nicht weil es in Unit 2 dadurch auch eine Explosion gegeben hat sondern ganz einfach nur einen leichten Überdruck. Aber das wäre schon ein erheblicher Unterschied.
  • TimTim Januar 2012
    > aber nicht weil es in Unit 2 dadurch auch eine Explosion gegeben hat

    Wo steht das geschrieben? Hab auf dieser und der vorherigen Seite nichts gefunden. Danke
  • dirkdirk Januar 2012
    Eher wurde gesagt das die Explosion in Unit 3 das Panel gelöst hat, dem ist ja nun definitiv nicht so. (siehe Foto)
    ENG meint das genauso, nur weist er auf ein mögliches Übersetzungsproblem hin. Unit 1-3.
    Das es schon jede Menge (Tepco) Übersetzungsfehler gegeben hat ist ja nun Fakt.
    Übrigens wird inzwischen dementiert das es in U2 eine Explosion gegeben hat.
  • dirkdirk Januar 2012
    @clancy ich habe auch schön öfters von den hohen Strahlungswerten gelesen. Auch von weissen Dampf wurde berichtet.
    Ich kann nur immer wieder die Timeline empfehlen
    http://sky.geocities.jp/writingslate/sequence.html
  • TimTim Januar 2012
    According to the draft of the interim report, a blowout panel installed at the upper part of the No. 2 reactor building opened accidentally after the No. 1 reactor's hydrogen explosion on March 12. The draft says a hydrogen explosion was avoided at the No. 2 reactor because a certain amount of hydrogen escaped through the blowout panel.

    http://www.yomiuri.co.jp/dy/national/T111002003221.htm

    vs

    Unmittelbar nach der Explosion öffnete man sicherheitshalber die Ausblasklappe (blow out panel) von Reaktorgebäude 2,[176] um eine Wasserstoffansammlung wie in den Blöcken 1 und 3 zu verhindern

    http://www.nisa.meti.go.jp/english/files/en20110327-2-1.pdf

    Man hat eben die Geschichte geändert.

    Das ist die Quelle des Berichts auf den EX-Skf hingewiesen hat:

    So why did not explode Unit Will two. TEPCO is a hydrogen explosion blast in Unit Three Unit will open two blowout panels, because the hydrogen is released into the atmosphere, that he believes that survived the explosion.


    http://translate.google.de/translate?sl=ja&tl=en&u=http%3A%2F%2Fmembers.jcom.home.ne.jp%2Fu33%2Fi%2520think%2520110601h%2520kan%2520toden.htm

    Das scheint eine Abschrift aus einem Artikel aus einem Magazin zu sein. In der Version auf der Webseite wird von 3 statt 1 gesprochen ja. Wieso wissen wir nicht.

    Jedoch
    1) EX-SKF hinterfragt doch weiterhin diese Darstellung - siehst du das nicht positiv?
    2) Es geht doch viel mehr um die erste Version von TEPCO/NISA "von Arbeitern geöffnet" vs die aktuelle Version "durch die Explosion von R1 rausgefallen" oder nicht?
    3) Sowie ob die wirklich (alle) zugeschweißt waren und ob das eine gute Idee ist.
  • engeng Januar 2012
    @Tim: Das würde jetzt hier zu weit führen die genaue Wirkungsweise des Blow-Out Panels zu erläutern und die Befestigungsweise.
    Nur einige vereinfachte Anmerkungen: für eine "richtige" Explosion ist ein Blow-Out Panel nicht gedacht. Das ist übrigens durch die Zerstörungen der Gebäude 1, 3 und 4 bewiesen. Da hat kein Blow-Out Panel geholfen. Wenn es also auch in Gebäude 2 eine "richtige" Explosion gegeben hätte wäre nicht nur das Panel herausgeflogen.

    Das Blow-Out Panel soll bei einem Überdruck im Gebäude wirksam werden (wodurch auch immer dieser Überdruck entstehen könnte). Für die Befestigungen gibt es verschiedene Möglichkeiten, in Abhängigkeit davon, bei welchem Überdruck das Panel herausfallen soll und wie schwer das Panel ist. Auch ein punktuelles Verschweißen ist dabei möglich, es handelt sich dann aber nicht um eine rundum Schweißnaht.
    Gerade bezüglich des Verschweißens gab es in den Berichterstattungen bisher viele Mißverständnisse.
  • TimTim Januar 2012
    Sorry eng du verstehst deren Theorie falsch. Die Explosion von R1 soll das Panel von R2 (letztendlich?) zum Rausfallen gebracht haben (versucht es zu Öffnen/Lösen hatten die Arbeiter ja scheinbar schon vorher).
  • TimTim Januar 2012
    Schon älter - die Verknüpfung zu diesem Thread könnte sinnvoll sein

    > #Fukushima I Nuke Plant: Ground May Have Shifted So Much That It May Have Caused Damage to Foundation (Guest Post)
    http://fukushima.physikblog.eu/discussion/comment/1736#Comment_1736
  • engeng Januar 2012
    @Tim: ich habe das schon richtig verstanden. Ich wollte nur noch einmal klarstellen das dieses Panel nicht durch eine direkte Explosion (also in Grbäude 2) herausgefallen ist. Wenn es durch die Auswirkungen einer Explosion im Nachbargebäude (z.B. Druckwelle durch Lüftungsleitungen) in Gebäude 2 zu einem Überduck gekommen sein sollte wäre ein Herausfallen möglich. Genaueres kann nicht gesagt werden da wir keine Kenntnis darüber haben wie das Panel befestigt war und ob die Arbeiter die Befestigungen bereits schon teilweise oder fast komplett gelöst hatten.
  • dirkdirk Januar 2012
    Man kann nur froh sein DAS es raus ist, ansonsten hätten wir noch eine Ruine.
  • TimTim Februar 2012
    > New Containment Flaw Identified in the BWR Mark 1 on Vimeo



    Gutes Video von Arnie.

    Kann das jemand kommentieren?
  • clancy688clancy688 Februar 2012
    Dieser Brunswick Test ist mir (und auch im Physicsforums) schon lange bekannt. Es wurde imho eigentlich immer davon ausgegangen, dass durch den hohen Druck die Dichtungen des Containment-Deckels versagten, und deswegen Wasserstoffgas in's sekundäre Containment gelangen konnte.
    Ich könnte jetzt auf Anhieb keine genauen Posts im physicsforums finden, in denen es um die Sache geht - aber sie wurde definitiv mehrmals erwähnt und auch kommentarlos von den dortigen Experten so hingenommen.
    Ich glaube, die aktuelle Sichtweise dort ist so, dass beides (Backflow beim Venting und Dichtungsversagen des Deckels) für die Wasserstoffansammlung im sekundären Containment gesorgt hat.

    Aber wie gesagt - dass das Mark I Containment ab einem gewissen Druck an den Deckeldichtungen undicht wird, ist definitiv nichts Neues und schon lange bekannt.
  • TimTim Februar 2012
    Die Frage ist nur für wen/welchen Personenkreis. :)

    Trotzdem oder gerade deswegen danke für das Update clancy!
  • dirkdirk Februar 2012
    jepp, es gab einen Bericht über einen Drucktestlauf. Bei ~70Bar hörte man ein Zischen aus dem Deckelbereich.
  • clancy688clancy688 Februar 2012
    Letztendlich halte ich so eine Undichtigkeit bei hohen Drücken für das kleinere von beiden Übeln. Wenn das Ding perfekt dicht hält, der Druck immer weiter steigt und nicht geventet wird, dann platzt das Containment eben irgendwann. Und das wäre sicherlich unschöner...
    Man erinnere sich ja daran, dass Unit 2 nie geventet wurde, weil aus unerfindlichen Gründen eine Berstscheibe nicht nachgab.
  • TimTim Februar 2012
    Eigentlich war dies jedoch ungewollt oder?

    Hat das eigentliche Ventil für das Containment nicht funktioniert?
    War das wegen fehlenden Stroms oder andere technische/mechanische Probleme?
    Oder lag es an der Entscheidungskette das dies nicht/zu spät passiert ist?

    (Sorry hatten wir schon bestimmt, nur ist mir mittlerweile entfallen)
  • clancy688clancy688 Februar 2012
    Bei Unit 2 war's definitiv die Berstscheibe. Lässt sich im INPO-Bericht nachlesen. Es hat gedauert, bis man endlich mal die nötigen Ventile alle offen und einen venting path hergestellt hatte. Aber als es dann so weit war, gab es dennoch kein Venting - weil die erwähnte Berstscheibe nicht nachgab. Obwohl der Druck weitaus höher war als eigentlich nötig wäre, um das Ding aufzubrechen.
    Also um das Containment zu venten muss man wohl mehrere Ventile öffnen und so einen Kanal zur Atmosphäre herstellen. Zudem ist als Sicherheitsmaßnahme auf diesem Kanal eine Berstscheibe eingebaut, die erst ab einem gewissen Druck nachgibt.

    Irgendwann am Morgen des 15. glich sich dann der Druck im Containment an den Außendruck an - allerdings nicht über den venting path, da die erwähnte Berstscheibe immer noch ganz war.


    At 2100 (T plus 78.2 hours), operators opened the small suppression chamber airoperated vent valve (AO-206), establishing the venting lineup (other than the rupture
    disk). Indicated containment pressure remained slightly lower than the 62 psig (427 kPa
    gauge) working pressure of the rupture disk, so venting did not occur. The vent valves
    remained open, and operators monitored containment pressure.

    [...]

    Operators began to recognize some abnormalities in their indications. Containment
    pressure was well above the rupture disk pressurebut the rupture disk had not failed.
    Additionally, indicated drywell pressure was trending upward and had increased above
    102 psia (0.7 MPa abs), whereas indicated suppression chamber pressure was stable at
    about 43.5 to 58 psia (300-400 kPa abs), below the rupture disk pressure. The nonunified pressures indicated a problem. As indicated suppression chamber pressure was
    lower than the working pressure of the rupture disk and indicated drywell pressure
    increased above the design pressure, the operators decided to open the small air-operated
    drywell vent valve (AO-208) to vent directly from the drywell to reduce pressure.

    Two minutes after midnight on March 15, the operators opened the small air-operated
    drywell vent valve (AO-208). The vent line lineup was complete, except for the rupture
    disk that remained closed. Containment pressure remained stable at approximately 109
    psia (750 kPa abs). The operators rechecked their lineup and found that the small airoperated drywell vent valve had already failed closed. They continued to work toward
    establishing a containment vent path for Unit 2; but at about 0600 (T plus 87.2 hours), a
    loud noise was heard in the area around the torus and suppression chamber pressure
    indication failed low

    [...]

    Additionally, the suppression chamber
    pressure reading 0.0 psia (0.0 MPa abs) is an indication of a failed instrument, not an
    indication of atmospheric pressure. Indicated drywell pressure remained stable at
    approximately 106 psia (0.73 MPa abs) and reactor water level indicated 110 inches
    (2,800 mm) below TAF. The Unit 2 containment was not vented, and the cause for the
    containment pressure changes has not been determined.

  • TimTim Februar 2012
    http://icanps.go.jp/eng/interim-report.html
    Full English translation of Cabinet Investigation Committee Interim Report (26 December 2011)
  • TimTim März 2012
    > Dry Vent of Reactor 2 May Have Released Largest Amount of Radioactive Materials, Not Explosions | EXSKF
    http://ex-skf.blogspot.com/2012/03/dry-vent-of-reactor-2-may-have-released.html

    + Comments

    Siehe auch:
    > Fukushima - Why did Unit 2 release so much more radioactivity than Units 1 and 3?
    http://physicsforums.com/showthread.php?t=507252
  • TimTim März 2012
    > Fukushima No. 4 reactor saved by upgrade mishap - AJW by The Asahi Shimbun
    http://ajw.asahi.com/article/0311disaster/fukushima/AJ201203080066

    "Glück gehabt"/"Glück im Unglück" muss man wohl sagen.
  • TimTim März 2012
    > 2011/3/11 tsunami-impact-video tepco fukushima daiichi - YouTube


    Aus dem Video hat wohl PBS/BBC die Bilder.
  • dirkdirk März 2012
    Eindeutig Qualm zu sehen. Woher?
  • TimTim März 2012
    Im Physicsforum wurde das auch diskutiert. Schau ma da.
  • clancy688clancy688 März 2012
    Das könnte Dampf vom Isolation Condenser sein. Der wird im Betrieb an der Rückseite von Block 1 abgeblasen.
  • dirkdirk März 2012
    Es gab ja mal ein Amateurvideo von oberhalb de Anlage. Auch da war der Qualm zu sehen.
    Es sah aber so aus als wenn der Qualm aus Richtung Block 4 Meerseite kam. Genau wie hier
  • TimTim März 2012
    image

    This photo published by Tepco has embedded EXIF date and time: March 15th 08:58:33.
    This is the earliest dated photo I know of showing steam coming from Unit 2.


    Source: http://physicsforums.com/showpost.php?p=3822005&postcount=77
  • dirkdirk März 2012
    War das auf mein Post bezogen? Wenn ja, das meinte ich nicht.
    Aber auf dem Foto muss eine recht hohe Strahlung gewesen sein. Man sieht die Pixel.

    Zu dem unteren Foto gibs auch ein Video
  • TimTim März 2012
    Nope sorry - sollte kein Zusammenhang impliziert werden dirk.
    Könnte nur interessant sein zum Thema des Threads.
  • dirkdirk März 2012
    Kein Prob.
    Solche Detailfotos hätten wir heute gerne vom aktuellen Stand.
  • TimTim März 2012
    > TEPCO at Atomic Energy Society of Japan: Reactor 2 May Have Leaked Radioactive Materials from Heat-Damaged Containment Vessel Seal | EXSKF
    http://ex-skf.blogspot.de/2012/03/tepco-at-atomic-energy-society-of-japan.html
  • TimTim März 2012
    > NRC Transcript from 3/12/2011: 40 GE Engineers at #Fukushima I Nuke Plant, 4 Were Contaminated | EXSKF
    http://ex-skf.blogspot.de/2012/03/nrc-transcript-from-3122011-40-ge.html
  • TimTim März 2012
    > JNST: "A scenario of large amount of radioactive materials discharge to the air from the Unit 2 reactor in the Fukushima Daiichi NPP accident" | EXSKF
    http://ex-skf.blogspot.de/2012/03/jnst-scenario-of-large-amount-of.html
  • TimTim April 2012
    > Fukushima Unit 3 Reactor-Well Cap Fractured? - YouTube

  • TimTim April 2012
    Ein paar weitere kurze Videos von Ian Goddard zu R3:





  • clancy688clancy688 April 2012
    TEPCO hat mal wieder ein paar Simulationen für Wasserstand, Reaktordruck, Containmentdruck und Reaktorendzustand für die ersten paar Tage gefahren:

    http://www.tepco.co.jp/en/nu/fukushima-np/roadmap/images/m120314_02-e.pdf

    Ist alles im Appendix, ab Folie 24. Immer zuerst die alte Version und dann die neue. Nur blieb laut diesen Simulationen der Reaktordruckbehälter heile, was selbst TEPCO komisch findet.
  • clancy688clancy688 Juli 2012
    Ich lebe auch noch...

    Im physicsforums wird gerade die Möglichkeit eines erneuten Meltdowns in den Reaktoren 1 und 3 so um den 20. März rum diskutiert. Ein japanischer Wissenschaftler hat dazu eine Abhandlung geschrieben:

    http://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/18811248.2011.636537

    Er vergleicht die Nachzerfallswärme und das Größenordnung des Kühlwasserzuflusses und zusätzliche Beobachten (Druck-, Temperatur- und Strahlungsanstiege, Rauchentwicklung) und kommt zu dem Schluss, dass den Reaktoren 1 und 3 ab dem 20. März erneut eine Kernschmelze abgelaufen ist.
    Und dass die dafür gesorgt hat, dass der ohnehin schon kaputte Kern endgültig im Drywell gelandet ist.

    Zudem behauptet er, dass Reaktor 2 derart schnell trocken gefallen ist, dass gar kein Dampf für eine Zirconium-Reaktion vorhanden war - und deswegen gar kein Wasserstoff entstanden ist!
  • dirkdirk Juli 2012
    Tja, ich weiss nicht genau wohin damit..
    Fukushima Daiichi Nuclear Power Station When the Tsunami hit

    http://photo.tepco.co.jp/en/date/2012/201207-e/120709_01e.html
  • dirkdirk Juli 2012
    @clancy, würde das die hohen Werte im Drywell 1 erklären?

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